Dienstag, 26. April 2011
des terrors älteste gesichter
wer mich ein wenig kennt und geschnallt hat, dass ich vier freie tage habe, wundert sich vermutlich, dass ich jetzt, für meine verhältnisse zu nachtschlafender zeit, blogge. aber seit zwei stunden hat der terror einzug gehalten - der älteste terror der welt. er raubt mir den schlaf und bringt den nachbarhund zum jaulen. vergessen sie mal getrost die al kaida. die al-kaida-bombenschmeißer könnten mich nicht beunruhigen, denn da wüsste ich: wenn´s rummst, bin ich wech. hier rummst es seit um sieben uhr morgens und ich bin voll da weil wach und ärgere mir die pest an den hals.

die terroristen, von denen ich spreche, wohnen nebenan, sind knapp 70 und brechen gerade aus nicht religiösen gründen eine oder mehrere wände durch. motiv: nicht nachvollziehbare platzbedürfnisse. die terroristen sind weder rollstuhlfahrer - in diesem fall hätte ich gesagt, gut, muss man eben alles ein wenig hindernisfreier gestalten - noch bekommen sie gerade fünflinge (aus biologischen gründen nicht mehr möglich) und benötigen großflächigere zimmer, damit sich pipi, kacka, rotz und breiflecken übersichtlicher verteilen können. die gründe für den durchbruch sind rein egoistisch-nestbaulicher natur und rufen daher meinen groll auf den plan. wäre ich osama tochter laden, würde ich ich my personal selbstmordattentäter bestellen und ihn nach nebenan schicken. dann hätten sich gleich zwei probleme mit einer einzigen zündschnur erledigt: die wandgeschichte plus der verspätete nestbautrieb. so billig und schnell kommt man sonst nicht zu mehr platz und ruhe. aber gut, gibt auch unschöne flecken, wie mein papa sagen würde, und nachher ist keiner mehr da, der sie wegputzt.

auf der straße tuscheln die anderen nachbarn. die haben nicht mein problem, dass sie ausgeschlafen sein müssen, weil sie gleich wieder kreative ideen scheißen sollen. die müssen nur tratschen und den klatsch verbreiten. trotzdem erhält man so wertvolle informationen. unter anderem, dass es ärger im heimwerker-paradies gibt weil die wände ein wenig dicker seien als angenommen, da der bauherr einst da nicht so recht den überblick behalten hatte. jedenfalls seien die baupläne wohl falsch und die durchbruchsberechnungen daher auch.

meine mama, besorgt, dass ich meine drohung wahrmachen und frühzeitig abreisen könnte:
"hörst du, das liegt nur an den dicken wänden, dass das so laut ist!"
"das interessiert mich nicht, alles, was ich wissen will, ist, dass das vorzugsweise noch heute wieder aufhört."
meine mama dackelt verzweifelt auf und ab und ich muss ein bisschen lachen, obwohl ich stinkewütend bin. meine mama schiebt mir ein stück kuchen hin, zucker wirkt bei kindern ja bekanntlich beruhigend, aber ich bin so müde, dass mir übel ist.

seit zehn minuten herrscht nun allerdings totenstille. die kleinstadtnachbarschaft hat es auch schon bemerkt. probleme beim bau, sagt der alte herr s., von dem alle wissen, dass er gerne heimlich pornos guckt, in denen sich blutjunge blondinen riesige analdildos in den hintern schieben. dass "das alte schwein", wie meine mama den herrn s. gerne nennt, trotz seiner sexuellen vorlieben recht hat, bestätigt sich nun: die eben entfernte wand hat sich unerwarteterweise als eine tragende erwiesen. nun bröckelt die decke herunter und es herrscht große verzweiflung, sodom und gomorrha.

rache ist blutwurst. gott war auf meiner seite - die früchte eines theologiestudiums. zum glück hab ich mit dem al-kaida-bomber noch gewartet.

p.s.: wahrscheinlich liest wegen des auffälligen al-kaida-contents inzwischen das lka mit - aber leute, bleibt mal locker: ich bin für nachhaltigkeit und will meine staatszersetzenden kräfte dann doch lieber etwas pädagogischer anbringen.

