Freitag, 21. Januar 2011
katzeklo
da ich ja nun nicht mehr nur auf großem fuß, sondern auch auf großem raum lebe, habe ich mir ein neues selbstverwirklichungsprojekt ausgedacht: wir schaffen uns ab ein haustier an!

gestern, als ich mit dem werten herrn gibson einen zwitschern war, sprach ich das thema katze an, das der herr gibson allerdings sofort mit "kotze" assoziierte und mir dringend abriet, wenn mein bett nicht irgendwann aussehen soll wie das eines inkontinenzlers.
"wie wärs denn mit einem kaninchen", überlegte ich laut. "als kind wollte ich schon immer eins."
"kaninchen sind super, die kötel kriegt man auch voll leicht weg", dachte herr gibson gleich wieder ganz praktisch.

heute auf arbeit bestand ein hauptteil meiner hochverantwortungsvollen tätigkeit darin, den kacken gewesenen, wild durch den garten rasenden hund meiner chefin wieder einzufangen. der süße kleine köter ist absolut hyperkinetisch und hat eine ziemliche klatsche, womit er allerdings auch super zu unserem büro und natürlich auch zu mir passt. madame morphine joggte also in strümpfen, riemchenschuhen und dem guten rock dem kleinen scheißer durch gras und gestrüpp hinterher, bis er dann doch irgendwann langsamer wurde, während ich bereits aus dem letzten loch meiner raucherlunge pfiff. irgendwie schaffte ich es dann, das irrwischige fellknäul zu erhaschen und an die brust zu nehmen. da mich der wauzi heiß und innig liebt und meinen schoß zum bevorzugten schlafplatz auserkoren hat, bekam ich auch sofort eine warme zunge und feuchten, schlecht riechenden hundeatem ins gesicht.
später, also ganz spät, stunden nach feierabend jedenfalls, als ich immer noch im büro war und dringende projekte wegarbeitete, setzte sich meine chefin zu mir und stellte mir ein glas wein hin (da wir einige wein- und spirituosenkunden haben, sind wir ab 17 uhr meist ziemlich heiter). während ich das letzte mail verschickte, blubberte ich ein bisschen belanglosen privatkram und erzählte auch meiner chefin vom tierischen tierwunsch.
"hol dir doch auch so einen kleinen hund, dann bringst du den immer mit und die beiden könnten zusammen spielen", schlug meine chefin vor.
"hm", sagte ich, "aber wenn der dann auch so viel kackt wie deiner... das ist mir dann zu anstrengend." (der hund meiner chefin muss alle zwei stunden und saut auch gern das parkett unter meinem tisch ein.)
"also eigentlich bist du ja auch eher ein katzentyp", fand meine chefin dann.
"ich muss mal ein paar katzen testen", sagte ich. "eigentlich bin ich nämlich allergisch. uneigentlich sag ich mir allerdings, scheiß drauf, dann desensibilisiere ich mich eben selbst."
"hol dir doch eine birma katze", schlug meine chefin vor. "oder auch eine siam, so wie meine."
"mal sehen", sagte ich, "birma ist natürlich schon schick."
"ein bekannter von mir hat eine norwegische waldkatze, die sind auch toll, aber so ne riesen viecher. und du musst bedenken, je größer, desto öfter musst du das klo sauber machen."
"also eine minikatze! am besten eine vegetarierin!" bestimmte ich.
"mach das mal. ich wäre gespannt, wie die sich dann mit dem verrückten köter hier verträgt."

so, liebe leser. und jetzt sind sie mal wieder dran, der interaktivität halber und damit ihnen bei eis und schnee nicht die finger untätig auf der tastatur festfrieren: welches haustier soll ich mir zulegen? ich bin gegen alles außer fische und reptilien allergisch, aber wie gesagt, drauf geschissen. ich bin selten zuhause, darf aber alle viecher ins büro mitbringen. ein wichtiges kriterium ist auch, dass sie nicht so viel kacken. der hund meiner chefin ist schon grenzwertig, obwohl er sehr niedlich und crazy und unendlich kuschlig ist.

... link


Freitag, 14. Januar 2011
lieblosleben im pendeltakt
morgens von e. nach w. zur arbeit. in der u-bahn ruft das objekt an. wenn der sohnemann anwesend ist, stehe ich immer hoch im kurs. ist sohnemann-frei, hängt es lieber mit der blonden ab.

heute haben wir wieder mal einfühlungskurs. das objekt weiß, dass ich über die maßen erschöpft bin, aber nicht, dass ich in diesem zustand nicht sehr auf gefühle und diskussionen darüber stehe. die frage danach, wie es mir gerade so geht, reizt meinen zorn. das objekt erschrickt angehörs meiner pampigen tonlage und schweigt dann, bis ich "sorry" sage.

