Freitag, 6. Juni 2008
trip in die hölle
jetzt habe ich gleich meinen ersten pressetermin. janz alleene. irgendwo in den tiefen des millerntorstadions, wo ich noch nie zuvor war. dort warten jede menge erfahrener, alt(klug)er journalisten und dj hell (den ich bis gestern noch nicht mal vom hörensagen kannte) auf mich. und ich soll die plattenkritik schreiben.
wünscht mir glück, bitte.

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Dienstag, 3. Juni 2008
sich leer schreiben
ja, so fühlt es sich an.
keine geduld.
und schon gar keinen einzigen schweißtropfen mehr, den man noch von sich geben könnte.
das, was man nicht empfindet in worte packen, unempfindlichkeiten überhaupt registrieren, thematisieren. wie schwer es ist, sich durch die eigenen schalen zu kämpfen, ohne sich fremder messer zu bedienen.
das meine finden. mich finden, und merken, da bin ich überall gar nicht, nicht einmal halbherzig. und mit halbem herzen lebt es sich nicht, überlebt man nicht mal.
sermone statt rauschender feten. durch die pflicht zu lust. und wie leicht das alles fällt, von keiner emotion gestreift. nur hin und wieder wird bemerkt, dass das sediment fehlt.
ich bin noch nicht lange hier. ich bin lange noch nicht hier.

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Freitag, 30. Mai 2008
leben, ab morgen neu
ich bin dann mal weg. und morgen abend komme ich an. in meinem neuen leben. zu zweit. in einer neuen stadt. in einem neuen job, oder nennen wir´s mal, sowas jobähnliches.
mir ist mulmig. und mir ist wohl. ich bin maßlos müde. keine nacht mehr als vier stunden schlaf. den ganzen tag räumen, schleppen, rennen. adieu sagen. die warmen wellen vieler, vieler umarmungen, die lieben worte all meiner lieben. fühlt sich fast an, als wäre man wer gewesen, überhaupt gewesen. nicht alleine gewesen. ihr werdet mir verdammt fehlen, denke ich mir. aber ich hab keinen platz mehr, weil mein platz jetzt woanders ist. ein platz, auf dem ich bauen will, mit dem kater. und für den ich mir so sehr wünsche, er möge von erdbeben verschont bleiben.

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Sonntag, 25. Mai 2008
dann und wann
...wünscht man sich eine person, die anruft und fragt: kann ich was für dich tun?
wenn´s hart auf hart kommt, ist man allein. ist man bittsteller und muss auf knien rutschen, wenn man jemanden mühsam davon überzeugen kann, einem für zwei stunden beizustehen. oder überhaupt.

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Samstag, 24. Mai 2008
windel-memoiren
der schlaksige blonde jüngling auf der straße vor dem haus meiner eltern ist also tatsächlich der kleine f., auf den ich vor 14 jahren immer babysittenderweise aufgepasst habe. er blickt mürrisch drein, erkennt mich aber offenbar und grüßt wortlos nickend. ein schwieriger junge sei er geworden, höre ich dann und wann von meiner mutter, faul, frech und verstockt. und dabei so leise, so passiv.
ob er sich noch dran erinnern kann, wie ich ihm den po abgewischt habe? dass ich ihm immer die stirn gebusselt habe? wie ich falsch und schrecklich kinderlieder für ihn gesungen habe?
hm. hoffentlich nicht. ist besser so.

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Mittwoch, 21. Mai 2008
das letzte
ich verstehe immer nicht, wie ein einzelner mensch wie ich soviel pech in folge haben kann. dass ich so eine unendlich strapazierfähige hoffnung trotz allem bewahre. obwohl ich manchmal glaube, es wäre für mich und auch für andere einfacher, wenn mich morgen ein auto überfährt.
tut mir leid, dass dieses blog nicht quell der netten geschichten sein kann.

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Mittwoch, 21. Mai 2008
abschiedsgeschenke
wie ich sie mag. heute erhalten von meiner lieblingskollegin, mit: "ich will nicht, dass du gehst," und "du und dein humor, das wird mir so verdammt fehlen."


und nein, ich habe nicht in einem porno- und/oder sm-laden gearbeitet.

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Sonntag, 18. Mai 2008
fürbitte
lieber wer auch immer du da oben im himmel sitzt und mich dauernd verarschst, sodass mein leben immer stärker einem desaster gleicht, in dem sich ärgernis an ärgernis reiht und reziprok verstärkt!
ich hätte gerne mal 5000 euro. 500 tun es auch fürs erste. und gefickt wird nicht, damit das mal klar ist.
amen.

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Mittwoch, 14. Mai 2008
nix los ohne moz(illa)
ich hab mozilla abgeschossen. ja, ich geb´s zu, ich war bei meinem über-proxy-anonym-surfen-experiment nicht so ganz expertenmäßig am werk. also, um offen zu sein, ein echtes greenhorn, das bin ich. jetzt ist mozilla tot bzw. verlangt benutzernamen/passwort, welches ich gar nicht habe. und der internet explorer macht keinen spaß. alles ist langsam und macht "klack", wenn was poppuppt.
ich glaube, ich schreibe bald wieder ne opera.
oder was meint ihr?

p.s.: das sind die wahren probleme! ja, endlich hab ich auch so eins!

