Samstag, 27. Juni 2009
ars moriendi
alles künstler so hier. alles schriftsteller und sonstige behäbige, schmerbäuchige flunschfressen auf dem weg zum ganz großen sprung. huihui. dabei wurden wir doch eben mal wieder dran erinnert, dass künstler ganz früh und unerwartet sterben. was auch desöfteren okay ist, denn soviel dünkel ist ja schon umweltverschmutzung.

das ist wie mit dem autofahren. heute hat fast jeder so ein gefährt oder sogar zwei. mein haus, mein auto (mit dem tollen vollautomatischen fensterheberknopf!), mein boot. mein blog, mein taschenbuch, mein brokat-hardcover (selbstverlegt)? und die welt wird ertränkt in literweise subjektiv wiedergekäuter individualistensuppe mit lauter kotzbröckchen drin.

in tagen wie diesen lerne ich wieder ehrfurcht vor der bescheidenheit. der ehrliche schmerz im arsch, wenn man bis 19:30 uhr freitags im büro hockt. die sehnsucht nach dem für-sich-sein, denn wer anders übernimmt das ja nicht für einen. die seele ins pfandhaus bringen und dafür gummibären aus dem supermarkt freikaufen.

ich bin so schrecklich normal zwischen all den möchtegern-irgendwassen mit pseudomedienfuzzibrillen, gebleachten und gebotoxten fressen und dicke-eier-geländewagen. ich bin der letzte alien.

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Freitag, 19. Juni 2009
demokratische demonstrationen
wir haben alle unser recht auf freie meinungsäußerung. super. damit kann man auch mal auf die straße gehen und demonstrieren. oder streiken. das dürfen wir nämlich auch.
die studenten am hamburger campus haben es vorgemacht: ein bisschen musik, ein paar schmiereien und vor allem: feiern.
weil wir aber keine demokratie haben, interessiert das aber niemanden. geisteskranke wie schäuble oder die blonde ursel tragen aktiv dazu bei, die kümmerlichen mitbestimmungs- und freiheitsreste zu beseitigen. das können sie so gut, weil die meisten gerade um ihr überleben kämpfen. weil sie nämlich keine fetten diäten bekommen. da fehlt einem dann die zeit, sich zu wehren, und die kraft auch.

auch die demos der studenten und schüler aktuell sind nur das ignorieren einer geschichte des versagens. oder gibt es eine demo, die schon mal was gebracht hätte? eine, die gewaltfrei ablief? denn gewalt wird es brauchen, um die geballte dummheit der schäuble-von-der-leyen-diktatur aus ihrem hochsicherheits-rollstuhl zu schubsen.

die studenten in hamburg haben jedoch eines erreicht: einen total zugemüllten, verdreckten campus zu hinterlassen. wer aber fordert, der muss auch vorbild sein, finde ich. wer gegen auf die abrichtung des arbeitsnehmers als bloßes wirtschaftliches humankapital ist, darf auch gerne mal die putz- und müllmenschen unterstützen. das wäre dann mal ein zeichen dafür, dass man die hauptvoraussetzung, um an einer hochschule zu erfolgreich zu studieren mitbringt: kein verantwortungsloses arschloch sein nämlich. so aber, liebe studenten, muss ich sagen, das war nur ein weiterer lächerlicher beitrag dafür, dass es dann, wenn es euch eigentlich ernst sein sollte, auch nur um eins geht: spaß haben, feiern und ein paar freie tage. wenn sich die politiker da vor lachen in die hosen pissen: selber schuld. so wird sich in 100 jahre jedenfalls nichts ändern.

