Samstag, 24. Januar 2015
droge konsum
dass ich konsumwut und kapitalismus anprangere, scheint für viele hier das produkt von sozialneid zu sein: die dämliche alte lebt vom schreiben bzw. einem mies bezahlten bürojob und kann demnach froh sein, wenn sie überhaupt die miete jeden monat zusammenkriegt. natürlich ist so eine dumme kuh eifersüchtig auf alle, die sich kaufen können, was ihr herz begehrt.

dass konsum allerdings tatsächlich das belohnungszentrum im gehirn aktiviert und damit genauso wirkt wie drogen, alkohol, essen oder sonstige als suchtmittel bekannte substanzen, bestätigt jetzt auch die wissenschaftliche seite.

dieser kluge artikel erwähnt übrigens auch, dass konsumieren lediglich das kaschieren tiefer gehender bedürfnisse ist. damit bekommt der materialismus wie von mir bereits vermutet die bedeutung einer - leider allzu dürftigen - religion.

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Donnerstag, 22. Januar 2015
[fan-content]
dass dieses blog aktuell täglich zwischen 200 und 400 leser aus aller welt hat, ist mir eine ehre. dass sich aber mehrere leser aus ein und demselben krankenhaus darunter befinden, war mir neu.

schwerkranken leuten bei der therapie die zeit zu vertreiben finde ich aber prinzipiell sehr schön. wenn mich ein depressiver anfall überkommt, lese ich auch gern blogs oder, wenn alles zu anstrengend wird, twitter. ablenkung ist toll, gerade wenn es sonst eher einsam, elend und kalt um einen ist.

ich kann nicht heilen (das wär mal schön, dann hätte ich auch nen haufen probleme weniger), ja, ich darf noch nicht mal stammzellen spenden, weil ich so medikamentenverseucht bin. (mein blut kann töten, harhar!) ich gebe auch keine doofen ratschläge, bin ja nicht eure mutti, und wir wissen ja alle: das gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint. aber ich kann euch was erzählen.

ganz besondere grüße
von der verkorksten alten, die so gut über psychokram, alk, ficken und drogen schreiben kann

<3

p.s.: wer helfen will, sollte mal hier gucken, ob er als spender infrage kommt.

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Dienstag, 20. Januar 2015
sortierungsarbeiten: je ne suis pas allemagne
deutschland ist aufgeregt. endlich gibt es pegida. endlich gibt es wieder einen grund, sich auf die straße zu stellen, sich wichtig zu fühlen und dabei auf so drollig-harmlose weise rein gar nichts zu bewirken. mit plakaten wedeln, rumgröhlen, vielleicht mal einen leeren kaffeebecher schmeißen.

deutschland sortiert sich. auf einmal wird den menschen wieder bewusst, wie nett es ist, auf der richtigen seite zu stehen. in diesem fall ist es besonders einfach, denn die geschichte hats ja schon vorgemacht: böse nazis! pfui!

deutschland ist das volk. auf der straße entsteht ein wir-gefühl, wie es noch nicht mal bei der wm vorherrschte. wir, die guten! wir, die richtigen! wir sagen einer truppe, die sich durch ihre blödheit in kürze wahrscheinlich selbst erledigt, den erbitterten kampf an. weil wir uns dabei so gut fühlen, ist es uns sogar egal, dass wir dem feind damit nur noch mehr aufmerksamkeit bescheren. egal. es glühen die überzeugungen und emotionen, wer denkt da noch an demokratie und die offenheit, die demokratie eigentlich erfordert, die freiheit, die vielfalt, die extreme per se unschädlich macht, den one-world-geist, wenn wir endlich mal deutschland sein können, recht haben können, wenn wir, das volk, denen, die behaupten, das volk zu sein, so richtig einheizen. denn nur wir sind das volk, völkischer, wir sind am völkischsten.

wir sind diejenigen, die hormongedopte tiere aus massenhaltung fressen, die wegsehen, wenn einem freund leid widerfährt, denen flüchtlinge erst dann bewusst werden, wenn sie tot sind, wenn die asylantenheime brennen. wir sind diejenigen, die an obdachlosen vorbeirennen, weil wir uns ekeln, weil wir doch keiner von "denen" sind, wir sind diejenigen, die um alles, was anders ist, was fremd ist, was verrückt oder ein bisschen zu bunt erscheint, einen weiten bogen machen, und abends nach mit deutscher gründlichkeit verrichteter arbeit in unser ikea-nest schlüpfen, den fernseher andrehen und uns einen scheiß darum scheren, wie es unseren nächsten nachbarn geht.

wir sind deutschland, ein haufen selbstgerechter antidemokraten. wir brauchen dafür keine gratulanten, wir gratulieren uns selbst.

