Sonntag, 7. Juli 2013
immer weiter tanzen
ich ziehe mit der krankenschwester durch die schanze, alkohol in der hand, und um uns zu viele menschen und zu viel fremde kotze. auch der krankenschwester ist unwohl, hat sie sich denn nun endlich definitiv von ihrem psycho-freund getrennt und ist über ihre eigene entscheidung geteilter meinung. dabei hat sie sogar meinen rat ernst genommen und sich mit t. getroffen.
"und, wie wars?" frage ich neugierig.
"ach, ich weiß nicht... da war nicht viel. dem muss man ja alles aus der nase ziehen. das ist so ein ganz, ganz stiller."
"das geht mir bei dem auch so. und ich weiß dann immer nicht recht, mag der mich oder fühlt der sich durch meine anwesenheit gestört?"
"ja, genau!" findet die krankenschwester und leert ihren caipi quasi auf ex.
"ich bin ja froh, dass ich keinen mann mehr habe", finde ich. "und, hey, ich habe sex mit mir mit orgasmusgarantie!"
"ja, manchmal ist das echt besser als ein schwanz", stimmt die krankenschwester zu.

ein besoffener gesellt sich zu uns und labert uns voll:
"ooooch... du bist so schön! und du auch!"
ich gucke zur krankenschwester, die krankenschwester guckt zu mir.
"du bist total besoffen", sage ich zu dem typ, der kaum mehr die augen offen halten kann.
"ja, abba... ich bin schön!" behauptet der typ nun.
wir brechen vor lachen zusammen.
"wasn nu?" will der typ wissen. "ich bin wirklich schön!"
"ansichtssache", sagt die krankenschwester arschcool, und ich muss kichern.
der typ lässt nicht locker.
"oooohhh. dasis ja ne einladung", sagt er und zupft mich am dekolleté.
"aber du hast keine bekommen", haue ich ihm auf die finger.
"ich hab ja auchn kind", erinnert der typ sich dann.
"dann huschhusch nachhause", sagt die krankenschwester.
endlich trollt sich der suffkopp.

wir beschließen, doch gleich direkt in den club weiterzuziehen anstatt noch kneipen aufzusuchen.
"ich bin eigentlich noch viel zu nüchtern für den club", jammert die krankenschwester.
"hoffentlich ist das objekt nicht da" sage ich.
"der? oh, der hat mich vor ein paar wochen mal total vollgesülzt", sagt die krankenschwester. "blabla, ich sei ja so eine unabhängige frau und stünde sicher auch auf arschficken und so ne geschichten."
"und?"
"ich hab gesagt, ich finde das widerlich. war er total aufgebracht und meinte, warum, und das sei doch voll geil."
ich kichere.
"der war da aber auch schon wieder jenseits von gut und böse."
"kenn ich."
"ja, aber weißt du, bei dem ist man irgendwie nur sexobjekt... der hat sich nur mit meinen titten unterhalten! der hat mir kein einziges mal in die augen geschaut!"
"kenn ich", wiederhole ich, dann müssen wir beide lachen.

im club habe ich allerdings glücklicherweise objektfrei und eine leere tanzfläche. die musik ist erst grottenschlecht. zum glück ist mein lieblingsbarkeeper da, der mir einige kostenfreie hausmarke-schnäpse andreht. irgendwann, als mir schon ganz schummrig ist, wird die musik auf einmal brutal hart und tanzbar. ich schrubbe eine stunde durch und lande dann schweißgebadet auf der couch. plötzlich ist t. da und setzt sich neben mich.
"die krankenschwester ist auch hier", informiere ich t.
kaum habe ich den satz ausgesprochen, kommt die krankenschwester heran und ist ganz flirty. frech setzt sie sich auf t.s schoß, aber bei t. regt sich keine miene oder irgendwas anderes. dann steht t. unvermittelt auf und verlässt den raum.
"siehst du", sagt die krankenschwester.
"hm", erwidere ich.
"charmant geht anders. aber vielleicht hat er die trennung von m. letztes jahr immer noch nicht verwunden."

"was bleibt uns denn dann übrig? wenn alle typen so scheiße sind!" sinniert die krankenschwester.
"tanzen", sage ich. "nur tanzen."
"gute idee. aber vorher müssen wir unbedingt noch was trinken."
die krankenschwester schleppt mich zum barkeeper, der amüsiert in sich hineingrinst und uns wortlos zwei hausmarke vor die nase setzt.
"du bist echt okay", säusle ich.
"ich bin ja auch schwul", sagt der barkeeper.
"du bist unser mann!" findet die krankenschwester. "der letzte mann unter all den arschlöchern."
der barkeeper grinst geschmeichelt und schenkt uns dann noch eine tüte nüsse.
"da, esst mal was, sonst findet ihr heute nicht mehr nach hause."

wir tanzen bis halb sechs uhr morgens, mit dem sicheren gefühl, keiner kann uns, schon gar kein typ, dann stacksen wir in der warmen morgensonne zum bahnhof. wir kaufen uns noch brötchen und kaffee, dann fährt eine jede von uns ihre wege, gut gelaunt bis gleichmütig.

zuhause wartet die püppilotta auf mich, die auch ganz hervorragend ohne kater, wenn auch nicht ohne thunfisch auskommt. wir kuscheln noch ein bisschen, dann falle ich ins bett, nicht ohne den wecker auf 12 zu stellen, denn sonntag ist kleines bloggertreffen auf dem kiez mit anschließendem elbspaziergang, danach sonntags-prätatort-telefonat mit lady marmalade, die neue objektrachestrategien mit mir ausheckt.

was wär mein leben ohne euch blogger. da sind ja echt ein paar goldstücke darunter. danke dafür.

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Montag, 1. Juli 2013
breakfast ente shenzuan
just als ich vollkornspaghetti aufgesetzt habe und mich ein komisches gefühl befällt, weil vollkornspaghetti ein typisches objektessen sind, klingelt das telefon und die lederjacke ist dran.
"magst du mit n eis essen kommen?"
"nee. ich koche gerade."
"oh! was gibt´s denn?"
"vollkornspaghetti."
"und weiter?"
"meersalz und butter."
"wahnsinnig nahrhaft. komm doch rum, dann gehen wir essen."

um 17 uhr treffen wir uns an einer großen kreuzung in eppendorf.
"und? magst du ein eis haben?" fragt mich die lederjacke.
"ey, ich muss erstmal was frühstücken."
"ich meinte ja davor."
"willst du, dass ich noch fetter werde?"
die lederjacke rollt die augen.
"hör auf die augen zu rollen! du bist derjenige, der sich nicht ins schwimmbad traut, wenn er nicht mindestens viermal die woche trainieren rennt!"
"scheiße, du kennst mich zu gut."