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Sonntag, 31. Mai 2009
pfingstpredigt: fickerei
gerne und gut ficken bedeutet nicht, dass ich es so oft wie möglich will. ich will nur den, der gut riecht. ich will nur den, der auch gut aussieht. ich will nur den, der vor und nach dem sex eine astreine grammatik sein eigen nennt, und während des akts mehr als zwei techniken und mehr als zwei zentimeter. ich will - vorzugsweise - den, der mich liebt, oder aber den, der mich wenigstens achtet und das auch beim sex zum ausdruck bringt.

ich will niemanden ficken, weil es sich gerade anbietet. ich ficke keine gelegenheiten. das habe ich mit 16 getan, als mir das ficken noch wichtiger war als derjenige, mit dem ich fickte und ficken eine schöne art der selbstinszenierung war: wie geil/versaut/verrucht/tabulos/sinnlich bin ich? um sich hinterher dann auf die eigene flanke zu klopfen, um zu sagen: gott, war ich geil.

erschreckend, dass es aber viele leute gibt, die genau das machen. ficken um zu ficken. ficken für die niedere selbstachtung und die unfähigkeit, den anderen zu achten.
diese menschen machen es mit der freundschaft nicht anders: sie suchen menschen, um sich in szene zu setzen. sie suchen menschen, die sie mitschleifen können, damit sie das, was sie gerne tun, nicht allein tun müssen. sie suchen sich menschen als mittel und zugang für ihre egozentrischen zwecke. es geht ihnen nicht um andere. es geht ihnen immer nur und vollkommen ausschließlich um sich selbst.
(das schreibt übrigens auch der schlaue prof in der "neon".)

für selbstachtung setze ich mir daher zwei neue maximen:
1. man sollte mit solchen leuten keinen sex haben.
2. man sollte sie aber vor allem nicht zum freund wollen.

if i had a hammer. (anstatt amen)

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Mittwoch, 27. Mai 2009
lilalaune
durchatmen. mal wieder lachen. und labern.

durch meine sehr unregelmäßig stattfindenden sozialen kontakte bin ich, so ich denn mal die gelegenheit habe, richtig am labern. finde zwischen den sätzen kaum mehr luft und die zunge schlingt sich unwillig.
auch komisch und ein bisschen peinlich.

aber wichtig, die mundwinkel zu heben. laut statistik eines emotionsforschers haben die menschen vor 50 jahren rund dreimal so viel gelacht wie heute. depressionen waren damals noch fast unbekannt. jaja, sagen jetzt manche, die sind halt heute besser erforscht, deshalb werden auch mehr fälle registriert. mag sein. aber erforscht wird doch auch immer das, was von relevanz ist, oder?

also mehr witz und satire, weniger emoblogging!

zieht euch an der eigenen nase. aber lasst die popel drin.

gunnaaa!

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Donnerstag, 14. Mai 2009
die große anti-botox-petition
nachdem ich bei der verehrten frau herzbruch heute den link zum tori-amos-interview klickte, fiel ich mal wieder fast vom stuhl. wie sehr lassen sich frauen eigentlich von diesem botox-gelumpe entstellen? wie wenig selbstbewusstsein haben die denn?

ich wohne ja in hh, einer stadt, wo man beim morgendlichen busfahren desöfteren sehr vor dem ein oder anderen ehemaligem gesicht mit botoxbedigtem grauslichen schlaganfall- bzw. wachsfigurenkabinett-effekt zurückschreckt. besonders in den schnöseligen gegenden fühlt man sich da manchmal, als wäre man in einem manga-film gelandet. lediglich die meisten männer haben ihr hirn nicht unter die haut spritzen lassen und zeigen sich faltig und alterfleckig und geben so einen nützlichen hinweis auf das wahre alter ihrer begleiterinnen.

ich will es hier mal kurz für alle zusammenfassen, die gerade einen schönheitschirurgen suchen und an eine botoxbehandlung denken:

1. es sieht scheiße aus. männer wollen nicht mit madame-tussaud-figuren knutschen.

2. es sieht scheiße aus. männer wollen keinen bienenstich küssen.

3. es sieht scheiße aus. meine oma hatte mal einen schlaganfall, das sah ähnlich gruselig aus. tori amos hat sich, ganz richtig erkannt, ein karl-dall-auge spritzen lassen. welcher mann möchte mit einem weiblichen karl dall vögeln?

4. es sieht scheiße aus. man sieht sofort, dass es 1000% künstlich ist.

5. es sieht scheiße aus. eine plastik-barbie wirkt sympathischer.

6. es sieht scheiße aus. wenn du ehrlich bist, du frau mit dem erschreckend geringen selbstbewusstsein, sahst du vorher tausend mal schöner aus. jetzt bist du vielleicht schnösel-hip, aber dafür ein fall für eine burka.

