Freitag, 27. August 2010
tierliebe
als kind durfte ich kein haustier haben. warum, erklärte mir mein hausarzt: "du hast eine hausstauballergie und bist gegen alles allergisch, was fell trägt." das erfuhr ich mit sechs jahren, als ich mir gerade sehnlichst ein kaninchen wünschte. oder eine katze. oder wenigstens ein mäuschen.

ja, schöne scheiße. allergisch zu sein machte überhaupt keinen spaß. es bedeutete auch, dass ich keine kuscheltiere, keine teppiche, bettfedern oder vorhänge abkonnte. aber all das war nicht so schlimm wie kein tier. jedenfalls keins mit fell. ich beglotzte die goldfische im aquarium bei unserem tierhändler um die ecke. die goldfische glotzten zurück. sie schienen mir nicht zuzurufen: bitte nimm uns mit und kuschle mit uns! ähnlich erging es mir mit den wasserschildkröten. es war einfach keine liebe auf den ersten blick. und auf den zweiten irgendwie auch nicht.

meine mutter war mir keine große hilfe. ihr kam meine allergie vermutlich nicht ungelegen. sie wollte ohnehin kein kaninchen und auch keine katze, sondern lieber einen hund. und auch gegen einen hund fand sie tausend ausreden. unterdessen putzte sie den ganzen tag um mich schnoddernase herum und wirbelte so mehr milbenkacke auf als für mich gesund gewesen wäre.

ich hielt mir irgendwann einmal ein paar schnecken in einem schuhkarton. sie hießen julius, saskia und tanjo. dass schnecken zwitterwesen sind und sich gegenseitig mit liebespfeilen zum orgasmus schießen, lernte ich erst im leistungskurs biologie. doch auch dieses wissen hätte nicht verhindert, dass julius, saskia und tanjo relativ rasch verstarben - genauso wie julius II, saskia II und tanjo II. regelmäßig füttern lernt man bei anderen haustieren, die über gewisse kommunikative fähigkeiten verfügen (kläffen, kratzen, sonstigen radau machen) wohl schneller.

als ich besser lesen konnte und das wort "desensibilisierung" im wörterbuch nachgeguckt hatte, versuchte ich es noch einmal mit argumenten.
"mama, wenn ich ein kaninchen hätte, würde das mich gesund machen!"
doch meine mama blieb stur. ich hasste sie dafür.

eines tages lief mir ein kätzchen zu. ich beherbergte es heimlich in unserer garage. tagelang merkte keiner was. meine eltern freuten sich vielmehr über mein plötzlich wiedererwachtes interesse an wurst- und fleischprodukten. "biste doch keine vegetarierin mehr", nuschelte mein vater zufrieden, während er seinen blutigen presssack mampfte. ich nickte und stopfte mir ganz viel schinken in den mund. dann warf ich mein messer hinunter, bückte mich und spuckte den ekligen schinken in eine serviette. mit der serviette in der tasche lief ich dann in der dämmerung nach draußen und versorgte die mieze.
wochenlang ging alles gut. dann verpetzte mich ein nachbar bei meiner mutter. aus der traum. da das tier angeblich eine ernsthafte gefahr für mich darstellte, wurde es sofort eleminiert, d.h. eingefangen und eingeschläfert. man erzählte mir, es sei krank gewesen, aber ich wusste schon damals: trau keinem über 30.

jetzt, mit 29 jahren, habe ich endlich mein erstes haustier. es mag obst und süßigkeiten, fernsehen, baden und seifenblasen. es kann "pipi" sagen, wenn es mal muss und nach draußen will. es ist rosa und hat einen hellblauen fleck am bauch und ist völlig anspruchslos, wenn es nicht gerade seine fünf minuten hat und töricht gegen eine wand läuft. ich nenne es george. kurzum, es handelt sich um ein tamagotchi. ja, lachen sie ruhig. ich weiß, es ist blöd und kindisch, aber besser als nüscht. zum kuscheln und spielen hab ich jetzt eh lieber zweibeiner. wegen meiner allergie natürlich am liebsten ohne allzu viel fell.

