Sonntag, 19. Juli 2009
lied zur nacht
manche mögen sie ja pathetisch finden oder langweilig oder deutschtümelig. für mich sind kirlian camera immer wieder eine offenbarung. im gegensatz zu anderen urgestein-bands wie dm werden sie auch nicht ideenlos.


p.s.: und das neue album (04/09 erschienen) von trisomie21 ist auch gar nicht übel.

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Samstag, 18. Juli 2009
psychiatrische notrufdurft
draußen vor der tür turnt ein erwachsener mann mit nichts als einer windel am leib. im mund hat er einen schnuller.

an der uni, wo ich mittags oft meine streifzüge mache, gibt es einen mann mit bloden locken, der irr lacht und, sobald er ein mädchen sieht, "fotze!" schreit.

der budniverkäufer, den ich heute nach einem waschmaschinenreiniger fragte, entpuppte sich als äußerst erzählfreudiger ex-marine-soldat. zum thema potenziell verkalkte waschmaschine gibt er zum besten, wie er einst mit dem vorschlaghammer kalkbeläge in einem schiff entfernte. nichtsdestotrotz sind seine empfehlung gold wert und meine waschmaschine spuckt seitdem literweise braune kalkbrühe.

2:26 uhr: die freunde von windelmann haben ganz offensichtlich auch einen ganz enormen schaden an ihrer festplatte. sie schreien und singen seit mehreren stunden so laut, dass ich trotz geschlossenen fensters nicht pennen kann. ich fürchte, ich muss auswandern für den rest der nacht.

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Freitag, 17. Juli 2009
schrill
kleinkindergeschrei ist einfach un-er-träglich. ein nachteil, wenn der spielplatz um die ecke ist. aber fenster schließen wäre aktuell selbstmord. warum gibt es eigentlich auch im achso intellektuellen umfeld hier so furchtbar unfähige eltern?!

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Freitag, 17. Juli 2009
eckchen
wie ich mit vier jahren in der küche bei meinen großeltern saß und zum ersten mal in meinem leben schmelzkäseecken aß. immer so, dass von jeder sorte noch eins übrig blieb, das man dann wieder so in die runde box legen konnte, dass kein gleiches neben dem anderen stand. in der nase den duft der weißbrötchen, die dort "stella" hießen und die nur ein bäcker auf dieser welt so produzieren konnte.

seit langem mal wieder geweint, weil ich selber nur so ein doppeltes eckchen bin, das sich in die box zurücklegen nicht lohnt.

unter anderem an meiner beruflichen mission gezweifelt. wenn man von der konzeptionellen ebene ausgegrenzt wird und wie ein volldepp nur noch operativ zuliefert, ist es höchste zeit zu überdenken, ob man das alles noch ernst nehmen will. immerhin habe ich jetzt halbzeit und die liste der arbeitgeber, wo ich mich künftig blind bewerben gehen könnte, wächst.

unter anderem an der stadt und ihren bewohnern gezweifelt. wie können die meisten davon nur alle so affektiert und unfreundlich sein? alte leute, denen man den guten stall auf den ersten blick ansieht, behandelten mich heute dermaßen von oben herab, das wäre vermutlich jedem vollbauern peinlich gewesen. denen aber nicht. nichts in der birne, nichts im herzen, aber einen haufen kohle und einen haufen zeit.

heute den flug in die heimat gebucht. mein kinderzimmer schnuppern und sich für einige der tage der illusion hingeben, es wäre etwas, was einer flucht nahe kommt.

überhaupt mich heute wie ein kind gefühlt. wie damals, als ich erstklässerin von der schule kam, noch keinen eigenen schlüssel besaß und meine mama wider erwarten nicht zuhause war. wie ich dann bei der nachbarin auf dem fremd riechenden sofa saß und rotz und wasser heulte. solange, bis meine mutter aufkreuzte und mich anschiss, was für ein gottverdammtes theater ich mache.

zum tagesabschluss einen kaputten kranken film geguckt. über eine frau, die ihren mann verprügelt. der das alles stoisch erträgt, um die kinder zu schonen und in der arbeit ein gutes bild aufrechtzuerhalten. wie sich dann, als er sich von seiner frau krankenhausreif prügeln lässt und in der notaufnahme landet, alle von ihm abwenden. und in namenloser einsamkeit kehrt er zurück zu seiner frau wie das schaf zum löwenzahn am elektrozaun. was mich im tiefsten inneren traf, als wäre es meine eigene geschichte.

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Sonntag, 12. Juli 2009
körperlichkeiten
küssen und sex. der austausch von körperflüssigkeiten.
zehenlutschen, auch okay. es ist eben liebe.
angeregter austausch über die konsistenz und farbliche beschaffenheit der eigenen exkremente. das erst ist wohl uneingeschränkte intimität.

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