Samstag, 6. Oktober 2012
wild awake

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Mittwoch, 3. Oktober 2012
die nacht der deutschen einheit
subtitle: zeichen und wunder

nachdem ich gestern sehr ausgeglichen und happy meinen tag im büro abgesessen habe, mache ich mich schick für party. ich bin noch einmal mit der krankenschwester und außerdem mit mr. shyguy verabredet.

ziemlich spät mache ich mich auf den weg. das auto von mr. shyguy steht schon vor dem club, ich bin mal wieder die letzte. der nette garderobenmann ruft mir wie immer zu "jeder später der abend, desto hübscher die gäste" und winkt mit der gästeliste.

vor der zweiten tür steht das objekt-fahrrad. so ein mist. eigentlich ist es mir egal, ich ignoriere das objekt einfach und es macht mir eigentlich nicht viel aus. doof ist nur, dass sich unser freundeskreis im club stark überschneidet und ich weiß, dass ich wieder kaum ein wort mit mr. shyguy wecheln werde, wenn das objekt die aufmerksamkeit abzieht.

zum glück ist die krankenschwester gleich um mich rum. wir setzen uns an die bar und trinken ein bier. gegenüber sitzen mr. shyguy und das objekt. mr. shyguy kommt rüber und herzt mich, das objekt bleibt sitzen und starrt an die wand. es ist sehr blass und hat tiefe augenringe.

"der sieht aber mies aus", sage ich zu mr. shyguy.
"dem gehts, glaub ich, nicht gut."
"was ist denn schon wieder?"
"keine ahnung, er sagt, er will nicht drüber reden. frag du ihn doch. oder sprecht ihr immer noch nicht wieder miteinander?"
"du, ich bin durch mit dem. kein bock mehr auf monologe."
"du bist echt hart."
"reiner selbstschutz."
"ich versteh das schon, aber schade ist es trotzdem."

wir tanzen viel. das objekt und ich nutzen die entgegengesetzten seiten der tanzfläche, daher gibt es kaum unangenehme aufeinandertreffen. ich merke, dass es mich des öfteren ansieht.
ich kann es handeln. ich kann heute alles handeln. ich fühle mich beschwingt, bin unalkoholisiert und ganz da. mit den richtigen leuten sind solche abende wunderbar. ich verbringe einige zeit beim dj und lasse mich in neue musikalische entwicklungen einweisen, dann lehne ich zufrieden in meiner ecke und gucke den menschen zu.

das objekt hängt auf einem barhocker und hat das gesicht in die hände vergraben. dann sieht es wieder zu mir her. ich stehe auf und wechsle den raum. das geglotze wird mir langsam zu viel. ich will aber auch noch nicht nach hause gehen. ich habe noch nie ein revier geräumt, damit fange ich heute, am tag der deutschen einheit, bestimmt nicht an. außerdem bin ich schadenfroh, dass das objekt mit der situation offenbar doch nicht so eiskalt umgehen kann wie es gerne den anschein geben würde. doch meine neu erworbene bedürfnislosigkeit schützt mich vor herzerweichung.

mr. shyguy hat ein mädchen kennengelernt. das freut mich über die maßen.
"die hat aber einen fetten arsch", mault mr. shyguy.
"dafür hat sie im gegensatz zu den ganzen dürren mädels hier ein hübsches gesicht... und einen fabelhaften humor."
darüber hinaus hat sie auch gute ideen und überredet mr. shyguy und mich, am übernächsten wochenende auf eine andere party zu gehen, auf der ich schon zwei jahre nicht mehr war - eigentlich ohne grund oder allein aus bequemlichkeit, weil der stammclub als zweites wohnzimmer einfach verlockender war.
mr. shyguy zweifelt noch, aber als ich ihm gut zurede, sagt er zu. ich merke, wie sich das mädchen freut, und das ist wichtig. mr. shyguy besitzt nämlich eine unheilvolle vorliebe für arschloch-weiber, die in der regel sehr hübsch sind, sich aber nur im auto rumfahren und getränke bezahlen lassen, sonst aber komplett hohl und herzlos sind. dieses mädchen ist anders, das spüre ich, und seit der lederjacke weiß ich wieder, dass gefühle manchmal überraschend kommen. vielleicht kann mr. shyguy darüber hinwegsehen, dass sie keine 90-60-90-puppenproportionen hat.

als wir so sitzen, kommt das objekt in den raum. es ist kurz nach fünf und das objekt offenbar am aufbrechen. es trägt seine motorradjacke und kämpft mit seinem schal.
"tschüß", sagt es zu mr. shyguy und dem mädchen, mit dem es sich vorhin auch unterhalten hat.
ich überlege kurz, ob ich schnell aufstehen und aus dem raum gehen soll. aber das objekt steht direkt vor mir und ich komme nicht mehr weg.