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Sonntag, 18. Januar 2015
clubklokunst


found@fundbureau

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islam und westlicher götzendienst
wir haben uns erfolgreich vom kirchlich-christlichen gott emanzipiert. der alte mann mit dem rauschebart, der für nächstenliebe und verzicht steht, ist out. das abnabeln von diesem etwas strengen und altbackenen gott bedeutet jedoch noch lange ist, dass wir auf unseren glauben verzichten können. denn ohne einen glauben sind die meisten menschen hilflos und nicht lebensfähig.

how come?

beim modernen glauben handelt es sich nicht um das anbeten einer gestalt, die für althergebrachte werte und eine etwas seltsame weltanschauung steht. angebetet werden stattdessen die götzen des kapitalismus.
anstatt in die kirche zu gehen, rennen die menschen samstags in die kaufhäuser und bedecken ihre schmächtigen, hässlichen seelen mit konsumgütern. wer früher durch tugendhaftigkeit und reinheit punkten konnte, muss heute mit markenklamotten und teuren autos protzen. anstatt dienste an armen und kranken zu tun, schuften die menschen im job bis zur selbstaufgabe, um ihre existenz durch das anheben des kontostands rechtfertigen zu können. wenn sie orientierung und erbauung suchen, hören sie sich an, was dieter bohlen, helene fischer und andere hohlbratzen von sich geben. und statt beim abendmahl oblaten zu mümmeln, gehen die leute zum plastischen chirurgen und lassen sich die falten wegspritzen und die nasen plätten, damit sie in die götzengemeinde der ewig jungen, schönen, reichen und leistungsbereiten passen und - um götzenwillen - bloß nicht irgendwie auffallen.

die menschen im westlichen kapitalismus leben damit in einer welt, die heute mehr denn je von angst und aberglauben regiert wird und lichtjahre von freiheit, aufgeklärtheit und gemeinsinn entfernt ist. obwohl jeder damit prahlt, keinen gott zu brauchen, sind alle versklavt und verkauft, ohne es zu merken.

in diesem kontext über eine religion wie den islam richten zu wollen, ist obszön. man kann dem islam ankreiden, dass er sich mangels exegese einer immanenten kritik verschließt. aber genau das tut auch die westliche welt, die sich den götzen des kapitalismus unterjocht.

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Mittwoch, 14. Januar 2015
geburt
ich habe nicht gemerkt, dass ich schwanger bin. erst als meine mutter mich auf den bauch aufmerksam macht, verstehe ich. dabei ist der bauch nicht gerade groß.
"ich will aber kein kind", schreie ich und schlage den bauch gegen die wand.

kurz darauf ist es dann schon soweit. ich liege keuchend in den wehen. ich habe schmerzen und auch wieder nicht. jemand hat eine bettdecke über mich gebreitet, ich kann nur erahnen, was sich da unten abspielt. irgendwann ist es geschafft. außer unmengen von blut und koageln ist da aber kein baby. sondern ein kleiner hund. der sofort aufspringt und mit mir spielt.

obwohl ich eigentlich in die schule müsste - durch die geburt bin ich sowieso schon viel zu spät dran - gehe ich mit dem kleinen hund an den strand. der kleine hund steht total drauf, wenn ich ihn in den sand einbuddle, bis nur noch der kopf herausschaut.

ich bin happy und lache viel.

dann klingelt der wecker.

das ist nun schon der dritte traum über eine schwangerschaft/geburt in kurzer zeit. irgendwas will mir mein unbewusstes sagen...

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