Donnerstag, 10. Juli 2014
hauptstadtfeeling
leute, häuser, plätze.
stadt, land, fluss.
ost, west, s- und u-bahn.

in berlin ist für menschen wie mich viel platz.
viele reize bei relativ hoher gelassenheit. schauen ohne angestarrt zu werden.
die unmöglichkeit, underdressed zu sein, und die chance, selbst als hartzer noch als hip durchzugehen.

in der kneipe erkennt mich der kellner schon beim zweiten mal wieder. ich kann kostenlos trinken, den ganzen abend lang. auf dem nachhauseweg eines der leckersten böreks ever gegessen. für 1,50 euro.

überhaupt, die preise. am zoo eine brezel: ein euro. ein cocktail in schöneberg 4,90 euro. und bahnfahren für 2,60 euro. da kann nürnberg kaum mithalten, hamburg schon dreimal nicht.

das wetter nervt ein bisschen. warm, hohe luftfeuchtigkeit, jeden tag am besten zweimal duschen. aber es kann ja nicht immer sommer sein, sage ich mir, und ich trage auch nicht jeden tag einen koffer durch die gegend.

was mir in berlin enorm fehlt, ist natur direkt in der stadt. in berlin arbeiten und in brandenburg wohnen erscheint mir immer attraktiver. dazu braucht man natürlich einen job, der die pendelei finanziell und zeitlich hergibt. ein gewisser blogger machts vor, und vielleicht heuere ich ja an, besetze ein kämmerchen im schafstall und werde professionelle schlappohrkaninchen-bekuschlerin oder vermiete seine künftige sauna zu horrenden preisen an gestresste manager.

auch in der stadt beherbergen mich bloggers, im zentralen westen und lustigerweise nur eine straße voneinander entfernt. beide sind sich dennoch noch nie begegnet. aber berlin erlaubt so viele unterschiedliche lebensentwürfe, da ist das einfach möglich.

vor lauter tapetenwechsel hatte ich nur eine nacht, in der ich von einem der hier ständig aufziehenden gewitter geweckt wurde, an das objekt dachte und dann nicht mehr einschlafen konnte. wut und trauer sind noch immer in mir, aber berlin hat einen angenehmen schleier darüber gelegt. hier ist kein ort, an dem ich dem objekt begegnen könnte. keiner, an dem wir gemeinsam etwas erlebt haben. nichts erinnert mich hier an etwas objektiv trauriges oder schönes. ich trage bilder in mir, aber die sind von begegnungen und gesprächen und landschaftskulissen, von hühnern und schafen und bienen.

zum ersten mal seit vielen monaten fühle ich mich erlebnisfroh, dankbar und befriedet. es tut gut, hier zu sein. und vielleicht wird das hier ein neues zuhause.

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Mittwoch, 9. Juli 2014
didaktisch wertvoll
ich fahre s-bahn, als mein stark gealterter ehemaliger religionslehrer aus dem klo - ein s-bahn-klo, wie fortschrittlich die berliner doch sind! - kommt. was für ein irrer zufall, mein relilehrer auch hier, und er erkennt mich sofort.
"ich verwende deinen blog jetzt als textgrundlage für meinen unterricht", sagt er unvermittelt.
ich denke so, ogottogott, jetzt kennt dein relilehrer schon dein blog, da musste ja gleich mal gucken, wasde da zuletzt wieder perverses oder ausgeticktes reingeschrieben hast, das kann man schülern doch so wahrscheinlich gar nicht zumuten. leider funktioniert das wlan wieder gerade nicht und ich sitze mit der peinlichkeit im nacken auf meinem s-bahn-klappsitz.

dann mit schrecken und sehr katerig aufgewacht.

note to myself: wir müssen das mit dem alkohol dringend wieder reduzieren. seit ich hier bin, sind die abende sehr wodkalastig.

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Donnerstag, 3. Juli 2014
ein zartes kribbeln in der zirbeldrüse
vorletzter arbeitstag. schon wieder zwei veröffentlichungen erzielt, ich fass es nicht, was bin ich gut, und das alles, ohne wirklich was zu kosten. die redaktionen fressen mir aus der hand, und das in der wm-zeit. obwohl mir meine exchefin nachsagte, ich sei am telefon ja nicht besonders nett zu denen. ich meine eine nenne das freundlich und direkt. zwei sätze mit ziel zum satzende statt gelaber ohne ende. manchmal quieke ich vorm auflegen sogar noch ein "oh, das wäre ja toll, danke" in den hörer, aber das muss dann auch reichen. für alles andere sprechen meine texte, und da drüber hat sich ja noch niemand beschwert. außer meine unterfickte exvorgesetzte, aber die hat sich über alles beschwert.

whatever. ich freue mich auf berlin, ich freue mich auf das frankenlande. ich freue mich auf die bloggers, die ich treffen werde hier und dort. ich freue mich so sehr, dass ich nicht mehr stundenlang darüber nachdenke, wie ich das objekt am effektivsten vernichte.

das ist doch schon mal was.