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Donnerstag, 8. Mai 2008
paare, en passant
a. und k. feiern ihren ersten beziehungsjahrestag, es gibt käse und wein, nüsse und kuchen, hinterher ein paar kurze. irgendwann erhebe ich mich, um ins badezimmer zu gehen, als mir a. hinterherschleicht und anklopft.
"komm rein", sagte ich.
a. drückt sich mit gebückter haltung durch den türspalt.
"sag mal", stupst er mich an, "ich hab da mal eine frage, die musst du mir beantworten."
ich wasche mir gerade die hände und nicke.
"also... es ist so: das hier ist mein haus, obwohl ich da ja schon mit einer anderen frau hier zusammen gewohnt habe. es ist mein stil, alles, was da an den wänden hängt, was an möbeln da ist, das haben ich und meine ex ausgesucht, so wie es uns und wie es eben mir gefällt. wir hatten da ähnliche vorstellungen. nun will k. zu mir ziehen, was ich ja unter umständen sogar gut finde, weil sie eine tolle frau ist..."
"und wo ist das problem?"
"k. ist eifersüchtig auf meine ex. sie sagt, alles, so wie es hier ist, erinnere sie stets daran, dass es mein zuhause und das zuhause einer anderen frau ist. sie verlangt, wenn sie jetzt einzieht, dass ich alles neu streiche und neue möbel kaufe."
"wieviel zahlt sie denn, wenn sie hier wohnt?"
"ja, nichts eigentlich. sie ist ja arbeitslos und wohnt hier auf entgegenkommendes verhalten, sprich, sie zahlt die lebensmittel und hilft im haushalt."
"dann kann sie das ja auch nicht verlangen, das ist doch ganz einfach. ich kann das schon verstehen, dass man, wenn man zusammenzieht, vielleicht ein paar möbel mitbringen will. weil man sich sonst so zu gast fühlt und nicht wirklich im eigenen zuhause. vielleicht hast du ja ein zimmer, das sie mit ihren sachen einrichten könnte, damit sie einen ort hat, wohin sie sich mal zurückziehen kann."
"es ist kein zimmer so als ganzes übrig, weil ich überall die wände herausbrechen habe lassen. es sind hier sehr große, aber wenige räume. und ihre möbel gehen einfach überhaupt nicht mit meinen zusammen. sie kann gerne ihr sofa mitbringen, das ist das einzige, was hier reinpassen würde. aber das reicht ihr natürlich nicht."
"ich finde das ehrlich gesagt ziemlich dreist. für lau ins gemachte nest und dann meckern und alles, aber auch alles grundlegend auf kosten des anderen umgestalten wollen. das würde dich tausende von euro kosten und wahrscheinlich die kompletten sommerferien."
"hm. ich sagte auch, dass ich das nicht mache. trotzdem möchte ich gerne, dass sie sich wohlfühlt..."
"eifersucht ist unheilbar. ich wette, wenn du das haus nach ihren vorstellungen umgestalten würdest, käme bald das nächste. dann würde sie wahrscheinlich flappe ziehen, wenn du wieder öfter in dein fitness-studio gehst, weil da könntest du ja auch deiner ex oder einer anderen begegnen. und dann lässt du das auch irgendwann, weil du dir nicht jedes mal das gezeter anhören willst - und danach fällt ihr wieder was neues ein, vielleicht, dass du zuviel zeit in deiner schule verbringst und zu oft mit deinen kolleginnen schnackst."
"das halte ich für möglich. das würde in ihr verhaltensrepertoire passen."
"du kannst dich nicht assimilieren, sonst macht sie dich platt. du kannst ihr entgegenkommen und vertrauen schaffen, mehr nicht."
"die frage ist nur wie."
"das ist immer die frage. ich glaube auch nicht, dass es eine lösung gibt. man kann nur immer wieder von neuem arrangements treffen, die dem einen sicherheit gewähren und dir selber einen fest abgesteckten freiraum."
"am wohlsten habe ich mich damals im krankenhaus gefühlt, als sie nicht da war und ich die wochen für mich hatte. nur ruhe, keine szenen."
"du meinst, du willst eigentlich gar nicht mir ihr zusammenwohnen?"
"ich weiß es nicht. manchmal gar nicht und dann denke ich doch wieder, das wäre ganz toll."
"versuchs einfach. wäre schade, wenn man das beste verpasst, weil man in alten gewohnheiten klettet."
a. nickt andächtig, dann gehen wir zurück ins wohnzimmer. da sitzt k. und strahlt wie aurora, dann strahlt auch a. - und eigentlich ist in diesem moment alles so wunderschön wie klar.

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