... link


Sonntag, 24. April 2011
zwischenbilanzen
vier smsen, zwei anrufe. und eine einladung an den bodensee. der mann scheint den narren an mir gefressen zu haben.

ein teil in mir jubiliert. zuverlässig, ehrlich interessiert, bodenständig. kein spinner, kein junkie, keine abgebrannte, durchgefickte existenz. was will man mehr? ein anderer teil warnt: er ist ganz anders als du, du wirst dich langeweilen, er wird dich nicht verstehen, spätestens bei den ersten eskapaden wird er nicht mehr hinter dir stehen - hattest du doch alles schon, biste doch zu alt dafür, solche fehler zu wiederholen.

und dann die mammutaufgabe, ein objekt zu überblenden. der mann tut mir jetzt schon leid.

***

die lütte meiner freundin scheint mich inzwischen zu erkennen.

sie ist meisterin der schrillen freudenkiekser. sie macht auch gern "blubb-blubb" wie ein fisch oder "zschsch" wie eine schlange. und sie ist eine nachteule - genau wie wir eben auch. um halb eins rennt sie noch fröhlich um den tisch, während die mama und icke schon gähnen.

was ich an kindern übrigens wahnsinnig gerne mag: sie riechen gut. also meistens. wenn die windel nicht gerade voll ist.

ich lausche in mich hinein und frage mich: hab ich muttergefühle? diese emotionslagen, die mich hin und wieder auch überrennen, wenn ich mich mit dem dritten im bunde unterhalte? es ticken noch keine biologischen uhren, das weiß ich. da ist alles still. aber ich finde, ich bin grundsätzlich aufgeschlossen.

***

morgen dann wiederholen wir dann das, was schon mal war.
sechs jahre faszination. mein gott. und das schlimmste ist: ich mag ihn auch einfach total gerne. das liest er jetzt vermutlich sogar. darf er sich aber was drauf einbilden. ich bin selektiv kontaktfreudig, steht in meinem grundschulgutachten, da hat sich bis heute nichts dran geändert. (ficken zählt da übrigens nicht mit rein, weil ich gespräche für intensiver halte).

***

edit:
somewhere between hach und autsch. der bodenseeler nennt mich nun schon ein süßes häschen. ich fühle mich klein und niedlich und gleichzeitig überproportioniert-verkannt. ich sollte nicht so streng sein, sage ich mir.

zwischendrin durchzucken erinnerungen meinen kopf und lösen falsche wunschträume aus, die davon handeln, das objekt niederzuknutschen und zu vergewohltätigen, allein schon deshalb, weil ich seinen gesichtsausdruck so liebe, wenn es kurz vor dem orgasmus meinen namen ruft.

mannmannmann. und dann noch das, was mir wahrscheinlich auf der party heute bevorsteht: jede menge sexy-ex-geschichten mit reload-faktor.

aber ich hab es ja nicht anders gewollt.

... link


Freitag, 22. April 2011
now playing: vögelgezwitscher
nachdem ich gestern einen höllentag im büro mit abschließenden harten, aber erfolgreichen gehalts- und arbeitszeitverhandlungen hinter mich gebracht, mein ehemals plattes fahrrad nunmehr unplattbar vom fahrradfuzzi abgeholt, die wohnung geschrubbt, koffer gepackt und noch ein wenig getippt hatte, überfiel mich das unwiderstehliche verlangen nach feiern. ich fand, das hatte ich mir nach diesem donnerstag auch redlich verdient.

es gab auch gleich zwei potenziell gute parties zur auswahl. vielleicht würde ich auf einer das verschollene objekt oder mitglieder der objektboygroup treffen, hoffte ich. also warf ich mich in schale und fuhr los.