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Montag, 30. Juni 2014
verbissen
mein neuer zahnarzt ist eine offenbarung. er beschäftigt sich im rahmen eine stino-prophylaxe eine geschlagene halbe stunde mit meinem erodierten kiefergelenk.
"mannomann", sagt er augenzwinkernd, "sie haben aber biss."
und presst die abdruckschiene mit zwei gummibehandschuhten fingern ganz fest an meinen oberkiefer. das hat ein bisschen was von einem blowjob mit gummi, mit einem kondom, das man zuvor furztrocken hardcore-gevögelt hat.

ich würde meinem zahnarzt gerne beipflichten, aber wir wissen ja alle, bei einem blowjob kann frau maximal erstickt gurgeln und vielleicht ein bisschen grunzen. also bemühe ich mich, nicht zu sabbern und meine gesichtszüge nicht entgleisen zu lassen, was schwer ist, wenn man minutenlang so krampfig mit offenem mund und schiene und schlumpfblauem abdruckmatsch und zwei gummifingern im mund dasitzt.

"wie kommt das eigentlich, dass sie da eine krone haben und sonst so makellose zähne", will der zahnarzt wissen, als er mir möglichst feinfühlig die abdruckschiene aus dem mund zieht.
"das war ne wurzelbehandlung", sage ich. "der zahn war kariös ausgehöhlt und ist zusammengebrochen."
"das ist ungewöhnlich", findet der zahndoc. "sie haben nämlich eine sehr gute zahnsubstanz."
ich erspare es ihm und mir, fishing-for-compliment-mäßig entzückt zu quieken und zu fragen: "ja wirklich? und das, wo ich in meinem leben so viel speed gefressen habe!" und beschränke mich stattdessen darauf, in perfekten zahnarztsprech über meine zähneknirscherei zu referieren.

"dafür bekommen sie ja jetzt die neue schiene", sagt er strahlend und ein bisschen selbstzufrieden, so wie jungärzte eben sind.
"wie lange dauert das denn?"
"so ein bis zwei wochen."
"das ist aber doof, weil ich so in einer woche in urlaub fahren will."
der zahndoc überlegt.
"ich kann ja mal mit unserer zahntechnikerin sprechen. vielleicht können wir sie vorziehen und dann kommen sie gleich am freitag noch mal vorbei zum einschleifen."
(wie nichtbruxisler wahrscheinlich nicht wissen, müssen schienen beschliffen werden, damit sie wirklich passen, so ähnlich, wie mann weibchen erstmal einreitet, damit es dann beim nächten mal richtig flutscht.)

dann gehen wir zur anmeldung und ich bekomme prophylaktisch einen freitagstermin, einen extralangen, "nicht bloß so eine halbe stunde", betont der zahndoc.

und ich freu mich wie ein kleines kind.
auf einen bescheuerten zahnarzttermin.
und weil da einfach mal jemand nett zu mir war.

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Dienstag, 24. Juni 2014
milchmädchenrechnungen
jetzt gibts doch kein wohngeld. weil ich ein arbeitszimmer hab. ich dreh noch durch. hatte schon alle rechnungen mit +160 € gemacht.

selbstständigkeit ist echt das letzte.

vor zwei wochen habe ich dann auch noch so ein superjobangebot erhalten. für 12 € / stunde texten. als freie natürlich. ich hab dem dödel dann mal vorgerechnet: wenn ich monatlich 160 stunden für 12 euro arbeiten würde, hätte ich brutto 1920 €. abzüglich steuern sind das etwa 1400-1500 €, abzüglich der mindestversicherungen für selbstständige rund 1000 € netto. hab ich den typ gefragt: "hand aufs herz, würden sie als akademikerin mit sechs jahren berufserfahrung dafür morgens aufstehen?" musste er verneinen und war dann auch ein wenig beschämt. allerdings wollte er auch kein neues angebot in den raum werfen. geiz ist für die meisten immer noch geil. und wenns um texten geht, reicht vielen auch, wenn sie das einer hartzenden hausmutti als eineuro-job an die backe drücken, die dann copypaste was aus dem netz zieht und dem ganzen ihre individuellen rechtschreibfehler verleiht.

den erhofften job in berlin kann ich ebenfalls knicken. gefühlte antipathie auf beiden seiten trotz hervorragender übereinstimmung zwischen anforderungsprofil und persönlicher qualifikation.

also pest und cholera, wie immer. nicht als auswahl, sondern als komplettpaket.

meine urlaubsvorfreude, die ich nach den zerschmetternden objektnews mühselig wieder aufgebaut hatte, schwindet. alles fühlt sich schon wieder nur noch müde an und sinnlos.