dann erlebe ich die überraschung des jahrhunderts. das objekt sucht meinen blick und sagt dann:
"tschüß, morphine..."
"tschüß", antworte ich vollkommen perplex.
das objekt geht nicht. es bleibt vor mir stehen und sieht mich sehr traurig an. dann stupst es mich mit dem fuß an und macht eine verzweifelte geste. ich bleibe stumm sitzen und weiß nicht, was ich tun oder sagen soll.
dann sagt das objekt ein zweites mal "tschüß, morphine" und verlässt langsam den raum.

mr. shyguy und ich starren uns an.
"wwwwas war denn das?" findet mr. shyguy als erster die sprache wieder.
ich zucke die achseln und gucke groß.
"mann, das war eine entschuldigung!" mr. shyguy ist ganz aufgeregt. "wahnsinn!"
"ja, ne?" berapple ich mich.
mr. shyguy rüttelt mich an den schultern.
"der will wieder mit dir reden! der will wieder freunde sein mit dir! das ist der anfang vom neuen anfang..."
ich bin wie betäubt und weiß noch nicht, was ich von der situation halten soll. in einer ecke meines herzens steigt freude auf. in der anderen angst.

ich erzähle der krankenschwester davon.
"ihr könnt doch sowieso nicht ohne einander", meint sie.
"ich kann sehr gut ohne ihn. die letzten wochen waren sehr okay so."
die krankenschwester sieht mich nachdenklich an.
"er hat mal mit mir über dich gesprochen... ich habe ihn gefragt, warum ihr nicht zusammen seid, denn dass ihr euch liebt, sieht ein blinder mit krückstock. er meinte dann, das sei für ihn wie im ehegarten... er wisse, dass ihr zueinander gehört, aber da seien immer wieder frauen, die er dann manchmal mehr liebt oder begehrt. und er könne diese geraden weg nicht gehen, er müsse all die verschlungenen pfade absuchen."
"verstehst du jetzt, warum ich nicht mehr kann? was soll ich mit jemandem, der abwesend ist? oder phasenweise so intensiv da ist, dass es einem das herz aus dem leib fetzt, wenn er dann wieder woanders ist? ich verlange ja nicht viel. ich brauche keine monogamie und ich brauche nicht viel zeit mit jemandem, weil ich selber viel zeit für mich will. aber ich brauche meine anknüpfungspunkte. oder die sicherheit, dass jemand anruft, auch wenn ihm mal nicht danach ist, einfach weil ich ihm wichtig bin, so wichtig, dass er es schafft, über seinen schatten zu springen."
"na, eben isser doch über seinen schatten gesprungen. du hast mir doch erzählt, dass er sich niemals entschuldigt und so."
"ja."
"na dann. sei doch mal zufrieden. du kannst nicht alle an deinen maßstäben messen. für seine verhältnisse war das wahrscheinlich eine anstrengung ohne gleichen. die hat ihm mut gekostet."
"hmhm."
die krankenschwester schubst mich:
"du kannst mir nicht erzählen, dass du dich gar nicht freust."
"doch doch, irgendwie schon."

gegen sechs uhr morgens lassen wir uns aus dem club kehren. als ich auf dem fahrrad sitze, weide ich mich an dem gedanken, dass sich das objekt auf mich zugewagt und den versuch einer entschuldigung gemacht hat. ich beschließe, das als meine persönliche nacht der deutschen einheit zu werten - und denke dann doch lieber weiter an die lederjacke.

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Montag, 1. Oktober 2012
into your arms
gestern abend treffe ich mich mit der krankenschwester, um nach einem abstinenten wochenende noch mal so richtig abzustürzen. die krankenschwester ist schwer frustriert wegen ihrem bescheuerten sohn, ihrem bescheuerten freund und ihrer bescheuerten arbeit. nach zwei wodka energy und zwei caipis entspannt sie sich allerdings zusehends und kriecht dann in meine arme.
"ich bin so erschöpft. ich bin einfach müde, ich möchte mich hinlegen und nie wieder aufstehen."
"klingt ja fast wie bei mir und meiner depression."
"mir sagt nie einer, dass ich gut bin, verstehst du? mein sohn hält mich für eine miese mutter, mein chef nörgelt an jeder kleinigkeit und mein freund macht mich die ganze zeit runter, um sein kleines ego aufzubessern. genau so wie früher mein vater. bei meinem vater hab ich auch immer umsonst um liebe gekämpft."
ich halte die krankenschwester im arm und streichle sie ein wenig.
"ich hab einen heidenrespekt vor dir und dem, was du tust. ich hab dir ja schon mal gesagt, ich hätte dauernd angst, dass ich jemanden aus versehen umbringe."
die krankenschwester lächelt dankbar und meint dann:
"das war eine verdammt gute idee, dich heute zu treffen. ich hab manchmal das gefühl, es versteht einfach keiner, dass es mir manchmal echt schlecht geht."