7. es sieht scheiße aus. und für das geld, das du ausgegeben hast, hättest du dir auch ein buch kaufen können mit ein paar psychotricks zum selberbasteln, wie du deine falten auch mit einem kleinen lächeln verscheuchst.

8. es sieht scheiße aus. es verrät, dass du einfach nur verdammt dumm wie toastbrot bist. vielleicht kannst du kurzfristig davon ablenken, weil du einen schlaganfall mit spätfolgen täuschend echt rüberbringst und mitleid abziehst.

9. es sieht scheiße aus. männer, mal ehrlich: müsst ihr nicht wirklich kotzen, wenn ihr sowas seht?

10. es sieht scheiße aus. ich hoffe, dass ihr männer diesen tanten notfalls ein veilchen verpasst, wenn sie auf die dumme idee kommen, sich spritzen zu lassen. veilchen hat, vor allem bei ausgeprägter schwellung, ungefähr den gleichen effekt wie botox, nur farbschöner.

amen!

liebe leute, unterschreibt bitte hier und jetzt diese zehn gebote der vernunft.

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Freitag, 24. April 2009
abschaffung der kindheit
"warum unsere kinder tyrannen werden" lautet der vielversprechende titel eines buchs von michael winterhoff, das ich sofort mit den attributen "populärwissenschaftliche scheiße" und "trendgeschwafel" abgestempelt hätte.
jetzt muss ich es doch lesen. weil es genau die these aufzugreifen scheint, die mir mein ganzes studium lang im kopf herumgespukt ist: dass eltern ihre kinder nur dazu benutzen, geliebt zu werden und versuchen, ihr ich mit dem ihrer kinder zu verschmelzen. so ähnlich steht es im klappentext bei amazon. damit wäre dann gesagt, woran auch lehrer scheitern: an der unfähigkeit der eltern zu erziehen. denn liebe und erziehung haben nur bedingt miteinander zu tun - mein harscher befund und die essenz meiner eigenen kindheit und jugend.

hat´s schon wer gelesen?

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Mittwoch, 8. April 2009
unser lieber müll
der hase ist ja seit neuestem müllkletterer. unter dem vorwand verlorener dinge verkriecht er sich gerne mal ins kühle dunkel der müffelnden tonne. das hat folgen für die wahrnehmung. alles wird ein bisschen müllfixierter.
so gingen wir heute die alster entlang auf der suche nach fotomodellen. zuerst blässhühner, dann schwäne mit einer schar jungschwäne. sehr hübsch und auch ein bisschen eindrucksvoll, wie harsch die mutter- und väterschwäne den grauen nachwuchs behüteten. "nicht zu nahe kommen", riefen wir uns gegenseitig zu. plötzlich entdeckten wir zwei dunkle runde dinger im wasser.
"was ist das denn?" fragten wir uns.
wir guckten und guckten, denn es wurde bereits etwas dämmrig.
"das ist müll", sagte der hase.
"müll?" fragte ich.
"müllbeutel", bekräftigte der hase.
ich guckte noch einmal genau hin. der müll trieb in zwei genau gleich großen dunkelbraunen beuteln vor sich hin und war oben offenbar geschnürt.
"merkwürdig", sagte ich.
der hase holte die kamera hervor.
"ich muss das mal durch den zoom holen."
doch noch bevor der zoom zoomen konnte, bewegte sich der eine müllbeutel und streckte einen vogelkopf hervor.
"der müllbeutel hat sich bewegt", sagte ich grinsend. dann prusteten wir los.
"na komm, fotografier doch mal die müllbeutel!"
die müllbeutelvögel hatten inzwischen die köpfe wieder ins gefieder gesteckt und ließen sich träumend treiben. aber hübsche bilder konnten wir trotzdem machen.


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Samstag, 28. März 2009
mehdorn, geh doch!
mehdorn ist sowas wie eine abgehalfterte hure, die sich an ihre brustimplantate klammert und trotzig auf der straße ihre cellulitis präsentiert.

jeder hat seine zeit im leben. deine ist vorbei, mein lieber. genaugenommen hätte sie niemals kommen dürfen. aber dafür ist jetzt sowieso zu spät. machen wir das beste draus: vergessen wir dich sehr schnell.