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Sonntag, 22. Juni 2014
lästerschwester
clubbing mit der krankenschwester. nach meinem beschluss des weggangs intensiviert sich unsere freundschaft bizarrerweise und die krankenschwester versucht, mich zum bleiben zu überreden - als einzige, wohlgemerkt.
"aber das wär halt mal endlich ein halbwegs guter job", sage ich.
"ich finde das trotzdem schade."
"ich will aber auch mal vom objekt wegkommen. siehst ja, was passiert, wenn uns nur sechs oder sieben kilometer trennen. ficken nach dem dienstplan seiner ische."
"naja, damit haste sicherlich recht. wobei ich mich immer noch frage, was der an der findet. da gibts ja echt hübschere und klügere."

als hätte sie damit das stichwort gegeben, taucht aus dem hintergrund die gespielin auf - an diesem abend objektlos, weil das objekt noch bis dienstag durcharbeitet.
"ey, das isse doch!" sagt die krankenschwester.
"hmpf", sage ich.
"die ist ganz schön dick geworden", sagt die krankenschwester.
ha! welch genugtuung. bestätigung von weiblicher seite.
"ja, ne? ich finde die inzwischen ganz schön moppelig."
"und dann trinkt die auch noch hefeweizen. das ist doch ne hauptmahlzeit. wenn ich denke, wie ich mich seit meiner schwangerschaft schinde, um mein gewicht zu halten... aber jetzt weiß ich wieder: es lohnt sich."
"du bist aber auch voll dünn", sage ich der krankenschwester.
die kichert:
"ist heute aber auch n bauchweg-höschen."
"du kannst es ja mal der gespielin leihen. dann haste gleich ne neue freundin, wenn ich weg bin."
"boah, bist du ne fiese nudel!"
"ach, lass mir doch das vergnügen!"
"ich denke, du willst der gespielin das große geständnis machen? dann solltest DU dich vielleicht lieber mit ihr befreunden."
ich grüble.
"hm, da magst du recht haben. ich fand die ja ursprünglich mal ganz okay. aber das ist so eine... die macht sich so ungefragt breit..."
"geht wohl kaum anders mit dem arsch", sagt die krankenschwester trocken, und ich muss schon wieder lachen:
"jetzt bist du aber fies!"
"ja, und ich brauch dich, mit wem soll ich denn sonst über die ganzen hässlichen gestalten hier lästern?"
ich folge meinem spontanen impuls und drücke der krankenschwester einen kuss auf die wange.

dann stehe ich an der bar und unterhalte mich mit dem architekten, als die gepielin sich neben mich stellt und ein weiteres bier ordert. ich fasse mir ein herz, zaubere ein warmherziges lächeln auf mein gesicht sage freundlich "hallo". ich bekomme ein nicht weniger freundliches "hallo" zurück. die gespielin nimmt ihr bier entgegen. ich überlege angestrengt, ob und was ich noch sagen könnte, aber dann dreht sich die gespielin schon weg und strebt wieder richtung tanzfläche.

ich sehe mich nach der krankenschwester um. sie steht mit einem schwuckigen typen zusammen und unterhält sich. als der typ die biege macht, schleiche ich mich ran und haue der krankenschwester auf den hintern.
"sag mal... du hast aber auch nen merkwürdigen männergeschmack. der war doch hundertpro vom anderen ufer."
"das ist der b.", sagt die krankenschwester ganz locker. "den kenn ich vom job, der ist auch krankenpfleger in a."
"achso."
"und er kennt das objekt sehr gut."
jetzt bin ich ganz ohr.
"echt? aber das objekt arbeitet doch schon ewig nicht mehr im krankenhaus a."
"doch, ich bin mir ziemlich sicher, dass wir vom gleichen objekt sprachen. er meinte jedenfalls, ach der, der hat damals die ganze station gefickt, egal ob männlein oder weiblein."
ich kichere:
"ja, das klingt sehr nach objekt."
die krankenschwester schaut streng.
"weißt du, warum das objekt da nicht mehr arbeitet?"
ich zucke die schultern.
"weil es da, wo es jetzt ist, den besseren job hat?"
"nee. der b. sagt, das objekt hätte damals ein ganz schweres burnout gehabt."
ich staune mit offenem mund.
"das wusstest du nicht, hm", fragt die krankenschwester.
"also dass er ein drogenproblem und auch sonst nicht alle tassen im schrank hat, war mir schon klar. aber das hat es mir nie erzählt."
die krankenschwester fixiert mich.
"jetzt verstehst du vielleicht auch, warum ihr euch so ähnlich seid. ihr seid wohl beide menschen, die dem kaum gerecht werden können, was ihnen das leben so zuträgt."

