Freitag, 16. Mai 2008
smells like unterhosen-sp(i)rit
immer wieder unglaublich finde ich menschen (?), die die straße entlang gehen und sogar bei mittelstarken wind in der luft dieser straße eine derartige stinkelinie ihrer bloßen anwesenheit in form vom unrasiertheit, schweißigkeit, fetthaarigkeit und arschwasser hinterlassen können, dass man die noch zehn minuten später riecht.
haben sie schon einmal ihre nase in einen zwei wochen alten haufen durchgeschwitzter, von menstruationsblut und dem letzten durchfall gezeichneter wäsche gesteckt? genau so ist das.
und dann sehen sie ganz am ende der straße diesen inkarnierten gestank in einen fetten bmw steigen. und sie können nicht entscheiden: hartzIV-ler, der heimlich in einer öffentlichen toilette wohnt? unterhaltsschmarotzer, der seinen expartner per hygieneverweigerung aus der wohnung geekelt hat? glücklicher erbe, der seine familie aus versehen durch eigengeruch vergast hat?

sie werden es nie erfahren. sie wollen es auch gar nicht wissen. ehrlich.

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Sonntag, 11. Mai 2008
frauen und männersport - gedanken zur em 2008
die traditionelle rolle der frau beim fußballgucken entspricht in etwa der des balljungen beim tennis: während der mann so wenigstens an den denkwürdigen spieltagen vorm fernseher im sessel sitzend seine alphatier-rolle ausüben kann, rennt frau von der küche ins wohnzimmer und von dort in den keller und dann wieder zurück, um in der urzeitlichen wurzelsammlerinnen-geste ihrem ruhenden mammutjäger chips und bier zu apportieren. während der balljunge so zu seinem taschengeld kommt, verdient sich frau so ein zustimmendes grunzen oder ein liebevolles "geh aus dem bild, so klein ist dein arsch leider nicht".
da wir aber mittlerweile alice schwarzer, die 68er und eine bundeskanzlerin hinter uns haben, kam es, wie es der lauf der zeit so wollte, zu einer erosion der alten kultur. frau von heute guckt meist genauso gerne fußball wie mann von gestern, wenn auch nicht zwangsweise biergurgelnd und gröhlend, sondern gegebenfalls andächtig dreinschauend und nägel feilend, für die pause die "brigitte" auf dem schoß. aber sie gucken, die frauen, das alleine zählt, und sie gucken vor allem ganz anders als männer.

