Donnerstag, 21. Februar 2008
findelkind
rauhe, zarte schreie verfolgten mich auf meinem weg zu lidl. ich wähnte ein neugeborenes baby hinter mir, neben mir, neben mir - unter dem auto? war das möglich? mehrmals meinte ich, bewegung wahrzunehmen, nie konnte ich etwas erkennen.
ich kaufte eine milch und eine cola bei lidl, wollte doch heute der kater bei mir aufschlagen und whiskey mitbringen. dann schlurfte ich angeschlagen (kopfschmerzen wegen nackenschmerzen wegen schulterschmerzen) die straße zurück. wieder schrie etwas neben mir im gras - und endlich, im schein des lichts am hauseingang sah ich schemenhaft die pechschwarze dicke katze. nur die augen blitzen aus dem dunkel. wir starrten uns einen moment fasziniert an, dann passierte das, was mir meistens mit katzen passiert. sie machte einen satz auf mich zu und ließ sich streicheln, rollte auf dem asphalt auf und ab und schnurrte wie eine nähmaschine.
irgendwann richtete ich mich auf, um die letzten schritte den häuserblock entlang zu meiner haustür zu nehmen. die katze stemmte sich vor meine füße und wich nicht von meiner seite. dann setzte sie sich vor mich vor meine haustür, sodass ich nicht aufsperren konnte, ohne sie hineinzulassen. ich wusste, die katze konnte unmöglich aus meinem block sein, denn in genossenschaftswohnungen bei uns sind katzen nicht erlaubt. ich konnte sie unmöglich hereinlassen.
irgendwie schaffte ich es, über die schwarze schöne hinwegzusteigen und mich durch einen schmalen spalt ins haus zu drängen. dann fiel die tür ins schloss und die katze saß draußen. sie blickte nach innen zu mir und maunzte wieder schrill. schnell sauste ich drei stockwerke hinauf und mit einem schälchen milch wieder hinunter. die katze wartete auf mich. die nächste viertelstunde brachte ich damit zu, eine kleine rosa zunge beim milch-schlabbern zu beobachten und den ganzen vorgang von neugierigen blicken der passanten abzuschirmen. fremde katzen füttern wird ja nicht so gerne gesehen. die katze trank, als hätte sie seit tagen nichts bekommen.
als die schale leer war und die schwarze noch ein wenig gestreichelt, quetschte ich mich vorsichtig wieder ins haus. die katze blieb sitzen und starrte mir nach. hoffentlich geht sie dahin, wo sie hingehört, betete ich.
dann rief mein kater an, "ich bin gleich da, mach schon mal kaffee." ich warnte ihn: "wenn du hochkommst, pass bitte auf, dass dir die katze nicht folgt, die vor meiner haustür sitzt." "was für ne katze?!" ich schilderte die kleine anekdote, und der kater meinte, okay, er werde achtgeben.
jetzt ist sie wieder weg, und ich habe gemischte gefühle. vielleicht sehe ich sie ja wieder. falls ja, muss ich mal ein foto machen.

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