ich muss mich erstmal setzen. die krankenschwester pflanzt sich neben mich, nimmt mich mütterlich in den arm und reicht mir eine kippe.
"du fragst dich jetzt bestimmt, warum er dir das nicht erzählt hat."
"ich denke mal, dass er das niemandem erzählt, weil das nicht in sein weltbild vom großen starken objekt passt. ich habe ja auch erst nach vier jahren die story seiner kindheit erfahren. nein, ich bin nur einfach so geplättet."
"weißt du, ob der mal ne therapie gemacht hat?"
"nee, glaub nicht."
"das würde ja auch erklären, warum er sich immer noch so verheddert und angst vor dem hat, was eigentlich genau das richtige wäre."
ich schaue groß:
"wie meinst du das?"
"na du. du wärst das richtige für ihn."
"der will aber lieber jemand, der anders ist. so ein robuster mensch wie die gespielin."
die krankenschwester schüttelt den kopf:
"der belügt sich, und irgendwann bereut er es. aber darauf solltest du nicht warten."
ich nicke:
"nein, da hast du sicher recht."
die krankenschwester lässt mich noch ein bisschen sitzen und verarbeiten, dann zieht sich mich richtung tanzfläche.

some people suppress you
they partch you and reap a disaster
re-education for the infants
who demanded for an innocent instance
the great commandment shows the contempt
between the world and their embarrassing pavement
believe the scholars, read the readings
realize the man who says anything
the great commandment
the needies believe you
they treat you like survivors of a disaster
re-education for the infants
who demanded for an innocent instance


zum ersten mal verstehe ich ganz tief, was dieser song ausdrückt und bin dankbar, zur richtigen zeit am richtigen ort zu sein.
später gehe ich mit der krankenschwester durch den regen bis zum bahnhof, wir werden nass bis auf die knochen, und ich kann nicht sagen, was mich trägt, aber vielleicht ist es eine art zaghafter glaube, dass alles gut ist und gut werden wird, wieauchimmer woauchimmer.


Camouflage "The great commandment" maxi version von chris591972

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Samstag, 21. Juni 2014
heißkalte seelen
das objekt ist einfach da. als ich aus der drogerie komme, sitzt es auf den stufen vor dem haus und raucht.
ich bleibe wortlos stehen und starre.
"ich hatte zwischendienst und dachte, ich komm mal rum", sagt es anstatt einer begrüßung.
ich sage nichts.
"schlechte idee?" fragt es, steht auf und nähert sich.
ich schiebe mich an der umarmung vorbei und den schlüssel ins schloss. das objekt drückt sich hinter mir ins haus und steigt dann schweigend mit mir treppen.

"was willst du hier", frage ich, als ich in die wohnung schlüpfe und die hand an der tür habe, während das objekt noch draußen steht.
"mich entschuldigen", sagt es schnell.
ich ziehe die augenbrauen hoch.
"ehrlich, es tut mir leid", sagt es.
"was tut dir leid?"
"alles. ich bin manchmal so... ich hatt den kopf voll."

ich weiß, dass widerstand zwecklos ist und winke das objekt in die wohnung. die katzen schmiegen sich begeistert um seine beine. schlampen, denke ich, kleine dumme schlampen, die genau wie ich immer wieder auf diese pheromone reinfallen. der kleine springt ihm auch gleich auf den schoß, kaum dass es sitzt, rollt sich auf den rücken und lässt sich willig den bauch kraulen.

"ich hab essen mitgebracht", sagt das objekt und zieht eine tüte aus der tasche. "so als klitzekleine wiedergutmachung."
"ich bin nicht hungrig", sage ich.
der große kater hält zu mir und kommt auf meinen schoß. verstärkung. das tut gut. und abstand zugleich, denn mit dem dicken als puffer kann mich das objekt nicht berühren.

"du warst total kalt und eklig zu mir", sage ich. "wenn du den kopf voll hast, dann sagst du mir das gefälligt und ziehst nicht so eine show ab. ich hab sehr wohl gemerkt, dass deine alte im hintergrund war. hast dir wohl gedacht, du beweist ihr mal, wie wenig wichtig ich bin. dass ich nur die kleine kranke nutte bin und du der große souverän bist?!"
das klingt verletzter als ich es sagen wollte.
"ich habs bereut", sagt das objekt.
"schön", sage ich. "und jetzt teilst du mir das mit und möchtest gerne deine absolution."
"ja", grinst das objekt frech, aber mein herz macht keinen hüpfer angesichts dieser kleinen charme-offensive, sondern bleibt verschlossen.