... link


Donnerstag, 5. August 2010
how far/near will you come?
für alle sehkranken und solche, die es werden wollen!

... link


hh-mieten
1 zimmer, 33 qm, 625 € kalt. gute, aber nicht beste lage.

will man sowas?! will man?!

... link


Freitag, 16. Juli 2010
kick him oder wann man wirklich dringend auf sex verzichten sollte
er ist schon ziemlich alt, dachte ich mir, als ich ihm zum ersten mal in der kneipe sah. aber irgendwie geriet ich in diesem moment in flirtlaune, als er so in anzug und krawatte dasaß, eine gewisse eleganz und sicherheit verströmend, meinen vaterkomplex animierend. ich weiß nicht, wer zuerst guckte, aber irgendwann kam er herüber an meinen tisch und das unheil nahm seinen lauf. er spendierte mir etwas zu trinken, antialkoholisch, weil ich ja noch arbeiten musste. der typ erzählte und erzählte, während ich zuhörte - die klassische männlein-weiblein-rollenverteilung also - dann überreichte er mir seine visitenkarte und meinte, er würde sich freuen, wenn ich mal anriefe. ich nickte, dankte und ging.

vier tage später fiel mir seine karte wieder in die hände und nachdem das objekt der begierde mal wieder auswärts ficken war, beschloss ich, den kontakt zum alten mann zu reanimieren. er freute sich, von mir zu hören und wir verabredeten uns für drei tage später. der alte mann schlug eine radtour über die dörfer vor, ich übersetzte das clever in "outdoor-vögeln" und packte gummis ein.

als echter gentleman holte mich der alte mann mit dem auto ab. wir fuhren zu ihm. er besaß einen riesigen bungalow am stadtrand und eine ganze horde katzen, was mich kurzfristig vollkommen verzückte. wir landeten auf dem enormen balkon, der voller orientalischer teppiche und möbel stand, tranken erstmal einen wein und ließen die katzen auf unseren füße liegen.
"weißt du eigentlich, warum ich dich angesprochen habe?" fragte der alte mann.
"nein."
"du siehst meiner verstorbenen exfrau sehr ähnlich."
ich war betroffen, allerdings auch leise alarmiert. schließlich kann man(n) ja keine toten frauen durch lebendige kopien ersetzen.

doch es kam viel besser. im laufe des gesprächs stellte sich heraus, dass der alte mann nicht nur einmal, sondern sage und schreibe dreimal verheiratet gewesen war. nummer zwei und nummer drei waren angeblich anders als die erste nicht verstorben, sondern weggelaufen. er zeigte mir fotos. alle drei exfrauen sahen mir zum verwechseln ähnlich. jetzt schrillte meine psychoalarmglocke schon lauter. nicht, dass ich ihm spontan zugetraut hätte, dass er die frauen alle abgemurkst, zerstückelt und im garten verscharrt hätte. (das wäre nicht gegangen wegen der katzen, aber vielleicht hätte vorher einbetonieren funktioniert.) ein komisches gefühl war es trotzdem.

aber es kam noch einmal besser. nach einer radtour über die dörfer (ohne outdoor-sex, das funktioniert in dem alter vermutlich nicht mehr so gut) und einem abendessen in der dorfkneipe erfuhr ich, dass alle exfrauen borderlinerinnen waren. ich staunte nicht schlecht.
"ich such mir eben immmer die gleichen aus", sagte der alte mann.
"aber ich bin keine borderlinerin, sorry, ich bin leider nur eine einfache suchtpersönlichkeit", wagte ich vorsichtig zu scherzen.
"auch suchtverhalten kann ein hinweis auf borderline sein", sagte der alte mann eindringlich. "ich kenne mich da aus, weißt du."
"ich denke, das wäre schon mal jemandem, der mich besser kennt, aufgefallen, wenn da was nicht mit mir stimmt", konterte ich. was dachte er denn? dass er mir jetzt hier borderline andichten und mich dann heiraten könne? damit er mich irgendwann wie die exfrauen...?