mein erstens fußballerlebnis, bei dem es so richtig um die wurst ging, war die wm 1990. deutschland siegte nach dem elfmeterschießen gegen die braune-würstchen-esser, und ich, damals neunjährig, saß auf dem boden und hatte flusen im mund vom angespannt-innen-teppich-beißen (später nahm ich dann ein kissen, wegen der hygiene). ich war ein stilles kind und traute mich nicht wie meine mutter auf der couch hüpfen und "lauter, mach doch mal lauter" schreien - als ob die davon noch mehr tore machten! aber ich konnte somit auf eine positive fußball-sozialisation zurückblicken und hatte von jeher ein ungezwungenes verhältnis zu muskulösen männern in kurzen hosen aufgebaut.
einige jahre später bemerkte sogar ich als spätzünderin endlich, dass fußball nicht einfach ein spiel ist. denn nicht mal in einem hollywood-schinken bekommt frau soviel ästhetische erotik und geballte emotion zu sehen. dieses schwitzen unter den fliegenden haaren! diese angespannten gesichter mit dem urzeit-jägerinstinkt in den augen, die so spontan und ungezügelt freude signalisieren konnten! dieses entzückende engagement, das so versöhnlich die übliche lethargie, mit der mann sonst alle viere von sich streckend auf das sofa sinkt, kontrastierte! und gleich zweiundzwanzig mal männeroberkörper in der klassischen dreiecksform, wie sie in meinem biobuch der sechsten klasse aufgemalt war, darunter sehnige, braungebrannte (außer bei den rothaarigen engländern) beine. etwa vierzehnjährig schaute ich erstmals gebannt dem trikottausch am ende des spiels zu und versuchte für mich die frage zu erörtern, die mtv ihrer weiblichen zuschauerschaft zu diesem zeitpunkt gerade stellte: hair or bare? bevorzugen sie die behaarte oder die unbehaarte männerbrust? da ich noch nicht soviel erfahrung mit männern hatte, die meinen kopf auf ihren brustkorb drückten und "leck mir die titten, baby" stöhnten, war dies eher eine theoretische geistesleistung denn eine geschmacksfrage und nur mit viel anschauungsmaterial und fantasie zu bewältigen.
mein absoluter lieblingsspieler wurde francesco totti, weil ich in meiner jugend total auf hellhäutige italiener stand, und weil totti laut fankärtchenauskunft wenigstens 1,80m groß war. ich stritt mich leidenschaftlich mit meiner freundin d., die totti optisch als den "tod von venedig" abstempelte und ihre begeisterung eher auf die dunkle und kurzbeinige variante richtete, wahrscheinlich, weil sie meine vorgängerin und exfreundin meines damaligen freundes war, der lang, blass und dürr und für jede menge schlechter erfahrungen ihrerseits verantwortlich war.
ich hielt totti jedoch nicht ewig die treue, sondern wechselte irgendwann zu bixente lizarazu und ein wenig später zu luis figo über, die für mich den reifen mann verkörperten. während lizarazu leider für meine fantasie etwas zu kleinwüchsig geraten war, näherte sich figo eher meinem idealbild - der erfahrene typ mit dem kräftigen körper und markanten gesichtszügen. es war die zeit, in der ich auch für den u2-sänger bono eine heimliche vorliebe hegte, die aber nur anhielt, solange er sonnenbrillen sowie etwas längeres haar trug und sich auf der bühne NICHT auszog.

die meisten frauen, fand ich heraus, haben so gewisse lieblingsspieler, die sie hin und wieder spontan heiraten oder wenigstens mal für einen abend mit nach hause nehmen würden. wer dabei aber glaubt, die selektion richte sich nach rein optischen kriterien, der irrt sich gewaltig. frauen erkennen durchaus so etwas wie läuferischen eifer, den vorteil einer ausgeprägten wadenmuskulatur und sinn für technische feinheiten. außerdem muss er natürlich ein sieger sein. im gegensatz zum beziehungsleben erwarten frauen im fußball keine rückzieher, trägheiten oder eigentore. je nach intensität der jeweiligen spielerbindung kann frau zwar schon einmal verzeihen, wird sich die fehler aber merken und gegebenfalls einen neuen aus der einundzwanzigköpfigen konkurrenz wählen. die verfügbarkeit des überoptimalen angebots verhindert ängste vor dem verlassen-sein, und notfalls kann sich frau - vor allem, wenn sie auf randgruppen steht - auch noch für den linienrichter entscheiden. linienrichter oder auch schiedsrichter garantieren eine gewisse beständigkeit, weil sie keine roten karten kassieren und auch selten verletzt vom schauplatz getragen werden müssen, jedoch sind sie eher typen für nur ein spiel. ältere frauen schwärmen manchmal auch für den mannschaftstrainer, was aber eine generationenfrage und an selige erinnerungen gekoppelt ist. "achja, damals, der junge beckenbauer!"

lassen wir also die dinge ins rollen kommen. ich jedenfalls sag nur eins: der sommer wird heiß.

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Samstag, 3. Mai 2008
kundenberater kennen keine moral
das telefon klingelte an einem freitag.
"hallo!" blubberte eine geölte männerstimme im besten alter (um die 40). "hier spricht herr d. von der *** (hier name einer bekannten bausparkasse einfügen). spreche ich mit frau morphine? sie haben meines wissens bei uns einen bausparvertrag..."
"ähm", sagte ich und erinnerte mich mühsam, was ich mit meinen damals 16 jahren an finanzgeschäften getätigt hatte. "ja, na und?"
"ich würde gerne mal bei ihnen vorbeischauen und unser weiteres vorgehen besprechen. wie sie vielleicht wissen, wird 2009 die wohnungsbauprämie gestrichen und da empfehlen wir unseren kunden, sich die prämie zu sichern, indem sie noch einmal einen bausparvertrag auf eine größere summe abschließen."
"ich kann gar nichts sparen", sage ich, "ich habe kein einkommen. ich lebe im augenblick von meinem ersparten."
"das macht nichts, da finden wir schon eine lösung. sind sie am montag um 16.30 uhr zuhause?"
"ähm, denke schon."
"gut, dann am montag um 16.30 uhr."
völlig perplex legte ich den hörer auf. montag 16.30 uhr war scheiße, weil ich das bürotechnisch kaum schaffte. aber nunja. vielleicht kommt ja was interessantes bei diesem gespräch raus, dachte ich mir.