"kannste dir sparen", sage ich. "ich bin sowieso bald weg und dann seh ich dich nie wieder."
dem objekt bleibt der mund offen stehen.
"du willst dir das leben nehmen", sagt es schockiert.
ich muss nun doch lachen.
"nee, ich werde einfach nur hier wegziehen."
so viel erleichterung steht dem objekt ins gesicht geschrieben, dass ich fast ein wenig lächeln muss.
"gottseidank", sagt es, um sich dann zu korrigieren, "also ich meine, natürlich nicht gottseidank dass du wegziehst, sondern dass du dich nicht umbringen willst."
vorsicht ist die mutter der porzellantruhe.
"ich hab vielleicht ne stelle. also eigentlich zwei und ich hoffe, dass eine klappt."
"das ist doch großartig. ich hoffe, nicht wieder agentur?"
"nein. nie wieder agentur."
"und wohin zieht du dann?"+
"weit genug weg", erwidere ich knapp.

das objekt ist sichtlich verwirrt und braucht zeit, um die informationen zu verarbeiten. es geht in meine küche und beginnt, das mitgebrachte essen aufzuwärmen. als der duft von fisch durch die wohnung zieht, merke ich widerwillig, dass ich appetit bekomme.
"was ist das gelbe?" frage ich und schaue dem objekt über die schulter.
"rate mal."
"boah, nee. keine spielchen."
"ich geb dir nen tipp. das ist das teuerste gewürz der welt."
"safran."
das objekt schaut mich ertaunt an:
"woher weißt du das?"
"allgemeinbildung."
das objekt rührt im topf und hält mir dann eine gabel reis hin.
"probier mal."
ich puste vorsichtig, dann koste ich. es schmeckt köstlich. ich nicke zustimmend.
"gut."

dann sitzen wir auf dem boden und essen.
das objekt beobachtet jede geste und lauert sichtlich auf meine erweichung. nach dem essen spült es ab und kommt dann wieder mit einem joint ins zimmer.
"nachdem du mir heute sicher keinen blasen willst, hab ich mal den da mitgebracht."
"zermürbungsstrategie, was?"
die ersten züge reißen mir förmlich den boden unter den füßen weg. mein kopf füllt sich mit watte und mein herz klopft unregelmäßg und schnell.
"ganz schön stark."
"dope aus amsterdam."
"boah, das zeug geht ja gar nicht."

das objekt zieht sich das mörderdope rein und meint dann selig:
"also von mir aus kann dieser abend noch ganz lange dauern."
ich bin stoned und weiß überhaupt nicht mehr, was ich sagen soll. in mir breitet sich ein kleiner fleck aus, als hätte man wasser ausgekippt. ein kleiner fleck trügerischer geborgenheit.
"möchtest du mir vielleicht noch was zu dem sagen, was ich dir gesagt habe?" frage ich irgendwann.
"ja", sagt das objekt. "aber nicht heute."
"na toll", sage ich sauer.
"morphine, wenn ich dir jetzt was sage, kommt lauter quatsch raus. ich muss dafür zugang zu mir haben, und der fehlt mir gerade."
"wieso fehlt der dir?"
"weil ich nie alleine bin. ich hänge gerade den zehnten tag in folge auf station und krieg derzeit enorm gegenfeuer von 13 extrem schwierigen patientinnen. dann komm ich nach hause und die gespielin wartet schon und will dies und das von mir, und mein sohn ist die ganze woche bei mir, weil er sich zuhause bei mama langweilt und lieber bei mir ist, und jeder zerrt an mir und ich hab den totalen overload."
"das haste dir ja so ausgesucht. dafür musste mich nicht ankacken."
"morphine, du sagst manchmal, du seist so schwierig, dass das ja keiner aushalten kann. und verdammt, manchmal bist du es wirklich, und ich gebe mein bestes, weil ich dich mag, aber es gibt momente, da fehlt es mir an allem und ich kann nichts geben, absolut nichts, und du bist so bedürftig."
"dann versprich aber doch bitte nichts, was du eh nicht halten willst."
das objekt seufzt schwer.
"du machst es mir nicht leicht."
"hab ich auch nicht behauptet."
für einen moment schauen wir uns an und müssen lächeln. dann spüre ich, wie ich traurig werde. da sitzt das objekt und trägt ein weißes t-shirt, das sich über die breite brust spannt, die oberarme sind voller sommersprossen, von denen ich jede zu kennen glaube, und die grünen augen fixieren mich aufmerksam - alles zum greifen nahe und doch unendlich weit weg.

"was ist mit dir?" fragt das objekt sanft.
"ich bin traurig", sage ich. "ich nehme gerade abschied von dir."
das objekt seufzt wieder tief.
"komm doch mal her."
es steht auf und breitet die arme aus. ich krieche zögerlich hinein.
"gott, bist du angespannt", sagt das objekt.
es drückt mich fest an sich und wiegt mich.
ich unterdrücke ein paar tränchen und ziehe die nase hoch.

dann setzen wir uns wieder.
"musst du nicht nach hause?" frage ich, "deine alte wartet doch sicherlich schon sehnsüchtig auf dich."
das objekt schüttelt den kopf.
"ich geh aber, wenn du willst."
"das ist jetzt sowieso schon egal, ich müsste längst im bett sein."
"ich würde gerne noch ein halbes stündchen bleiben. wenn das geht."
"in ordnung."

das objekt krabbelt zu mir in den sessel und schmiegt sich an wie ein kätzchen.
"ich könnte dich ja besuchen, wenn du weg bist."
ich schnaube verächtlich.
"hm, genau so wie den dritten. die wohnen jetzt schon das zweite jahr in hannover und du warst immer noch nicht da, obwohl du es dem dritten hoch und heiig versprochen hast."
"das ist doch auch was anderes."
"stimmt. der hat ne freundin und es findet deswegen kein fickvergnügen statt."
da hält das objekt endlich die klappe und dreht noch einen joint.