irgendwann kam mein hühnchen und ich war froh, erstmal nichts mehr sagen zu müssen und meine weiblichen formen nähren zu können. der alte mann redete dafür um so mehr und erzählte mir in den nächsten zwei stunden in einem langen monolog seine komplette lebensgeschichte, die sich mehr oder minder um seine exfrauen sowie um seine mutter drehte, die - raten sie mal - zufälligerweise auch borderlinerin war. ich nickte und kaute und überlegte angestrengt, ob es in diesem verdammten kaff auch einen bahnhof gibt und wie lange da wohl an einem donnerstag abend die züge fahren.

als wir zurück im nobel-verlies waren, tigerte ich aufgebracht über die teppich. die katzen miauten. der alte mann machte musik an und schlich sich dann an mich heran. ich bekam gänsehaut, allerdings nicht aus entzücken. ich atmete tief durch. was tun? hau bloß ab hier, flüsterte mir mein fluchtreflex, der ist nicht ganz dicht. anderseits war ich vom vergangenen wochenende mit dem objekt der begierde noch immer zum bersten sexuell geladen. und ein schwanz ist ein schwanz ist ein schwanz, sprach mein unterleib. außerdem fickt das objekt jetzt vielleicht gerade eine 18-jährige blondine oder sowas. agreement ist agreement, also komm jetzt gefälligst auf deine kosten. machste halt die augen zu. aber er riecht falsch, sagte meine nase. du bist bloß verwöhnt vom objekt, kritisierte mein unterleib.

inzwischen war ich ausgezogen und lag im xxl-size-bett des alten mannes. ich hatte die augen geschlossen, machte aber dann den fehler, kurz zu blinzeln. der anblick meines unbedeckten gegenübers war ernüchternd. wäre ich ein kerl gewesen, wäre in diesem moment mein bestes stück in seine hülle zurückgeschrumpft. zum ersten mal in meinem leben musste ich eine nummer abbrechen.
ich setzte mich abrupt auf und sagte: "sorry, ich muss nach hause."
"warum?"
"ich hab meine kontaktlinsenaufbewahrungsflüssigkeit vergessen", schwindelte ich spontan und hoffte, dass der alte mann kein kontaktlinsenträger war. ich hatte glück.
"kann man da nicht einfach wasser nehmen?"
"nee, davon gehen die kaputt", log ich. so schnell hatte ich noch nie eine wohnung verlassen. ich sprang in meine kleidung, drängte den alten mann zum auto und ließ mich zurück in mein kleines zuhause bringen. ich machte die tür hinter mir zu und atmete erleichtert auf.

da ich jedoch ein nettes mädchen bin und die geschichte nicht einfach so stehenlassen wollte, verabredete ich mich noch einmal mit dem alten mann.
"ich habe nachgedacht, das wird nichts mit uns", platzte ich heraus.
"stimmt", sagte der alte mann. "das war ein bisschen zu schnell."
"das meine ich nicht", erläuterte ich. "ich möchte keine beziehung mit dir. ich bin zu weit gegangen. ich wollte keine falschen hoffnungen schüren."
"aber wir passen doch so gut zusammen", sagte der alte mann.
das hatte wohl in all den jahren unserer vertrauensvollen beziehung herausgefunden.
ich versuchte, auf meinen standpunkt zu rekurrieren, doch der alte mann erwies sich als stur. ich solle es mir noch einmal überlegen. er sei doch so ein toller und es gäbe noch viel für mich zu entdecken. ich dachte an den nacktanblick und gruselte mich bei der vorstellung. wir einigten uns schließlich darauf, das er mich in ruhe lassen werde, bis ich mich wieder melde. damit war ich sehr einverstanden, da ich natürlich nicht vorhatte, an die begegnung anzuknüpfen.