kurz nach zwei werden wir aus der bar gekehrt. die krankenschwester torkelt zur s-bahn, ich setze mich schwankend auf mein fahrrad. spontan schreibe ich der lederjacke eine sms: "bin voll und in der schanze."
drei sekunden später klingelt mein handy und die lederjacke ist dran:
"willst du vielleicht vorbeikommen und bei mir schlafen?"
ich fackle nicht lange und sage zu.
"du musst aber noch was zu trinken mitbringen", sagt die lederjacke. "das ist die eintrittskarte."
"okay!"

gesagt, getan. in eimsbüttel finde ich eine shell-tankstelle. als ich ankomme, kippt mir zweimal mein fahrrad um und der tankwart grinst. dann lalle ich meine bestellung durch die scheibe. beim bezahlen fällt mir zweimal der geldbeutel runter, das geld rollt davon. ein autofahrer, der gerade tankt, hilft mir beim aufsammeln und fragt dann, unter meinen minirock linsend, ob ich nicht mitkommen möchte. ich starre ihn böse an und stapfe empört mit meiner tüte voller bier und whiskey davon.

ich radle mit klirrender tüte richtung lederjacke und freue mich an jeder kreuzung wie ein kind, dass ich noch nicht auf die fresse gefallen bin. ich schaffe es tatsächlich heil bis zur lederjacke, die mir schon im treppenhaus grinsend entgegenkommt, um mir die tüte abzunehmen und mich beim gehen zu stützen.

dann sitzen wir bei bier und schnaps auf dem boden herum und hören musik und lachen sehr viel. gegen halb fünf uhr morgens klingelt es an der tür. die lederjacke kriecht auf allen vieren durch den flur und öffnet. draußen steht eine unheimlich dicke alte frau und mosert über die lautstärke. die lederjacke beteuert, sie würde gleich den bass rausdrehen. dann kommt sie wieder ins zimmer zurückgekrabbelt und schaut mich lächelnd an.
"so eine blöde hässliche alte fotze. die beschwert sich auch immer, wenn ich nach 22 uhr die waschmaschine laufen lasse."

ich sehe der lederjacke in die schönen kalten blauen augen. dann strecke ich die hand aus und berühre die sehnen am hals, die sich zu den muskulösen, sommersprossigen schultern hinunterziehen. die lederjacke hält ganz still und sagt nichts mehr.
während unsere blicke einander jagen und fangen, packt mich die lederjacke und zieht mich sanft an den haaren an ihre lippen. wir küssen und küssen uns, dann hebt mich die lederjacke hoch und trägt mich zum bett.

wir wälzen uns nackt durch die laken. ich bin elektrisiert, aber unentspannt. die lederjacke merkt das, nimmt mich ein weilchen in die arme, bis ich weniger zittere.
"alles gut?"
ich nicke.
doch als die lederjacke in mich eindringt, verliere ich mich endgültig rettungslos im labyrinth meiner düsteren tiefen. die alkoholisierte seligkeit ist mit einem schlag weg. ich falle und falle, bis ich merke, dass mir eine träne über das gesicht rinnt. reiß dich mal zusammen, befehle ich mir noch, doch die lederjacke hält schon irritiert inne.
"was ist denn mit dir?"
anstatt einer antwort schluchze ich los. die lederjacke ist sehr erschrocken.
"hab ich dir weh getan?"
ich schüttle den kopf und heule weiter. die lederjacke nimmt mich vorsichtig in den arm, aber ich spüre das große fragezeichen.
"es hat nichts mit dir zu tun", sage ich, als ich wieder sprechen kann.
"ach schade", sagt die lederjacke, "ich wollte mich schon freuen, dass mal eine frau nach meiner performance vor dankbarkeit weint."
ich muss kichern, werde aber gleich wieder ernst.
"entschuldige, das ist mir wirklich verdammt unangenehm."
die lederjacke sieht mich vorsichtig an:
"willst du drüber reden?"
ich schüttle den kopf.

die lederjacke streichelt mein gesicht und meine haare, bis ich ruhiger werde.
"was denkst du?" fragt sie mich.
ich gehe in mich und erhasche den ersten gedanken in meiner bewussteinsebene.
"ich mag dich sehr gerne."
die lederjacke grinst stolz und geschmeichelt und küsst mich zärtlich.
"es tut mir leid, dass ich so bin", entschuldige ich mich abermals. "das liegt an den depressionen."
"schon gut."
ich bin unendlich erleichtert, dass die lederjacke trotz ihres jungen alters so einfühlsam und geduldig mit mir ist. ich krieche näher an sie heran und schnuppere den zarten duft ihres parfums. die lederjacke lässt mich nicht los, sondern dreht sich mit mir auf die seite, umschlingt mich mit armen und beinen und nimmt meine hände in die ihren.
"schlaf jetzt, wenn du kannst."