"was hast du eigentlich gedacht, als wir uns kennen gelernt haben?" fragt es mich dann.
"warum willst du das wissen?"
"naja, ich wirke ja auf viele frauen so machohaft und das würde mich mal interessieren, wie dein erster eindruck war."
ich grüble nach.
"unsicher. wie ein schulkind an der tafel."
das objekt schaut mich an.
"du hattest schon damals einen guten blick."
"ich glaube nicht, dass nur ich das so sehe."

ehe wir uns versehen, ist es vier uhr nachts.
"jetzt aber raus mit dir", sage ich rigoros.
ds objekt erhebt sich schwerfällig.
"gut, dass ich morgen spätdienst habe."
"ich nicht."
"wann musst du raus?"
"in drei stunden."
"ich denk an dich."
"lügner."
das objekt schmunzelt.
"ich weiß, dass ich den letzten eindruck nicht mehr revidieren kann."
dann gibt es mir aus heiterem himmel einen kuss, dreht sich schnell um und eilt die treppe hinuntern.

ich falle in mein bett. als der wecker klingelt, erwache ich mit einem schlimmen kiffkater und dem gefühl, als hätte jemand meine welt in die waschmaschine gesteckt und auf schleudergang gedrückt.

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Sonntag, 15. Juni 2014
hauptsache die frisur sitzt
da haben wir ja mal noch glück gehabt. alle texte sind noch da, und bilder waren sowieso nie mein metier. außer katzen hab ich ja nix, was ich vorzeigen könnte. also ein bisschen fassaden-renovierung, dann passt das mit dem layout auch schon fast wieder. der herr olbertz hat sicherlich ein paar mehr schlaflose nächte gehabt.

ansonsten nicht viel neues. zweimal bloggerbesuch gehabt die letzten tage, wunderbar. viel getrunken, viel gekifft, viel gelacht trotz herzschmerz, eine erkältung auskuriert, die x-te in diesem jahr.

kein objektkontakt mehr bislang. das tut immer noch weh. ich will hier nicht im unfrieden weggehen.

die superpuschis allerdings bleiben doch noch ein wenig, das kommt mir sehr entgegen.

lust auf urlaub. den kleinen hat das reisefieber auch schon gepackt.

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Sonntag, 8. Juni 2014
balanche
clubbing. gähnende leere, wie so oft zur festival-zeit. der architekt ist da und begrüßt mich. wir wechseln ein paar worte, dann ordere ich einen drink.

ich muss ihn bei der barkeeperin bestellen, mit deren mann ich mal geknutscht habe, das ist mir urpeinlich. doch als ich das getränk entgegennehme, schaut sie freundlicher, als ich es jemals erwartet hätte. also fasse ich mir ein herz und sage:
"du, ich wollte dir noch mal was sagen... ich will nix von deinem mann oder so. und er auch nicht von mir."
sie lächelt entspannt.
"das ist mir schon klar. aber das geht trotzdem nicht."
"das ist mir schon klar", grinse ich. "kommt auch nicht wieder vor."
sie dreht sich weg, wurschelt herum und schiebt mir dann einen schnaps hin.
eine schöne geste.

als ich den raum wechseln will, ist da plötzlich das objekt. ich hatte es nicht gesehen und vermutet, dass es auch nicht kommen würde, um eine unangenehme begegnung mit mir zu vermeiden. aber das objekt gibt sein revier niemals auf. genau wie ich.

als das objekt mich bemerkt und aufblickt, lächeln wir beide. ich lausche in mich hinein: keine schrecklichen gefühle, keine trauer, kein hass. es geht mir gut. dem objekt anscheinend auch. wir gehen aufeinander zu, nehmen uns kurz in die arme, dann geht jeder seine wege.

ich bin so gut drauf, dass ich mich sogar mit meinem lästigen dauerverehrer unterhalte, obwohl ich dabei zum wiederholten male feststelle, dass das zeitverschwendung ist, da bei ihm weder die inneren noch die äußere werte für mich stimmen. also verdünnisiere ich mich nach einer höflichkeitsviertelstunde wieder, um mich zurückzuziehen und noch einen zu heben.

am ende des abends, als schon der rausschmeißer erklingt, lässt sich das objekt neben mich plumpsen.
"herrjeh, bin ich durch", seufzt es. dem glasigen blick nach zu urteilen ist es bis zum anschlag voller stimmungsaufhellender substanzen, gelöst in einer größeren menge wodka-energy.
wir sitzen einfach nur da. wieder erwarten bin ich vollkommen unbefangen und fühle mich nach dem zweiten drink geradezu tiefenentspannt.
"ich kann mir gar nicht vorstellen, jetzt noch 40 minuten fahrrad zu fahren", sage ich.
"ich muss ja auch noch", sagt das objekt.