"du bist zur zeit so verschlossen."
ja, was soll ich auch offen sein? ich weiß nicht mehr, wer ich für das objekt bin und im moment interessiert es mich auch herzlich wenig. die arbeit, der umzug, die schlachten mit dem finanzamt, das gezoffe mit dem arbeitsamt und last but not least zwei riesenprojekte, von denen das eine ein buch wird... meine welt dreht sich auf vollgas, mir schwindelt und ab und an muss ich ein bisschen kotzen. vielleicht bin ich ja schwanger und das objekt wird zweifachvati, haha.

im w. treffe ich dann das subjekt, das um die ecke arbeitet. wir fahren zusammen ein stück u-bahn richtung a. das sujekt ist easy, wenn ich gestresst bin. es ist höflich, zuvorkommend, charming und emotional immer so unterkühlt, dass ich keine angriffsfläche finde. es schaut mir tief in die augen und für einen augen-blick fühle ich wieder ein wenig frau im mir.
später stehen wir dann an der haspa, ich rauche noch eine, bis ein tropfen die glimmende spitze zischend löscht. das subjekt lacht, meint, geschieht dir recht, und wir verabschieden uns.

ich empfinde nichts. gar nichts. die liebe in mir ist tot. auch mal angenehm, so wunschlos unglücklich zu sein.

... link


Dienstag, 11. Januar 2011
uschi, alte schlange,
ich grüße dich. heute widme ich dir einen ganzen eintrag. es gibt nämlich etwas wichtiges, was ich dir mitteilen muss: meine geballte, überschäumende abscheu für deine person und das geklüngel um dich herum.

grundsätzliches immer zuerst. wisse, solltest du jemals opfer eines tödlichen gewaltakts werden, dass ich in diesem fall prinzipiell nur applaudieren könnte. obwohl es mir ja eigentlich viel besser gefallen würde, dich sehr lange und genussvoll mit cia-methoden zu foltern. am schönsten aber fände ich es, wenn man dich und deine natternbrut dazu verdonnern würde, von einem hartz-IV-regelsatz überleben zu müssen - so die nächsten 25 jahre. dann stirbst du hoffentlich, weil du nach deinem schlaganfall die 10 euro praxisgebühr nicht bezahlen kannst und kein arzt dich so für umme behandeln möchte. ach, überhaupt sollten ärzte bei dir ihren hippokratischen eid vergessen dürfen.

uschi, ich sag es dir: du lebst in deiner blondchenwelt und hast keine ahnung von der gesellschaftlichen schere, die hier auseinanderklappt und den schwächsten gliedern die köpfe abreißt. durch die vetternwirtschaft in diesem korrupten staat bist du an eine position gerutscht, an der du dich niemals befinden dürftest. du hast kinder bekommen, von denen man nur hoffen kann, dass sie keines deiner asozialen gene geerbt haben. eigentlich müsste man deine nachkommenschaft präventiv postnatal abtreiben, nur um sicher zu gehen, dass es menschen wie dich künftig nicht mehr gibt. mein einziges motiv, irgendwann doch lehrerin zu werden, wäre, die generation von morgen vor kreaturen wie dir zu warnen.

schade, dass wir keine demokratie haben. sonst könnte man dich sicher einfach abwählen. kann man aber nicht. deshalb sitzen wir blöde vorm fernseher und müssen uns deine schalen, von deinem billigen ghostwriter vorgetippten worte reinziehen. man kann gar nicht so viel fressen, wie man dabei kotzen möchte.

ich bedauere, dass du das hier niemals lesen wirst. ich hätte gern dein gesicht dabei gesehen. vorher würden mich allerdings unsere ordnungshüter als gefährliche, staatsgefährdende person einordnen und einen grund finden, mir das bloggen zu verbieten. und das sprechen. und das atmen.

so verbleibe ich machtlos, mit einem schwall meines vorverdauten abendessens, der dich mitten in dein faltiges antlitz treffen möge,

höchst verachtungsvoll

frau morphine

p.s.: das ist nicht von mir, aber ich packs dir auch noch in den brief, bilder sagen ja bekanntlich mehr als worte.


gefunden beim proll blog (proll.wordpress.com)

... link


[an alle freien]
die bundesregierung hat die bemessungsgrenzen für die freiwillige arbeitslosenversicherung von freischaffenden/selbstständigen neu angepasst. natürlich unabhängig vom einkommen. das bedeutet eine anhebung der beiträge um mehr als 100 prozent. nächstes jahr werden sich die beiträge noch einmal mehr als verdoppeln, im jahr darauf ebenso.
für mikrounternehmerinnen wie mich natürlich ein sehr schwerer schlag. ich bin also am überlegen, die scheiße über bord zu kicken. unversichert geht auch, allerdings hab ich da ein wenig bauchschmerzen mit. andererseits will ich einem derart unsozialen, dysfunktionalen system, in dem ahnungslose, asoziale vollpfosten über mein leben bestimmen, keinen cent in die tasche werfen.

was würden sie sagen? wech damit? oder brav weiterzahlen? was von steuer absetzen?

ich bin gerade nicht so sicher...