ich döse weg und erwache dann wieder so, wie ich eingeschlafen bin: auf der seite, vollkommen umschlungen. die sonne scheint durch die jalousie, und ich merke, meine schulter tut weh. als ich mich umdrehe, wecke ich die lederjacke. sie blinzelt mich schlaftrunken an und zieht mich an sich. ich liege auf ihrer brust und höre dem herzen zu, das fest und regelmäßig schlägt. die lederjacke duftet immer noch gut, obwohl wir zu zweit vier bier und eine flasche whiskey sowie mehrere schachteln zigaretten gekillt haben. meine leber müsste theoretisch kapitulieren, aber ich habe wieder mal keinen kater.

die lederjacke streichelt meinen rücken und meinen po. obwohl ich noch verängstigt bin von letzter nacht, entspanne ich mich nach einer weile. die lederjacke ist ganz sanft. sie küsst meinen hals, meine schultern und meine brüste. ich kann es genießen und spüre vertrauen wachsen wie eine kleine, zarte pflanze.
"katze", sagt die lederjacke, genau wie das objekt.
"mau", sage ich.
die lederjacke beobachtet mich einige zeit, bevor sie vorsichtig fragt:
"willst du mit mir schlafen?"
ich überlege nicht lange und nicke.

diesmal klappt es besser. ich kann erwidern, was mir die lederjacke gibt. wir küssen uns die ganze zeit über und ich fühle mich sehr teenagerhaft, will am liebsten verschmelzen und mich auflösen. als die lederjacke kommt, sehen wir uns in die augen und ich spüre, wie mir das herz in die nicht mehr vorhandene hose rutscht.

verknallt.
doch, irgendwie schon.
so ein bisschen wenigstens.

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Sonntag, 30. September 2012
objektives ende
wenn sie in letzter zeit wenig vom objekt gelesen haben, so liegt dies daran, dass ich mich mal wieder verabschiedet habe. im unterschied zum letzten winter benötigte ich dafür aber nicht die lügengeschichten der k.-ex (der ich ebenfalls die freundschaft aufgekündigt habe), sondern kam mal ausnahmsweise ganz von alleine auf den trichter.

nachdem sich das objekt in meiner akuten depressiven phase so rührend um mich gekümmert hatte, wurde der kontakt mit zunehmender stabilisierung weniger und blieb so gegen mitte august dann ganz aus. irgendwann machte ich mir sogar sorgen, da das objekt ja auch zu ausgesprochen düsteren phasen und substanzmissbrauch neigt und man nie ganz sicher sein konnte, dass es nicht mal tot in der wohnung lag. nachdem es sich auf zahlreiche sms nicht meldete, drohte ich mit spontanem aufkreuzen. soweit musste es aber nicht kommen, weil ich das objekt dann doch mal wieder im club traf.

im gegensatz zur letzten begegnung wurde ich nicht geherzt und betüddelt, sondern eiskalt ignoriert. ich war zunächst verunsichert, machte aber dann ein paar energische schritte auf das objekt zu und kriegte es an der bar zu fassen.
"na, schaffst du es, mich in den arm zu nehmen?" fragte ich.
daraufhin bekam ich eine umarmung, die im ersten moment ein schmerzhaftes klammern, dann ein wegschieben war.
"wie geht es dir?" wollte ich wissen.
"darüber will ich jetzt lieber nicht sprechen", erwiderte das objekt.
"bitte keine politik, ja?!"
ich starrte das objekt verletzt an. also wenn, dann wäre ja eigentlich die frage gewesen, wie es MIR geht, fand ich. schließlich hatte sich das objekt fast zwei monate lang zu meinem persönlichen betreuer aufgeschwungen.
wir schwiegen uns unangenehm an, dann meinte das objekt kurz angebunden:
"ich geh tanzen."

es ging allerdings nicht auf die tanzfläche, sondern verschwand in der masse. kurze zeit später stand es schäkernd mit k. zusammen.
"hast du schon mit dem objekt geredet?" fragte mich mr. shyguy, der neben mir stand.
"ja, mehr oder minder."
"hat der wieder probleme?"
ich sah mr. shyguy an:
"der hat ein problem. und zwar, dass er ein riesengroßes arschloch ist."
mr. shyguy grinste:
"du wählst aber harte worte!"
"wenn sie nun mal zutreffen."