als wäre das ein stichwort, rappeln wir uns synchron auf und schlurfen richtung garderobe. das objekt hat nur eine mütze abgegeben, die es aufsetzt, bevor es aufs rad steigt.
"dein feigenblatt, oder was", frotzle ich.
"wieso feigenblatt", will das objekt wissen.
"wegen der beginnenden glatze."
"ich hab keine beginnende glatze!"
"dann isses halt ein präventiv-feigenblatt."
"ein präservativ-feigenblatt", dichtet das objekt und wir müssen beide lachen.
dann radeln wir schweigend nebeneinander her. ich will unser gespräch vom sonntag auf keinen fall thematisieren und auch das objekt scheint darauf keine lust zu haben.

als wir durch den kleinen park fahren, sagt das objekt auf einmal:
"warte mal... hast du noch ein bisschen zeit?"
ich stutze.
"warum?"
das objekt schaut richtung spielplatz.
"lass uns mal da reinfahren."
wir steuern richtung sandkasten.
"setz dich mal", sagt es und platziert mich auf einer der schaukeln. dann kniet es sich vor mich und beginnt, mir meine schuhe auszuziehen.
"was solln das?!"
"wir spielen was."
"was spielen wir denn?"
"siehste gleich."

als ich barfuß bin, zieht mich das objekt in richtung einer schmalen mauer, die schätzungsweise anderthalb meter hoch ist.
"willst du da oben sitzen oder was."
"nee. zieh mal deinen mantel an, dein kleid ist zu dünn."
"das ist mir zu warm."
"aber der hat einen festen stoff, das kleid würde vielleicht zerreißen, das ist ja nur ein hauch."
"jetzt sagst du mir erstmal, was du vorhast."
"wir machen ein spiel. ich will, dass du auf die mauer steigst und sie bis zum ende da drüben entlanggehst."
"du spinnst ja wohl, ich bin total betrunken, ich fall da sofort runter."
"ich halte dich fest." das objekt rafft meinen mantel am po zusammen und demonstriert mir, wie es sich die sicherung gedacht hat.

langsam verstehe ich das spiel. es ist ein vertrauenstest. typisch objekt.
"okay", sage ich. "aber du gehst da zuerst lang."
"okay. und ich erwarte nicht mal, dass du mich auffängst."
"hallo?! mit deinem gewicht quetschst du mich platt, wenn du auf mich fällst."

das objekt hangelt sich flink und geschmeidig wie ein kätzchen auf die mauer und schwingt sich in den stand. dann geht es die mauer entlang, langsam, aber mit der instinkhaften sicherheit eines schlafwandlers. als es am ende angekommen ist, dreht es sich auf einem fuß um und kommt den weg wieder zurück. wieder einmal bin ich fasziniert von so viel körperbeherrschung, die sogar noch unter einer volldröhung funktioniert.

"jetzt du."
ich krabbele auf die mauer und komme mir plump und unbeholfen vor wie damals im sportunterricht, als reckturnen angesagt war.
die mauer ist von oben betrachtet erschreckend schmal, nicht mal einen fuß breit.
"keine angst", sagt das objekt. "ich halte dich, wenn du fällst."
als ich endlich überhaupt erstmal stehe, bin ich zittrig, die welt dreht sich leicht und mein magen drückt sauer vom alkohol. das objekt packt mich am mantel.
"hör nicht auf deine instinkte. geh einfach los."
langsam setze ich einen fuß vor den anderen. die ersten drei, vier schritte schwanke ich und spüre, wie das objekt mich fester greift. doch nach einigen metern geht es plötzlich.
"nicht so schnell", sagt das objekt. "konzentrier dich lieber."

wir sind etwa auf der mitte, als mich das objekt loslässt.
"hey, du hast mich losgelassen!" kreische ich und bleibe stehen.
"du brauchst das gar nicht."
"doch, ich brauch das!"
"ich hab die hand gleich hier hinter dir, ich sehe, wenn du schwankst, dann pack ich dich wieder."
"du hast versprochen, dass du mich hälst."
"ich halte dich ja auch, nur nicht mal ganz so fest. und jetzt hör auf zu singen und geh weiter."
ich überlege, ob ich runterspringen soll, doch dann siegt mein stolz. also balanciere ich weiter. als ich am ende bin, hält das objekt beide arme auf.
"und jetzt spring."
ich springe, und das objekt fängt mich.
"gut gemacht", sagt es. "und jetzt kommt phase zwei."

es heißt mich abermals auf die mauer steigen und wartet, bis ich sicher stehe. dann lässt es mich ganz los und eilt ans andere ende.
"wir treffen uns in der mitte", ruft es mir zu.
"ich gehe keinen einzigen schritt, du holst mich hier sofort runter", schreie ich.
"vertrau mir", sagt das objekt, "ich vertrau dir."

die mitte. na komm, das schaffst du, sage ich mir. reiß dich zusammen, gib dir keine blöße.
"nicht an die angst denken", ruft mir das objekt zu, dann macht es die ersten schritte.
und ich mache meine. zweimal gerate ich aus dem gleichgewicht und sehe mich schon fallen, aber ich fange mich wieder, konzentriere mich neu und setze einen fuß vor den anderen. das objekt hat die mitte längst erreicht und streckt mir die hand entgegen. es kommt mir vor wie eine halb ewigkeit, bis ich endlich bei ihm bin.

