Mittwoch, 1. Juni 2011
erotischer kuhklau und kalte hummel
mittagspause ist zeitunglesen-zeit. auf stern online heute einen videolink gesichtet: "die erotischen spiele des ladendiebes".
gedacht: "wow!", und sofort geklickt.
gestutzt: da steht eine junge frau bei kühen. klaut die jetzt die kühe, fragte ich mich irritiert.
noch mal den videotitel gelesen. steht da doch: "die erotische seite des landlebens".
nunja. also doch kein diebstahl. das erklärt aber noch lange nicht die sache mit der erotik und den kühen, meine herren!

später draußen auf dem bürgersteig eine verwirrte hummel aufgelesen. für die kleinen ist es hier ja im schatten echt noch zu kalt. wechselblütersyndrom. hummel mit ins büro genommen und aufgewärmt, dann aus dem fenster fliegen lassen.
der azubi beobachtet mich mit einem grinsen wie es sonst nur junge leute aufsetzen, wenn sie debile senioren beim selbstgespräch begucken.
als ich ihm die dinge der natur erkläre und dass hummeln bei kälte erstarren, lacht er verblüfft: "das hab ich ja noch nie gehört: dass es kalte hummeln gibt!"

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Sonntag, 29. Mai 2011
from lunch to lynch
mit freundlichen grüßen nach vienna.




edit zum montag: heute wollen wa nich. heute ist bauchwehtag. hat mein bauch so beschlossen. modus: weinerlich.

hab heute nacht von meiner mama geträumt. ich war wieder klein, wollte kuscheln kommen auf die couch, wo sie abends immer vor dem fernseher sitzt und k11 guckt, damals wie heute. hab es irgendwie nicht geschafft, weil ich noch duschen, zäneputzen und 30 kleinigkeiten machen musste.
die message: zärtlichkeiten kommen einfach zu kurz in meinem leben. vier umarmungen pro tag soll der mensch angeblich brauchen. das schaff ich nicht mal in einer woche. anderseits: wer schafft das sonst? die besondere einsamkeit der metropolen.

mein verehrer hat auch wieder abstand genommen. ich kann´s ihm nicht verdenken, ich bin auch schon an mir gescheitert.

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Samstag, 28. Mai 2011
objektfrei
ein objektfreier abend.
nachdem ich gestern erst auf der geburtstagsparty meiner nachmieterin war, die, wie ich entsetzt feststellen musste, nicht 27, sondern erst 25 wurde (immer diese jungen hühner), begab ich mich mit vollem bauch und ethanolangereichertem blut noch auf den kiez. dort hatte ich ein date mit dem menschen, der indirekt dafür verantwortlich ist, dass es dieses blog überhaupt gibt.

besoffen auf dem kiez radfahren ist übrigens sehr schön, stelle ich wiederholt fest. so entspannt. man macht sich so gar nichts aus spacken, die einem "ey fotze, ey ficken" hinterherschreien, mülleimer aus ihren halterungen treten oder den mageninhalt auf offener straße abgeben. es ist ein friedvoll entrücktes schauspiel, eine freak-show, angereichert mit uringeruch, der dann und wann aus grauen ecken aufsteigt.

als ich den club betrat, war der mann des abends schon da. ich musste erstmal auf klo, das nervositätspipi loswerden. auf toilette begegnete ich sogleich der objektexfreundin. sie sagte sogar "hallo" anstatt mich wie üblich mit blicken zu töten. da ahnte ich, dass das objekt wahrscheinlich nicht da sein würde. sicherheitshalber fragte ich noch einmal die drittefreundin, die an diesem abend die objektexfreundin begleitete.
"nein, das objekt hatte schon zu viel getrunken und hat es dann nicht mehr aus der wohnung geschafft. eigentlich war es heute mit der objektexfreundin verabredet... und sie hatte sich doch schon so auf ihn gefreut!"