den rest des abends rettete mich die lederjacke, die irgendwann schon mittelblau aufkreuzte und ihre lederjacke trug, die ihr so gut stand. wir landeten an der bar, wo die lederjacke weitertrank und auch mich zu ein oder anderen drink überredete, bevor wir dann gegen sechs weiterzogen und nach einer odyssee durch altona in einer türkischen kneipe einlass fanden, wo wir weitere stunden in gesellschaft mehrerer exzellenter exotischer spirituosen und musik zubrachten. anschließend fuhren wir zu mir nach hause, wo das kater-drama dann seine fortsetzung fand.

dem objekt schrieb ich am tag darauf, während die lederjacke noch schlummerte, eine böse sms, in der ich ihm arroganz und unfreundlichkeit vorwarf und mit den worten schloss, dass es meines erachtens mal ordentlich eine geschallert braucht.
ich wusste, dass sich mit dieser sms unser kontakt voraussichtlich erübrigt haben würde und wartete gespannt auf darauf, welche gefühle sich in den nächsten tagen bei mir einstellen würden.

dank lederjacke, mademoiselle hasenfuß und jeder menge psychopharmaka fühlte ich mir allerdings überraschend ausgeglichen. auch, als ich dem objekt am nächsten wochenende erneut begegnete, war ich cool für zehn mann. ich wartete auf das übliche nicht niederzuringende bedürfnis, mit dem objekt zu sprechen und eine umarmung abzustauben. doch nichts regte sich in mir. vielmehr fiel mir gar nichts ein, was ich hätte sagen wollen. ich blieb stumm. das objekt sah mich einige male fragend an, aber ich guckte weg oder ging ihm aus dem weg.

am tag darauf verfasste ich eine weitere sms, in der ich erklärte, dass mir die kraft für einen endlos-monolog fehlt und dass sich unsere wege an dieser stelle trennen. ich empfand nichts dabei. die tränen ließen einige tage auf sich warten, kamen aber dann mit voller wucht zusammen mit denen wegen der job-misere.

die reihe der abschiede ist noch längst nicht zu ende. ich habe den eindruck, mich weiterhin zu zerteilen, mich zu atomisieren, mir täglich das herz aus dem leib fressen zu lassen, vom objekt und von vielen anderen menschen.

aber ich kann nicht mehr anders. sogar einsamkeit ist besser als all das. meinem therapeuten erzähle ich, dass mir zwar die kraft für selbstmord fehle, dass ich aber im prinzip nichts dagegen hätte, wenn mich ein auto überfahren würde. mein therapeut meint daraufhin arschcool, passive selbsttötungsgedanken seien bei einer depression ein ganz normales symptom.
schön. ich bin also normal für das ausmaß meines wahnsinns. das ist doch schon mal ein anfang.

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Samstag, 29. September 2012
ich sehe was, was du nicht siehst
in meinen träumen.




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Dienstag, 25. September 2012
die katze fällt nicht weit vom kratzbaum
in einer sache muss ich zustimmen: je teurer das katzenfutter, desto weniger stinkt es. also kaufe ich nicht mehr discounter-ware wie die vorbesitzer, sondern bin inzwischen im höherpreisigen supermarktsegment angekommen.

mademoiselle hasenfuß macht keine zicken und frisst alles mit begeisterung bis zum letzten krümel. am liebsten mag sie derzeit eiersoufflé mit lachs, was auch nur ganz wenig stinkt und von mir daher bevorzugt als frühstück gefüttert wird, da es mir danach noch möglich ist, einen kaffee zu mir zu nehmen, ohne vorher eine halbe stunde lüften zu müssen.

aber es geht natürlich immer noch teurer und besser. weil ich ja inzwischen fast soviel verdiene wie ein altenpfleger, studierte ich kürzlich das qualitätsfutterangebot im biosegment. ich persönlich scheiße bei meiner ernährung auf bio, da ich bio überwiegend für etikettenschwindel halte, auf den viele konsumenten reinfallen, weil die hersteller einfach ein paar wohlschmeckende zutaten weglassen, um allen lebensmitteln damit den gleichen muffig-faden geschmack zu verleihen, den der ottonormalkonsument mit bio assoziiert. aber da mir für die katz nichts zu teuer ist, bestellte ich probehalber einen sixpack biofutter mit truthahn. (thunfisch oder rind gibt es bei mir nicht mehr, das riecht in allen preisklassen ekelerregend.)

das paket kam heute abend an. mademoiselle stinkepups umkreiste es im erwartungsfreudigen delirium, zumal pakete auch immer so herrlich rascheln und zum reinhüpfen einladen. ich entnahm
ein töpfchen und öffnete es. der inhalt glitt mit einem feuchten "plopp" in den napf, was ich schon mal gut fand, da ich es hasse, den stinkenden fleischabfallmatsch mit der gabel herausstochern zu müssen. das zweite, was mir positiv auffiel, war, dass der inhalt fast geruchslos war. er verströmte lediglich den schalen biomuff, den auch bio-menschenessen so an sich hat. ergo war der teuer-fraß auch todsicher bio bzw. das, was man dafür verkaufte, und damit garantiert sein geld wert.