party nummer eins war recht wenig party für recht wenig geld mit recht wenigen gästen. ich traf meinen netten bekannten vom letzten wochenende wieder, der als einziges vertrautes gesicht die zwanzig-mann-party angenehm ergänzte.
"ist ja öde hier", fand ich.
"ja, ich würde ja theoretisch auch noch weiterziehen..."
"lass uns doch auf den kiez gehen. da ist noch ne andere party!"
"weiß nicht, ich hab nur noch zehn euro, die müssen bis montag reichen."
ich stutzte. dann erfuhr ich vom nicht zahlen wollenden kunden, der meinem bekannten das osterwochenende versaute.
"drecksack", meinte ich.
da ich aber ein deutliches interesse am weiterfeiern, vorzugsweise nicht alleine, hatte, erklärte ich mich bereit, den weiteren gemeinsamen abend zu finanzieren. mein bekannter fand das natürlich klasse, trank sein letztes bier aus und holte seine jacke.

eine gute halbe stunde später befanden wir uns auf der reeperbahn und eilten zur mir vorschwebenden lokation.
"ich hoffe mal, das ist nicht so eine kiddie-rock-party", meinte mein bekannter, der den veranstaltungsort von früher kannte und fürchtete.
"neenee, erwiderte ich, "das soll schon elektronisch sein, wenn auch nicht ohne gitarren und so."
an der tür schallte uns joy division entgegen. wir sahen uns an und nickten, dann enterten wir die hallen.

als wir den eingangsbereich passiert hatten, stellten wir fest, dass der große saal geschlossen war.
"ist DAS jetzt die party?!" entsetzte sich mein bekannter.
"sieht so aus", nuschelte ich.
eine eingangsbereichparty also. na gut. die 20 anwesenden gäste hätten sich im großen saal vermutlich auch verloren.
"was ist heute eigentlich los?!" fragte ich. "wo sind die denn alle? was machen die leute bitte an so einem verfickten gründonnerstag?"
"keine ahnung, vielleicht dsds oder die heidi-klum-show gucken", meinte mein bekannter.
"na toll", fand ich. mein bekannter und ich waren uns sehr einig: fernsehen macht nicht nur dumm, sondern auch noch tanzfaul, fett und hässlich.

das dj-set war nichtsdestoweniger exzellent, ja sogar ausgefallen. mein bekannter tanzte ausgelassen, während ich an meinem bier nippte und mich unbefriedigt fühlte. klar. zweimal eine zwanzig-mann-party für einen haufen rausgeschmissener kohle waren trotz anwesenheit des netten bekannten nur schwer erträglich.

gegen halb fünf uhr morgens meldete ich den wunsch zu gehen an.
"ich hab ja noch so weit", argumentierte ich, "und in dreieinhalb stunden muss ich schon im zug sitzen."
"du kannst doch auch bei mir schlafen", meinte der bekannte, der in ottensen zuhause war und daher nicht weit hatte.
"neenee!" legte ich veto ein. das letzte mal, als ich das getan hatte, endete die nacht in vögelei, nach der sich alle beide etwas seltsam fühlten. manche bekannte müssen einfach bekannte bleiben.
"schade", fand mein bekannter. dann nahm er mich bei der hand und wie ein altes ehepaar wankten wir die straße bis zu meiner bushaltestelle entlang. dort angekommen stellte ich fest, dass der bus eben abgefahren war. in 20 minuten kam erst der nächste.
"ich lauf dann noch ein stück", sagte ich.
"ich muss aber in die andere richtung", meinte der bekannte.
"ist doch kein thema", fand ich.
"aber das hier ist kiez, willst du da alleine lang?!"
"hab ich bisher immer unbeschadet geschafft."
"na gut."
mein bekannter verabschiedete mich herzlich, dann zogen wir in entgegengesetzte richtungen von dannen.

