Samstag, 29. Januar 2011
[sprachwissenschaftliche frage]
wie heißt es richtig?

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danke schon mal im voraus.

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baumarkt-alpträume
ich hasse handwerkern. ich hasse baumärkte. wegen kompletter lichtlosigkeit in bad und küche kam ich jedoch nicht darum herum, eine lampe zu kaufen.

nach drei stunden magenschmerzen wegen akuter baumarkt-aversion endlich losgeradelt. hab ja einen bauhaus in nicht allzu weiter ferne. wenigstens etwas.

schon am eingang bekam ich fast einen allergischen schock wegen all dieser entautonomisierten pärchen-gestalten, die an samstagnachmittagen ihrem nestbautrieb frönen. mp3-player-verstöpselt rannte ich ohne links und rechts zu gucken in die lampenabteilung - mit dem klaren ziel vor augen "soll hell machen, nicht teuer sein und vielleicht auch ein wenig hübsch sein".

ein baumarktmitarbeiter beobachtet mein verzweifeltes geglotze und fragt, ob er helfen kann.
"ich möchte irgendwas, was weder den krassen tussenalarm auslöst" - ich zeige auf ein swarowskistein-besetztes funkelmonster - "noch aussieht, als hätte ich das ding bei meiner oma im keller gefunden." ich deute mit dem kinn auf ultraaltmodische küchenlampen.
der baumarktmitarbeiter ist amüsiert und kichert. wenigstens ein mensch mit humor.

dann entdecke ich eine lampe, die spontan begeisterung verursacht.
"die da", sage ich zum baumarktmitarbeiter, der, wohl in der hoffnung auf weitere erheiternde statements zum bauhauslampensortiment, nicht von meiner seite gewichen war.
"das ist das letzte. das ist das ausstellungsstück."
"das heißt, ich bekomme es nicht?"
"das heißt, ich hole jetzt eine leiter und baue es für sie ab."
ein mann, ein wort. er klettert in schwindelerregende regalhöhen und beginnt zu friemeln. es erweist sich als ein stück harte arbeit, doch eine viertelstunde später bin ich stolze besitzerin meiner wunschlampe.

an der kasse bekomme ich sogar einen rabatt. dann steige ich auf mein fahrrad. inzwischen ist es sehr neblig. natürlich fällt jetzt prompt mein fahrradlicht aus. gaaaaanz vorsichtig bewege ich mich den bürgersteig entlang richtung heimat und komme völlig durchgefroren an.

stolz wie bolle beginne ich meine lampe zu montieren. dann stecke ich den stecker in die dose und sage "fiat lux!"
doch es bleibt dunkel. die lampe ist im arsch.

ich freue mich sehr. nächsten samstag dann also wieder zeit verschwenden im baumarkt und den dreck umtauschen. danke, murphy.

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Donnerstag, 27. Januar 2011
up and down
megaärger und stress im büro. dass bei einer mio projekte mal was unter den tisch fällt, ist normal. trotzdem ist der supergau dadurch nicht kleiner. auch, wenn mich hier keiner dafür anschreit.

shrimps. ich liebe shrimps. diese packung aber roch schlecht. naja, wie soll es anders sein, wenn das zeug an einem 14.2. verfällt.

ich liebe auch messen. war heute beruflich auf einer. jede menge prospekte abgestaubt, gratis-popcorn und einen designer-kugelschreiber. in dieser hinsicht bin ich immer noch fünf jahre alt. anzugträger finden mich "süß". und das mit fast 30.

die traurigkeit, die sich in die anspannung schleicht und knoten in meinen nacken macht. 2011 war bisher nicht besonders nett. ein mail aus dem süden vom mann mit dem silberblick zaubert dennoch ein kleines lächeln auf die lippen.

im grunde hätte ich mal wieder lust, jemanden abzuschleppen. gleichzeitig bin ich viel zu faul. außerdem gibt es gerade kein nettes außerobjektliches angebot.

wäre mein kopf salat, er wäre lollo rosso. bunt, kraus und ein bisschen bitter.

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Mittwoch, 26. Januar 2011
i wish this would be you colour
wie einem diese stadt mit ihren kahlen wassern nachtgrau zu füßen liegt.

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Montag, 24. Januar 2011
in gottes namen
zum großen schrecken meiner eltern wollte ich um das 16. oder 17. lebensjahr herum künstlerin werden. ich begann, unsummen von geld für großflächiges papier, pinsel, lösungsmittel und diverse farben auszugeben. dann kaufte ich mir 16 kunstbücher und begann zu malen. außerdem bediente ich nach der schule im café, das zu einem miesen kleinen stundenhotel in der südstadt gehörte, um mir den samstäglichen bildhauereikurs bei einer lokal semiprominenten künstlerin und privatdozentin zu finanzieren.