einige tage nach dem unrühmlichen ende der bekanntschaft ging es dann richtig los. ich bekam eine vermiss-sms. ich beschloss, sie unbeantwortet zu lassen. schließlich hatten wir eine abmachung. doch mein ignorieren brachte den alten mann anscheinend so richtig in fahrt. es folgten vier weitere sms. ich sei ein leichtes mädchen und eine borderlinerin, weil ich keine nähe ertragen könne. das machte mich wütend. das musst du dir nicht bieten lassen, dachte ich mir und pfefferte zurück. kann ich ja gut. der alte mann konterte. da mich die sms-konversation auf diesem niveau langweilte, schrieb ich, ich sei dafür, den kontakt an dieser stelle abzubrechen. schließlich hatte ich noch was anderes vor als mir schimpfwörter auszudenken.

wer jetzt glaubt, ich hätte endlich ruhe gehabt, irrt. einige tage später, ich traf mich gerade mit dem anderen leckeren mann, ging es weiter. laberrhabarber. der alte mann schrieb mir, wer und was ich alles schlimmes und therapierbedürftiges sei und fragte, ob es noch sinn mache, auf mich zu warten. ich fasste mir ein herz und schrieb ein klipp und klares nein zurück, dass ich nichts von ihm wolle, jetzt erst recht nicht mehr, weder eine beziehung noch irgendwas anderes.

der friede nach meiner hoffnungszerschmetternden ansage dauerte leider nur wenige tage. es ereilte mich eine einladung zu einer feier. eine gutmütige idiotin, wie ich nunmal bin, antwortete ich, das sei interessant, allerdings käme ich nur als platonische freundin mit. daraufhin zog der alte mann alle register des charms. kleine botschaften seiner angeblichen zuniegung trafen im minutentakt auf meinem handy ein. ich bereute, dass er meine telefonnummer kannte. ich bereute den tag, an dem ich ihn kennengelernt hatte. und ich bereute eintausendmal, dass ich mich auf den versuch, sex zu haben, eingelassen hatte. und ich fragte mich: was, zu teufel, ist an einem einfachen nein nicht zu verstehen?

ich habe inzwischen mein handy ausgeschaltet. ich werde meine nummer ändern und am besten auch meine adresse. und wenn ich glück habe, werde ich mich am wochenende zum objekt und seiner blondine oder seinem blonden ins bett kuscheln. nicht zuhause sein. um sich vielleicht endlich mal wieder zuhause zu fühlen. und eines tages, hoffe ich, wird dieser alptraum enden.

bis dahin halte ich sie auf dem laufenden.

... link


Samstag, 3. Juli 2010
effect vs. sustain
fussball hat einen stellvertreter-effekt. die endophinausschüttung funktioniert auch so. stolz macht nämlich ebenfalls glücklich. und das beste: stolz auf andere ist noch nicht mal egoistisch.

m.e.schönste aktion: die abwehr mit dem gesicht auf kürzestdistanz. einsatz muss weh tun. allerdings: von seinem einmalgehalt kann sich ein nationsspieler natürlich fünfmal die nase - und auch den rest - neu machen lassen.

das nächste mal aber bitte wieder public viewing. im moment möchte ich eintauchen eintauchen eintauchen. es geht mir auf eine merkwürdige art und weise so gut wie schon lange nicht mehr. eine mentale frage - wie vermutlich auch bei unserer elf.

... link


Freitag, 2. Juli 2010
odel verpflichtet
junggesellenabschied in der schanze. eine traube junger traditionalisten wankt durch die straßen. alle tragen ein gelbes t-shirt mit der aufschrift "ich bin noch zu haben". einer von ihnen, ausgerüstet mit einem bauchladen voller knabbereien und schnaps, stolpert unschuldigen passanten auf die füße und bietet lallend und seibernd die ware feil.

"sag mal, wo ist denn der, bei dem drauf stehen müsste, bin gleich nicht mehr zu haben?"
"keine ahnung."
"der ist schon getürmt."
"wenn das da die braut ist, hab ich vollstes verständnis dafür."

"das da" ist eine früh gealterte oder mittelalte frau im viel zu engen pinkfarbenen shirt und viel zu laut kreischend kichernden freundinnen. sie bereitet sich auf das fest der freude vor, indem sie halb verzweifelt, halb vergnügt ihren mann in spe sucht.

