Freitag, 10. Juli 2009
keine zeit um müde zu sein
er ist immer in bewegung. er ist immer auf der flucht. hinter ihm knallen die fragen wie schüsse:
"kannst du mal?"
"machst du mal bitte?"
"wann bist du fertig?"
er ist schon arm dran, so ein geist. armleuchter. schlechte voraussetzung für geistesblitze.

der rücken knarzt auf dem billigen bürostuhl. die zeit arbeitet gegen uns, aber sie arbeitet auch für uns. denn unser skrupel, den stift einfach fallenzulassen und montags erst weiterzumachen, wird mit den stunden immer kleiner. der nacken knackt unwillig und meldet per schmerzsignal: alles außer lot. die weichen sind nur noch in eine richtung gestellt: nach hause.

draußen pladdert der regen unablässlich. auf dem heimweg unerlässlich ein abstecher zu harry rowohlt, ein rendevouz mit sibylle berg. dann ist gut. unermesslich unspektakulär famos.

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Dienstag, 7. Juli 2009
höllentage
müde, rückenschmerzen, und abends nach der arbeit so zwei stunden freizeit, bevor man ins bett muss.

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Samstag, 4. Juli 2009
in amore mit psyche
ich war mir fast sicher, dass wieder etwas dazwischen kommen würde. freitage sind die schlimmsten tage der woche, man kommt einfach nicht raus aus dem büro.
aber ich habe es geschafft und war gestern auf einem
psyche-konzert.

über drei stunden exzellente darbietung von psyche und ihren beiden vorbands noah grain und goja moon rockah. wann habe ich das letzte mal menschen erlebt, die soviel geben? freundlich, witzig, publikumsnah, energetisch, und dennoch professionell. das tindersticks-konzert im vergangenen dezember hatte eine ähnliche qualität, war aber viel durchgestylter.

ich persönlich war völlig hinüber nach einem höllentag und befürchtete, ich würde im stehen auf dem konzert einschlafen. sogar die vorfreude war verpufft und dumpfer verzweiflung und dem gefühl von gottverlassenheit gewichen. keine guten voraussetung für einen konzertbesuch. aber alles änderte sich, als ich erstmal dort war.

weil psyche nur wenigen menschen mit eher extravagantem musikgeschmack bekannt sind und die band deshalb nur vor einer handvoll leute spielte, bekam ich sogar einen sitzplatz. und dort hing ich dann und lauschte und guckte und saugte unbewusst diese wahnsinnige energie der musik in mich auf. und der kopf wurde frei von schweren gedanken, die mich müde machten. irgendwann fiel mir auf, dass ich debil grinste, als wäre ich frisch verknallt. die müdigkeit war verflogen und es passierte das, was mir auf konzerten immer passiert: dieses grenzenlose stauen über menschen, die so etwas wunderbares bewirken können. und wie sie sich bewegen. als wäre ihnen der rhythmus ihrer songs herzschlag. das versetzt mich jedes mal in eine art hellwache trance mit großem glücksgefühl.

auch die klangqualität hat an diesem abend gestimmt. ich bin ja schon teilweise nicht mehr auf konzerte gegangen, wenn ich wusste, in dem laden ist die akustik mies und es zerscheppert einem das trommelfell bis zum tinnitus. aber diesmal war alles okay.

überraschung des abends waren übrigens noah grain, die ich vorher nicht kannte. eine wahnsinnslivestimme, der mann. da kann sich dave gahan ganz hinten anstellen gehen.

schön fand ich auch, dass psyche keinerlei berührungsängste zeigten. während die vorbands spielten, bewegten sie sich im publikum. nach ihrer eigenen show begaben sie sich zum plattenstand, halfen beim verkauf, schnackten mit den fans und signierten cds und platten. natürlich-freundlich, warmherzig, unverschroben. eine aura, in der man sich nur niederlassen und sich wohlfühlen möchte, für immer. aber vermutlich werde ich diese band nie wieder sehen. das letzte mal waren sie 1987 in hamburg. in 22 jahren, wo oder wer oder was ich da wohl sein werde? hoffentlich aber nicht taub. wär schade drum.

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Donnerstag, 2. Juli 2009
akademisches schubladendenken
im büro. das telefon klingelt.
ich nehme den hörer ab und nenne wie immer den namen unserer firma und den meinen.
anrufer (männlich, mittelalt, unbekannt): "ah! sie! sie sind doch hier die germanistin!"
ich: ???
anrufer: "von ihnen hab ich ja schon viel gehört!"
ich: bin ich berühmt?
anrufer: "und gelesen!"
ich: ich muss wohl echt berühmt sein.
anrufer: "na, jedenfalls, schön, dass ich sie auch mal dran habe. aber eigentlich wollte ich mit der frau xyz sprechen."
ich: "moment, ich stelle sie durch."

minuten später kommt meine chefin ins zimmer.
ich: "wer war denn der anrufer?"
meine chefin: "das war zyx von der bildzeitung. der ist ganz wichtig."

cool. jemand wichtiges von bild kennt mich. das haut mich aus den socken. aber vielleicht war der ja auch nur auf pilzen oder so. fußpilz. ausm schwimmbad. kennt man ja, bei dem wetter.

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Montag, 29. Juni 2009
arschmuskelentkrampfung
die 30 grad im schatten heute haben die leute deutlich entspannt. ich lief den ganze tag barfuß durchs büro und machte mir nicht einmal gedanken, ob mein füße stinken könnten. das nenne ich wahre gelassenheit.
die laune steht ansonsten weiterhin auf sturm, münteschen äußerungen und der allgemeinen lage am arbeitsplatz sei dank. in kombination mit der gemüts-, arsch- und sonstigen entkrampfung führt dies aber zu großartigen ergüssen in kleinbloggersdorf. deshalb gibt es heute ein special zum thema "schöner schimpfen unter bloggern":

frau bona:
"...eine Mischwaldige Dummbratzenische mit dem IQ eines Tussitoasters gibt mir die Lieferung und guckt Ufos, als ich das Ergebnis ansehen will..."

herr mark:
"Steinmeier ist ein kalter und machtgeiler Bürokrat, dem ich nicht mal die Fußmatte eines Gebrauchtwagens abkaufen würde."

und in sachen schöne künste geht der beitrag fürs schöner schimpfen eindeutig an des katers münte-wurm.

man kann ja nicht immer nur über die blogger maulen. oder?

p.s.: herr mark, bitte lassen sie sich doch mal vom cabkater erzählen, was man(n) so alles mit auto-fußmatten machen kann! es wird ihnen ganze horiznte erschließen und vielleicht erbarmen sie sich dann und geben mr. dumm-wie-granit-hart einen nachhilfekurs im gebrauchtfußmattenverkaufen.

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