"guck mal, da ist der neue asiate!" stupst mich die lederjacke kurz darauf an.
"dann lass uns da rein gehen."
die lederjacke grinst und hält mir die tür auf:
"hereinspaziert."

am tresen guckt uns eine asiatin verschlafen entgegen. die lederjacke macht ein großes bohei, nimmt mir die jacke ab und rückt mir den stuhl zurecht. dann sitzen wir da und grinsen uns an.
"sie schon wieder", sage ich.
"jaja, er nu wieder", entgegnet die lederjacke.
die speisekarte kommt angeflattert.
wir bestellen alle vorspeisen und dazu ente shenzuan. die bedienung guckt verwirrt, vor allem, als die lederjacke sie auffordert, alles gleichzeitig zu bringen.

dann sitzen wir da und mümmeln. das licht ist schummrig und wir schauen uns in die gesichter. da stutze ich:
"sag mal, hat dir mal wer die nase gebrochen?"
die lederjacke verschluckt sich an ihrer erdnuss-soße und erwidert perplex:
"nee, wie kommste denn da drauf?"
"das da sieht aus wie ein längsbruch. so leicht schräg."
ich deute die linie am nasenbein an.
der lederjacke scheint ein licht aufzugehen:
"ach, das meinst du." und sie fährt mit dem finger die einkerbung auf ihrer nase entlang.
"ja, genau!"
"das war ne messerattacke."
die lederjacke sagt das so ruhig, als würde sie die auslage in einem schaufenster kommentieren, während mir fast das essen aus dem mund fällt.
"jetzt guck nicht so, das hab ich dir doch bestimmt schon erzählt", sagt die lederjacke so lapidar, als diskutierten wir über unsere lieblingsfarben.
"nee! das hör ich zum ersten mal."

die lederjacke nimmt die haare, die ihr in die stirn fallen, zur seite.
"fällt dir was auf?"
ich gucke genauer und stelle fest, dass die feine einkerbung auf der nase weiter über die gesamte stirn bis zum haaransatz verläuft.
"alter!" rufe ich entsetzt.
"jetzt krieg dich mal wieder ein."
"jetzt erzähl doch mal, wie ist das denn passiert?"

die lederjacke berichtet von ihrem bruder, der zwei mädels abgeschleppt hatte, die sich wohl in festen händen befanden. die festen hände gehörten zwei schwarzafrikanern, die zusammen mit drei weiteren kumpels unterwegs waren.
"die wollen sich dann die mädels mit gewalt zurückholen."
die lederjacke und ihr bruder nahmen sich je zwei von den typen vor und schlugen sie nieder. dann packte allerdings der fünfte ein messer aus.
"ich hab das gar nicht richtig gemerkt... ich hab einfach nur nichts mehr gesehen. das kam vom blut, das mir in die augen lief. erst in der notaufnahme hab ich mir dann mal an den kopf gefasst und bin total erschrocken, weil ich den knochen berühren konnte."

der wahre horror kam allerdings erst im nachgang. der messerstecher war polizeibekannt und vor allem: hiv-positiv. die lederjacke musste einen aidstest machen, der aber glücklicherweise negativ war.
"ich hatte echt wahnsinniges glück. ich hatte nämlich einen ganz dicken pulli an diesem abend an... und zuhause habe ich dann gesehen, dass der lauter löcher hatte... da hatte der typ versucht, mich abzustechen, ist aber nicht richtig durchgekommen."

"man sieht aber kaum noch was von der verletzung", finde ich.
"das hat aber mal schlimm ausgesehen. das hat wochen gedauert, bis ich wieder unter leute konnte."
ich gucke und gucke und die lederjacke lacht.
"du müsstest dich mal sehen!"
ich schüttle den kopf:
"ich kenne einige männer, die sich manchmal prügeln... aber ne messerstecherei hatte noch keiner von denen!"

dann fällt mir das objekt ein, das auch schon mal mit einem messer angegriffen worden war, die attacke jedoch noch hatte abwenden wenden, indem es den täter kurzerhand bewusstlos schlug. schnell schiebe ich den gedanken beiseite, schlechter gedanke, wenn man hier mit einem entzückenden mann wie der lederjacke zusammensitzt, und überhaupt, die vollkornspaghetti würde ich nachher auch gleich entsorgen.

"jedenfalls bin ich total froh, dass die narbe heute kaum mehr auffällt... nur die einkerbung, die du gesehen hast, das ist eben der knorpel, der wächst nicht mehr zusammen."
ich starre die lederjacke noch immer an, kaue auf einem stück ente herum und fühle mutterinstinkte in mir aufsteigen, bis die lederjacke energisch sagt:
"so, themawechsel. möchtest du noch was haben? krabben oder wantans?"
ich schüttle den kopf.
"nee. ich will nur eins.
"was denn?"
"dass du verdammt noch mal auf dich aufpasst. ich brauch dich nämlich noch ein bisschen als freund."
die lederjacke lacht, aber ich merke, dass sie ein bisschen gerührt ist, eine gefühlsregung, die bei der lederjacke nüchtern absolut selten ist und die einiger lederjackenkenntnis bedarf, um sie überhaupt festzustellen.

dann zahlt die lederjacke, gentleman, der sie eben ist, und schleift mich zur nächsten eisdiele, wo sie nach pekingsalat, suppe süßsauer, wantans, frittierten krabben, ente und nudeln noch einen eisbecher verdrückt und mir dabei vorrechnet, wie viele situps und liegestütze das nun wieder werden. ich sitze dabei, rauche eine zigarette, schaue in den blauorangefarbenen abendhimmel und die regenwolken, die drüben über den hochhäusern, wo das objekt wohnt, schon wieder heraufziehen, und fühle mich sehr satt und wohl.

kurz darauf trennen wir uns nach einer knappen umarmung, in der ich die verunsicherung der lederjacke spüre, wie immer, wenn es etwas emotional wird. ich hab dich gern, sage ich leise in den fahrtwind, der mir die ersten nieseltropfen ins gesicht peitscht, und hoffe, dass ich die lederjacke noch lange, lange kennen darf.

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Samstag, 29. Juni 2013
einatmen, ausatmen. atem anhalten.
freitag. arbeiten, putzen, auf einen geburtstag eilen. um mitternacht bin ich allerdings schon wieder zuhause, unschlüssig, verloren, mit einem expansiven, gefährlichen warsdasjetzt-gefühl in der brust.

dann der anruf der lederjacke.
"na, schon besoffen", frage ich.
"boah, samma, wie redsndu mit mir?"
"du lallst."
"jaaa... sorry. hab einen im tee."
"is ja freitag, also normalzustand."
"ja verdammt. ich warte doch die ganze woche nur drauf, mir einnnn... zu brenn."
"wo bist du denn?"
"suhause."
"ah."
"du?"
"ja?"
"komm doch vorbei."
"komm du doch."
"nee, kann nich mehr... raddfaahn."
"okay. aber dann iss mal was und trink langsamer. sonst findest du den türöffner nicht mehr und ich muss bei deiner nachbarin klingeln."
"okee."