also am montag zehn minuten früher vom schreibtisch weggeschlichen und halbwegs pünktlich zuhause aufgeschlagen. vor meiner haustür wartete schon ein anzugfuzzi in einer familienkutsche. da ich außer meinem mann keine anzugsfuzzis kenne, schloss ich richtig - der mann war mein berater. ich gab artig patschehändchen und streckte mich ein wenig, ich war also heute mal ausnahmsweise erwachsen und machte finanzgeschäfte. toll. ich nahm den mann mit in meine wohnung, plazierte ihn in meiner kahlen küche und versteckte rasch meine durchlöcherten socken unter dem tisch.
"frau morphine!" der typ strahlte mich an, als wäre ich sein lang ersehntes date. "erinnern sie sich noch an mich?"
"äh, ehrlich gesagt, nicht."
"ich kenne ihren herrn vater. und an sie kann ich mich auch noch sehr gut erinnern. ich war ja schon oft bei ihnen."
"soso." komisch, ich hätte schwören können, dass ich den noch nie gesehen hatte. aber mein gesichtergedächtnis ist nicht das allerbeste, also wollte ich darauf mal nicht allzu viel geben. tun wir einfach so, als wären alte bekannte, riet ich mir.
der berater-heini breitete allerhand an unterlagen und mappen und zettelchen vor mir aus und sagte dann ein wenig drastisch-tragisch mit dem gesicht voller väterlicher sorgenfalten:
"es ist folgendes: der staat streicht 2009 die wohnungsbauprämie, das herz unserer bausparverträge. und ich bin zu ihnen gekommen, damit sie die chance haben, noch in diesem jahr einen vertrag abzuschließen, der dann möglichst lange läuft. so kommen sie noch einige jahre in den genuss der wohnungsbauprämie."
ich guckte und versuchte mich zu erinnern. was war nochmal die wohnungsbauprämie? alles, was in letzter zeit von bausparkassen gehört hatte, war, dass sie daran arbeiteten, alte verträge aufzulösen, um die zinsen einzusparen. vermutlich wollte der mann, dass ich meinen alten vertrag auflöste, um diesen neuen zu machen.
"also hören sie mal", sagte ich, "an meinem alten vertrag wird aber nicht rumgepfuscht."
"nein, nein. den können sie einfach auf eis legen."
"wenn das geht."
"aber sicher!" er funkelte wie gebrauchtwagenhändler mit seinen blauen augen. "schauen sie mal, wir machen jetzt einen schönen neuen vertrag für sie."
"und das macht nichts, wenn ich da dieses jahr nichts mehr einzahlen kann?"
"nein, nein. es geht ja nur darum, dass wir ihnen die prämie sichern."
"okay. ich sags nur nochmal: ich habe nicht einen cent übrig, von 500 euro ganz zu schweigen. wenn da irgendwelche pferdefüße dran sind..."
"keine sorge." er fing an, in einem antragsformular herumzukritzeln, schickte mich kurz nach meinem ausweis und schrieb eine weile konzentriert, während ich durch meine schäbige küche guckte und mich ein wenig schämte, wenn ich an das von hand designte wohnzimmer meiner eltern dachte, in dem er sicher als letztes saß.
"so!" endlich war er fertig. "sie müssen jetzt noch da und da unterschreiben."
ich guckte die angaben durch.
"sie haben da ja 11000 euro reingeschrieben!" die höhe der summe schockierte mich. da würde mein geld ja die nächsten 80 jahre liegen und nicht zum auszahlen kommen."
"es reicht ja, wenn sie in den kommenden jahren 40 prozent davon einzahlen und den vertrag einfach auslaufen lassen."
"hm." ich überlegte. anderseits würde ich ja vielleicht mal wieder etwas verdienen, dann wäre es vernünftig, so einen spießervertrag zu haben. bei den lebensmittel- und energiepreisen und so. an wohnungsbau dachte ich ja gar nicht.
"ach", meinte der heini da, " ich brauche ja noch ihre bankverbindung."
"warum? ich überweise das, wenn dann. ich kann es mir nicht erlauben, dass sie vielleicht meinen dispo ausreizen."
"nein, nur für die einmalige abschlussgebühr."
ich hatte den stift schon im unterschrift-feld angesetzt, doch nun nahm ich die spitze noch einmal weg.
"wie hoch ist die?"
"110 euro."
ich schluckte. 110 euro, das waren fast drei wochen überleben-müssen. aber dann? so auf die zukunft hin betrachtet? ich traute dem staat nicht. irgendwann würden die bestimmt auch noch anfangen, aufgrund ihrer ständig expandierenden sparmaßnahmen alle ersparnisse über 1000 euro zu pfänden. die fdp unkte ja stets etwas vom neuen sozialismus, der uns alle überrollen würde, wenn der gregor und der oskar das deutsche volk wie das berühmte gespenst über den haufen rennen würden. spätestens, wenn uns alle anderen parteien und deren misspolitik in die hungersnot getrieben hätten.
ich zögerte noch ein paar sekunden, dann sagte ich: "na gut." und setzte die folgenschwere unterschrift, während tausend geistige tränen den verlorenen 110 euro nachrollten.