... link


Samstag, 8. Januar 2011
fünfjähriges
sehkrank wird heute tatsächlich schon fünf.

angefangen hatte alles mit einer unglücklichen liebe. seems, als wären wir über die jahre nicht viel weitergekommen. dafür aber: konsequent der langeweile entronnen.

es bleibt spannend. ich wünsch mir, dass es dennoch auch ein bisschen schön wird, dann und wann.

danke allen treuen und untreuen lesern. so manches mal habe ich ihre kommentare entdeckt und musste nach einem total beschissenen tag ein bisschen schmunzeln.
am schönsten allerdings finde ich, dass ich so viele von ihnen inzwischen auch persönlich kenne. nicht von einem einzigen möchte ich behaupten, dass sie oder er mir unsympathisch ist, auch, wenn der ein oder andere kontakt inzwischen wieder eingeschlafen ist.

egal. ich freu mich immer noch, hier zu sein. lassen sie uns das bleiben, was wir hier sind: you and me against the rest of the world. die farben- und halbblinden in einer welt der schnurgeradeaus-, scheuklappen- und nurbiszumtellerrand-gucker.

... link


Freitag, 7. Januar 2011
noch mehr gitarre (see you soon)



am 3.3. im docks. ich kauf dann mal karten, so man noch welche kriegt. begleitung, anyone?

... link


in the mood for revenge
trotz vorliebe für alles dunkel-elektrische: ganz ohne gitarren könnte ich auch nicht leben.

... link


weißer tag
anstrich. ich habe den dritten im bunde bei mir in der neuen wohnung und gehe meinem pädagogischen auftrag nach. nein, nicht, was sie jetzt wieder denken. ich bringe ihm bei, weiße farbe an graue wände zu klatschen. schließlich will er mit der dritten-freundin auch bald eine eigene butze beziehen.

"das ist so schön hier", sagt der dritte mann zu mir und schaut versonnen durch die riesige küche.
"ja", sage ich und beobachte, wie das weiß quadratmeterweise das grau besiegt.
"du siehst auch schön aus", sagt der dritte dann.
ich muss lachen. ich trage farbverschmierte jeans, sneakers und ein hemd vom ex, und bin bis auf spuren von wimperntusche vom vortag gewissermaßen ungeschminkt.

dann klingelt das handy des dritten. es ist die dritte-freundin, die später ihren mann abholen kommt.
"du bist aber auch nie allein, oder", sage ich zum dritten.
"hm, ja, ich beneide ja ein wenig das objekt und dich, ihr seid so wunderbar frei."
"aber das objekt hat doch die objekt-freundin."
"ja stimmt, die macht ja auch stress. trotzdem hat das objekt dich. ich finde das gut."
"ich dachte, du hälst das inzwischen für unmoralisch."
"weil er nicht ehrlich zu seiner freundin ist. aber das betrifft ja dich jetzt nicht so. obwohl ich mich frage, wie du das so durchstehst."
"es gibt nichts, worum ich seine freundin beneide. ich möchte nicht bis über beide ohren verliebt sein, an heirat und kinder und zusammenziehen glauben und nicht ahnen, dass es da noch wen anders gibt, dem das objekt was von ewiger freiheit, polygamie und swingerclus erzählt."
"und wenn er treu wäre?"
"wenn wenn wenn. alle männer gehen irgendwann fremd."
"jaja, alle männer sind schweine", grinst der dritte und ich muss wieder lachen.

"wie machst du das denn nun eigentlich mit dem umzug", fragt der dritte etwas später.
"das objekt will mir helfen", sage ich. "es hat sich extra freundinfrei genommen."
"auweiha", sagt der dritte.
"was? meinst du, sie taucht hier auf und kratzt mir die augen aus?"
"nein", seufzt der dritte, "aber umziehen mit dem objekt bedeutet heilloses chaos."
"DAS kann ich mir allerdings vorstellen", gebe ich zu und stelle mir vor, wie das objekt fröhlich mit joint, schnapsflasche und meinen möbeln durch die gegend eiert und dreimal anruft, weil es die straße/die hausnummer/den nachnamen vergessen hat oder mal wieder von einem freundlichen ordnungshüter zurecht gewiesen wird.
der dritte mann erzählt mir zwischenzeitlich vom letzten umzug mit dem objekt.
"das ging um acht uhr morgens los und das objekt versprach, dass wir spätestens am nachmittag fertig sein würden. ich war dann allerdings erst um mitternacht zuhause, nachdem wir sechs oder sieben mal hin- und hergefahren waren, weil es mit dem geplanten alles-auf-einen-rutsch eben doch nicht so ganz geklappt hatte. es war der blanke horror und ich hatte derben muskelkater am tag danach."
"mach mir keine angst."
"naja, aber ich denke, du bist recht gut im organisieren."
"es ist ja nunmehr auch der achte umzug in den letzten zehn jahren."
"also vollprofi", grinst der dritte. "und da ich ja nett und kein schwein bin, werde ich mal schauen, wie das mit meinen prüfungen aussieht, dann komme ich vielleicht auch."
"du bist ein engel", sage ich spontan und als mich der dritte herausfordernd ansieht, "okay, oder auch ein satansbraten."

p.s.: männer sind übrigens tatsächlich nicht immer nur schweine, sondern auch halbgötter im blaumann. heute morgen hat einer von ihnen mein bett zerlegt. er benötigte lediglich eine zange und war in zehn minuten fertig. ab heute schlafe ich also wacklig und quietschend, aber von einer ehernen alp befreit.

... link