ich renne unter die dusche, ziehe mich hastig an und radle zur lederjacke. als sie den summer drückt, sage ich energisch:
"kriminalpolizei. wir hätten da ein paar fragen an sie."
oben steht die lederjacke im flur, eine halb leere flasche rum in der hand, aber schon wieder relativ nüchtern wirkend.
"ey, hör bloß auf. das vergnügen mit den bullen hatte ich erst letzte woche."
"warum das denn schon wieder?"
die lederjacke erzählt aufgedreht sein abenteuer vom letzten wochenende:
"ich war bei meinen eltern, und abends war ich mit meinen brüdern in ner dorfdisse. da wars irgendwie total eng und voll, und da bin ich wohl dem dj ein bisschen nahe gekommen."
"wie, nahe gekommen?"
"irgendwie hab ich den wohl geschubst."
"ja und?"
"dann wollte der arsch mich rausschmeißen. das fand ich total überzogen und dann ist das ganze halt ein bisschen eskaliert."
"wie, eskaliert?"
"ach, ich weiß auch nicht. jedenfalls haben die dann die bullen gerufen und die haben mich mitgenommen."
"wohin?"
"erst dachte ich, kacke, ausnüchterungszelle und anzeige und der ganze stress. aber dann wollten die einfach nur meinen ausweis. den hatte ich aber nicht, den hat ja wahrscheinlich noch der taxifahrer."
"ach ja, ich erinnere mich. dem du noch 50 tacken schuldest und der dir jetzt nach dem leben trachtet."
"genau. naja, und irgendwie war dann alles viel cooler als befürchtet. ich mein, is ja auch nix passiert. hab ja keinem wehgetan und auch nix kaputtgemacht. war ja nur ne meinungsverschiedenheit."
"ich dachte, du hast den typ geschubst."
"ach, ich weiß doch auch nicht. jedenfalls gabs keine toten... und die bullen waren dann auch echt chilled und meinten, es gäbe wohl keine anzeige."
"gottseidank."
"ja, pass auf, wird noch viel geiler! ich sag dann so, scheiße, ich hab kein geld mehr fürs taxi. sagt der oberbulle, kein problem, wir fahren dich nachhause."
"is nich wahr!"
"ich glaub, das war das erste mal in meinem leben, dass ich den bullen dankbar war. die haben mich echt zu meinen eltern nachhause gebracht."
"und die haben nix gemerkt?"
"doch, leider, meine mutter."
"auweiha."
"die kennt das schon von meinen brüdern... die meinte nur so, krass, ich guck ins treppenhaus und denke, du hast irgendwelche kumpels mit... und dann les ich da auf der jacke polizei!"
"und, hast du gebeichtet? dass du den dj geschubst hast?"
"nee, meine mutter findet bullen grundsätzlich scheiße und sagt immer, sowas hat bei uns zuhause nix verloren."
"hahaha!"
"ja, echt. da muss man sich keine sorgen machen bei der, und mit fünf söhnen ist die sowieso einiges gewohnt."
"hauptsache, du hast nicht schon wieder ne anzeige an der backe. wird ja langsam teuer bei dir."
"nee, dafür hab ich nen gerichtsprozess am hals."
ich reiße die augen auf.
"wiebitte?"
"das sozialamt meint, ich hätte es letztes jahr verarscht."
"warum das denn?"
"du erinnerst dich noch an meinen letzten job? wo ich so wenig verdient hab? da gabs mal eine gehaltsanpassung. vor der gehaltsanpassung hatte ich anspruch auf grundsicherung. und die sind jetzt der meinung, ich hätte denen die anhebung absichtlich drei monate zu spät mitgeteilt."
"stimmt das denn?"
"ach quatsch."
"und nun?"
"hab ich mir einen anwalt genommen."
"cool."
"ja, nix, kostet wieder 600 tacken und das sind nur die vorprozesskosten."
"krass. aber wenn du das nicht zu spät gemeldet hast, hast du doch nichts zu befürchten?"
die lederjacke lacht:
"hey, ich arbeite bei der stadt hamburg! die, die mich da angezeigt haben, sind quasi meine kollegen! ich weiß, wie da gearbeitet wird! wenn die dich drankriegen wollen, kriegen die dich auch dran. das ist ein ganz unfassbarer verein da."

nachdem wir den rest rum plattgemacht haben, diskutieren wir weiter über den staat, die stadt hamburg, staatsverschuldung und globalisierung und schwuppdiwupp ist es drei uhr nachts.
ich gähne laut.
"langweilst du dich?" fragt die lederjacke bestürzt.
"kein bisschen. ich mag diese tiefschürfenden diskussionen. und du kannst gut reden."
"wie meinst du das?"
"man hört dir gerne zu, weil das, was du so von dir gibst, durchdacht ist... und weil du wie ich diesen vollkommen unrealistischen wahrheitsanspruch hast."
die lederjacke kichert.
"findeste, dass ich unrealistisch bin?"
"nicht mit deinen thesen und forderungen, aber mit deiner art zu denken. die kannst du nämlich bei 99 prozent der menschheit nicht voraussetzen."
"deshalb rede ich ja so gerne mit dir", lächelt mich die lederjacke warmherzig an.

wir verharren im blick, starren ein bisschen zu lange, bis mich ein schauer packt und ich fröstelnd "hu!" sage.
"ist dir kalt?" beobachtet mich die lederjacke aufmerksam.
"ein bisschen."
"wollen wir ins bett gehen?"
ich nicke begeistert.
"dass ich das noch erleben darf."
"wie meinst du?"
"du bist doch sonst der mann, der nie vor mittags schlafen geht."
"findest du das schlimm?"
"naja, du kennst halt kein maß. so grundsätzlich."
"doch schlimm, oder?"
"nee. aber mit dem wachbleiben überforderst du sogar eine nachteule wie mich."
"dann lass uns jetzt schnell rübergehen!"

wir krabbeln angezogen unter die decke. dann liegen wir da und gucken uns an. ich kann den blick der lederjacke nicht deuten. dann fragt sie mich:
"was denkst du?"
ich muss lachen.
"das ist eine scheißfrage. ich enthalte mich."
die lederjacke schließt die augen.
ich betrachte ihr schönes gesicht, die gleichmäßigen,langen blonden wimpern, das haar, das ihr in die stirn fällt, die kleinen lachfältchen um die augen und die strengen nasolabialfalten, die für das lederjacken-alter viel zu tief, aber nichtsdestoweniger schön sind und dem gesicht zusammen mit dem scharf definierten kinn eine gewisse kantigkeit verleihen.

"du guckst mich an", sagt die lederjacke.
"ja."
"warum?"
"nur so halt. ist besser als fernsehen."
jetzt muss die lederjacke lachen. dann legt sie den arm um meine taille und zieht mich über die matratze zu sich heran. wir liegen wange auf wange, die beine ineinandergelungen und atmen einfach nur. ein und aus und wieder ein. wieder einmal fällt mir auf, wie gut ich die lederjacke riechen kann, obwohl sie ganz anders als beispielsweise das objekt duftet.
die lederjacke lässt die hand meine wirbelsäule entlang aufwärts wandern. ich halte den atem an und sterbe in kleinen schauern vor mich hin.
"gehts dir gut", will die lederjacke wissen.
"im moment schon. ich fühl mich wohl."
"aber sonst nicht so, oder?"
"sonst nicht so, ja, das ist leider so. aber jetzt gerade ist alles gut. ich bin ganz geborgen."
die lederjacke lächelt glücklich und lässt die finger weiter wandern, immer zwischen meinen schulterblättern hin und her. ich merke, wie ich mich entspanne, obwohl ich auch angesext bin.

dann schlafe ich kurz ein und wache wieder auf, weil ich merke, dass die lederjacke nicht schläft.
"kannst du nicht einschlafen?"
"du weißt doch, dass ich nicht pennen kann."
"hm. ja schade, ich hoffe, das ist okay so, wenn ich weiter schlafe?"
"klar."
die lederjacke nimmt meine hände in seine.
"du bist ganz kalt, du hast vorhin richtig lang gefroren, oder? und hast nix gesagt, weil ich so viel gelabert habe?"
"quatsch. vielleicht habe ich gefroren und es nicht gemerkt."
die lederjacke lächelt, dann schließt sie endlich die augen und langsam, langsam wird ihr atem gleichmäßiger und ruhiger.
ich selbst liege noch eine weile wach, schnuppere den wohlgeruch der lederjacke und hoffe, dass ich den duft irgendwie zerebral bis zum nächsten mal speichern kann, weil ich mir so sehr etwas wünsche, das mich über die die tage und die woche und überhaupt rettet.