nach einer weile des einsamen spazierengehens bemerkte ich schritte hinter mir. es kam mir vor, als folgten sie mir dezidiert. ich schalt mich eine blöde hysterische kuh und stöpselte meinen mp3-player ein.
kurze zeit später dann bemerkte ich meinen verfolger knapp hinter mir. ein rascher schulterblick sagte mir türke, jung, sehr klein und schmächtig. falls er kein messer bei sich trägt, bin ich die körperlich überlegene, beschwichtigte ich das unangenehme gefühl in mir.
tatsächlich ging mein verfolger kurze zeit später auf tuchfühlung.
"was? wiebitte?" fragte ich und schaltete den mp3-player ab.
mein verfolger lächelte sehr nett und ein wenig schüchtern.
"entschuldigen sie bitte, ich wollte nur wissen, ob sie zufällig lust auf sex haben", sagte er höflich und in einwandfreiem deutsch.
in anbetracht von so viel offenherzigkeit musste ich schallend lachen.
"entschuldigung, ich wollte nicht unhöflich sein", stotterte mein verfolger.
"neinnein", beruhigte ich ihn. "kann man doch mal fragen, ist doch nichts bei."
"es ist nur so, ich finde, sie sind eine sehr attraktive frau."
na das hört frau doch immer gerne.
"danke", sagte ich.
"könnten sie sich vorstellen, dass wir mal einen kaffee zusammen trinken?"
"wenn du nicht davon ausgehst, dass das dann bei sex endet."
"schade", fand der kleine türke. "aber ich würde das auch so machen."
da notierte er mir seine telefonnummer.
"tschüß", sagte ich und bestieg den bus, der endlich angekommen war.
das mit dem kaffeetrinken werde ich mir allerdings noch einmal ganz genau überlegen.

zuhause angekommen legte ich mich für ein stündchen aufs ohr, bevor ich mich auf den weg zum bahnhof machte, um richtung heimat zu fahren. schon die u-bahn schien vor menschen mit koffern zu bersten und war ein unheilvoller vorgeschmack auf das, was mich im zug erwarten sollte.

am hauptbahnhof war mein abfahrtsgleis brechend voll. wie sollen all diese menschen in einen zug passen, fragte ich. das erfuhr ich zwei minuten später. es wurde gequetscht und gedrängelt, die hälfte der fahrgäste hatte keinen sitzplatz, und dazwischen meckerten entnervte muttis, die mir mit ihren riesenkinderwägen über die zehen rollten und alle naselang ihre kreischenden blagen aus den augen verloren.

ich hatte noch nie angenommen, dass die deutsche bahn so etwas wie vorausschauende planende fähigkeiten besitzt. aber dieses desaster übertraf vieles, was ich bislang erlebt hatte. hier versuchte ein unternehmen, profit um jeden preis zu machen, indem es für unangebracht hohe summen so viele menschen wie möglich auf so kleinem raum wie möglich zusammenzupferchen versuchte. ich fühlte mich wie eine anarchistin auf der deportation in ein neuzeitliches kz. ich verbrachte fast fünf stunden in einer nische zwischen zwei koffern, halb an, halb unter einen sitz gekauert. irgendwann aber erinnerte ich mich daran, dass ich ja schmerzpatientin war und holte meine opiate aus der tasche. wenn schon eingequetscht und unkomfortabel reisen, dann wenigstens ordentlich gechillt.

bei fulda, als ich schon eine ganze weile fröhlich vor mich hingrinste und mich überhaupt nicht mehr für das chaos um mich herum interessierte, fiel mir ein mittelalter typ auf. schicke kleidung, schicke brille, laptopköfferchen. ich spürte seine blicke, während ich plenzdorfs "die neuen leiden des jungen w." las, dann wagte ich es, zurückzuschauen. einen moment smilten wir einander an, bevor wir über ein dickes kleines mädchen lächelten, das zwischen den beinen der fahrgäste herumwuselte und einen heidenspaß an der extremen überfüllung hatte.

hinter würzburg folgte ich dem attraktiven mann dann auffällig-unauffällig ins bordbistro, wo er mich ansprach. er entpuppte sich als unverheirateter, recht unspektakulär lebenden bodenseeler mit einem sehr hohen sexappeal und dem dringenden wunsch nach luftveränderung. er hatte sich die woche über wohnungen in der hafencity angesehen und zukunftspläne geschmiedet. spontan bot ich mich als blindenhund an, sofern er mal wieder nach hamburg kommen sollte.
"das wäre unheimlich nett", strahlte er mich an.
er drückte mir seine nummer aufs auge und ich ihm die meine. dann musste ich aussteigen. schon im auto neben meinem vater meldete das handy den eingang einer sms. es war der mann vom bodensee, der sich noch einmal für meine entzückende begleitung bedankte.

zuhause bei meinen eltern legte ich mich dann entspannt auf der terrasse ab und schlief zu vogelgezwitscher ein.
liebes schicksal, ich sage danke für diese beiden tage mit ihren kleinen, feinen lichtblicken. ich bin bereit für den aufschwung auf allen eben - egal ob hamburg, bayern oder bodensee.

