Samstag, 2. Mai 2009
invasion der ameisen
vorgestern waren es zwei.

in der nacht zum 1.mai, als ich vom tanzen kam, waren es 200.
große tot-tret-aktion (karma dadurch ziemlich angeditscht) und verzweiflung.
nachts bis halb fünf die wohnung geputzt und ameisenleichen entfernt (man will die ja auch nicht an den nackten füßen, wenn man nachts zur toilette wankt).

freitag, 1.mai:
noch vereinzelte ameisen. die dann tot gemacht. gewagt, die wohnung nach einer halben stunde ameisenfreiheit zu verlassen und zu hoffen. vielleicht hatte ich ja nur was rumstehen, was die von draußen reingeholt hat.

samstag, 2.mai:
in weiser vorraussicht insektenspray gekauft.
bei betreten der wohnung nach 24 stunden dann etwa wieder 200 ameisen. invasion von bad und küche jetzt ins schlafzimmer.
gesamte wohnung kontaminiert. starker verdacht, dass das gift nicht wirklich wirkt.
gibts sowas? resistente ameisen?

ich flüster mal ganz laut: HHHHHHIIIIILLLFEEEEEEEEE!!

(und meine wohnung ist jetzt sowas wie bikini atoll, bloß strahlungsärmer).

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Mittwoch, 29. April 2009
fremde körperteile
der james sitzt vor mir am bildschirm, das kinn in die hand gestützt. ich greife von hinten seinen katerflauschenacken entlang, ergrabble einen finger der stützenden hand.
ich, ins romantische halbdukel flüsternd: "was fürn finger ist das denn?"
james, abwesend: "das kein finger."
???
james, erläuternd: "das ist der daumen!"

aha!

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Sonntag, 26. April 2009
geometrische betrachtungen
in mir ist ich, wie eine murmel, glasklar, hart, rund, keine einschlüsse. alle begegnungen sind geometrie, tangenten. sie huschen vorbei wie ein kometenschweif millionen kilometer entfernt, kein eintauchen in eine atmosphäre, so es eine gibt. ich ruhe in mir selbst, schwer und dunkel, wie in einem grab.

in mir bleibt kein platz zum atmen. ich bin keine leichte, luftige persönlichkeit, kein sommerhauch. meine tiefe ist die dichte einer geballten masse, nicht messbar. meine sehnsucht frisst alles auf, von zeit zu zeit, traurigkeit wie ein marianengraben, ein imperialistisches klaffen bis zum kern.

ich zolle meinen höchsten respekt dem, der es mit mir aufnimmt. der um mich herum eine welt baut, in der ich zu gast, vielleicht von zeit zu zeit auch zuhause sein darf. ein punkt in einem diagramm. immer geschlossen, mit losen linien nach außen, dürftig, verzweifelt ob meiner eigenen unzerbrechlichkeit, die kaum mehr mitteilbare maße angenommen hat. die stille in mir, für die es keine worte gibt, das schweigen, das mich in mir einschließt.

ich erwarte kein verständnis. ich will nur noch ein wenig diese hand halten dürfen, die so weich und gut und fest ist. die mich so fühlen macht, als sei ich nicht nur punkt, sondern sonne in einem kleinen universum.
und ich bete, dass ich nichts verbrennen möge.

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anstatt party
... und das konzert werde ich wohl eh auch nicht sehen.


ein alter, recht selten gespielter song von dm, der für mich damals 2003/04 mit einem unbeschreiblich schönen lebensgefühl verbunden war. das hier auf youtube scheint live zu sein, das original habe ich vom dj von schallplatte digital überspielt bekommen.

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Freitag, 24. April 2009
abschaffung der kindheit
"warum unsere kinder tyrannen werden" lautet der vielversprechende titel eines buchs von michael winterhoff, das ich sofort mit den attributen "populärwissenschaftliche scheiße" und "trendgeschwafel" abgestempelt hätte.
jetzt muss ich es doch lesen. weil es genau die these aufzugreifen scheint, die mir mein ganzes studium lang im kopf herumgespukt ist: dass eltern ihre kinder nur dazu benutzen, geliebt zu werden und versuchen, ihr ich mit dem ihrer kinder zu verschmelzen. so ähnlich steht es im klappentext bei amazon. damit wäre dann gesagt, woran auch lehrer scheitern: an der unfähigkeit der eltern zu erziehen. denn liebe und erziehung haben nur bedingt miteinander zu tun - mein harscher befund und die essenz meiner eigenen kindheit und jugend.

hat´s schon wer gelesen?

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Mittwoch, 22. April 2009
verboten gut
ich glaube, es gibt nichts schöneres als dieses begehren, dieses nackte begehren im gesicht eines mannes, das mich meint, genau in diesem moment, in dem dieser mann selbst vor sich verblasst, weil er nur mich sieht. wenn ich ihm dann mit meinem blick, meinen berührungen sagen kann, ich dich auch.

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