ich übergoss das ganze wie immer mit heißem wasser, weil katzen es ja körperwarm mögen und weil ich mir stets sorgen mache, dass wildcat nicht genug flüssigkeit zu sich nimmt. dann versuchte ich, das fressifressi und das wasser irgendwie zu vermengen. ich scheiterte. der truthahn entpuppte sich als echter gummigeier und flutschte unwillig im napf hin und her. schließlich nahm ich ein messer zuhilfe.

minuten später servierte ich den zerschredderten gummiadler meiner wildcat, die mir inzwischen schon ungeduldig auf den füßen herumtappte.
ein kurzes schnuppern, ein lecken. dann der erste bissen. ich sah wildcat fragend an. wildcat zögerte, schnupperte dann noch einmal und schleckte ein bisschen gummiadler-soße. dann guckte sie wieder zu mir hoch - und ja, wir waren uns definitiv einig: bio ist einfach scheiße. zum trost gab es dann billig-sheba mit extra schlimm stinkender forelle.

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Samstag, 22. September 2012
silence
arbeiten, arbeiten, arbeiten. künftig noch mehr. für weniger geld. der herbst, eigentlich auftragstechnisch eine hochphase, ist viel zur ruhig.

der lederjacke geht es ebenso mies. neben der promotion jobbt sie in der sozialhilfe. auch hier wird zusammengestrichen, was zusammengestrichen werden kann. nur noch unqualifiziertes hilfspersonal. "das kann so keiner mehr schaffen", sagt die lederjacke. nach drei mehr als zehnstündigen nachtschichten ist sie krank geworden, darf aber nicht zuhause bleiben. mit schwerer grippe schleppt sie sich dieses wochenende durch die spätschichten. stationärer dienst, besonders anstrengend. mit menschen, die nicht einmal alleine aufs klo finden.

wie ungerecht in diesem land entlohnt wird. man möchte schreien und toben, aber man fällt nur übermüdet ins bett. ins bett, wo mademoiselle hasenfuß wartet und sich an einen schmiegt. das einzige highlight in einer harten zeit.

montags die sitzungen mit meinem therapeuten, dem ich sage, dass mich mein selbstmitleid ankotzt.
"wenn sie aber doch grund dazu haben", meint er, "dann ist es doch legitim. und wen haben sie denn schon sonst, der mitleid mit ihnen hätte? ihr chef etwa? der fährt seine dicke karre auch, wenn sie von wasser und knäckebrot leben."
eine klare ansage, die meine immer wieder aufpoppende illusion, dass es menschlichkeit auch im job geben müsse, wie ein seifenblase platzen lässt.

wir verhandeln auch über die dosierung meiner medikamente. seit es kitty gibt, geht es mir theoretisch besser, auch wenn auf arbeit desaster herrscht.
"sie haben was zum liebhaben gefunden", sagt der therapeut. "ich bin stolz auf sie. vielleicht finden sie ja auch irgendwann einmal einen menschen, der diese rolle bei ihnen einnehmen kann."

da ist niemand. noch immer nicht. auch die lederjacke ist es nicht. obwohl ich diesen menschen sehr gerne habe.

aber vielleicht wird da doch mal noch wer sein. auch wenn ich darauf noch warten muss. bis dahin hat meine liebe vier beine.

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Sonntag, 16. September 2012
kater und kätzchen
in meinem schlafzimmer liegt die lederjacke mit einem fetzen-kater, liebevoll bewacht von miss kittin.

ich bin natürlich schon wach, weil ich naturgemäß nie großartige nachwirkungen habe, egal, wie wild meine mischungen ausfallen. ich nehme kalium und magnesium und einen protein-shake zu mir, um meinen körper zu regenerieren, während die lederjacke noch vollkommen weggetreten ist, was sich bis abends um 18 uhr auch nicht großartig ändern soll. ab und an dreht sich die lederjacke und stöhnt, und miss kittin mauzt.

irgendwann bereite ich katzenfutter zu und bringe der lederjacke auch einen mineralstoff-drink.
"oh gott, mir gehts echt scheiße", seufzt mein bettgenosse.
"brauchst du noch was?"
"hmmm... ein aspirin, eine dusche und dann mal was zu essen.... sag mal, wie spät ist das überhaupt?"
"sechse."
"du verarschst mich."
"nein, guck halt selber nach."
die lederjacke wühlt konsterniert im klamottenhaufen neben dem bett nach seiner uhr.
"tatsache. das ist mir jetzt aber peinlich. wie lange bist du schon wach?"
"drei stunden etwa."
"sorry."
"ach quatsch. so hatte ich wenigstens schön zeit für mich."
die lederjacke lächelt:
"du bist sooo... unkompliziert."
"ich bin ein eigenbrötler. mit ist das einfach nur egal, wenn du stundenlang pennst."
die lederjacke guckt mich scharf an:
"du warst bestimmt auch als kind viel alleine, hm?"
"ich war ein soziopathisches einzelkind."
"also bist du heute ganz normal."
ich lächle:
"ist das jetzt ein kompliment?"
"klar doch."