"du bist schnell", findet das objekt.
"ich bin total unsicher und unsportlich und obendrein blau", sage ich.
"mach dich nur runter", erwidert das objekt. "fakt ist, du hast es geschafft."
"aber viel langsamer als du."
"ich hab das ja auch schon zwei-dreimal gemacht."
"ich würde das auch nach zehnmal nicht so können."
"du hast ja auch nicht acht jahre lang sportlichen drill und hunderte wettkämpfe hinter dir. und verdammt, sei froh drum."

wir sitzen nebeneinander auf der mauer und rauchen eine.
"ist schön hier, oder?"
"als ich noch in eimsbusch gewohnt habe, bin ich hier auch immer durchgefahren. insofern, ein stück nostalgie."
wir schweigen wieder, niemand macht ein geste, nur unsere arme berühren sich.

irgendwann rutscht das objekt von der mauer.
"los komm", sagt es, und zieht mich nach unten in seine arme.
"und haste was mitgenommen?" will es wissen.
"ja, irgendwie schon."
"was hast du gefühlt?"
ich denke nach, nein, geborgenheit war es nicht, das wäre ein zu emotionaler begriff, denn emotional fühle ich mich gar nicht.
"sicherheit", sage ich.
das objekt strahlt.
"das ist gut. das ist sehr gut."

das objekt kniet sich abermals hin und zieht mir meine schuhe wieder an. dann radeln wir weiter.
vor der haustüre des objekts verabschieden wir uns.
"komm gut nachhause", sagt das objekt. "und pass auf dich auf."
"geht klar", sage ich.
dann schwinge ich mich auf mein rad und fahre den berg hinunter bis zur großen kreuzung. erst unten fällt mir auf, dass ich mich anders als sonst nicht noch einmal nach dem objekt umgedreht habe.

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Montag, 2. Juni 2014
(ent)scheidung zum sonntag
wie immer schaukelt mich mein schicksal gerne lange hoch bis auf wolke sieben, bevor es mich dann wieder tief fallen lässt.

passend zum merkwürdigen gestrigen abend folgt heute ein zweistündiges telefonat mit dem objekt.

der trip ist hiermit gecancelt.
alle weiteren optionen ebenfalls.

der grund: die emotionalen verstrickungen werden dem objekt zu viel. nachdem nun die gespielin ihr recht auf gemeinsamen urlaub angemeldet hat, fiel dem objekt auf, dass es eigentlich viel lieber mit mir fahren würde. auch der gedanke eines gemeinsamen lebens auf dem lande hat ihn wohl ziemlich geflasht. allerdings ist es, wie ich befürchtet hatte: das objekt will seine beziehung nicht aufs spiel setzen.

ich habe noch einmal alles auf eine karte gesetzt und mut zum großen sprung signalisiert. das objekt seinerseits ermutigt, auf seine gefühle zu hören, urlaubstechnisch wie auch sonst. ihm erklärt, dass ich nicht mit der gespielin konkurriere, weil nicht die "bessere" gewinnt, sondern diejenige, für die sich das objekt entscheidet. dass ich mich nicht dazwischendrängen werde. aber ich habe klar gesagt, was ich mir wünsche. und ich habe ihm gesagt, dass ich ihn liebe.

mehr kann man, denke ich, nicht tun.

lektion gelernt: es lohnt sich nicht zu kämpfen. weil man am ende immer in den arsch gefickt wird.

wie immer in solchen situationen stehe ich unter schock.

die aberwitzige situation, im heranrauschenden nervenzusamenbruch nicht den notanker werfen und die nummer des objekts wählen zu können.

die noch viel aberwitzigere situation, das meine krankenkasse vorgestern weitere therapiemöglichkeiten abgelehnt hat.

die alleraberwizigste situation, dass nun hiermit die größte hemmschwelle zum freitod gefallen ist.

der aberwitzige gedanke, dass man ja nun noch schnell reiseequipment zurückschicken und geld rausholen könnte.

der noch viel aberwitzigere gedanke, dass es genau jetzt zeit fürs bett ist.

der alleraberwitzigste gedanke, dass man doch eigentlich nicht mehr rauchen wollte und dass die eben gequalmte halbe schachtel wieder 100 minuten leben kostet.

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