Freitag, 14. März 2014
ein freitag
voller indifferent zärtlicher gefühle.

katz-und-maus-spiele.

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Montag, 10. März 2014
träumen
ich beschließe am nachmittag, einen spaziergag zu machen. nach 200 metern merke ich allerdings: das ist es gar nicht. mir ist gar nicht nach sonne und frühling. mir ist nach mehr. ich fühle mich, als denke das objekt gerade an mich, und checke das handy. nein, keine sms. also schreibe ich eine. eine hübsch versaute.

eine minute später ruft das objekt an.
"boah, krass, das war ja voll ins zentrum", sagt es.
"was meinst du denn?" frage ich unschuldig.
"ich hab gerade so an dich gedacht und da flattert deine sms rein. und wow, ich hab den eindruck, etwas in mir hat da heute schon den halben tag drauf gewartet."
lag meine intuition also doch nicht ganz falsch.
"ich träume heute so vor mich hin", sage ich leichthin.
"was steht im drehbuch?" will das objekt wissen.
"viel, sehr viele möglichkeiten. und irgendwie haben die alle was mit dir zu tun."
der stumme objektive stolz tropft durch den hörer und ich weiß, wie es da sitzt und in sich hineinlächelt.
"was willst du mir damit sagen?" fragt es.
"naja, alles hier vögelt wild rum... die bienen, die hummeln, die vögel natürlich... wenn du ne stunde zeit hast, würde ich das zum anlass nehmen."
"ich weiß nicht, ob ich heute so ein guter gesprächspartner bin", zögert das objekt.
"bei dem, was ich mit dir vorhabe, kannst du ruhig die klappe halten", sage ich frech.
das objekt lacht.
"dir gehts gut, hm?"
"heute isses sehr okay."
"dann komm rum. in drei stunden kommt die gespielin von der arbeit, das sollte reichen."

als ich beim objekt ankomme, öffnet erst niemand auf mein klingeln. dann endlich geht der summer. oben steht das objekt splitterfasernackt im flur.
"ich hab gerade gebadet."
"extra für mich?"
"ich glaub, das war schon wieder tage her, dass ich mal wasser an mir hatte."
"hör auf, meine erotische stimmung zu killen."
da küsst mich das objekt. erst ganz sachte wie ein schmetterling, dann fest und stürmisch.
"möchtest du einen kaffee", fragt es, als wir luft holen.
"nein. ich will dich."
da hebt es mich hoch und drapiert mich auf sein bett wie etwas sehr kostbares und legt sich zu mir.

wir küssen uns weiter. dann packt mich das objekt und versenkt seinen schwanz in mir.
"ich bin so geladen, du machst mich so an", stöhnt es.
"fick mich", sage ich.
wir versinken in unserer extase, unserem rhythmus, fixieren einander aus halb geschlossenen augen. ich habe das gefühl, in zeitlupe zu erleben: die objektlippen, die sich öffnen und schließen, der atem, der durch seine kehle streicht, das zucken seiner lider, das beben der halsschlagader. alles schreit mich an, dass es richtig und schön ist. die erkenntnis wiederum sagt mir, dass es liebe ist.

danach rauchen wir einen und das objekt meint:
"irgendwie hast du etwas... sehr französisches an dir."
"wie meinstn das?"
"du hast so eine total schöne art, dich zu kleiden. elegant, aber auch extravagant und verspielt. neulich hab ich dich in der stadt gesehen, so von weitem... das war spannend. wenn wir uns nicht kennen würden, hätte ich dich angesprochen."
ich kichere geschmeichelt.
"weißt du, was ich spannend finde? dass wir uns jetzt fast vier jahre kennen und immer noch diese immense anziehungskraft da ist. das hatte ich bislang sehr, sehr selten."
das objekt schaut mich hellwach an:
"du knüpfst das ja auch an den menschen, in meinem fall."
eiskalt erwischt.

das objekt hat sich entspannt ausgestreckt, mich im arm und sinniert mit geschlossenen augen:
"weißt du, was ich mir total gern vorstelle?"
"was denn? du und ich im swingerclub?"
"nee. dass wir zusammen wegfahren... so in nem auto über die autobahn düsen... die sonne scheint... wir fahren so mit den armen ins offene fenster gelehnt... ich rauch beim fahren einen joint..."
"und ich blas dir einen beim fahren, was?"
das objekt schmunzelt:
"ich könnte dir nicht sagen, ob ich dann noch die spur halten könnte."
"hast du noch nie nen blowjob auf der autobahn gekriegt?"
"nein."
"ach gott wie süß."
das objekt knufft mich.