heute musste ich schließlich wieder einmal mit meinem vater sprechen, weil ich wissen wollte, ob ich irgendwelche krankenkassen-zuschüsse für meine neuen blindschleichen-brillengläser zu erwarten hatte. in einem nebensatz erwähnte ich den abschluss des neuen bausparvertrags, und mein vater, so als finanzfuchs, wurde sofort hellhörig.
"WAS hat der dir erzählt?!"
"dass die wohnungsbauprämien 2009 gestrichen würden."
"das stimmt doch gar nicht."
"der wird´s doch wohl wissen! das ist sein job."
"DEM sein job ist es, geschäfte zu machen."
"der sagte übrigens, er kenne dich."
"wirklich? wie hieß der denn?"
"herr d. er war schon oft bei uns."
"na das wüsste ich aber."
ich war verdutzt, glaubte meinem vater aber nicht ganz - grundsätzlich wusste er bescheid in finaziellen dingen, war aber nicht immer auf dem stand von vor zwei stunden - also googelte ich heute nach. und siehe da, mein vater hatte nicht unrecht: die wohnungsbauprämien sollen eventuell einmal gestrichen werden, weil der peer steinbrück das so will. beschlossen war die sache aber noch lange nicht.
toll. ich fettnäpfchentreter hatte mich also ganz klassisch von so einem vertragsdeppen verschaukeln lassen.
riesige wut packte mich. hatte der typ nicht kapiert und auch gesehen, dass ich quasi nichts habe? soll er doch seine mittelschichten abzocken gehen und irgendwelchen reichen rentnern löcher in die sparstrüpfe schneiden. aber die armen, die muss man doch verschonen? das wäre doch das letzte fünkchen vertragsfuzzimoral, das man aufbringen können müsste?
offenbar nicht.
zum glück war meine widerrufsfrist noch nicht abgelaufen, also rannte ich heute los und ließ den neuen bausparvertrag stornieren. ich hatte meine 110 euro wieder! was für ein gefühl. unendlich reich kam ich mir vor. ich hatte wieder reale chancen, den mai zu überstehen.
und irgendwelchen vertragsheinis, beschloss ich, würde ich nie wieder über den weg trauen. noch viel weniger als unseren politikern. und den arbeitsämtern natürlich auch nicht.