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Mittwoch, 26. Juni 2013
negative energie
"mein team ist faul und nichtsnutzig und tanzt mir auf der nase herum", brüllt die gf ins telefon. am anderen ende der leitung ist aber nicht ihr lover, die beste freundin oder die mama. sondern ein redakteur einer nicht ganz unbedeutenden tageszeitung vom axelschweiß-verlag.

fremdschämen deluxe. ich überlege, die kündigung, die ich für den nächsten monat erwäge, vorzuverlegen. aber das bedeutet unsicherheit. zumal die beiden potenziellen arbeitgeber sich mit vertrag und konkreten zahlen noch bedeckt halten. intelligenz bedeutet, die unsicherheit ertragen zu können, sagte meine lieblingsprofessorin einst. für die derzeitige unsicherheit brauche ich allerdings einen iq von mindestens 200. und hellsehen können müsste ich auch.

während sich die gedanken so überschlagen, verknoten sich fröhlich mein nacken und meine schulter. ich bin mies gelaunt, zumal meine nachbarn wieder mal die nacht zum tag machen und ständig bis fünf uhr morgens singen. für eine offizielle beschwerde brauche ich einen zeugen, sagt die verwaltung. haha, antwortete ich, meine katze hat die auch gehört. die ist so nervös, dass die inzwischen wieder die vorhänge hochgeht. das zählt nicht, findet die verwaltung. ich gebe genervt zu protokoll, dass ich alleine lebe und normalerweise keinen zeugen nachts in meinem schlafzimmer wohnen, da beischläfer beischläfer und keine nachtschläfer bei mir sind. der verwaltung ist das wurscht. ich glühe innerlich wie ein haufen ungekühlter brennstäbe und befinde mich kurz vor dem supergau.

die püppilotta spürt meine stimmung und fährt ein paar beschwichtigungsstrategien. um die beine streichen, schnurren. schnurren beruhigt. auch mich. ohne püppirella würde ich durchdrehen. mit ihr drehe ich zwar auch durch, aber anders. eher äußerlich und schandtatenbezogen. wegen angefressener schuhe, abgefetzter vorhänge und ihrer neuen lieblingsbeschäftigung: meinen schrank öffnen und sich in den winterpullis wälzen. sie ist nervigste und entzückendste wesen in meinem kleinen universum. danke dafür, püppilotta.

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Samstag, 15. Juni 2013
fauchkatzen-update II
schritt für schritt und tag für tag hat mich die püppilotta ein bisschen mehr zum superfrauchen erkoren und ist zu einer extrem menschbezogenen katze mutiert. wenn ich da bin, liegt sie zu meinen füßen oder sitzt auf der kommode neben meinem schreibtisch und blinzelt mir zu.

eine neue lieblingsbeschäftigung ist, mit anlauf auf meinen drehstuhl zu springen und kreiselnd ein stück durchs zimmer zu rollen. ansonsten steht sie sehr auf essen teilen und klaut gerne mein abendessen, um es hinter die langen, schweren vorhänge zu schleppen und dort zu verspeisen. die vorhangschals haben jetzt fettflecken von chili-hühnchen und wantans. der (leider nicht versiegelte) parkettboden auch. nunja. ist eben leben in der butze, wa.

gerne würde die püppirella auch am fenster sitzen. während wildcat einst mit einem satz meine schmalen fensterbretter okkupierte, schafft es meine übergewichtigte 13-jährige jedesmal, an der scheibe abzuprallen und auf die heizung abzustürzen. zum glück haben wir das bislang ohne verletzungen geschafft. ich muss irgendwie das fensterbrett verbreitern.
auch der große schlafzimmerspiegel ist noch immer eine böse falle (vermeintlicher durchgang, nachts wache ich manchmal von einem dumpfen *klonk* auf.)

mein ganzer stolz ist das schöne glänzende fell, das die püppilotta-püppirella in den letzten wochen bekommen hat. tägliches kämmen und viel purina one scheinen ihre wirkung zu tun. weil ich sie viel rumscheuche, hat sie auch abgenommen und sieht jetzt nicht mehr aus wie ein nasser sack.

kurzum, wir sind eigentlich ganz happy. jetzt brauchen wir nur noch den finalen für-immer-platz für die kitty. behalten kommt für mich leider nicht infrage, da ich im september wahrscheinlich wieder meine 60-stunden-woche aufnehmen werde.


püppirella beim püppirollern in meinem vorhang.

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Samstag, 8. Juni 2013
exzess
die lederjacke hat freitagspläne.
"komm doch vorbei", bettelt sie, als ich gerade aus dem büro nachhause komme und sich die fauchkatze um meine füße schlingt.
"ich bin müde", sage ich.
"lass dir zeit. ich lege mich auch noch eine stunde hin. komm, wenn du soweit bist."
"okay, das klingt nach einem plan!"

aus hinlegen wird bei mir dann nichts, weil ich feststelle, dass das katzenstreu alle ist und die püppi schon den ganzen tag halb auf den plastikboden ihres klos gepinkelt hat. klo sauber machen, dann streu kaufen. die zoohandlung hat schon zu, rewe hat nur noch eigenmarke, also weitergejoggt bis zu einer budnifiliale, die noch auf hat. gegen halb zehn bin ich wieder zuhause, mäßig gutes streu in der tasche, das auch noch anders aussieht und riecht, also hoffen, dass sich die katze drauf einlässt bzw. einnässt. dann schnell duschen, wieder ab aufs rad und zur lederjacke gedüst.

