Montag, 23. März 2009
gewitterwolken
angebrüllt und niedergemacht.
wieder die gewissheit: nicht bleiben wollen.

vielleicht bin ich doch im falschen job. würde auch die berufsmüdigkeit nach einem halben jahr erklären.
vielleicht aber, so hoffe ich, bin ich auch nur im falschen betrieb. der schrille umgangston und die ständig schwankende laune der vorgesetzten hier machen mir kopfschmerzen. muss man immer gleich brüllen und türen schmeißen? ich weiß ja, dass ich fehler mache. und dass mir vieles einfach wurscht ist, mit zunehmender nicht-unternehmensidentifizierung sowieso. aber konstruktive kritik ist einfach was wert. und so ein volo hat ja auch was mit lernen zu tun. hier sieht lernen so aus: man bekommt volle verantwortung für ein projekt übertragen und äußerst lückenhafte, aber dafür um so strengere vorschriften, die auch mal widersprüchlich ausfallen können (je nach laune eben). dann macht man (nach gesundem menschenverstand) und hat entweder erfolg oder nicht und kriegt anschiss. der anschiss betrifft dann nicht das kernproblem, sondern wird global ausgebrüllt. dann kann es schon ein fehler sein, nur das fenster zu öffnen.
manchmal glaube ich echt, ich bin im irrenhaus gelandet.

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Samstag, 21. März 2009
peinlich
wie manche menschen im bereits sehr fortgeschrittenen immer noch einen unglamourösen zufall mit einer eigenen erungenschaft verwechseln und sich in öffentlicher proklamation pseudobescheiden feiern.

nicht unbedingt eine heinz-erhardt-natur, der zeit seines lebens unter lampenfieber litt. obwohl ja beide damit zu tun hatten, dass sie sich da an einem gewissen punkt charakterlich nicht weiterentwickelten. heinz erhardt konnte nur nichts dafür. das machte ihn authentisch. authentisch bescheiden.
und dies unterscheidet den künstler von dem, der es gerne wäre, den aber seine eitelkeit daran hindert zu erkennen, dass er vor allem eins ist: mensch. und zu sehen, dass die essenzielle aufgabe des menschseins darin liegt zu lernen. die kleine evolution von geburt bis tod.

manche bleiben auf ewig einzeller. man erkennt sie daran, dass sie sich niemals wirklich teilen können.
armselig.
alles, was ihnen bleibt, ist ihr spiegelbild. im job, im blog. dem wirklichen gegenüber jedoch bleiben sie fragment. dünn, unverbindlich, oberflächlich: bleistift auf papier, ein buchstabe im www.

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Donnerstag, 19. März 2009
sekt statt selters
der bürohauptmieter, von beruf finanzhai, hat heute einen vertrag unterzeichnet, der ihn vermutlich davor rettet, diese räumlichkeiten räumen zu müssen.
für mich fiel deshalb eben ein klammheimliches (da chefin abwesend) glas sekt ab. das fand ich nett, spüle ich doch immer seine tassen freundlichkeitshalber mit ab. man muss sich schließlich die türen offen halten. wenn der noch ein paar verträge schließt, heuert er mich vielleicht an. dann gibts öfter mal sekt. wär ja auch schon was.

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Mittwoch, 18. März 2009
was ihr wollt
müdes gähnen.

womit speist man das publikum, wenn man keine kinder oder katzen hat? mit dem fritzl-prozess? mit pseudojournalistisch-oberschlauem krisen-geschwafel?
manchmal gehen mir die ideen aus. hauptberufliches schriftstellern saugt dich aus. und oft kotzt es mich an, mit welchem abgedroschenen scheiß sich die meisten beschäftigen. das media-markt-prinzip: werft billigen müll in die meute, sie werden sich drum balgen, die stärksten sterben am sich-überfressen.

