Samstag, 19. Dezember 2015
ich geh mit meiner laterne...
und da stehen sie jetzt mit ihren lichtlein in einer kette, und nachher gehen sie wieder cdu und spd wählen.

aber ein selfie für fressenbuch springt dabei heraus, das ist ja schon mal toll. und das gute gefühl, dass man was besseres ist, aller schlagenden naivität zum trotz.

zum abendbrot gibts dann die tagesschau, eine sammelsurium selektierter nachrichten, das gedankenlos abgenickt wird, aber muttis leberwurstbrote schmecken immer noch lecker.

gute nacht, deutschland.

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Montag, 30. November 2015
pure vernunft darf manchmal doch siegen
hamburg ist jetzt olympia-frei!
kein grund für scham oder enttäuschung. einzig ein signal dafür, dass sich hamburg doch nicht hat täuschen lassen von überinszenierten werbekampagnen und inhaltslosen versprechen.

danke, hamburg! ich bin heute stolz auf meine stadt!
#nolympia

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Donnerstag, 26. November 2015
willkommen im krieg
juhu. auch deutschland hat sich jetzt in den dritten weltkrieg hineinziehen lassen. ich bin gespannt, wann sich hier die ersten terroristen in die luft sprengen. auf weihnachtsmärkten oder konzerten oder auch einfach so, in u-bahnen und fußgängerzonen. ich fände es allerdings fair, wenn sie dann auch ein paar in den bundestag schicken. da sitzen nämlich diejenigen, die nun abertausende in den tod reißen.

ich kann mich vor verachtung gegen die dummheit unserer regierung kaum halten. wäre ich ein bisschen religiös-naiv, würde ich mir jetzt vielleicht eine burka und eine mp schnappen und losstürmen.

i´m not germany.
i´m not sorry for paris.
i´m not europe.
i´m only sorry because our government consists of stupid warmongers.
all we need is peace.

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Freitag, 20. November 2015
aus aktuellem anlass: nolympia!
liebe hamburgerinnen und hamburger,

sicherlich ist ihnen die informationsreduzierte, fast schon manipulative werbeflut ihrer heimatstadt zu olympia aufgefallen. die pläne von olympia folgen dem aktuellen politischen kurs unserer prestigegeilen und immer stärker antisozial agierenden stadt.

bevor sie sich sagen, "och, son büsschen sport ist doch nett" und ihr kreuzchen vorschnell an der falschen stelle machen, führen sie sich bitte zu gemüte:

- 11,2 milliarden euro werden verschwendet. geld, das für schulen und hochschulen, gesundheit, umweltschutz und soziales dringend gebraucht würde. darüber hinaus klaffen finanzielle lücken in milliardenhöhe angesichts der angeschlagenen hsh nordbank und der flüchtlingsproblematik.
- die mieten werden explodieren, weitere stadtgebiete werden der gentrifizierung zum opfer fallen. das zeigen analysen der städte, in denen olympia bereit stattgefunden hat.
- der verkehr wird zusammenbrechen. sogenannte "fast lanes" blockieren dann ohnehin schon überlastete straßen.
- die veranstaltung ist eine einzige einladung für terroristen.

lassen sie sich nicht verarschen. sagen sie NEIN zu olympia. sagen sie: #nolympia!
spread the word!

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Sonntag, 15. November 2015
thinking about paris
"weißte, woran man einfach gestrickte menschen erkennt?" fragt mich heute der werte herr gibson.
"weiß nicht, etwa daran, dass sie sich für die preise von dunstabzugshauben bei norma interessieren?"
"nee. daran, dass sie ihr profilbild bei fressenbuch in die tricolore ändern."

bei dem flugzeugunglück vor wenigen wochen kamen über 200 passagiere ums leben. aber das war eben in russland. keine kondolenzbekundungen. keine facebook-profile in russischer beflaggung. warum? weil die abgestürzten passagiere keine zeit mehr hatten, unterhaltsame horror-handyvideos zu drehen? oder weil russland erstmal in ruhe die ursachen untersuchen wollte und nicht gleich "terror, terror" rief?

ich habe mich für ein wenig pervers gehalten, weil mich das attentat in paris relativ kalt ließ. klar, die opfer. die hat es unschuldig getroffen, und mein mitgefühl gilt allen angehörigen. aber imperialismus hat seinen preis. wer in ein fremdes land einfällt und islamisch geprägten lebenswelten westliche werte aufdrücken will, verhält sich respektlos gegenüber den dort herrschenden kulturen. dass man sich dann wundert, wenn einem das irgendwann um die ohren fliegt, ist naiv.

verstehen sie mich nicht falsch. ich heiße die attentate keineswegs gut. aber sie sind für mich weder überraschend noch unlogisch. und ich sehe europa nicht nur als opfer. demokratie muss gewollt sein. demokratie verbreitet sich nicht, indem man ein land mit krieg überzieht und seine jahrtausende alten gesellschaftssysteme zerstört, weil man sie persönlich nicht gutheißt. es gibt keinen "guten" krieg. jeder "befreierkrieg" ist zunächst mal das, was er ist: krieg. er bringt gewalt. er bringt tod und leid. ebenso wie waffenlieferungen.

die frage, die zudem als unbeantwortet gelten muss, ist bis zur endgültigen klärung: wer waren die täter tatsächlich und was waren ihre motive? der is würde es sich auch auf die fahnen schreiben, wenn in china ein sack umfällt - propaganda nach dem prinzip ochsenfrosch. die besonnenheit, die russland bei der aufklärung der ursachen des flugzeugabsturzes an den tag legte, sollte für europa jetzt ein vorbild sein. jegliche emotionalität in diesen tagen wird den falschen in die hände spielen, zum beispiel pegida, nazi-pöblern und der csu. radikalität wird niemals die lösung sein. sonst haben wir bald wirklich krieg. und zwar überall.

was das betrifft, habe ich die tage mehr angst vor europa als um europa.