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Samstag, 21. März 2009
peinlich
wie manche menschen im bereits sehr fortgeschrittenen immer noch einen unglamourösen zufall mit einer eigenen erungenschaft verwechseln und sich in öffentlicher proklamation pseudobescheiden feiern.

nicht unbedingt eine heinz-erhardt-natur, der zeit seines lebens unter lampenfieber litt. obwohl ja beide damit zu tun hatten, dass sie sich da an einem gewissen punkt charakterlich nicht weiterentwickelten. heinz erhardt konnte nur nichts dafür. das machte ihn authentisch. authentisch bescheiden.
und dies unterscheidet den künstler von dem, der es gerne wäre, den aber seine eitelkeit daran hindert zu erkennen, dass er vor allem eins ist: mensch. und zu sehen, dass die essenzielle aufgabe des menschseins darin liegt zu lernen. die kleine evolution von geburt bis tod.

manche bleiben auf ewig einzeller. man erkennt sie daran, dass sie sich niemals wirklich teilen können.
armselig.
alles, was ihnen bleibt, ist ihr spiegelbild. im job, im blog. dem wirklichen gegenüber jedoch bleiben sie fragment. dünn, unverbindlich, oberflächlich: bleistift auf papier, ein buchstabe im www.

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Mittwoch, 18. März 2009
was ihr wollt
müdes gähnen.

womit speist man das publikum, wenn man keine kinder oder katzen hat? mit dem fritzl-prozess? mit pseudojournalistisch-oberschlauem krisen-geschwafel?
manchmal gehen mir die ideen aus. hauptberufliches schriftstellern saugt dich aus. und oft kotzt es mich an, mit welchem abgedroschenen scheiß sich die meisten beschäftigen. das media-markt-prinzip: werft billigen müll in die meute, sie werden sich drum balgen, die stärksten sterben am sich-überfressen.

halt, ich habe doch was. wahrscheinlich sogar ein gutes thema, um sensible naturen zu echauffieren:
gestern eine reportage über hitler gesehen, die seinen führungs-/führerstil beleuchtete. und ich muss sagen, hut ab. er war vielleicht nicht gut genug für die wiener kunstakademie, aber sein demagogisches talent und sein gespür für den niederen willen der masse waren sensationell. hitlers intelligenz war, trotz analytischer und logistischer mängel, praktisch-emotional gesehen geradezu ungeheur. hätte ihn nicht größenwahn und grausamkeit ergriffen, wäre er neben mussolini einer der genialsten politiker aller zeiten gewesen. da können sich die farblosen waschlappen von politiker heutzutage mal eine scheibe abschneiden. die können alle kein land mehr führen.
und auch die chefs unserer konzerne können sich ein beispiel an hitlers führung seiner mitarbeiter nehmen: durch dessen komplette zurückhaltung in der kontrolle bei lediglicher bereitstellung der notwendigen mittel haben sich seine helfer geradezu ereifert. solch ein freies arbeitsklima findet sich heute selten. auch motivierte mitarbeiter sind deshalb mangelware. selbst akademisch gebildete menschen werden auf dem modernen arbeitsmarkt in die zwangjacke millionen bürokratischer vorschriften gezwängt und zu tode gespäht. dazu muss man nicht einmal working class hero unter der lidl&co-stasi sein.

interessant auch, dass 1945 einige vom kommunismus überzeugte russen der meinung waren, hitler wäre ein ausgezeichneter politiker gewesen, wenn ihn nicht der kapitalismus imperalistisch verderbt hätte. ein bisschen sehr naiv vielleicht, aber ein quäntchen wahrheit ist sicherlich dran.

so. und jetzt schimpft mich nazi und erzählt mir von kzs und zwangsarbeit und ausbeutung der unterworfenen länder im arbeitsdienst. das würde euch gut stehen, mal wieder politik und arbeitspsychologie zu verwechseln.

am wochenende gehe ich dann zu media markt und kaufe, wofür mir das geld fehlt.

p.s.: ich nehme gerade alles furchtbar persönlich. muss pms sein.

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