"du bist spät", findet die lederjacke. ich lasse mich erschöpft in ihre arme sinken.
"alles anstrengend", seufze ich.
"bei mir ging das, ich hatte jetzt drei tage schulung, da war lässig."
"gott, ich möchte auch mal schulungen und seminare und sowas! ich bin total unterstimuliert."
die lederjacke kichert ob der zweideutigkeit meiner aussage und ich zeige ihr den stinkefinger.

wir sitzen in der küche, hören musik, rauchen kette und leeren eine flasche rum. danach sind wir schon sehr angeheitert.
"kannst du noch fahrradfahren?" fragt mich die lederjacke, als ich im aufzug schwanke.
"geht schon. wenn ich auf die fresse falle, musst du mich halt nachhause tragen."
"dann schlaf doch nachher bei mir, dann muss ich dich nur bis zu mir tragen."
"ich denke, ich schnarche und strample dir zu sehr?"
die lederjacke lacht und knutscht mich.
"ach, drauf geschissen."

wir sind erst im club, wo heute rockparty ist. da fühlen wir uns allerdings optisch und musikalisch vergewaltigt und stehen nach einem bier schon wieder draußen.
"und jetzt?" frage ich.
"erstmal was trinken auf den schock", findet die lederjacke und zerrt mich in die nächste kneipe, wo sie ein paar kurze leert, während ich als die vorsichtigere verkehrsteilnehmerin von beiden eine cola ordere.
dann schreibt die drittefreundin, dass sie mit dem dritten auf dem weg von hannover hierher sei. ob ich mit auf party käme.
"hast du lust auf deprielektro?" frage ich die lederjacke.
"alles, nur nicht wieder da hin zurück!" lallt die lederjacke.

wir eiern schwankend auf den rädern weiter richtung kiez. draußen vor der tür treffen wir gleich auf den dritten und die drittenfreundin. der dritte zieht sofort die lederjacke auf seine seite, weil man mit der lederjacke super tiefschürfende wissenschaftliche diskussionen führen kann. die lederjacke freut sich ihrerseits, weil der dritte noch wodka-energy-mische im gebüsch beim katholischen kindergarten versteckt hat. anschließend zerrt mich der dritte auf die seite und schwärmt von der lederjacke.
"der ist ja ein lieber! und man kann super mit dem gespräche führen. der hat richtig was in der birne."
"das mag ich auch so an dem. und der ist vor allem loyal. im gegensatz zu gewissen anderen menschen."
der dritte grinst:
"ich weiß schon, von wem du sprichst."
dann lade ich die ganze das-objekt-rückt-meine-sachen-nicht-raus-story beim dritten mann ab.
"das ist ja mal wieder assig. und so typisch. als feststand, dass wir heute hier hoch fahren, hab ich ihn den ganzen tag lang angerufen und smsen geschickt. meinst du, der meldet sich? nö."
die drittefreundin mischt sich ein:
"und er hoffte noch die ganze zeit, dass das objekt sich nicht meldet, weil es uns überraschen und einfach so auf der party auftauchen wollte."
ich lächle. das passte zum dritten: auch wenn es unrealistisch wurde noch die mickrigsten anzeichen des positiven in einer totalen negativstory zu suchen.

wir bleiben mit dem dritten und der drittenfreundin bis kurz nach fünf. dann ist die party aus und dritter und drittefreundin verabschieden sich. sie schlafen heute bei den eltern der drittefreundin.
"und was machen wir zwei hübschen noch?" fragt die lederjacke.
"nach hause...?"
die lederjacke schaut mich an, als wäre ich von sinnen:
"JETZT?! wo es am schönsten ist?"
ich kichere:
"na gut, dann lass uns noch weiterziehen."

der kiez um sechs uhr morgens präsentiert sich uns in seiner ganzen brachialen hässlichkeit.
"hier würde ich nie wohnen wollen, nicht mal, wenn mir jemand eine wohnung schenkt", finde ich.
"ich auch nicht", meint die lederjacke.
die lederjacke strebt auf eine bar zu, doch die tür lässt sie nicht rein und meint:
"mir dir hatten wir hier schon mal ärger."
ich gucke die lederjacke an.
"was hast du denn gemacht, um hier hausverbot zu kriegen?"
"keine ahnung. vielleicht verwechseln die mich."
"also türsteher haben eigentlich ein super gedächtnis. vielleicht hast du besoffen gestrippt?"
"wie kommst du jetzt da drauf?"
ich gucke an der lederjacke hinunter.
"dein hosenstall steht offen."
"oh."

dann zieht mich die lederjacke in eine transenkneipe. ich trinke einen kurzen mit, dann wechsle ich zu bier, während die lederjacke sich weiter an hochprozentiges hält.

danach schwanken wir wieder auf die straße. es ist warm und hell.
"ich brauch mal ne haspa", sage ich.
"da drübn linkssss umme eck isssss.... gleich eine", hickst die lederjacke.
"sicher?"
"gansssssssicha. da habch nämlich ma dagegengepisst."
die lederjacke schüttet sich aus vor lachen, während ich etwas beunruhigt bin und dem orientierungssinn der lederjacke nicht mehr ganz vertraue.

doch die lederjacke findet ihre alten duftmarken zielsicher wieder und so erreichen wir kurze zeit später die haspa.
"jetzt brauch ich ein klo", sage ich, wieder draußen.
"dnnnnn müsssnnwanoch innn... eine kneipe."
"ich will nicht mehr", jaule ich. "ich bin betrunken, müde und meine füße tun scheißweh. ich weiß nicht mal so genau, wo wir hier sind."
"hafn", sagt die lederjacke.
und tatsächlich, da unten ist schon die elbe.
"alter, sind wir weit gelatscht!" finde ich.
"wollln wa da runta?" sagt die lederjacke und deutet aufs wasser.
also spazieren wir ein stück die elbe entlang, ich inzwischen barfuß wegen schmerzender füße.

"lassunssss... da raaaingn", deutet die lederjacke auf eine kneipe oben an der straße.
"wenn die ein klo haben."
die lederjacke hält mich fest untergeärmelt und schubst mich richtung tresen.
der wirt scheint die lederjacke schon zu kennen, umarmt sie und stellt uns sofort ein astra und einen helbing auf den tisch.
"ich kann nix mehr trinken", sage ich mit watte im kopf und sodbrennen von den ganzen schnaps.
"ach wa", sagt die lederjacke, trinkt stellvertretend meinen schnaps mit aus und drängt dann richtung jukebox. kurze zeit später spielen die stones "ruby tuesday" für uns.
die lederjacke stolpert auf mich zu:
"darfich bittn?"
und wir tanzen einen hart improvisierten foxtrott durch die kneipe. die lederjacke schafft es, mir nicht ein einziges mal auf die füße zu treten. dann lehnen wir außer atem am tresen und die kneipenbesucher applaudieren.
"ihr seid ein schönes paar", sagt der wirt und die lederjacke und ich grinsen uns an.

inzwischen ist es halb neun morgens. die sonne scheint warm in die kneipe. die frühschicht kommt, endlich mal jemand nüchternes, der mir einen kakao kocht, während die lederjacke eisern am bier festhält, obwohl sie nicht mehr reden und nicht mehr gehen kann. der wirt, der sich als musiker entpuppt, erzählt mir aus seiner wilden jugend. ein kneipengast spendiert mir schon wieder einen schnaps. die lederjacke grinst glücklich und entrückt und hält mich die ganze zeit an den händen. es ist auf eine sehr strange art und weise ein sehr besonderer, goldener moment.

um halb zehn schlägt die vernunft bei mir durch. ich zerre die sturzbetrunkene lederjacke aus der kneipe und rufe ein taxi.
"abba... wir müsssnnn... die rääääda!" wehrt sich die lederjacke noch, aber ich schätze mich auf mindestens 1,5, die lederjacke auf locker 3 promille und entscheide, dass die räder da bleiben, wo sie gerade stehen, was außerdem keiner von uns beiden so genau mehr weiß.

