Montag, 5. Mai 2008
schnalle
eine u-bahn-linie, gegen 17 uhr, berufspendler en masse. ich habe einen sitzplatz ergattert und strecke meine langen beine aus. die hose rutscht dabei hoch bis zum knöchel und offenbart meine plastik-riemchen-schluppen, die ich heiß und innig liebe.
schräg gegenüber ein mann, den zenit seines lebens knapp überschritten, der meinen entblößten riemchen-schuh-fuß fixiert und dann zu kichern beginnt. ich starre ihn böse an, dann bricht es aus ihm heraus:
"schnalle... hihi... sie hamm da ne schnalle..."
erst kapiere ich gar nichts, weil ich ein so verdammt gutmütiger mensch bin. dann sagt er nochmal, haltlos kichernd:
"schnalle... ne schnalle..."
was für eine bodenlose frechheit. ich stoppe den ersten impuls, meine beringte hand zur faust zu ballen und ihm sein kichern samt schneidezähnen in die speiseröhre zu schieben, bleibe cool, atme tief durch, strecke mein dekolltee heraus und sage todernst:
"glaub mir, ich bin viel zu teuer für dich."
ich fixiere seinen blick dabei und kann zusehen, wie sein schleimiges rückgrat den bogen macht, das kichern erstirbt, eine zarte röte über seine wangen huscht. dann dreht er den kopf und starrt betreten an die vertäfelung neben meiner schläfe.
dem hat die maisonne heute wohl ein wenig die grütze vertrocknet.

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