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Donnerstag, 1. Mai 2008
hochspannung

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Freitag, 25. April 2008
meta-mettwurst
eine mettwurst ist ein gemenge aus fett, farbstoff und salzen. ein fleischereifachverkäufer mag mir da widersprechen. wir nehmen es jedoch wahr als wurst, etwas fleischartigem, und fragen daher hin und wieder nach dem vermeintlich ehemaligen rind, schwein oder kalb darin.
mit ähnlicher subjektivität fallen menschen gedanklich über ihre gedanken her. machen sich also metagedanken. die einen finden genialität, die anderen ein stück neurose darin, die nächsten stellen eine depression als diagnose fest. seziert werden trauer, angst, wut, freude oder verliebtheit. und all das in einem riesigen proteinhaufen, der nach biochemischen und genetischen gesetzen funktioniert. denke ich also in aminosäureketten? fabuliere ich mir womöglich einen hirntumor zusammen, während ich eine emotion bis zum erbrechen mit meinen pseudoschlauen gedanken behellige? und was ist das ergebnis von alledem? was ich trauer, wut, freude oder wie auch immer nenne, bleibt bloß bestandteil des proteinklumpens. so, wie mettwurst immer fett, farbstoff und salz bleibt und niemals mehr zum schwein, rind oder whatever wird.
deshalb: wahrnehmung und gedanken trennen! wir suchen ab sofort natürliche ursachen und tatsachen!
ein beispielloses beispiel wäre:
"wasn das?!" fragt der kater entsetzt und streicht über meinen arm. ich sehe an meinem unterarm entlang und denke NICHT, oh mein gott, was hat er gesehen, ein eitriges geschwür, hautkrebs oder sonstiges?
"gänsehaut", sage ich lapidar.
"und warum?!" ist der kater weiterhin besorgt.
"weil mir kalt ist."
"ach so, ich dachte schon wegen meiner anwesenheit." der kater ist sichtlich enttäuscht.
aber anstatt eine beziehungskrise heraufzubeschwören, stellen wir einfach die heizung höher. denn so leicht kann alles sein, wenn man sich und seine kinkerlitzchen nicht ständig überbewertet. und wer schließlich ganz geheilt ist, merkt dies unter anderem daran, dass er nicht mehr bloggen muss.

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Samstag, 12. April 2008
wort zum samstag
das web die welt langweilt sich. gut, dass es china, tibet und dalai lama gibt. endlich wieder schön schwarz-weiß-malen und gutmenscheln gehen.
intellektuelle voraussetzungen: keine. in der masse aufgehen und schrei(b)en: "wir sind dagegen!" notfalls kann man da auch schnell einlenken und die phrase auf die fehlenden kinderkrippenplätze münzen, falls einem jemand schläge androht.
politische und soziale auswirkungen: keine. deine meinung ist nämlich so interessant wie ein versehentlich entwichener darmwind auf einem südostasiatischen nassreisfeld.

also alles fast so wie playstation zocken. theoretisch. bei playstation spielen gibts allerdings punkte.

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Donnerstag, 10. April 2008
literaturwissenschaftlerin goes marketing
die preisfrage heute: was ist der genaue unterschied zwischen ertrag und gewinn? bitte ohne wikipedia und in eigenen worten beispielreich erklären.

danke.

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Samstag, 5. April 2008
pupille erweitern
heute abend, 23.55-1.25 uhr auf arte: tuvalu von veit helmer.

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Freitag, 28. März 2008
name it whatever
ich komme aus einer gegend, da sind die meisten kinder dunkelhaarig und dunkeläugig, oder zumindest so halb, wenn wenigstens die mutti blond ist. die muttis sind alle um 14-18 jahre alt. die muttis schieben in hochhackigen pumps ihre kinderwägen und lachen, als ob sie schon morgens um neun eine flasche sekt auf nüchternen magen gesoffen hätten. die muttis sagen pro satz fünfmal "ey" und "fotze". die muttis haben kinder, deren namen ich mir nicht merken und auch nicht aussprechen kann. die kinder sitzen stumm und mürrisch dreinblickend in ihren wägen oder wackeln neben ihren muttis her und brechen von zeit zu zeit in kleine wutanfälle aus. die kinder sind von kik eingekleidet und bei mcdonalds gespeist.
das ist die welt, in der ich mich auskenne.

