Donnerstag, 9. April 2009
im frühling gen süden
tschüß hamburg. heute abend geht´s ab. dahin, wo es jetzt schon 23 grad hat, tendenz steigend.
ostern wird sonnig. ostern in meinem mädchenzimmer, im fränkischen familiennest. mal sehen, ob ich gelegenheit bekomme, die mich zeitweilen befallenden anwandlungen liebevoller fürsorge für meine eltern ausleben zu dürfen oder ob der nervfaktor mich zum einsiedlerkrebs macht.
den hasen darf ich ja leider nicht mit ins gepäcknetz legen. aber im herzen hab ich ihn, da isses warm, april wie dezember. ein bisschen maximalzeit spielen. denn wenn ich wiederkomme, wird der hase wieder auf businestour sein. und dann? nach einer kurzen woche wartet ein wochenende auf uns, das soll herrlich werden.
ich sage noch einmal tschüß der plätschernden alster, den schwänen und rallen und entchen, tschüß dem geschäftigen eimsbüttler treiben, tschüß den businessheinis morgens im bus, tschüß der frau nachbarin (und nicht verzweifeln), tschüß den narzissen, die in den abgasen des ring 2 wehen, tschüß meiner kleinen wohnung und der, die unsere war und wieder ist.
nur dem hasen sage ich nicht tschüß, dem sage ich: auf wiedersehen und ich liebe dich!

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Mittwoch, 8. April 2009
unser lieber müll
der hase ist ja seit neuestem müllkletterer. unter dem vorwand verlorener dinge verkriecht er sich gerne mal ins kühle dunkel der müffelnden tonne. das hat folgen für die wahrnehmung. alles wird ein bisschen müllfixierter.
so gingen wir heute die alster entlang auf der suche nach fotomodellen. zuerst blässhühner, dann schwäne mit einer schar jungschwäne. sehr hübsch und auch ein bisschen eindrucksvoll, wie harsch die mutter- und väterschwäne den grauen nachwuchs behüteten. "nicht zu nahe kommen", riefen wir uns gegenseitig zu. plötzlich entdeckten wir zwei dunkle runde dinger im wasser.
"was ist das denn?" fragten wir uns.
wir guckten und guckten, denn es wurde bereits etwas dämmrig.
"das ist müll", sagte der hase.
"müll?" fragte ich.
"müllbeutel", bekräftigte der hase.
ich guckte noch einmal genau hin. der müll trieb in zwei genau gleich großen dunkelbraunen beuteln vor sich hin und war oben offenbar geschnürt.
"merkwürdig", sagte ich.
der hase holte die kamera hervor.
"ich muss das mal durch den zoom holen."
doch noch bevor der zoom zoomen konnte, bewegte sich der eine müllbeutel und streckte einen vogelkopf hervor.
"der müllbeutel hat sich bewegt", sagte ich grinsend. dann prusteten wir los.
"na komm, fotografier doch mal die müllbeutel!"
die müllbeutelvögel hatten inzwischen die köpfe wieder ins gefieder gesteckt und ließen sich träumend treiben. aber hübsche bilder konnten wir trotzdem machen.


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Dienstag, 7. April 2009
freiradsberaubt
als ich heute abend aus dem büro zu meinem fahrrad stürmte, traute ich meinen augen kaum. nein, das fahrrad war ausnahmsweise nicht geklaut. ganz im gegenteil: es war mit einem hochsicherheitsschloss an das millionenteure herrensportrad daneben gekettet.

da musste ich den bus nehmen. ich fasste es nicht.

da hatte wohl jemand tomaten auf den augen. oder war schon am hellichten tag besoffen.
mich würde ja echt mal interessieren, wer dieser vollspacke war. wenn das morgen immer noch abgekettet ist, nehme ich mein schloss und schließe den anderen auch an mein fahrrad. harhar. und dann will ich mal seine dumme fresse sehen...

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Donnerstag, 2. April 2009
finally ende zwanzig
morgen früh ist es dann soweit. ich gebe den freifahrschein für jugendlichkeit ab und steck mir die 28 mit einer nadel an die jacke. aussehen tu ich mittlerweile eh wie 40.

ja, ansonsten bin ich natürlich gespannt. wer so dran denkt, vor allem von den nichtbloggern. was für spannende überraschungen das lotusblütchen für mich bereit hält. und überhaupt.

zum glück ist ja dann wochenende. ich bin versucht, mal wieder etwas strukturen hinzubekommen. bewusst dinge machen, die ich so gerne tue, unter der woche aber nie dazu komme. sowas wie: ins kino gehen, ein konzert besuchen, durch die stadt flanieren und mal wieder irgendwo ein t-shirt anprobieren. raus in die natur, trampelpfade statt asphalt. und abends tanzen, trinken, taumeln. ein bisschen glamour, den ich sonst nicht bekomme. diesmal habe ich ja sogar einen allejahrewieder-grund.

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Mittwoch, 1. April 2009
staunen mit fünf buchstaben - interaktives ratespiel
das, von dem ich spreche, ist einfach nur hornklee. das klingt ja zunächst nicht so doll. wie hornhaut. zugleich impliziert es etwas bodenständiges, das meinen ständig schwebenden seelenzustand erdet. klee ist darüber hinaus immer auch glücksklee, wenn man der menschheit und ihren geschichten glauben schenkt, und genau das wollen wir heute mal. beständigkeit und glück - hornklee muss man folglich mögen, wenn man so eine luftika ist wie ich.

es ist aber auch eine seerose, ein sportwagen-hersteller, ein computerspiel der 90er jahre, der name eines tondachziegels, sowie der name einer tochter-computerfirma, einer demoszene-gruppe, einer hilfsorganisation für die philippinen sowie eine entscheidung des ständigen internationalen gerichtshofs aus dem jahr 1927.

und von was quasselt die alte da nun?

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