"lass uns das doch machen. lass uns zusammen wegfahren", schlage ich todesmutig vor.
das objekt schweigt, dann sagt es:
"und was mach ich, wenn die gespielin mitwill?"
"naja, die musst du schon fragen. wenn sie nein sagt, hast du wenigestens einen guten offiziellen grund, dir einen anderen reisegefährten zu suchen."
das objekt denkt nach.
"ich hätte sonst alternativ auch so ostern rum ein paar tage frei..."
"auch ne gute gelegenheit."
das objekt schaut mich frech an:
"würdest du eigentlich blau machen, wenn ich sagen würde, ich kann nur ganz spontan da und da?"
"ja. klar."
"warum würdest du das machen?"
"na wir haben doch spaß zusammen."
wir schauen einander an und ich weiß, dass das objekt weiß, wie viel mehr als nur spaß ich meine.

wir rauchen stumm noch eine zigarette, dann ziehe ich mich an.
"scheiße, deine alte kann hier in fünf minuten reinkommen", fluche ich.
das objekt räumt indes hektisch kondome und andere utensilien weg.
dann stehen wir an der tür. wir umarmen und küssen uns.
"es ist mir ja irgendwie unangenehm", sage ich.
"was denn?"
"dass ich so rumspinne und träume."
"warum das denn? das ist doch nicht peinlich."
"aber ich bin doch nicht deine freundin."
das objekt drückt mich noch mal.
"morphine, wenn die gespielin nein sagt, fahren wir zusammen in urlaub. bis dahin träumen wir halt davon."
"ja."
das objekt schaut mich prüfend an.
"geht es dir gut dabei? ich meine, es ist mir wichtig, dass ich dir nicht wehtue."
"ich bins ja gewohnt, inzwischen."
das objekt tritt verlegen von einen fuß auf den anderen, und ich weiß, dass es sich schämt und sich gedanken macht.
ich küsse es ein letztes mal auf die nase.
"tschüß."

)

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Sonntag, 9. März 2014
bloggermatrose
always on bo(a)rd.



bis zur totalen erschöpfung.

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Samstag, 8. März 2014
haariges
bei menschen gilt für mich das gegenteil wie bei katzen: je weniger körperbehaarung, desto besser. für mich gehört ein rasierer ebenso wie eine zahnbürste zur grundausstattung der körperpflege. ich mag keine männer mit brust- und rückenfell, genauso wenig wie frauen mit unterarmnestern und wadenwolle. auch eine intimrasur empfinde ich nicht als nachteil, am allerwenigsten beim oralverkehr oder an öffentlichen orten wie sauna, schwimmbad oder swingerclub, wo wegschauen schwierig wird.

was gesichtsbehaarung betrifft, bin ich noch unentschieden, insbesondere in anbetracht des derzeitigen trends zum vollbart. ungefähr jeder zweite mann hier trägt inzwischen einen. richtig zur geltung kommt ein bart auf jeden fall bei einem testosteronbündel von mann. in diesem fall macht der bart den braven soldaten zum krieger. in einigen fällen erkenne ich andere vorteile des bartes - zum beispiel das verdecken von vereinzelten falten, verkniffen-schmalen lippen oder einem wenig markanten kinn. in sehr vielen fällen scheint der bart jedoch nur hilfloser ausdruck von hipster-mitläufertum zu sein und wächst in pickeligen milchgesichtern, auf pausbacken und in pitbull-fressen. hier wird der bart zum index der hässlichkeit, zur leuchtreklame der geschmackverirrung und zum ausdruck von ja-sager-mentatlität.

was meinen sie?

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Donnerstag, 6. März 2014
tacheles
psychiatrie mal wieder. der behandelnde arzt empfängt mich in der ambulanz. er fragt nach meinen schlafstörungen und will auch wissen, wie es mir körperlich geht.
"rückenschmerzen, wie immer. und das kaputte knie eben. und ich bekomme neuerdings migräne", berichte ich.

wir sprechen meine medikation durch. ich bekomme etwas neues für die nacht, was nicht abhängig macht.
"hauptsache es wirkt und macht nicht so dolle fertig am nächsten tag."
der doc schüttelt den kopf und lächelt.

wie es weitergehen soll, will ich wissen.
"das ist ja alles nur symptombekämpfung", beschwere ich mich.
"was wollen sie denn", schmunzelt der doc.
"eine lobotomie. irgendwas, was etwas grundlegendes verändert."
er lacht wieder - ich weiß, dass er meinen humor mag.

dann bitte ich ihn um eine einweisung. er schaut sehr ernst, denkt kurz nach und willigt ein.
"wann?" will er wissen.
"ich weiß noch nicht. ich weiß nicht, wie lange es noch geht."
er nickt und sagt dann:
"jederzeit."

erst als ich im hof der klinik stehe, fällt mir auf, wie erleichtert ich bin.

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