Dienstag, 19. April 2011
nur für den kieler ossi


und das da:

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abtreten
ich hab´s getan, heute, bin hingegangen und hab marginal mehr geld verlangt und gleich gesagt, dass ich weniger arbeiten werde, ab sofort quasi. man hat mir erklärt, meine leistung rechtfertige die entlohnung nicht, aber ich blieb dabei, 10 euro stundenlohn sind nicht zu viel für eine frau von 30 jahren mit akademischer ausbildung und über drei jahren erfahrung im beruf. also lenkte man ein, man wollte sich alles überlegen, und ja, weniger arbeiten, gut.
ich harre also der dinge, bereit, ganz zu gehen, ins ungewisse, bereit, mich ab sofort mehr zu beschützen, weil mir mein leben die luft abschnürt, sieben tage, mehr als 60 stunden die woche derzeit, und das alles für nichts.

mit einem bekannten darüber philosophiert, wie es wäre, einen begleitservice zu eröffnen, einfach asche machen auf kosten anderer, und ich erfahre, dass auch der bekannte schon seinen arsch verkauft hat, für eine miete, für eine stromnachzahlung und ein feuchtfröhliches wochenende. und ich frage mich, was da geht in den medien, sind wir denn alle huren ohne glamour, jenseits von gut und geil? wir haben keine grenzen mehr, keine haut, wir lassen uns fremde finger in die herzkammern schieben ud warten einfach und warten, bis nichts mehr geschieht.

symbolisch mein rad zu einem platten gefahren, jetzt, nachdem die luftpumpe doch wieder wollte. jeder pflasterstein vorneweg bedeutet einer weniger da, wo ich stehe, ich habe verstanden.

ich lass es gut sein, bald sag ich hamburg tschüß.

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Sonntag, 17. April 2011
wochenendnotizen
bilanz zweier physisch bewegender nächte.

freitag

todmüde, nach vier stunden schlaf, durch die allgemeine bürohölle geschleppt mit fokus auf den lichtblick des abends. eine neue lokation auf dem kiez feierte eröffnung, da wollte ich gerne einen blick reinwerfen. lange gehadert, da die knie vor erschöpfung wacklig und der kreislauf ganz eckig wurde. dann doch in den bus gestiegen und schon mal gleich auf der hinfahrt eingenickt.
nach dem zurücklaufen (zwei statioonen verpennt) durch die kühle nacht war ich dann etwas wacher. den laden erkannte ich schon von weiten, da sich eine große truppe düsterer gestalten davor versammelt hatte. drinnen war es klein, eng und laut. auf unbehagen folgte die umarmung eines ziemlich betrunkenen bekannten, über dessen anwesenheit ich dann ziemlich froh war. sonst war niemand da, den ich kannte. kein objekt, keine objektboygroup. aber die musik war nicht schlecht. getanzt und noch mehr getanzt.
auf den dritten blick dann fand ich den ort sympathisch, ansatzweise gemütlich, bis mich die müdigkeit wieder in ihren bann zog und jeder widerstand zwecklos wurde. den bus verpasst, drei stationen gelaufen trotz versagenden kreislaufs. nachhause gefahren und neun stunden sehr gesund geschlafen.

samstag

nach einem arbeitsreichen nachmittag und abend den allwöchentlichen exkurs in die stamm-lokation geplant. aufreizende kleidung anprobiert, falls wir den k. aus der objektboygroup treffen sollten. das lieblingsparfum aufgelegt, falls das objekt alleine da sein sollte, um die körpereigene pheromonattraktion noch einmal zu erhöhen.
diesmal keine senioren auf sexraubzug getroffen. die hinfahrt war trotzdem beschwerlich, denn trotz langen nachtschlafs packte mich die müdigkeit von neuem. überlegt, chemisch dagegen vorzugehen. idee wieder verworfen, wohlwissend um den kater am morgen danach.
im club kein objekt. auch keine objektboygroup. k. abwesend. ich grollte und stellte mir das objekt fröhlich betrunken mit der objektboygroup und der neuen potenziellen objektfreundin woanders feiernd vor, bis ich die neue kandidatin auf der tanzfläche traf. sie erkannte mich gleich und kam energiegeladen auf mich zugestürmt. die neue kandidatin ist, wie ich zugeben muss, aus einem ganz anderen holz wie die exobjektfreundin. natürlich und vor allem: nicht eifersüchtig. ich überlegte, ob ich das thema objekt ansprechen sollte. idee wieder verworfen, stattdessen nett und unkompliziert unterhalten.
stranges musikprogramm, aber extrem viel getanzt. sehr spät nach hause gefahren. katerstimmung kam trotz nüchternheit bereits im bus. ausgestiegen und den rest des weges gelaufen. füße autsch. knie autsch. der rücken sendet inzwischen nur noch taubheitsgefühle.
die nacht dann endete mit tränen im bett. ich schob es auf den objektentzug auf die tatsache, dass die neue kandidatin keine arrogante kleine kuh, sondern eine hoffnungsträgerin ist. also nicht für mich.

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disziplin, wenn ich bitten darf
wenn das muttitier da unten im treppenhaus ihre kleine drecksblage noch länger kreischen lässt, muss ich eine bombe schmeißen. leute, es ist sonntag, ich muss arbeiten.

