Donnerstag, 26. Februar 2015
mach mal mathe
ich hab manchmal noch immer alpträume, in denen ich mein mathe-abi machen muss und erstaunt feststelle, dass ich schon seeeeeeeehhhhr lange aus der schule raus bin und von den dingen überhaupt keine ahnung mehr habe. wobei nicht gesagt sei, dass ich damals viel mehr ahnung gehabt hätte, denn ich hatte in mathe am ende nur noch klägliche drei punkte. ja, mies. und es kratzt mich noch heute, dass ich damals so den anschluss verloren habe, zugegeben auch, weil ich ihn rotzpubertär ganz bewusst verlieren wollte - frei nach dem motto mathe doof, lehrer doof, alles doof. zumal mathe echt spannend ist. das versteht man aber nur, wenn es einem jemand außerhalb der schule erklärt.

heute mache ich beruflich mal was ganz anderes, vertrete einen kollegen und lasse eine klausur schreiben. mit fiesen integralen und alles, wovor es mich als abiturientin so geschauert hat. es hat spaß gemacht, zusammenzusitzen und zu diskutieren, ob dies und jenes für unser publikum denn noch lösbar sei. dabei hab ich auch mal wieder mit dem stoff beschäftigt, der zwar uni-niveau hat, aber das ein oder andere ist in ansätzen wieder durchgeblitzt.

wenn ich ganz viel zeit hätte, würde ich das gerne alles noch mal richtig lernen wollen. so von der achten klasse aufwärts, sagen wir mal. denn mit mathe erklärt sich die welt.

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Mittwoch, 25. Februar 2015
sich als frau verdient machen
wir sitzen in einer kneipe und der soeben beförderte bekannte nennt mir stolz sein neues gehalt.
"so viel möchte ich auch mal verdienen!" sage ich anerkennend und neidisch zugleich.
"naja, du bist halt ne frau", erwidert der bekannte bedauernd, aber mit einer großen selbstverständlichkeit, und erläutert mir dann, dass frauen eben nicht so viel verdienen könnten. weil das in der gesellschaft nunmal so sei.

ah ja.

es ist also auch 2015 noch normal, dass frauen weniger verdienen als männer - ja, sogar gesellschaftsfähig. so wie man diabetes hat oder kurzsichtigkeit oder ein hinkebein: schade, pech gehabt. schlechte gene. von der natur benachteiligt. mit deinen titten und deiner muschi bist du leider (hihihi) aus dem club der besserverdienenden ausgeschlossen!

ich habe bisweilen den eindruck, man(n) immer noch denkt, dass frauen einen beruf zum spaß so nebenbei ausüben, neben dem herd oder hinter der wickelkommode, wo sie eigentlich zu sein hätten. so einen kleinen leichten job, damit sie ausgeglichen genug sind, um sich am bügeltisch nicht so schrecklich zu langweilen, und dass ihr einziges erfolgserlebnis nicht daran besteht, ihrem macker einen zu blasen und ihm nachher noch ein bier zu bringen. oder dass sie arbeiten gehen, um ihr hartz aufzustocken, wenn der geile alleinverdiener-hecht irgendwann den abgang macht.

ich bin keine feministin. aber als selbstständige begegne ich diesem vorurteil ebenfalls. dauernd. so denkt man(n) - und das bisweilen sogar laut - dass ich kunden nur deshalb akquiriere, weil ich einen partner suche. und dass ich es als gutaussehende frau doch sicherlich nicht allzu schwer habe. was ist nicht schwierig für mich, frage ich dann gerne nach, einen schwanz zum rumpoppen zu finden oder finanziell unabhängig zu überleben?! öh, öh, öhm, hüstel, das habe man(n) jetzt nicht so gemeint. aber ich verstünde doch wohl einen spaß, haha. ja, und du verstehst sicher auch, wenn meine faust gleich zwischen deinen zähnen steckt.

neulich hörte ich sogar in der bahn, die frauen seien maßgeblich an der arbeitslosigkeit schuld, wenn sie versuchten, sich auf dem arbeitsmarkt in jobs zu drängeln, in denen sie - so wörtlich - "nichts zu suchen zu haben".

liebe männer, die ihr so denkt und eure frauen in das spießbürgerliche 50er-jahre-familienmodell drängt, weil euer ego verkümmern würde, wenn ihr euch nicht wenigstens als versorger aufspielen könnt: vergesst niemals, dass wir euch theoretisch nicht mal zur reproduktion brauchen.

damit wäre eigentlich schon alles gesagt.