im taxi dreht die lederjacke noch mal richtig auf, lehnt sich aus dem fenster, zeigt allen passanten den stinkefinger und macht laute würgegeräusche, wenn eine fette frau vorbeigeht. der taxifahrer hat sichtlich angst, freut sich dann aber über mein großzügiges trinkgeld.
dann schubse ich die lederjacke in den aufzug.
"jetzt reiß dich ma zusammen", sage ich. "deine nachbarin ist bestimmt schon wach und du willst doch nicht gleich so einen verheerenden eindruck in dem haus hinterlassen."
damit habe ich ein weiteres fass aufgemacht, denn nun beginnt die lederjacke laut zu singen: "ach, fick dochi nachbaaaaaaan..."

an der wohnungstür vergehen noch ein paar minuten, es müssen einige schlüssel durchprobiert werden, bis endlich nach langem stochern einer ins schloss passt. während ich tränen lache, muss die lederjacke auch immer wieder kichern, was ihre zielsicherheit nicht unbedingt unterstützt. dann sind wir endlich drin.

als ich schon in unterwäsche bin und gerade ins bett krabbeln will, kommt die lederjacke mit zigarette ins zimmer und meint:
"lasssunn doch noch.... auffe dachterasse."
"nee", sage ich.
"och bitte", bettelt die lederjacke.
"dann geh doch", sage ich. "ich bleibe."
und ziehe mir die decke über die ohren, nicht, ohne vorher den wecker auf in drei stunden später zu stellen, weil ich noch arbeiten muss. und schwupp, bin ich weg, im land der träume. kurze zeit später spüre ich, wie auch die lederjacke endlich neben mich sinkt, sich ankuschelt und wie erwartet sofort rotzehackedicht zu schnarchen beginnt.

das erwachen um zwei gestaltet sich schwierig. ich wecke die lederjacke beim aufstehen, die mich betroffen anschaut.
"du hast gestern zu mir gesagt, geh doch."
"ja, mann, es war halb elf uhr morgens und du wolltest noch auf die dachterrasse. ich wollte aber schlafen, ich hab noch was zu tun heute."
"achso. ich dachte, ich hätte mir so übel benommen, dass du mich aus der wohnung rausschmeißen wolltest."
"nee. die einzigen, die dir was übel nehmen könnten, sind deine nachbarn."
"warum? war ich laut?"
"na, du hast gesungen: fickt doch die nachbarn."
"wann? wo?" die lederjacke ist schockiert.
"im aufzug."
"ach du kacke... meinst du, das hat jemand gehört?"
ich kichere.
"das merkst du schon."
die lederjacke ist betroffen.
"hab ich sonst noch was gemacht?"
"du hast ungefähr 500 leuten aus dem taxi den stinkefinger gezeigt."
"hier im viertel?"
"da nicht mehr so, da warst du damit beschäftigt, zu singen und den taxifahrer zehnmal zu fragen, ob er die musik lauter machen kann."
"na, das geht ja dann noch."

dann mache ich mich los, direkt nachhause, weil ja die dicke katze auf mich wartet und schon seit dem vorabend nichts mehr zu futtern hatte. da sie sich gut benommen hat und in meiner abwesenheit keine blumen gekillt oder die vorhänge abgefetzt oder wieder den teppich vollgekotzt hat, gibt es thunfisch, den sie begeistert wegschlabbert, während ich an einer personalpräsi sitze, mein wochenendeilprojekt für einen berliner kunden.

mann gönnt sich ja sonst nix. oder?

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Mittwoch, 5. Juni 2013
impulsive impulse
meine träume fahren die ultimative zermürbungsstrategie. heute nacht lag ich mit dem objekt im bett und hatte eine beziehung mit 1000 volt liebe, bis der wecker einen synaptischen kurzschluss produzierte.

gestern abend kurz davor gestanden, eine sms zu schreiben mit einem süßlich-blöden satz wie "ich vermiss dich so". gottseidank hab ich es nicht getan.

zum trost gabs mitternacht-m.armelade. ganz wunderbare.

note to myself: immer wieder links und rechts und nach oben gucken. auch wenn die schwerkraft des lebens alles nach unten zieht.

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Sonntag, 2. Juni 2013
spätnachts bis spätfrüh
gestern überrollt mich akute objektsehnsucht und hollywood-farbfilme von unseren guten zeiten spuken durch meinen kopf wie scheinheilige nachtgespenster. also tue ich das, was ich schon ewig tun wollte, nämlich alles einmal aufschreiben. die nachtgespenster an ihren langen kutten packen und zusammentackern, auf papier bannen und ordentlich abheften.

dann ist es zwei, ich bin unruhig und irgendwo zwischen zuhausebleiben und exzessiv feiern. ich entscheide mich nach einer dusche für letzteres. gegen drei bin ich im club, wo tote hose herrscht. der architekt ist da, mein bekannter und zwei weitere nasen, die ich kenne. wir treffen uns an der bar und haben schlechte laune wegen der miesen party. in der ecke entdecke ich meinen freund t., der mal wieder heiß aussieht und unheimlich gut in form ist, weil er ähnlich wie das objekt verdammt geile gene hat, die aber im fitnessstudio auch noch alle zu entfaltung bringt.

t. winkt mir, dann sitzen wir still nebeneinander, rauchen und nippen an unseren drinks und schweigen, ich, weil ich mir seinen schrägen bauchmuskel vorstelle, t., weil er auf das nächste gute lied hofft, das nicht kommt. irgendwann erzählt er mir von goa-parties, auf denen er war und experimenten mit mdma und pilzen, dann spinnen wir rum und malen uns aus, dass wir ja auch eine goa-party machen könnten, natürlich eine zünftige mit entsprechenden substanzen und entsprechenden djs und das alles an einem entsprechenden ort, wahlweise im südddeutschen oder in brandenburg. dann stört uns mein bekannter, der ankündigt, das er jetzt die location wechseln werde und ob wir nicht mitkommen wollten. t. schüttelt den kopf und lehnt dankend ab mit dem argument, dass er da noch nie war. ich starre t. an, erinnere mich plötzlich, dass er ja schon mitte 40 ist und dass leute mitte 40 oft bremsen und zaudern und nur theoretisch begeisterungsfähig sind. also sage ich dem bekannten zu, obwohl ich gerne noch ein bisschen neben t. gesessen hätte.

eine viertelstunde später schlagen wir in der anderen location auf. ich gehe als erste rein und frage den türsteher, ob wir jetzt, nach vier, noch eintritt bezahlen müssten. ich werde kulant durchgewinkt, mit dem hinweis, die party sei sowieso um fünf aus.
"um fünf?!" falle ich aus allen wolken.
"um fünf?" echot mein bekannter, der sich hinter mir richtung garderobe durchschieben will.
party bis um fünf, das gibt es höchstens noch in meiner exheimat. zusammen schimpfen wir auf die untergehende hamburger partykultur, dann gibt es erstmal einen willkommensdrink.

wir checken die beiden areas, die noch ganz voll sind. ich treffe den künstler, den besten freund des architekten. er ist sehr betrunken und kommt mir ganz nah. der künstler ist hübsch, und das weiß er, wir haben vor etwa einem jahr einmal geknutscht, aber er ist auch verheiratet mit einer frau aus bangladesh, die auch fast immer irgendwo in bangladesh ist, während der künstler kunst macht, in deutschland, schweden, russland und den usa, und dabei tatsächlich richtig kohle verdient.