es war eine zeit, in der sich die mienen meiner eltern zusehens verfinsterten, während meine kunstlehrerin entzückt jauchzte, ich müsse UNBEDINGT kunst-abitur machen und das ganze danach auch möglichst studieren. leider brach ich mir wenige monate später bei einem fahrradunfall den mittelhandknochen, was schon mal der bildhauerei sowie auch der pianistinnenkarriere ein spontanes und dauerhaftes ende setzte. ich machte eine zeitlang mit ton weiter, aber das war keine herausforderung, außerdem wusste ich irgendwann nicht mehr wohin mit all den totenschädeln, penissen und torsi. ich machte noch eine kleine weile weiter, um meine mutter zu ärgern, indem ich mit meinen ton-schauerlichkeiten den backofen blockierte. dann stellte ich das ganze ein, da ich keinen platz mehr hatte für meine irdene dildo-sammlung.

in dieser zeit versuchte ich mich, die ich eigentlich eher zu modernerer kunst (19. jahrhundert bis kompostmoderne) tendierte, an einem theologischen werk: die schöpfung von meister bertram. sie kennen das bild vielleicht, es zeigt jesus checker-artig gestikulierend in einem langen mantel mit jeder menge viecher und macht insgesamt einen merkwürdigen eindruck zwischen locus amoenus und sodomistenparty.
ich gab mir reichlich mühe und war im nachhinein verdammt stolz, zeigte das gemälde jedoch niemandem.

vor einigen jahren, als ich mit meier besten, kunstbeflissenen freundin den keller neu sortierte, fiel mir besagtes werk wieder in die hände.
"dein jesus sieht verdammt schwul aus", meinte meinte freundin, nachdem sie das werk eine zeitlang kritisch beäugt hatte.
"das ist eben ein metrosexueller style", entgegnete ich.
"du spinnst ja, jesus war doch nicht david beckham."
"jetzt sei doch nicht so unaufgeschlossen. seit gadamer müssen wir fröhlich die horizonte verschränken. und das ist eben meine interpretation, aus dem hochmittelalter heraus in die kompostmoderne transferiert!"
"der sieht aber trotzdem schwul aus. und überhaupt nennt man typen in langen kleidern nicht metrosexuell, sondern transvestiten."
es war zwecklos, wir kamen auf keinen grünen zweig. irgendwann ließen wir die debatte sein.

ich schenkte das bild am ende meiner oma, die sich sehr freute, entweder weil sie auf metrosexuelle typen stand oder weil sie aufgrund ihres grauen stars nicht mehr so viel sah. so hatten alle völker ihren frieden und ich tauschte pinsel und farbe endgültig gegen tinte und tastatur.

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Sonntag, 23. Januar 2011
spontanitäten
trotz neuer endlos-wegstrecke, miesem nieselregen und knochenschwerer müdigkeit noch im club gewesen.

zunächst spontan den bus verpasst. fahrradfahren ist ja nicht mehr. zu weit. (also nicht zu weit, um es körperlich zu schaffen, aber weit genug, um nachher wie ein idiot auszusehen.) daher spontan den nächsten bus genommen, anstatt zu überlegen und wieder nach hause zu fahren.

bei vollständiger nüchternheit (wann hatte ich das zuletzt? im november irgendwann mal?) war die laune hervorragend. zwei stunden lang getanzt, bis der schweiß floss. objekt getroffen, rotzbesoffen. zwei kurze vom freundlichen barkeeper, der uns für ein pärchen hält, spendiert bekommen. angestoßen, auf meine formidable direktheit, die dem objekt heute mal wieder so gut gefallen hat.

wir tranken auf ex, stellten die leeren gläser ab, dann sank das objekt zu boden. als es zwischen den stühlen wieder auftauchte, lachte ich und sagte, ich hätte nie gedacht, dass ich dich mal mit einem einzigen schnaps unter den tisch trinken würde. das objekt musste ebenfalls albern kichern. doch die spontane fröhlichkeit verging uns gleich. denn plötzlich war die objekt-freundin aufgetaucht. sie zerrte das objekt zwischen den stühlen hervor und schirmte es vor mir mit beiden armen und blicken wie abc-waffen ab.
oops.

mit spontan einsetzender müdigkeit gegen halb fünf uhr zurück zum bus geschlurft. merkwürdiges ziehen in der brust bemerkt. gerätselt, dann festgestellt: spontaner herzschmerz. irgendwas reagiert wohl doch, aller vordergründiger souveränität zum trotz. versucht, ein paar tränchen aus den augen zu quetschen. funktioniert immer noch nicht.

mit dumpfen kloß in der magengegend in den bus gestiegen. spontan keine fahrkarte gekauft. spontan vom busfahrer durchgewinkt worden. musik lauter gedreht. nach hinten gelaufen. dann, auf einmal, wie aus dem nichts: ein bekanntes gesicht: die werte lady grey. spontan hallo gesagt und ein bisschen über wohnungen und wohngegenden in hh philosophiert.

gegen fünf endlich zuhause angekommen bei der spontan aufgenommen brandneuen mitbewohnerin (mitbewo). mitbewo schläft wie ein stein und ist zu keinen untugenden wie über blonde objektfreundinnen lästern bereit. mitbewo-vertrag spontan verlängert. wer steht denn schließlich schon auf läster-tussen?

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