Dienstag, 19. Mai 2009
traum
da steht mein verstorbener opa vor mir. seine blauen augen mit den tausend fältchen ruhen auf mir, er lächelt mich an, warm und aufmerksam, ein blick, der mich bis in meine dunkelsten stellen ausleuchtet und das ständige frieren der letzten wochen vertreibt.
"weißt du", sagt er, "ich habe mir die seele immer vorstellt wie einen baum. jede begegnung, jeder kampf, all das bringt einen neuen starken ast hervor."
und dann stehen wir in der astgablung eines baumes, die so massiv ist, dass man darin umhergehen kann. für einen augenblick ist alles ruhig, schön, warm und duftend.

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Sonntag, 17. Mai 2009

we were once young and blessed with wings
no heights could keep us from their reach
no sacred place we did not soar
still, greater things burned within us
i don't regret the choices that i've made
i know you feel the same

my beloved do you know
how many times i stared at clouds
thinking that i saw you there
these are feelings that do not pass so easily
i can't forget what we claimed as ours

moments lost though time remains
i am so proud of what we were
no pain remains, no feeling
eternity awaits
grant me wings that i might fly
my restless soul is longing
no pain remains, no feeling
eternity awaits

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Donnerstag, 14. Mai 2009
die große anti-botox-petition
nachdem ich bei der verehrten frau herzbruch heute den link zum tori-amos-interview klickte, fiel ich mal wieder fast vom stuhl. wie sehr lassen sich frauen eigentlich von diesem botox-gelumpe entstellen? wie wenig selbstbewusstsein haben die denn?

ich wohne ja in hh, einer stadt, wo man beim morgendlichen busfahren desöfteren sehr vor dem ein oder anderen ehemaligem gesicht mit botoxbedigtem grauslichen schlaganfall- bzw. wachsfigurenkabinett-effekt zurückschreckt. besonders in den schnöseligen gegenden fühlt man sich da manchmal, als wäre man in einem manga-film gelandet. lediglich die meisten männer haben ihr hirn nicht unter die haut spritzen lassen und zeigen sich faltig und alterfleckig und geben so einen nützlichen hinweis auf das wahre alter ihrer begleiterinnen.

ich will es hier mal kurz für alle zusammenfassen, die gerade einen schönheitschirurgen suchen und an eine botoxbehandlung denken:

1. es sieht scheiße aus. männer wollen nicht mit madame-tussaud-figuren knutschen.

2. es sieht scheiße aus. männer wollen keinen bienenstich küssen.

3. es sieht scheiße aus. meine oma hatte mal einen schlaganfall, das sah ähnlich gruselig aus. tori amos hat sich, ganz richtig erkannt, ein karl-dall-auge spritzen lassen. welcher mann möchte mit einem weiblichen karl dall vögeln?

4. es sieht scheiße aus. man sieht sofort, dass es 1000% künstlich ist.

5. es sieht scheiße aus. eine plastik-barbie wirkt sympathischer.

6. es sieht scheiße aus. wenn du ehrlich bist, du frau mit dem erschreckend geringen selbstbewusstsein, sahst du vorher tausend mal schöner aus. jetzt bist du vielleicht schnösel-hip, aber dafür ein fall für eine burka.

7. es sieht scheiße aus. und für das geld, das du ausgegeben hast, hättest du dir auch ein buch kaufen können mit ein paar psychotricks zum selberbasteln, wie du deine falten auch mit einem kleinen lächeln verscheuchst.

8. es sieht scheiße aus. es verrät, dass du einfach nur verdammt dumm wie toastbrot bist. vielleicht kannst du kurzfristig davon ablenken, weil du einen schlaganfall mit spätfolgen täuschend echt rüberbringst und mitleid abziehst.

9. es sieht scheiße aus. männer, mal ehrlich: müsst ihr nicht wirklich kotzen, wenn ihr sowas seht?

10. es sieht scheiße aus. ich hoffe, dass ihr männer diesen tanten notfalls ein veilchen verpasst, wenn sie auf die dumme idee kommen, sich spritzen zu lassen. veilchen hat, vor allem bei ausgeprägter schwellung, ungefähr den gleichen effekt wie botox, nur farbschöner.

amen!

liebe leute, unterschreibt bitte hier und jetzt diese zehn gebote der vernunft.