... link


Donnerstag, 21. April 2011
heute bitte daumen drücken
es geht noch mal hart in die verhandlungen um meinen dumping-lohn!!

gott (oder wer auch immer sonst da oben rumhängt, um es mal mit thomas d. zu sagen) möge mir die kraft geben, ggf. nein zu sagen und zu gehen.

rückgrat gerade, schultern gestrafft, kinn in kampfposition.

... link


Mittwoch, 20. April 2011
ferien für depressive
"bring den doch einfach mit", schlug meine mutter am telefon vor, als ich neulich in einem offenen moment vom objekt, der seelenrettung meiner niedergeschlagenen wenigkeit und den objekt-suchtproblemen erzählte. "den kriegen wir schon wieder hin."

in sachen optimismus kennt meine mutter kaum grenzen und ist immer wieder aufs neue enttäuscht, wenn das elterliche fallnetz nicht greift, weil ganz woanders gesprungen wurde. gut meint sie es. aber das objekt würde sich nicht zu meinen eltern aufs sofa setzen, da bin ich mir sicher. außerdem hätte mein vater sicherlich etwas dagegen, wenn in seinem haus gefickt wird - und das auch noch in der lautstärke und intensität, in der das objekt und ich zu vögeln pflegen, wenn wir denn mal dazu kommen, weil beide gerade das richtige level zwischen nüchtern und out-of-space haben.

im moment ist das objekt ohnehin offline. das heißt, es ertränkt sich vermutlich in alkohol und schiebt merkwürdige seelenzustände. so, wie ich in solchen momenten das bedürfnis habe, mich mitzuteilen und leerzuweinen, verschanzt sich das objekt, verschließt sich komplett und schaltet das handy ab. dass unsere verzweifelung so unterschiedliche ausprägungen hat, obwohl wir uns so ähnlich sind, erstaunt mich immer wieder. während ich wie eine reife pflaume mit melodramatik und pathos vom hochhausdach zu fallen drohe, kappt das objekt einfach alle vernetzungen zur außenwelt und verschwindet in einer flasche. einmal, so erzählte mir der dritte im bunde, habe das objekt diese soziale sperre über mehr als eine woche durchgezogen. der dritte hatte ihn dann gefunden, indem er in die objektwohnung gekommen war (der dritte hat den zweitschlüssel). das objekt sei am küchentisch gesessen und habe ins leere gestarrt. es war in dieser zeit nicht auf arbeit gewesen, nicht draußen, war einfach nur dagesessen und hatte nichts gemacht.
"ich habe einen mann gesehen, der am ende war", so der dritte wörtlich, und noch immer spiegelt sich das entsetzen auf seinem jungen gesicht, wenn er von diesem moment erzählt.

am ende, am anfang. morgen um diese zeit beginnt mein urlaub. ich bin zu müde, um freude zu empfinden. dabei sei freude die gesundheit der seele, sagt aristoteles. ich hänge an schlauen sprüchen, habe mir sogar margot käßmanns "sehnsucht nach leben" gekauft und in einer woche schon fast das vorwort geschafft, oho. dass sehnsucht nicht nur motor, sondern auch sucht sein kann, habe ich zuvor noch nirgendwo gehört, aber ich kann es unterschreiben, zu 100 prozent. anders kann ich meine neigung, immer wieder hinzuwerfen und neu zu starten, nicht erklären. sehn-sucht macht frei, weil es bedeutet, nie irgendwo anzukommen, nirgendwo zuhause zu sein. aber sie macht auch rastlos und einsam. eines der beiden parameter überwiegt je nach lebensumfeld und aktuellem selbstbewusstsein, scheint mir.

kann man diese sucht heilen? diese sucht, die vielleicht auch für die anderen süchte verantwortlich ist?
wer kennt das rezept, wer verrät es?
ach bitte.
es könnte zwei leben retten.



(subheim - no land called home)

... link