die lederjacke springt unter die dusche und verbringt dort eine ganze weile. dann kommt sie heraus und sieht sehr jungenhaft und süß aus. obwohl mich die lederjacke chemisch betrachtet nur bedingt kickt, eine augenweide ist sie allemal.
"hast du auch son hunger wie ich?" fragt sie.
ich nicke.
"lass uns was vom asiamann holen."
"hmmmm", überlegt die lederjacke, "ich hab da ne idee."
sie ruft ein taxi und wir fahren richtung eimsbusch, wo die lederjacke wohnt.
"ich muss einmal kurz frische klamotten anziehen", sagt sie, "dann hole ich geld und dann... gehen wir richtig essen. zu meinem liebings-thai."

beim lederjacken-thai gibt es suppe und hühnchen, fischfrikadellen und gebackene garnelen. wir essen bis zum platzen, dann sitzen wir herum und ich merke, wie mein kreislauf rumspackt.
"mir ist schlecht", sage ich zur lederjacke.
"mir auch", erwidert die lederjacke.
"hoffentlich war das essen okay."
"glaub schon. das mit dem kreislauf liegt nur daran, dass wir jetzt nen vollen magen haben."

wir machen uns auf den heimweg. vom thai bis zur lederjacke sind es vermutlich nicht mal 500 meter.
"ich hab das gefühl, dass ich gleich zusammenbreche", jammert die lederjacke. "dabei wollte ich noch mit dir in der videothek vorbeischauen."
"das machen wir auch."
"oh gott."
ich kichere.
"wir können ja ein taxi da vorn nehmen und fragen, ob er uns mal 100 meter die straße runter mitnimmt."
die lederjacke schubst mich und grinst.

in der videothek streiten wir dann wieder über die filme.
"du immer mit deinen ultra-horrorstories!" sagt die lederjacke zu mir.
"du mit deinem schwarzenegger-fetisch", maule ich.
am ende einigen wir uns auf einen horror- und schwarzenegger-freien movie.
"das ist doch hübsch leichte kost, da kannst du dein asia-essen in ruhe bei verdauen", ziehe ich die lederjacke auf.
die lederjacke zeigt mir den stinkefinger.

zuhause bei der lederjacke kuscheln wir uns ins bett. der mitbewohner kommt kurz rein und grinst, als er uns elendsgestalten sieht.
"na, gut gefeiert?"
die lederjacke nickt und fragt dann:
"sag mal, hast du aspirin?"
der mitbewohner bringt uns ein paar kopfschmerztabletten, die wir dankbar annehmen. dann schmeißt die lederjacke den film rein. ich bekomme kaum die ersten zehn minuten mit, dann schlafe ich im arm der lederjacke ein.

als ich wieder hochschrecke, ist es fast mitternacht. die lederjacke sitzt neben mir und schreibt sms.
"hmhmhmhm..." murmle ich.
die lederjacke guckt besorgt bis belustigt und fragt mich:
"willst du nicht vielleicht hierbleiben heute nacht?"
"hmhmhm... eigentlich müsste ich noch nach a., mein fahrrad vom club abholen... und nachhause, die katze füttern!"
"dein fahrrad wird bestimmt nicht geklaut, und die katze hält das auch mal bis morgen früh aus. in dem zustand lasse ich dich sowieso nicht radfahren."
ich überlege kurz, dann mache ich als antwort einfach wieder die augen zu. die lederjacke zieht mir die bettdecke bis unters kinn und kuschelt sich neben mich.

so schlafen wir, bis am nächsten morgen mein wecker klingelt, weil ich in therapie und die lederjacke ihr promotions-vorhaben vorantreiben muss.
als ich schon angezogen bin und meine tasche nehmen will, beugt sich die lederjacke hinunter und wühlt in seiner klamottenkiste:
"warte mal..."
dann zieht sie einen schal hervor - denselben, den sie auch immer zur lederjacke trägt, und der mir so gut gefällt, weil man ihn knöpfen kann.
"den magst du doch so."
ich bin ganz gerührt, dass sich die lederjacke so viel merkt, was mir gefällt und was nicht und umarme sie ganz fest.
"danke. das ist furchtbar lieb."
dann schubst mich die lederjacke aus der wohnung.
"wir können uns ja demnächst mal zum spazierengehen treffen, wenn du willst", sagt sie zum abschied.
"wir könnten auch mal zusammen wegfahren", fällt mir spontan ein.
"auja", sagt die lederjacke. "aber wir können doch beide nicht auto fahren."
"es gibt züge."
"ach nee."
"ach doch."
"dann lass uns das mal ins auge fassen."
ich bekomme noch eine große, schöne, feste umarmung, dann renne ich zum bus, während die lederjacke die andere richtung einschlägt, um leergut wegzubringen.

als ich schließlich im bus sitze, freue ich mich ganz schrecklich über die lederjacke. es tut gut, solche menschen zu kennen.

und solche katzen.

