Sonntag, 20. September 2009
sandmann, lieber sandmann
immer, wenn mein leben mir tagsüber fast ununterbrochen unbehagen beschert, werden meine nächtliche träume schön. so schön, dass das aufwachen zur herben enttäuschung wird.

ich war schon immer ein typ, der zu tagträumen neigt. aus meinen tagträumen nehme ich meine energie, meinen mut zur veränderung, die definition meine ziele. meine tagträume sind der motor meiner lebensfreude. im augenblick gibt es keinen stoff für tagträume. das macht die nächtliche traumwelt um so stärker, schöner und realistischer. sie macht mir angst, weil sie mir alles vor augen führt, was ich nicht besitze, was nicht eintritt, was ich nicht bewirken werde.

wenn ich das geld und die beziehungen hätte, würde ich mir jetzt vermutlich drogen kaufen gehen. die gleichförmigkeit tötet mich, trotz aller tragödien. ich hasse fernsehen, ich hasse internet, ich hasse einkaufspassagen und die parks voller menschen. nur tieren gegenüber verspüre ich im moment eine zärtlichkeit, die mir jedesmal die tränen in die augen treibt.
vorhin, der kleine igel. die füßchen, die dunkle feuchte schnauze, die knopfäugleins. sein atmen, das den stachelpelz auf und nieder gehen ließ. was so ein igel wohl denkt? oder ob er unbeschwert seinen instinkten nachgeht?

ich sollte mal meine hormone zählen lassen.

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Donnerstag, 17. September 2009
unterm zirkuszelt der hirnschale
ich jongliere die zukunft durch meinen kopf. möglichkeiten, perspektiven, potenzielles verhängnis?
ich habe das bedürfnis zu besprechen, fragen zu dürfen, jemanden zu haben, der mir jetzt das signal gibt: trau dich. jemand, der ernsthaft an mich glaubt und nicht nur sagt, dann mach mal, weil es ja nicht sein leben ist.

bei meinem momentanen arbeitspensum bleibt ja nicht viel zeit, etwas gründlich zu überdenken. man kann nur springen und hoffen, dass da wasser im becken unter einem ist.

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Mittwoch, 16. September 2009
filmfest hamburg
1000 filme, die ich sehen wollen würde.

any volunteers?

alleine macht das auch keinen spaß.

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Sonntag, 13. September 2009
43 stunden break
der süden hatte mich gerufen.
spontan entschloss ich mich am anfang dieser woche zu einem zweitägigen fronturlaub. das glück spielte mit und bescherte mir fahrer.
am freitag ging es los. zunächst eine katastrophentour über die a7. aus der stadt rausgefahren und schon auf der abfahrt vor dem elbtunnel im stau gestanden. drei stunden allein bis hannover gebraucht. dann weiter bis nach kassel mit stop and go. als ich dann dachte, es würde nun sicherlich besser, kam die horrormeldung: autobahn zwischen kassel und fulda wegen eines brennenden lasters in beide richtungen gesperrt. es bestünde die möglichkeit, eine umleitung zu nehmen. und in diesem moment rauschte das schild mit dem "u" auch schon an uns vorbei. tja, trapped. mäuschen in der falle. das kann ich ja besonders gut.
aber denkste. wie so häufig ist dumm die schlauere lösung. die autobahn war nämlich irgendwie nur auf der gegenseite gesperrt. wir rauschten durch, vorbei am brennenden laster und dem 12-km-stau auf der gegenseite (beeindruckende bilder, wenn ich eines tages mal reich bin, möchte ich ein handy mit ordentlicher kamera drin).

in n. erst umarmungen, dann ernsthafte zukunftsgespräche. das für und wider des themas lehramt erwogen. lösung, notlösung oder no-go? schlauer bin ich nicht geworden. also sacken lassen.

tags drauf dann soziales programm. nachmittagskaffeetrinken, abendkaffeetrinken, konzert und party. excitement und geborgenheit in einem. meine freunde und bekannten wissen alle bescheid, was mich verwundert. sie machen sich gedanken, fragen nach, schlagen vor. nach wochen fällt das gefühl der anspannung von mir ab. ich erfahre, was sich in meiner abwesenheit so ereignete. trennungen, schwangerschaften und mehr. später auf der party dann das wiedersehen mit einer alten freundin, zu der ich jahrelang eine besondere verbindung hatte. der kontakt zu ihr war nach ihrem neuanfang mit einem anderen mann vollständig abgebrochen. jetzt ist sie wieder solo, genauso wie ein anderer freund. wir stehen zu dritt herum und lachen, es fühlt sich an wie damals vor sechs, sieben jahren. die gleichen konstellationen, nur die sorgenfalten sind neu, die gedanken gereifter, und vieles trauriger und doch auch schöner.
und dennoch viel gelacht, von herzen kommend, liebevolle albernheiten und neckereien. was wohl andere denken, wenn fünf menschen zwischen ende 20 und ende 30 versuchen, einander die seelen zu verkaufen?

einer zum anderen : "ein bier für deine!"
der andere zu mir: "meinst du, ich soll den deal eingehen?"
ich: "das sind ja gerade mal 2 euro 50. ich würde mindestens einen kasten verlangen. oder zwei oder noch besser ein faß."
der vierte: "für ein faß kannst du auch meine haben!"
der erste zum vierten: "deine seele will ich nicht. die ist doch wie die badstraße beim monopoly!"
der vierte zu mir: "und du, was kostet deine?"
ich: "ich verkaufe in hälften. eine hälfte macht zwei white russians."

leicht angetrunken und gefühlt mehr als nur 21 gramm leichter dann den heimweg angetreten. am ende der nacht wartet der morgen, erste sonnenstrahlen und das bett mit viel zu kurzem schlaf.

gleich geht es wieder in den norden. aber mir geht es gut.

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Mittwoch, 9. September 2009
thinking to matsch
damit kommt man auch nicht weiter.

aber schöne lieder findet man. und geniale filme.

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