"wenn die jetzt schon nicht weiß, wo ihr typ ist..."
"ich hoffe, er hat seine flucht gut geplant und keine spuren hinterlassen."
"wir sollten ihr ein t-shirt kaufen mit der aufschrift: bin bald wieder zu haben."
"aber wer nimmt denn so eine freiwillig?"
"hm."

nachdenken.

"meinst du, die heiratet in weiß? so richtig, wie prinzessin?"
"in ihrem alter?!"
"meine mama war auch schon 36 und hat noch in weiß geheiratet."
"das war ja auch vor 30 jahren. da hatte man noch weniger alternativen. da hat onkel heinzi noch gesagt, wennde nich in weiß heiratest, traudl, dann stribt uns die omma wech! und dann wurde eben in weiß geheiratet, auch wenn traudl mit ihren krähenfüßen im zerknitterten harley-look echt noch gerockt hätte."

wir lesen in der zeitschrift für frustrierte, wirtschaftlich ausgebeutete endzwanziger, dass die ausschüttung des hormons oxytocin für die emotionale bindung zwischen zwei menschen sorgt. oxytocin wird gebildet bei, na raten sie mal? beim f... ähm, liebe machen!

"aber wenn mein typ dann fremdgeht?"
"tut er eh irgendwann."
"bindet er sich dann automatisch auch an die andere?"
"weiß nicht. kommt auf den grad der abhängigkeit an."
"wovon?"
"na, eben ob man sehr abhängig voneinander ist oder ob die trennung ohne große umstände möglich ist. das sind fragen wie: gibt es kinder oder nicht, wie anstrengend ist der kampf um das gemeinsam aufgebaute eigenheim, wie viel ist der ärmere von beiden darum bemüht, die bindung aus rein ökonomischen gründen durch persönliche anstrengungen und einschränkungen aufrecht zu erhalten?"
"und der steuerliche vorteil!"
"und der steuerliche vorteil, wenigstens für den besser verdienenden von beiden."
"ja, würdest du denn heiraten wollen?"
"wenn ich die besser verdienende bin, klar."
"dann sieht du im moment aber ganz schön alt aus."
"du doch auch."
"nee, meiner muss ja alimente zahlen. das geht alles vom einkommen ab."
"aber deiner fickt doch auch alles, was ihm über den weg läuft."
"dann macht ers ja von anfang an richtig. und ich doch auch, oder?"
"das heißt, du würdest heiraten?"
"klar."
"in weiß?"
"in schwarz. und zwar zu gustav mahlers kindertotenlieder."

sinnierendes schweigen.

"hat deiner sich eigentlich mal wieder gemeldet?"
"nö. ich mich aber auch nicht. da bin ich ja inzwischen eisenhart."
"das heißt, du hast dir den zwischenschritt mit der heirat gleich gespart."
"sozusagen. kommt insgesamt sowieso kostengünstiger."
"dann können wir ja jetzt guten gewissens noch einen wein nehmen."
"auf die romantik."
"und auf den sex."
"das wäre dann aber ein paradoxon."
"auf das paradoxon!"

... link


Mittwoch, 30. Juni 2010
orientierungslosigkeit deluxe
die staatsregierung verschwendet mal wieder zeit, nerven und geld der steuerzahler. wulff oder gauck, apfel oder birne, hecht oder kabeljau. mal im ernst: was ist ein bundespräseident mehr als die pappmaché-deko-fresse für die allgemeine totale unfähigkeit der berliner kindergartens?

die einzigen gewinner dieser farce: die medienmacher. die langweilen unsereins zu tode.

... link


Sonntag, 13. Juni 2010
wanker´s march
wenn mir gleich noch so ein dreckspisser mit seiner verschissenen tröte begegnet, dann hau ich dem aufs maul und schlag ihn sozusagen kukidentreif.

ich meine, was SOLL das denn? die wm war bisher doch echt scheißlangweilig. da gibts einfach nichts zu tröten. ein maulswurfspups wäre eine wesentlich adäquatere begeisterungsgeräuschkulisse.

wecken sie mich, falls ich nachher was revidieren muss.