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Donnerstag, 13. September 2012
wildcat goes wintersleep
mein bett ist die aktuelle kitty-place. neuerdings oben. nicht mehr drunter. wir werten das als fortschritt.



wenn wildcat schläft, sind die augen immer ein wenig geöffnet und die öhrchis auf luscherstellung. ich dachte zunächst an fehlende entspanntheit. mitnichten. in dieser position pennt wildcat wie ein stein und verpasst manchmal sogar den feind nummer eins, den staubsauger.

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Montag, 10. September 2012
lederjacke reloaded
ein abend bei der lederjacke.

als ich ankomme, kriecht die lederjacke ohne lederjacke nur in hemdchen und höschen bekleidet durch sein wg-zimmerlein und schrubbt den boden mit sagrotan. ich stehe noch unbemerkt unter der tür und beobachte das treiben eine weile, bevor ich dann sage:
"nana, aber ich stehe doch nicht auf devote männer."
die lederjacke taucht ertappt und mit hochrotem kopf unter seinem schreibtisch hervor.
"ich hab was verschüttet. das zieht sonst in den holzboden ein!"
ich lächle:
"gottseidank sind wir nicht verheiratet!"
die lederjacke grinst:
"kannste nicht mit männern mit putzfimmel? ich kann auch ganz dirty, du."
"ich erinnere mich dunkel."

die lederjacke ist inzwischen auf den füßen und schwenkt mich zur begrüßung in objekt-manier herum. große muskelpakete haben einfach was.
"ich muss was essen", sagt die lederjacke und ordert pizza. dann sitzen wir rum und diskutieren filme. ich mache mich für einen abgefahrenen horror-movie stark und die lederjacke lässt sich breitschlagen.

danach sitzen wir schulter an schulter im bett und starren auf den monitor, wo viel totes fleisch, blut und sperma zueinander finden. die lederjacke hält sich alle zwei minuten die augen zu, um mich dann wieder vorwurfsvoll zu fixieren:
"das ist einfach abartig! kein wunder, dass du in der psychiatrie gelandet bist."
ich kaue pizza und zucke die achseln.
"dass du dabei auch noch ESSEN kannst!"
"wir können ja aus machen, wenn dir das too much ist", sage ich versöhnlich-provokant.
das will die lederjacke natürlich auf keinen fall.
"ist bloß, weil wir gerade essen, weißt du."
"jaja. und später, wenn ich weg bin, klammerst du dich in die kissen und starrst panisch auf die potenziellen zombies, die um dein bett schleichen."
die lederjacke knufft mich.
"frollein, jetzt werden sie aber frech."
ich kichere.
"du kannst ja dableiben", schlägt die lederjacke vor.
"vergiss es, ich habe keine medis dabei. bei sonnenaufgang verwandele ich mich in einen schluck wasser und versickere in deinem holzboden."
die lederjacke starrt mich an. ein bisschen zu lang. ich gucke schnell wieder auf den bildschirm.

"geht es dir gut?" fragt die lederjacke später vorsichtig.
"mir geht es immer gut, wenn andere menschen höllenqualen leiden."
"ich habe noch nie ein mädchen getroffen, dass mir solche filme zeigt."
"tja."
ich schlüpfe in meine stiefel.
"schick", findet die lederjacke.
"mit den blöden pfennigabsätzen bleibt man nur dauernd wo hängen", erwidere ich.
"dann bleib mir jetzt auf dem weg bloß nirgendwo hängen."
"nein nein. in nichts und in niemandem."
"finde ich gut", lächelt die lederjacke.

die lederjacke umarmt mich. sie ist ganz warm und riecht gut.
"wollen wir mal wieder zusammen ausgehen?" fragt sie dann schüchtern.
"klar, gerne."
"samstag?"
"wollen mal sehen."
"sag mir bescheid."
"mach ich."
"tschüß."
"bis bald."

als ich schon an der klinik vorbeiradle, plingt mein handy und ich lese die sms, die mir die lederjacke noch nachschickt: "ich habe mich sehr gefreut, dass du heute da warst."
alles, was frau wissen will.

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