danke, lieber freund rachmaninoff. ich sagte nichts dazu, obwohl ich zur abwechslung mal die besser informierte war. am donnerstag hatte mich nämlich das objekt angerufen und wir hatten uns sehr lange unterhalten. das objekt erzählte unter anderem von der objektexfreundin und seinen schlussmach-gründen. seine darstellung des sachverhalts unterschied sich natürlich deutlich von der horrorstory der drittenfreundin, die damals vermutlich die version der objektexfreudin an mich weitergegeben hatte. das objekt jedenfalls sagte, ihm sei das egomanische verhalten der objektexfreundin und ihre unfähigkeit zuzuhören auf den keks gegangen.
"die ist so ein prinzesschen, das wohnt in seiner strahlewelt und da gibt es nur sonnenschein und party, und wenn ich dann sage, mir geht es so schlecht, ich würde auf dem fenster springen, wenn ich ein paar etagen weiter oben wohnen würde, dann hat sie das einfach ignoriert und mir irgendwelche stories aus ihrer arbeit aufs auge gedrückt."
das war auch der grund, warum das objekt eine freundschaft scheute:
"die macht jetzt einen auf oberflächlich-freundlich, hat dabei aber definitiv hintergedanken, daher bin ich sehr vorsichtig..."
da das objekt sonst eher selten und ungern über seine frauengeschichten sprach, meinte ich:
"ich finde es sehr schmeichelhaft, dass du so offen bist."
"mir fällt eigentlich nichts ein, was ich dir nicht erzählen könnte", meinte das objekt darauf. "du verstehst mich einfach so gut, du bist ja auch wie ich."
obwohl ich in diesem moment innerlich mindestens zwei zentimeter wuchs, wusste ich um die kehrseite dieses kompliments: ich erhielt auch viele ungefragte informationen, die mich schmerzten.

jedenfalls war der objektfreie gestrige abend sehr famos. das lag auch an der anwesenheit des mannes des abends, der hier auch heimlich, still und leise mitliest.
ach du, ich kann dir auch nicht sagen, warum immer wieder dieselben dinge passieren. was heißt: warum sie passieren! eher: warum ich es will und warum dieses wollen offenbar nicht ganz einseitig-einerseits ist. das geheimnis des lebens und des liebens, ich kenne es auch nicht, aber wie wir schon feststellen, vielleicht darf man es nicht hinterfragen, wenn man den zauber als solchen möchte, mit haut und haaren. ich wehre mich nicht dagegen, muss es auch nicht, warum auch, ich bin frei wie ein vogel, vogel- und vögelfrei... ich sauge den moment in mich auf und kann ihn inzwischen auch schmerzfrei wieder ziehen lassen. es ist ein kommen und gehen, ich brauche keinen festen platz, es war voll-kommen für einen augenblick und allein die augenblicklichkeit garantiert uns vermutlich auch die vollkommenheit.
von daher: ja, es ist gut, dass ich hier bin und du nicht.

in meinem horoskop steht übrigens, dass ich gerade emotional sehr offen bin und menschen damit überraschen könnte. induktive beweisführung war mir bei aller hermeneutik schon immer das liebste, so als synthetikerin.
es stand da übrigens auch, dass dieser kommende sonntagmorgen etwas ganz besonderes werden würde, das ich festhalten solle. nun, wir werden sehen...


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Donnerstag, 26. Mai 2011
schenkelklopfer des tages
bei rewe:

aktionspreis für salatgurken: 29 cent.

wohl bekomm´s.

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Mittwoch, 25. Mai 2011
dogma 25/05
ein tag wie im dogma style. alles ein bisschen unscharf und verwackelt. das lag an der langen nacht mit den wirren träumen.

ich war mit meinem nachbarn vögeln. ach was vögeln, das war schon fast liebe machen. und dann wurden wir ein paar. es war der totale hammer. der traum war extrem realistisch. auch von den emotionen her. kann man sich im traum verlieben?

das aufwachen war auch der hammer. hammerhart. der nacken sendete sofort scharfe schmerzsignale richtung schläfen, die sich im laufe des tages zu dumpfem, ziehendem kopfweh verdichteten, das das augenlicht zum flackern brachte und das bild des monitors in unstete drehbewegungen versetzte. die muskulatur wie kieselsteine, die sich geräuschvoll verschieben lassen. drei voltaren, tramal und jede menge cortison eingeworfen. den restliche whiskey draufgegossen. ich kann verstehen, warum curt cobain zu fixen begann.