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Sonntag, 10. Mai 2009
sonntagsimpressionen
an der u-bahn hatten sich drei jungs aus gutem hause eingefunden, wild entschlossen, im spießigen winterhude den getto-effekt zu proben. "guck mal, da drüben formiert sich der antiintellektuelle widerstand", witzelte ich. der hase schaukelte gefährlich auf seinen rad und kicherte. "das wäre ein cooler name für ein zweitblog."

wir nahmen die alsterdorfer straße nordwärts, um unser kleines französisches café zu besuchen und dort latte macchiato, ikea-haferkekse und französische hochglanzmagazine zu konsumieren. als ich den gehweg hochfuhr, schon einen fuß richtung pflaster gestreckt, um fünf meter weiter zu parken, raunzte mich ein alter sack an: "hier ist radfahren verboten!" leider fiel mir keine guter maulstopfer ein. was sagt man da? "solange ich deine rente bezahle, fahre ich rad, wo ich will"?
naja, egal.
nach einer runde schlabberkaffee und keks und zippe ging es schon viel besser. "wie spät?" "wir müssen nach hause, die katze soll nicht so lange alleine sein."

der katzenurlaub ist um eine ganze woche verlängert worden. was mich persönlich ja freut. wenn das kleine plüschmonster nur mal was fressen würde. nachdem sie ja kitekat und trockenfutter und auch leckerlis verschmäht, konnten wir sie gestern mit eiern und frischem hack begeistern. heute aber war wieder hungerstreik angesagt. vielleicht lag es auch daran, dass mieze seit gestern abend um 20 uhr nur gepennt hat - so recht appetit hat sie jedenfalls nicht. ihr frühstücksei von heute morgen hat sie, nachdem sie erst hunger-maumaus machte, nur kurz abgeschleckert. ungefähr 3/4 sind noch da. zwischendurch hatten wir bratnudeln und krabbensuppe vom china-imbiss geholt, da wäre sie uns fast auf den teller gesprungen. als ich sie dann zum näpfchen lockte, war sie plötzlich wieder nicht mehr hungrig.
morgen werde ich es dann mal mit thunfisch versuchen. irgendwas, was schön intensiv stinkt. vielleicht schmeckt sie nicht mehr gut. das problem haben ja auch viele unterernährte senioren.
gute tipps, katzenbesitzer-somebody?

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Mittwoch, 6. Mai 2009
flaumigflauschig-real
"immer dieses affektierte, gekünstelte getue", mault der kater, und es sträuben sich ihm die zarten nackenhärchen. "nichts ist real."

dabei ist die realität so bezaubernd. beispielsweise, wenn mama-hase und baby-hase draußen vor dem küchenfenster das abendtaubenetzte gras nibbeln und dabei die öhrchen vibrieren lassen, jedes geräusch in sich aufsaugend.
oder der rabe neulich an der alster, der zehn zentimeter neben mir das machte, was ich beim wellensittich meiner oma immer "vogelgymnastik" nannte: stecken, flügel ausbreiten, mit dem bein darunter entlang streichen und, weil die sonne doch schon recht warm schien, den schnabel etwas öffnen und dabei mit dem blitzblau schimmernden augenlid blinzeln.

überhaupt tiere. die sind mir manchmal lieber als die menschen.

deshalb freue ich mich auch so sehr, wenn wir morgen abend unseren flauschigen gast in empfange nehmen, der bis sonntag bei uns weilen soll. es ist eine mieze, und sie heißt sissy. sie ist alt und auf einem auge blind, was ihr ein bisschen verwegenheit verleiht und zugleich diesen weisen ausduck wie ihn sonst eulen haben.

dem cabkater wird das nicht so gefallen. denn dann muss er meine streicheleinheiten teilen. heute hat er ganz schnell sein sushi weggemümmelt "bevor die katze kommt und das wegfrisst". tja, kater und katzen haben es ja nicht so mit dem revier-teilen. obwohl ich sicher bin, dass ich ab morgen fast überflüssig sein werde, wenn kater und kätzchen einander haben. mal sehen. ich jedenfalls bin ich aufgeregt wie eine fünfjährige.

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