***

ähem, okay, wir revidieren: das spiel eben war spitzenmäßig und eine echte augenweide. der ganze stadtteil ist komplett aus dem häuschen. was ein spaß!

***

p.(m.)s./o.t.: warum wird minze im kühlschrank eigentlich sofort welk? und wie stell ich das ab? muss ich die etwa in die vase stecken? oder einfach nur schneller trinken?

***

p.p.m.s.: soundtrack for my o.o.d.

... link


Sonntag, 6. Juni 2010
der mann, das geheimnisvolle wesen
viele männer, die ich kennen lerne, leiden unter starken minderwertigkeitsgefühlen. sie neigen deshalb dazu, in der phase des kennenlernens und bandeknüpfens eine künstliche mystische aura um sich herum zu erzeugen. sie kennen das vielleicht aus der magisch-numinosen welt der kinder, die einem erzählen, sie hätten ein ufo landen sehen, um aufmerksamkeit zu erheischen. das problem ist nur, dass die betreffenden leider schon jenseits der 30 sind. und während frau bei einem vor fantasie sprudelnden kind lächelt, möchte sie dem typ einfach nur gepflegt die vorderzähne einschlagen.

es gibt unterschiedliche strategien, mit denen männer versuchen, geheimnisvoll und interessant zu wirken.

1. die platte lüge. vor zwei wochen im club erzählte mir jemand, er sei musiker und pianist und habe auch schon dieses und jenes lied komponiert. leider verfüge ich über eine solide klavier-ausbildung habe und erwischte ihn eiskalt bei quinten und terzen. zwei stunden später stand er bei einer anderen frau, der er das gleiche erzählte. an ihrem debilen grinsen konnte ich festmachen, dass sie selbst keine musikalische früherziehung genossen hat.

2. die beschönigung.
"ich bin im verkauf tätig" -> "ich sitze bei aldi an der kasse."
"ich bin stolzer vater." -> "ich habe der alten ein balg angehängt, bin dann abgehauen und sehe mein kind seitdem zweimal im jahr."
"ich bin mitte 30." -> "ich werde morgen 40."
"ich bin musiker." -> "ich habe musiksoftware auf meinem pc installiert."
"ich bin künstler." -> "ich habe eine digicam und photoshop."
"ich bin total sportbegeistert." -> "ich hänge täglich vor der glotze und gucke fußball."

3. undurchschaubarkeit durch herumeiern.
"ich hätte dich ja theoretisch angerufen, aber ich KONNTE einfach irgendwie nicht." -> "ich hatte jeden abend eine andere ische in der kiste, die meine eier entsaftet hat."
"ich glaube, viele frauen haben angst vor mir." -> "bitte erzähl mir, wie unheimlich cool ich bin."
"planung erzeugt immer so eine erwartungshaltung. ich fände es viel romantischer, wenn wir uns zufällig wieder begegen würden." -> "ich habe zu viel zeit und ein problem mit verbindlichkeiten. die tatsache, dass wir in einer 1,7-mio-einwohner-stadt leben, macht die wahrscheinlichkeit eines zufälligen wiedersehens gerade so erträglich."
"lass uns zu dir gehen. ich würde dich ja gern mit zu mir nehmen, aber irgendwie fühlt es sich nicht richtig an." -> "meine wohnung ist ein saustall und kleenex ist auch alle."/"meine alte und die blagen sind zuhause."
"ich muss auch mal meine dunkle seite ausleben." -> "ich bin ein totaler langweiler und habe nur diese eine seite, deshalb komme ich auch sonst nicht klar im leben."
"ich kann dir jetzt nicht sagen, ob ich frei bin." -> "ich habe eine olle zuhause und bin am überlegen, ob sie mit dir betrüge."

... link


Mittwoch, 2. Juni 2010
blondie goes president?
wenn die ursel präsident wird, verliere ich meinen letzten glauben an dieses land.

... link