weniger vertraut bin ich dann mit so gestalten wie heute in der regionalbahn richtung würzburg. fünf kleine blonde, auf niedlich getrimmte echte mädchen (echt = viel pink, viel glitzer) hüpften um mich herum und kreischten wie tokio-hotel-groupies. es ging aber gar nicht um tokio-bordell, sondern um den zug, der so lustig rüttelte, wenn er bremste und anfuhr. an jeder kaff-station verlor ich ein paar gehörnerven. die mutti, schätzungsweise ende zwanzig/anfang dreißig, in hübschen oversize-öko-klamotten à la ulla poppkein, verschaffte sich in regelmäßigen abständen gehör und rief energisch: "luna, tabea, muss eine von euch noch einmal auf toilette?" luna und tabea mussten nicht, dazu waren sie zu beschäftigt mit hoppeln und kreischen und entzückendem mädchen-gegirre. die mädchen hatten allesamt handies und mp3-player, eine mein-kleines-pony-sammlung und beträchtliche schätze an glitzerhaarspängchen und bändchen und kettchen. sie trugen markenjeans und pullöverchen von s.oliver. zwei von ihnen tuschelten darüber, dass sie sich schon schminkten.
zwischen dem gefühl der befremdlichkeit, dass diese kinder teurere klamotten am leibe trugen als ich und vermutlich auch wesentlich technisierter, weil mit modernster hardware ausgestattet waren, hatte ich eine vision: alle fünf werden in zehn jahren so ein bisschen aussehen wie paris hilton, sich so daneben benehmen wie britney spears und doch so erfolgreich dabei sein wie madonna. kleine it-schlampen eben.

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Dienstag, 25. März 2008
geisterbahn
im supermarkt.
vor mir geht eine hässliche alte frau mit einem kleinen dicken jungen. immer, wenn der junge nach einem artikel greift, haut die alte hexe ihm auf die finger. "robert, lass das." der junge schaut trotzdem beinahe fröhlich drein und bewegt sich gemessen an seiner konstitution schnell wie der blitz, was sich nur durch eine gewisse begeisterung für die welt erklären lässt, auch wenn sich die frage stellt, wie auch immer er diese motivation erhalten kann. denn bei so einer oma kann einem ja das grausen kommen.
dann stehen wir an der kasse. die hexe hat ihren vollen einkaufswagen natürlich vor mich an die schnellkasse (maximal fünf artikel) geschoben. sie reißt robert eine packung würstchen aus der hand: "wirst du die gleich hergeben!" und dann, zur kassiererin gewandt: "der stielt wie ein rabe, der bastard!" unwirsch reißt sie den "bastard" an den haaren, und ich traue meinen ohren nicht, als aus des kleinen mund schallt: "aua, mama!"
und ich stehe starr angesichts des biologischen wunders, da ich die hässliche kuh mit den grauen dauerwellen auf 70 jahre schätze und davon ausgehe, dass ihre menopause schon eine weile her ist. hatte ich mich etwa verhört?
doch als die hexe befielt "hol zwei tüten, robert!", sagt der kleine artig "ja, mama" und es sträuben sich mir die nackenhaare. kein hörfehler. hier hatte gottes weise voraussehung eine unverzeihliche kurzsichtigkeit begangen, indem er diese widerliche frau nicht rechtzeitig mit unfruchtbarkeit schlug. was hätte man dem kind nicht alles ersparen können!
als die hexe bezahlt, kann ich ihre hand sehen, die nur vier finger hat (eine art satanshuf?), sowie ihr abstoßendes gesicht, auf dessen nase ein braunes pflaster klebt. zwei thesen bestätigen sich in diesen moment:
1. im alter bekommt jeder das gesicht, das er verdient.
2. der teufel ist ein weib.
ich werde zukünftig weihwasser bei mir tragen, um weiteren begegnungen mit der hölle, die im augenblick verstärkt in meine nähe rückt, vorzubeugen.

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