Samstag, 5. Februar 2011
entwarnung
das objekt ist wieder auf freiem fuß. derzeit sitzt es paralysiert zuhause und erholt sich von der vergangenen woche. es will niemanden sehen, außer freund rachmaninoff.

der gerichtsvollzieher war übrigens auch da und hat kuckucks (kuckucke? kuckuckse?) verteilt, hat der dritte im bunde erzählt. der dritte war wohl kurz beim objekt, so als sein engster vertrauter, aber das objekt sei nicht ansprechbar gewesen. der dritte hält das objekt inzwischen für suizidgefährdet, ich halte mich da hingegen raus.

mehr infos gibt es im moment nicht. da wegen der drogengeschichte wohl nicht mehr viel folgt, ist auch dieses blog wieder öffentlich.

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Donnerstag, 3. Februar 2011
sugar coma
bald ist ja wieder fleurop-tag. passend dazu sind alle läden mit hässlichem scheiß in rosa und rot überflutet.

aufgrund der andauernden lichtlosigkeit im bad habe ich mich heute überwunden und so eine entsetzlich kitschige lichterkette mit roten herzen gekauft. der warme schein, den sie von sich gibt, ist ausgesprochen angenehm. alle meine nachbarn von gegenüber denken jetzt, ich arbeite im horizontalen gewerbe oder betreibe eine ferkelaufzucht. mir egal. sie werden noch viel mehr denken, wenn die jungs in uniform demnächst meine wohnung stürmen. dafür habe ich übrigens inzwischen vorgesorgt und gewisse potenziell zwielichtige dinge ausgelagert.

passend zum peinlichen kitsch in meiner wohnung habe ich heute in der u-bahn einen sehr süßen, sehr jungen knaben getroffen. während ich meine morgenfresse aufgesetzt und meine ohren mit hass-musik verstöpselt hatte, lächelte er mich eifrig an. an der kellinghusenstraße trennten sich allerdings unsere wege.
als ich dann später, also gerade eben, wieder aus der arbeit kam und an meiner station ausstieg, sah ich einen typen, der hatte genauso komisch abstehende haare wie der sweetie von heute morgen. er drehte sich um - und er war es tatsächlich! (oh lieber gott, sag mir, er hat den ganzen tag auf mich gewartet!!) er guckte groß und ein wenig erschrocken (während ich morgens aggressiv aussehe, wirke ich abends eher aufgelöst-suizidal) und lächelte dann wieder so niedlich. ich konnte nicht lächeln, wegen fluppe im mundwinkel, da sehe ich lächelnd immer so schräg aus, aber ich glubschte mal mutig zurück.

alter, ich krieg den zuckerschock meines lebens. wenn der morgen wieder da ist und lächelt, sage ich was. wahrscheinlich kriegt er dann angst, wie der gemeine hamburger eben so ist, weil er panische angst vor verbindlichkeiten hat. aber drauf geschissen. der spaß isses mir wert. und überhaupt: ein schwanz ist ein schwanz ist ein schwanz. ich bin ja keine kostverächterin. und bei solchen schnuffis sowieso nicht.

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Donnerstag, 3. Februar 2011
reißleine
vielen dank für ihre aller anteilnahme. aufgrund der verschärften lage bin ich mal drei ecken vorsichtiger als sonst.

wir schreiben aktuell tag fünf. der informationsfluss ist derzeit unterbrochen.

beim unerwarteten klingeln an der haustür heute tausend tode gestorben und sehr viele sekunden überlegt, ob ich öffnen soll. allerdings weiß ich, dass dies im falle des falles ohnehin keinen zweck hat, da die die xx immer gleich den vermieter + schlüssel mitbringen. also sehr vorsichtig durch den spalt geluschert. doch dann es war nur mein nachbar (krasse schnitte, aber ich fühl mich nicht danach) von nebenan.

mit meiner ehemaligen nachbarin und namenschwester suppe essen gewesen. als ich die schlüsselworte u-bahn und haftetiketten aussprach, zuckten sämtliche restaurantmitinsassen zusammen und beglotzen mich wie einen alien. der herr vom nebentisch schüttelte den kopf in seiner serviette, während meine nachbarin meinen schilderungen mit offenem mund lauschte. ich gewöhne mir aber das flüstern wieder an.

ich werde mal zu bett gehen, um mal wieder kein auge zuzutun. gehaben sie sich wohl!