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Samstag, 16. April 2011
pas fois bien
eine stille wucht. ein film über verzweiflung und die kleinstadthölle:

"better things" von duane hopkins (gb 2006)

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Mittwoch, 13. April 2011
teeth in table
ich bin so hungrig und er ist so satt.

mit dem ignore-modus kann man mich schwer treffen. aber ich vergesse menschen auch schnell.

***

schlafen. nicht schlafen. schlafen.

im traum letzte nacht sehr lange mit einem blonden mark793 auf einem fremden bahnsteig geredet. es war ungeheuer nett. ich bin sogar fröhlich aufgewacht, bis ich dann merkte, dass es nur ein traum war.

***

knut-feeling. im hirn stimmt was nicht. etwas hat sich entzündet.
die zukunft droht in flammen aufzugehen.

der physiotherapeut meint, es sei nur die haut meiner halswirbelsäulen-nerven.
was man da macht, fragte ich und dachte an morphium und kortison.
tragen sie mal das kinn nicht soweit vorn, meinte er dann.
hätt ich das früher gewusst, wär ich vor ein paar wochen vielleicht nicht so übel auf die fresse gefallen.

***

so müde. so wach. so tödlich erschöpft.

heute eine schulter, eine armbeuge, eine menschliche kuhle.

oder flunitrazepam.

(aber morgen dann bitte nicht.)

***

experiment selbsthypnose: sich etwas flüstern.
ich sage mir, keine angst, keine angst, keine angst.

bis mir wieder einfällt, dass sich das hirn immer nur den letzten satzteil richtig merkt.

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Samstag, 9. April 2011
elektrofucking
nein, nicht, was sie jetzt denken, nix elektroparties und o.n.s., denn nach dieser mörderwoche bin ich gestern ganz brav zuhause geblieben. vielmehr geht es noch mal um meine waschmaschine, das unbekannte wesen.
nachdem sich die gute per kurzschluss aus meinem haushaltsleben verabschiedet und dabei gleich die heiztherme mit ins off genommen hatte (kalt duschen im april geht übrigens GAR nicht), wollte ich nicht glauben, dass ich jetzt, nach überstandenem umzug, mir solch einen koloss von haushaltsgerät neu anschaffen musste. also überlegte ich, ob das teil noch zu retten war. reparieren konnte ich elektroidiotin es nicht, der blick auf den kabelwust im inneren verursachte sofort panische angst vor tödlichen stromschlägen. also beschloss ich, einfach so zu tun, als wäre nichts gewesen, das ding wieder ans stromnetz zu nehmen und einzuschalten.

der testlauf war von unerwartetem erfolg gekrönt: die maschine schaltete sich an, pumpte wasser und begann, die trommel zu drehen. juhu, dachte ich, drehte das rädchen vor bis auf "abpumpen", ließ das wasser wieder raus und freute mich. es galt also doch, was ich gemeinhin immer befürchtet hatte und was auch meine chefs immer wieder so tapfer am eigenen beispiel verifizieren: den dummen gehört die welt. ich drückte den off-schalter und alles war gut.

der triumpf währte etwa zehn minuten. während ich mich der technik obsiegend wähnte, machte es plötzlich klack und die lichter gingen aus - genau wie damals, als die waschmaschine zu ihrem letzten schleudergang ansetzte. allerdings war die maschine zum augenblicklichen zeitpunkt ja gar nicht in betrieb. was ein ärger. da dachte ich, ich hätte die technik überlistet, jetzt aber verarschte sie mich so richtig, indem sie den kurzschluss waschmaschinenbetriebsunabhängig auslöste.

ich tappte im doppelten sinne des wortes im dunkeln, bis ich ein feuerzeug ertasten und die sicherung wieder reinmachen konnte. fiat lux, sprach ich, und es wurde licht.

so schnell gebe ich allerdings nicht klein bei. ich fragte meinen vater um rat.
"kind, lass bloß die finger davon, das kann einen gefährlichen kabelbrand geben!" rief mein vater beunruhigt ins telefon. "kauf dir was neues, und nicht so ein billiges ding, sondern was gutes, was mit garantie und so."
"aber papa, das ist auch eine siemens-maschine und trotzdem ist sie anscheinend hin."
"naja, mach, wie du meinst, aber sei da vorsichtig."
die kabelbrandgeschichte machte mir angst. in meiner ehemaligen heimat in der straße bei mir um die ecke gab es mal einen, da musste ein ganzes haus evakuiert werden.

nachdem ich nun einige tage überlegt hatte, beschloss ich heute, alle warnungen in den wind schlagend, das experiment zu wagen. wäsche rein, waschpulver und spüler rein, angesteckt, eingeschaltet und los ging es. nach fünf minuten der erste kurzschluss. ich drückte die sicherung wieder rein. nach etwa 20 der zweite. noch einmal das ganze. danach passierte nichts mehr.

im moment befindet sich die waschladung wenige minuten vor der härteprüfung: dem finalen schleudergang. es macht mir ein wenig angst. vorsichtshalber habe ich die heiztherme ausgeschaltet, nicht, dass ich dann wieder kein warmwasser mehr habe.

drücken sie mir die daumen.

achja, und gute ratschläge sind natürlich immer willkommen.

nachtrag: wir sind bis schleudern und abpumpen gekommen. erst in den moment, als sich die maschine abschalten und die verriegelung öffnen sollte, machte es wieder klack.

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