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Samstag, 14. November 2015
studenten von morgen
anekdoten aus dem leben als teilzeit-mentorin.

mein aktueller kandidat ist ein typ anfang 20, der bereits ein studium begonnen und geschmissen hat. er trägt eine grüne haremshose, trotz der spätherbstlichen temperaturen jesuslatschen sowie einen spärlichen kräuselbart, der ihm fast bis in den schritt reicht und in kürze vermutlich mit seinen sackhaaren verwachsen wird. passend dazu hängen unter seinem jutemützchen lange dreads hervor wie die tentakel eines toten oktopus. all das würde mir kein unbehagen verursachen, wären da nicht dieser abwesende blick, sein gehibbel und die laufende nase.

"hey, sie machen ja sowas mit erneuerbaren energien, nä?" fragt er mich schniefend zur begrüßung.
"in welche richtung solls denn gehen", will ich erstmal wissen.
"naja, sowas mit... mit umwelt, denk ich."
"umweltingenieurwesen", frage ich.
"ja, sowas."
"okay dann..." ich referiere ein wenig über studium und berufsbild und versuche dabei angestrengt, den immer wieder abschweifenden blick einzufangen, während ich mich frage, warum in aller welt man so brezelbreit zu einem beratungsgespräch aufschlägt anstatt selbiges einfach abzusagen.

"geht das auch so mit weniger mathe?" unterbricht mich der typ irgendwann.
"mathe sollten sie schon draufhaben", meine ich.
der typ schaut mir zum ersten mal in die augen, sehr nervös, und bekennt dann, dass mathe "nicht so sein ding" sei.
"dann würde ich mir an ihrer stelle überlegen, ob ich gewillt bin, mir mathe draufzuschaffen, oder ob etwas anderes, mathefreies mir mehr liegt", sage ich.
"ja, halt sowas mit umwelt", meint der typ wieder.
"was verstehen sie konkret darunter? welches studium im bereich umwelt interessiert sie denn? umweltrecht? umweltmanagement? agrarwissenschaften?" versuche ich nachzuforschen.
der typ zuckt die schultern:
"ich dachte, das können sie mir sagen."

meine lieblingskandidaten. der einfachheit halber gebe ich ihm alle broschüren mit, die ich vorrätig habe, und die er dann ohne ein weiteres wort oder einen dank unter seinen spackligen ärmchen davonschleppt. dabei hätte ich ja noch einen heißen tipp für seine berufliche zukunft mit irgendwas mit umwelt gehabt: eine ausbildung als müllsortierer beim gelben sack.

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Donnerstag, 27. August 2015
soziale masturbation
ganz viele möchtegern-gutmenschen ereifern sich gerade wegen der flüchtlinge und posten nonstop rührige scheiße. aber nur, weils so en vogue ist, weils überall in der verfickten zeitung steht.

all die jahre und jahrzehnte lang waren euch die doch kackegal. und eine regierung habt ihr eigenhändig gewählt, die für abschiebungen und waffenexporte und die totale erosion des sozialstaats steht.

euren medial gebrainwashten fokus möchte ich mal haben.

so, und jetzt könnt ihr wieder auf mich eindreschen oder mir erklären, wie toll es doch ist, ein zeichen zu setzen, indem man einen facebook-beitrag zum 5001 mal liked und wie viel da die armen flüchtlinge von haben, die wahrscheinlich alle kein internetz haben oder kein deusch können.

wenn ihr helfen wollt, machts still. machts uneitel. und machts nicht virtuell. und versuchts mal nicht bloß mit symptombekämpfung. sorgt lieber dafür, dass sich teflon-angie und der fette gabriel demnächst bei der müllabfuhr bewerben müssen, auf einen ein-euro-job oder so.
danke.

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Montag, 6. Juli 2015
souvenirs
kurztrip nach dänemark mit dem werten herrn gibson. festgestellt, dass die fußgängerzonen in kolding samstags leerer sind als der lidl-parkplatz in kiel an einem sonntag. trotzdem wars schön und wenigstens etwas kühler als in deutschland.

auf dem rückweg wollten wir meer, allerdings kam nach etwa zehn minuten ein gewitter dazwischen. da ich vor gewittern sehr großen respekt habe, vor allem, wenn ich bis zur brust im wasser stehe, mussten wir das experiment leider abbrechen.

wieder zuhause schutzmauern aufbauen.
mit falltor und tränenwassergraben.

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Montag, 6. Juli 2015
ich bin griechenland
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Dienstag, 16. Juni 2015
[an alle word-cracks]
ich weine gerade ein bisschen. word ist schuld. denn word macht das, was ich nicht will.

die problematik: ich habe dilettantisch selbstgebasteltes briefpapier mit fußzeile als grundlage für einen 14-seiter. das dokument soll seitenzahlen bekommen. allerdings solche, die erst auf seite 3 anfangen, denn seite 1 ist das deckblatt und seite 2 ist das inhaltsverzeichnis. das kann ich theoretisch mit abschnittsumbrüchen einrichten. es fängt dann brav auf seite 3 mit seite 1 an. so weit, so gut. allerdings ist dann jedes verfickte mal die fußzeile des hässlichen briefpapiers verschwunden.

wer kennt den trick? wie mache ich es richtig? hat das was mit der position des abschnittsumbruchs zu tun?

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