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Montag, 23. Februar 2015
3333
wer ist morphine? eine kunstfigur. aber auch ein teil von mir. seit 3333 tagen.

morphine wirkt auf manche leser vielleicht verrückt. ich selbst tue es nicht. draußen auf der straße bin ich unauffällig. ein freundlicher, fröhlicher mensch. auch mit denjenigen, die um meine erkrankung wissen, die mir nahe stehen und denen ich vertraue, bin ich anders als in meinen dunklen momenten. das liegt an den kontakten und der energie, die sie mir geben, aber auch an meiner erwartung, wie mich andere wahrnehmen. die setzt mir einen rahmen. eine bühne.

vielleicht ist morphine in manchen momenten näher an mir dran als mein alltags-ich. aber sie ist auch nur eine dimension von vielen.

wenn ich unsicher bin, lausche ich ganz tief in mich hinein. und dann flüstert mir etwas etwas. doch es ist immer eine andere stimme. panta rhei. auch die identität und die individualität. alles nur schöne begriffe. alles nur ein kreis mit unendlich vielen ecken.

ein projekt der fachhochschule kiel versucht unser tägliches rollenspiel und dessen auswirkungen auf den punkt zu bringen:

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Montag, 23. Februar 2015
morphine in h
ich habe schon mal geschrieben, dass sich hinter vielen bloggern fantastische menschen verbergen. heute habe ich wieder einen kennen gelernt.

nun haben wir leider das autogramm für den kollegen aus der klinik vergessen, fiel mir in zug nach hause ein. aber ich kanns gerne noch nachreichen. ansonsten berichte ich dann bei gelegenheit über die aktion "familienpizza für das objekt". vielleicht kann ich ja den pizzamann beschwatzen, ein paar psilocybinhaltige funghi draufzumachen. sozusagen unter dem motto "bis(s) zum horrortrip".

however, schön, wenn der sympathische virtuelle eindruck dem echten so sehr entspricht. bis demnächst, zu einem poetry slam auf dem kiez oder auf einen besuch im fast-food-für-hipster-laden!

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Freitag, 20. Februar 2015
[kleiderknigge]
was zieht man denn so bei einem großen empfang mit politikern und anderen wichigtuern an?

alles, was ich habe, ist entweder billig oder zu punkig oder zu aufreizend. mein einziges abendkleid ist ein rockabilly-polkadot-kleid mit schwarzer schleife. das kann ich aber nicht tragen, das rutscht und ist vermutlich auch nicht angemessen.

ich bin aber auch nicht so typ für ein chanel-kostümchen.

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dr.-ing.
ich ficke am liebsten nichtakademiker. ich will damit nicht sagen, dumm fickt gut, aber beim sex braucht man praktische intelligenz, fingerspitzengefühl und kreativität nunmal mehr als strategisches oder analytisches denken. verkopft vögeln funktioniert nicht so gut, und verkopft und verschroben bin ich schon selbst genug.

mein neuester fick tanzt komplett aus der reihe, was das betrifft. ingenieur, promoviert, in der kommunikation extrem bedacht und korrekt. und sehr vorsichtig, weil verheiratet. gestern verabreden wir uns zum ersten mal, auf einen kaffee, nur kurz, weil ich nicht viel zeit habe. nach zehn minuten kaffeetrinken fragt er aber schon, ob ich ihm nicht einen blasen will.

wir gehen zu mir. er lacht sich kaputt über meine kleine wohnung mit der windschiefen kommode. er wohnt in blankenese und ich will gar nicht wissen, wie. dann lässt er die hosen runter und ich gehe auf die knie.

nackt seid ihr alle gleich. gleich geil, gleich beschämt, gleich hungrig.

er spritzt nach zwei minuten ab und geniert sich deswegen. dann kuschelt er sich in mein bett wie ein kleiner junge. das finde ich irgendwie niedlich. ich krieche in seinen arm, lasse mich fallen, bin ganz entspannt, denke nicht an die arbeit oder an den k.-ex-ex oder an das objekt.

er findet meine brüste schön und meinen arsch und behauptet, er werde süchtig nach mir. und will alles wissen. ob ich laufe. ob ich schwimme. was ich gerne esse und welche filme ich gucke und welche bücher ich lese.
"wir könnten ja mal essen gehen oder ins kino", schlägt er vor.
"nein, das geht mir zu weit", erwidere ich.
"das heißt, wir sehen uns nicht mehr wieder?" fragt der dr.-ing. enttäuscht.
"das habe ich nicht gesagt. aber ich will dich nicht mögen, weißt du. dazu passen wir schon jetzt zu gut zusammen."
"ich liebe meine frau", sagt er zögerlich.
"aber dir fehlt der sex."
"ich will mich lebendig fühlen."
"dafür bin ich die richtige."
"den eindruck habe ich auch."

zwei stunden später haut er ab. frauchen hat den abendbrottisch gedeckt. ich stehe an der tür, winke nonchalant.

bloß nicht am arsch kriegen lassen.

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