hm. heute abend sehe ich dann das dritte date in dieser woche. wieder mit jemand anderes. keine schlechte bilanz. das leben ist gerade echt spannend.

p.s.: hab mir ein bodenlanges kleid aus durchsichtiger spitze gekauft. war arschteuer. aber es kommt auch verdammt selten vor, dass ich meinem spiegelbild mal sagen muss: alte, du siehst oberhammergeil aus. einen hübschen slip, halterlose strümpfe und keinen bh drunter - und ich bin absolut objekttauglich. und nachbartauglich. gnihihihi.

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winning hearts
im augenblick habe ich ja meine philanthrope phase. ich strahle. ich labere. ich ziehe menschen an.

vorhin klingelte es an meiner haustür. und surprise, surprise, es war mein schnuffiger nachbar von nebenan. er wollte mir seinen schlüssel aufs auge drücken, weil wir morgen wartung der rauchmelder haben. was ich glatt verschwitzt hätte, ohne den unfreiwilligen reminder durch den nachbarn. weshalb ich aber selbst eben ziemlich ratlos war, was die schlüsselproblematik betrifft.

vom schlüsselthema weg kamen wir dann mit einem male echt ins quatschen. ich stand unter der tür, schwarze haarpampe auf dem kopf, mein nachbar im flur, in dem ständig das treppenhauslicht ausging. und weil ich ja gerade so philanthrop drauf bin, meinte ich, lass mich doch eben die matsche vom kopf waschen, dann klingel ich bei dir und wir trinken noch ein bier zusammen. entgegen aller erwartungen war mein nachbar total begeistert. er wollte sich ebenfalls gern noch schnell eine stulle zwischen die kiemen schieben.
"in einer stunde dann?" fragte ich.
"oh super", fand mein nachbar. "komm einfach rüber."
"ich kann whiskey mitbringen", erinnerte ich mich meiner vorräte.
"oh", freute sich der nachbar.
gleicher guter billigfusel-geschmack. ich sagte ja schon mal: objekt II.

soeben komme ich wieder von drüben. und bin um einige promille sowie infos reicher. unter anderem hat der vom lande stammende schnuffige nachbarn offenbar keine freundin und auch keine nennenswerten freunde. weshalb er ständig bei mama auf dem lande abhängt. woraufhin ich stupste und schubste, in richtung kultur und party. woraufhin er mir dann dankbar die funktion des dooropener ins hamburger nachtleben übertrug. das lässt auf folgebegegnungen hoffen.

der nachbar ist übrigens verdammt jung. zwei jahre trennen uns. wenn man genau hinschaut, sieht man die in seinem jungsgesicht, das sehr niedliche lachgrübchen hat. objekt-style eben. neben dem objekt erinnert er mich an meine erste "feste" affaire, die ich neben meiner ersten großen liebe hatte und die ich in trennungsphase immer mal wieder aufleben ließ. diese affaire war damals übrigens ebenfalls 28. man/frau bedient also unbewusst die immer gleichen schemata. ich sagte ja neulich schon mal: gendefekt.

was mir sonst noch so an meinem nachbarn gefällt:
- wenn er sich gut unterhält, vergisst er anscheinend ebenso die zeit wie ich, bereut das aber nicht, indem er sagt, er setze eben prioritäten
- seine wadenmuskulatur
- die aufgeschürften knie (= offenbar dieselbe tendenz, desöfteren auf die fresse zu fallen)
- seine abneigung gegen unloyale menschen
- seine gleiche sensibilität für menschliche gerüche (haben uns sehr lange über abartige stinkende personen in u-bahnen unterhalten)
- seine langen, langen wimpern, die fast weiß die strahlend blauen augen umrahmen

ich werde heute nacht unruhig schlafen. und falls wir uns wiedersehen, muss ich mir vermutlich vorher mit klebeband die hände auf dem rücken zusammenbinden. was mich nicht vom sabbern abhalten wird.

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