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Samstag, 29. Januar 2011
[sprachwissenschaftliche frage]
wie heißt es richtig?

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danke schon mal im voraus.

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baumarkt-alpträume
ich hasse handwerkern. ich hasse baumärkte. wegen kompletter lichtlosigkeit in bad und küche kam ich jedoch nicht darum herum, eine lampe zu kaufen.

nach drei stunden magenschmerzen wegen akuter baumarkt-aversion endlich losgeradelt. hab ja einen bauhaus in nicht allzu weiter ferne. wenigstens etwas.

schon am eingang bekam ich fast einen allergischen schock wegen all dieser entautonomisierten pärchen-gestalten, die an samstagnachmittagen ihrem nestbautrieb frönen. mp3-player-verstöpselt rannte ich ohne links und rechts zu gucken in die lampenabteilung - mit dem klaren ziel vor augen "soll hell machen, nicht teuer sein und vielleicht auch ein wenig hübsch sein".

ein baumarktmitarbeiter beobachtet mein verzweifeltes geglotze und fragt, ob er helfen kann.
"ich möchte irgendwas, was weder den krassen tussenalarm auslöst" - ich zeige auf ein swarowskistein-besetztes funkelmonster - "noch aussieht, als hätte ich das ding bei meiner oma im keller gefunden." ich deute mit dem kinn auf ultraaltmodische küchenlampen.
der baumarktmitarbeiter ist amüsiert und kichert. wenigstens ein mensch mit humor.

dann entdecke ich eine lampe, die spontan begeisterung verursacht.
"die da", sage ich zum baumarktmitarbeiter, der, wohl in der hoffnung auf weitere erheiternde statements zum bauhauslampensortiment, nicht von meiner seite gewichen war.
"das ist das letzte. das ist das ausstellungsstück."
"das heißt, ich bekomme es nicht?"
"das heißt, ich hole jetzt eine leiter und baue es für sie ab."
ein mann, ein wort. er klettert in schwindelerregende regalhöhen und beginnt zu friemeln. es erweist sich als ein stück harte arbeit, doch eine viertelstunde später bin ich stolze besitzerin meiner wunschlampe.

an der kasse bekomme ich sogar einen rabatt. dann steige ich auf mein fahrrad. inzwischen ist es sehr neblig. natürlich fällt jetzt prompt mein fahrradlicht aus. gaaaaanz vorsichtig bewege ich mich den bürgersteig entlang richtung heimat und komme völlig durchgefroren an.

stolz wie bolle beginne ich meine lampe zu montieren. dann stecke ich den stecker in die dose und sage "fiat lux!"
doch es bleibt dunkel. die lampe ist im arsch.

ich freue mich sehr. nächsten samstag dann also wieder zeit verschwenden im baumarkt und den dreck umtauschen. danke, murphy.

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Donnerstag, 27. Januar 2011
up and down
megaärger und stress im büro. dass bei einer mio projekte mal was unter den tisch fällt, ist normal. trotzdem ist der supergau dadurch nicht kleiner. auch, wenn mich hier keiner dafür anschreit.

shrimps. ich liebe shrimps. diese packung aber roch schlecht. naja, wie soll es anders sein, wenn das zeug an einem 14.2. verfällt.

ich liebe auch messen. war heute beruflich auf einer. jede menge prospekte abgestaubt, gratis-popcorn und einen designer-kugelschreiber. in dieser hinsicht bin ich immer noch fünf jahre alt. anzugträger finden mich "süß". und das mit fast 30.

die traurigkeit, die sich in die anspannung schleicht und knoten in meinen nacken macht. 2011 war bisher nicht besonders nett. ein mail aus dem süden vom mann mit dem silberblick zaubert dennoch ein kleines lächeln auf die lippen.

im grunde hätte ich mal wieder lust, jemanden abzuschleppen. gleichzeitig bin ich viel zu faul. außerdem gibt es gerade kein nettes außerobjektliches angebot.

wäre mein kopf salat, er wäre lollo rosso. bunt, kraus und ein bisschen bitter.

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