20 nach fünf ist immer noch keine spur von einem ende der party zu spüren. die barfrau aus dem club ist inzwischen auch rübergewechselt und räkelt sich im tiger-dress auf dem sofa. ich gucke ein bisschen, sie ist eine der schönsten frauen, die ich kenne, und sie winkt mir zu. die musik ist durchgehend gut, sie spielen sogar gary numan und andere stars aus meiner gelungenen musikalischen sozialisation. ich merke, dass ich happy bin. der bekannte schleicht sich an, küsst meinen nacken und zieht mich dann auf die tanzfläche, wo wir uns an einem tango zu eletromukke versuchen, was natürlich in grenzenlose alberei ausartet.

"warum sind wir eigentlich nicht zusammen?" fragt der bekannte. "wenn ich mich recht entsinne, wollten wir doch mal heiraten."
"das geht nicht, du bist arm und meine eltern akzeptieren nur reiche schnösel."
"siehst du, bei mir ist das entspannt, meine eltern sind tot... obwohl die nett waren."
"meine sind auch nett, aber die haben eben auch nen knall."
"na irgendwoher muss deiner ja auch kommen!"

wir lachen. obwohl ich betrunken bin, ordere ich noch einen wodka energy. dann setze ich mich auf eine der holzschaukeln neben der tanzfläche und lasse mich vor- und zurückschwingen, bis die welt verschwimmt.

mitten im schönsten rausch tippt mir jemand auf die schulter. es ist der türsteher.
"wir schließen", sagt er, "holst du bitte deine jacke von der garderobe?"
"wie spät ist es denn?" frage ich.
der türsteher zeigt mir seine uhr. kurz vor sieben.
"waaaaaaaaaaaaaas?"

ich und der bekannte sind die letzten im club. ich erinnere mich, dass sich der rest bereits verabschiedet hatte.
"boah", sage ich, als wir auf der straße stehen. "ist das scheißehell."
"ja, mann, gottseidank! es ist ja auch sommer!" wirft der bekannte ein.
ich werde zum abschied geknuddelt und geherzt.
"ich mag dich so gern", sagt der bekannte.
"ich mag dich auch."
"lass uns doch mal wieder was zusammen machen. unsere exkursion in planten un blomen war doch lustig."
"absolut."
ich schwanke.
"du kannst doch nicht mehr radfahren."
"wird schwierig, aber ich seh ja so seriös aus. mich lassen die bullen schon in ruhe."
"ich meinte jetzt auch mehr, dass du so vielleicht einen unfall baust!"
"ich nehm den bus, wenn ich merke, dass es nicht mehr geht, okay vaddi?"

dann schwinge ich mich in den sattel und fahre los. mein kopf hängt gefühlt auf höhe der baumkronen, während meine beine sehr, sehr stark unter der erdanziehungskraft leiden. für einen moment fällt mir ein, dass man davon ja krampfadern kriegen könnte, aber dann legen sich wieder lauter angenehme gedanken über meine sorgen, die anhalten, bis ich an der klinik vorbeifahre, wo mein herz nochmal geschreddert wird.

zuhause empfängt mich die dicke katze, die seit gestern ein wenig relaxter ist, was mich selbst ungemein entspannt. ich mache musik an, bei der die katze ganz viel blinzeln muss, dann kuschle ich mich in mein bett und bin weg, im land der träume, wo mich diesmal kein objekt belauert.

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Donnerstag, 30. Mai 2013
fauchkatzen-update
durch konsequentes meidungsverhalten konnte ich weitere feindselige lautäußerungen der fauchkatze gegen mich unterbinden.

wenn ich morgens aufstehe, sitzt kitty im büro. dann muss ich mich im bad verstecken, damit kitty sich bequemt, ins schlafzimmer zu wechseln und unter mein bett zu kriechen. manchmal sehen wir uns dabei, das heißt kitty starrt mich aus augen, die nur noch pupille sind, an und schlängelt sich wie ein krokodil über den boden, als wolle sie mit dem parkett verschmelzen. vermutlich glaubt sie, ich könne sie so nicht sehen, was bei einer so großen und fetten katze aber sehr unwahrscheinlich ist. schlau ist sie also schon mal nicht.

abends, wenn ich nachhause komme, sitzt kitty immer noch - oder vielleicht auch wieder - unter dem bett, bis ich schlafen gehe. sobald ich mich ins bett begebe, sprintet kitty unter dem bett hervor und wechselt wieder ins büro, wo sie bis zum morgen ausharrt.

das verschreckte verhalten nehme ich ihr allerdings nicht mehr ganz ab. da die katze fett ist, schleppt sie nämlich immer katzenstreu im fell rum und verteilt es da, wo sie sitzt oder liegt. so weiß ich, dass sie tagsüber meine wohnung bis in den letzten winkel erobert und auch nicht davor zurückschreckt, sich in meinem bett breitzumachen. ein zweiter hinweis auf kittys aktivität sind meine ausgeräuberten blumen. kitty steht unheimlich auf narzissen- und orchideenzwiebeln, die sie ausgräbt und anfrisst. da sie noch keine gesundheitlichen schäden davongetragen hat, lasse ich sie inzwischen gewähren. die blumen sind sowieso schon im arsch.

kurzum, die wohnsituation ist im augenblick stark belastet. ich wäre gottfroh, wenn die olle katze bald vermittelt wäre. möchte nicht jemand von ihnen eine alte, fette, griesgrämige katze, die blumen frisst?

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Montag, 27. Mai 2013
die fauchkatze, der terrortaxifahrer und der entenkind-adoptivvaddi
gestern kam meine neue pflegekatze an. sie ist 13, latent übergewichtig und ziemlich aggro, obwohl das exfrauchen sie als sehr lieb beschrieben hat. verkaufstricks, denk ich mir und fühle mich über den tisch gezogen.

die olle katze macht es erstmal wie mademoisellchen: ab unters bett. da sitzt sie auch noch, als die lederjacke aufschlägt, mit der ich zum abendspaziergang verabredet bin.
ich lasse mich in das wohlriechende sweatshirt der lederjacke sinken und jaule:
"ich glaube, ich mag meine neue katze nicht und die mag mich auch nicht."
"ach komm, das wird noch", tröstet mich die lederjacke.
"die faucht", sage ich frustriert.
die lederjacke legt sich auf den boden und guckt unters bett:
"hey olle katze!"
die katze glotzt und faucht.
"die hat voll die pupillen, hast du der deine drogen gegeben", frotzelt die lederjacke.
"haha", sage ich.
die lederjacke wird wieder ernst:
"die hat ganz schön viel angst."
"ich weiß."
"na komm", schubst mich die lederjacke versöhnlich, "lass uns rausgehen, dann ist sie ein bisschen allein und kann mal relaxen."

ich nehme die lederjacke mit ins moor.
"boah, ist das schön hier!", ist die lederjacke beeindruckt, als wir am see stehen. um uns herum zwitschern die vögel ihre abendlieder, während zwei schwarze schwäne ihre runden ziehen und vereinzelt ein frosch quakt.
"lass uns noch da hinten lang gehen, da sind immer ganz viele wasserlilien", sage ich und die lederjacke ist einverstanden, obwohl es wie aus kübeln schifft.

"wie war eigentlich dein wochenende mit deinen eltern?" frage ich die lederjacke. "sind die heute zurückgefahren?"
"die waren gar nicht da", erzählt die lederjacke. "denen war das wetter zu mies."
"und was haste stattdessen gemacht?"
"weiß ich nicht mehr so ganz."
"gesoffen?"
"hm", sagt die lederjacke und schlägt schuldbewusst die augen nieder.
"schlimm?"
"ich hab am freitag über 100 euro versoffen."
"alter!" ich bleibe stehen und reiße die augen auf.
"und dann hab ich ein taxi genommen... und wir sind ne weile rumgefahren, weil ich nicht mehr wusste, wo ich wohne. aber dann waren wir endlich bei mir und da hab ich voll scheiße gebaut."
"warum?"
"ich hatte keine kohle mehr, hab dem taxifahrer also gesagt, er soll warten, ich geh eben hoch geld holen... und dann weiß ich nichts mehr."
"und wo ist jetzt das problem?"
"ich weiß nicht, ob ich den bezahlt habe. und mein ausweis ist weg... ich hab angst, dass der taxifahrer den hat."
"na und? der ist doch bestimmt so schlau und gibt den beim fundbüro oder so ab."
"aber wenn ich den doch nicht bezahlt hab, ist der bestimmt sauer und kommt wieder."
"war das so ein haudruff-typ?"
"weiß ich nicht mehr! kann mich doch an nix erinnern!"
"steht denn deine neue adresse schon auf deinem ausweis?"
"nee."
"na also!"
"aber mein name!"
"meinste, der macht sich die arbeit und kriecht zwischen den hochhäusern hier rum und sucht deinen namen an den klingelschildern?"
"kann doch sein."
"und wie viel, denkst du, schuldest du ihm?"
"hm... son fuffi?"
"oh mann..."
"ja was meinste denn jetzt? meinst du, der kommt und haut mir auf die fresse?" insistiert die lederjacke.
"unwahrscheinlich."
"aber ausschließen würdest du es nicht?"
"nein, kann ich nicht."
"und was soll ich jetzt tun?"
ich ziehe die augenbrauen hoch:
"mal nicht immer bis zum filmriss saufen?"
"danke", sagt die lederjacke leicht beleidigt und dann:
"naja, hast ja recht."
"ich hab immer recht", grinse ich.

als wir bei den lilien stehen und entzückt in das gelbe blütenmeer glotzen, schwimmt auf einmal eine entenfamilie vorbei.
"guck mal", stupse ich die lederjacke aufgeregt an, "entenkinder!"
"süß", findet die lederjacke, um dann laut zu rufen:
"hey, entenkinder!"
die entenfamilie ist sichtlich erschrocken. der entenpapa legt einen zahn zu und seine crew folgt ihm flugs - bis auf ein entenkind, das neugierig kehrt macht und richtung lederjacke schwimmt.

dann stehen sich entenkind und lederjacke gegenüber und die lederjacke wird ganz verlegen:
"scheiße... los... hau schon ab... schwimm wieder zu deiner family!"
"das bleibt jetzt bei dir", lache ich.
"das geht bestimmt gleich wieder, wenn es merkt, dass es nichts zu fressen kriegt", ist die lederjacke überzeugt.
doch das entenkind straft die lederjacke lügen. es bleibt. es guckt knopfäugig. es fiept. und als wir beschließen weiterzugehen, folgt es uns am ufer entlang.
"oh mann", sagt die lederjacke genervt und gerührt zugleich.
"tja", sage ich. "jetzt hast du den salat. es hat dich adoptiert. es wird nie wieder zu seiner familie zurückkehren... und wenn du nicht bei ihm bleibst, hat es gar niemanden mehr."
"haha."

irgendwann verlieren wir das entenkind im schilf.
"hoffentlich kommt es gut zu seinen eltern zurück", meint die lederjacke unruhig auf dem nachhauseweg, und ich muss lächeln, weil die lederjacke genauso tierlieb wie ich ist.

als wir wieder bei mir sind, sind wir bis auf die haut durchgeweicht. meine jeans sind schlammig bis zu den knien.
"du bröselst", sagt die lederjacke liebevoll, als ich die jeans ausziehe und in etwas trockenes schlüpfe.
"wollen wir film gucken?" frage ich.
"auja", sagt die lederjacke.
"ich muss der ollen aber erst noch was zu futtern geben."
"ja, mach mal."
ich wähle thunfisch, obwohl das schlimm stinkt, aber ich weiß, die neue kitty steht extrem drauf. vielleicht hilft ein lieblingsfressi ja beim befreunden.

wir finden die olle katze unter dem schreibtisch. sie funkelt uns mit großen eulenaugen an. ich lege mich auf den boden, damit ich kleiner bin, mache mich lang und schiebe den futternapf ganz vorsichtig und langsam an die katze ran. die lederjacke beobachtet die szene gespannt aus der entfernung. als ich den napf ungefähr 20 zentimeter vor der schnauze der katze platziert habe, springt sie wieder auf und faucht. da reißt mir der geduldsfaden und ich fauche zurück. die katze guckt erschrocken und verkrümelt sich.
die lederjacke steht unter der tür und lacht sich schlapp.
"das ist nicht zum lachen", schaufe ich entrüstet, während sich die lederjacke kaum mehr einkriegt:
"ihr seid mir schon zwei sone diven!"

dann liegen wir im bett und gucken film. die lederjacke ist nah und riecht gut. ich rutsche richtung achselhöhle und schnuppere.
die lederjacke grinst.
"wenigstens bleibst du ne schmusekatze."
"na hör mal, ich bin selektiv kontaktfreudig."
"welcher psychoheini hat dir denn den scheiß erzählt?"
"keiner. steht in meinem grundschulgutachten."
"heißt auch nichts anderes als dass du ein kleiner eigenbrötler bist."
"na und?" sage ich ziemlich aggressiv.
"nicht aufregen, ja? mich musst du nicht anfauchen", lacht die lederjacke.
"außerdem bin ich auch ziemlich komisch und ich finde es toll, dass wenigstens du mit mir klarkommst."

als der film zu ende ist, liegen wir noch ein weilchen mit vollen bäuchen zwischen leeren gummibärchentüten und trinken wodka energy. dann muss die lederjacke nach hause und ich ins bett.

als ich die tür hinter der lederjacke schließe, steht die katze hinter mir. ich erschrecke mich und stoße einen kleinen schrei aus. die katze erschrickt sich ebenfalls und rumpelt unter das bett.
ich seufze und gehe zähneputzen. nunja. man muss es ja nicht übertreiben mit der freundschaft. und morgen ist schließlich auch noch ein tag...

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