halt, ich habe doch was. wahrscheinlich sogar ein gutes thema, um sensible naturen zu echauffieren:
gestern eine reportage über hitler gesehen, die seinen führungs-/führerstil beleuchtete. und ich muss sagen, hut ab. er war vielleicht nicht gut genug für die wiener kunstakademie, aber sein demagogisches talent und sein gespür für den niederen willen der masse waren sensationell. hitlers intelligenz war, trotz analytischer und logistischer mängel, praktisch-emotional gesehen geradezu ungeheur. hätte ihn nicht größenwahn und grausamkeit ergriffen, wäre er neben mussolini einer der genialsten politiker aller zeiten gewesen. da können sich die farblosen waschlappen von politiker heutzutage mal eine scheibe abschneiden. die können alle kein land mehr führen.
und auch die chefs unserer konzerne können sich ein beispiel an hitlers führung seiner mitarbeiter nehmen: durch dessen komplette zurückhaltung in der kontrolle bei lediglicher bereitstellung der notwendigen mittel haben sich seine helfer geradezu ereifert. solch ein freies arbeitsklima findet sich heute selten. auch motivierte mitarbeiter sind deshalb mangelware. selbst akademisch gebildete menschen werden auf dem modernen arbeitsmarkt in die zwangjacke millionen bürokratischer vorschriften gezwängt und zu tode gespäht. dazu muss man nicht einmal working class hero unter der lidl&co-stasi sein.

interessant auch, dass 1945 einige vom kommunismus überzeugte russen der meinung waren, hitler wäre ein ausgezeichneter politiker gewesen, wenn ihn nicht der kapitalismus imperalistisch verderbt hätte. ein bisschen sehr naiv vielleicht, aber ein quäntchen wahrheit ist sicherlich dran.

so. und jetzt schimpft mich nazi und erzählt mir von kzs und zwangsarbeit und ausbeutung der unterworfenen länder im arbeitsdienst. das würde euch gut stehen, mal wieder politik und arbeitspsychologie zu verwechseln.

am wochenende gehe ich dann zu media markt und kaufe, wofür mir das geld fehlt.

p.s.: ich nehme gerade alles furchtbar persönlich. muss pms sein.

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Montag, 16. März 2009
sore
wenn ich jemanden sehr liebe, genügt es, dass er aus dem raum geht und dann fühlt es sich an, als käme er nie wieder. noch schlimmer ist ein solcher arbeitstag, den jeden getrennt an die stätte seines (sinnlosen, denn man hat besseres zu tun) wirkens führt.
was sind das eigentlich für menschen, die nur von ihrer karriere leben? es gibt nichts kostbareres als zeit, zeit, die man einem anderem menschen schenkt, der dasselbe mir tut.

today i feel homesick.

nichts wird besser im büro. nichts als ärger. dabei war ich nur kurz krank. aber gut, ich versuche, aus meinen fehlern zu lernen. z.b. telefongesprächen nicht zu lauschen, in denen ich schlecht wegkomme. macht bloß den tag kaputt.

grinser des tages:
die yuppie-schnalle mit der botox-gesichtslähmung heute morgen im bus. chanel und dolce an arm und bein, aber der feine speichelfaden im mundwinkel der rot angemalten lippen ließ sie leider aussehen wie ein debiles schlaganfallopfer. damit wirkte sie dann eben doch nicht wie ein guterhaltende mittvierzigerin, sondern eher wie eine sechzigjährige mit ganzgesichtsödem.
botoxen ist hier stark verbreitet. denn vielen hamburgern ist das, was sie im gesicht haben wichtiger als das, was sie im kopf haben.
ebenso empidemisch ist die überparfumierung der hamburger oberschicht. in den entsprechenden stadtteilen stinkt es indoor-allerortens wie im puff. im aufzug vorhin fast ohnmächtig geworden. aber na gut, musste halt jemand sein statement hinterlassen, das da lautet: "ich kann es mir leisten, eine flasche teures parfum auf einen schwupps zu leeren!"

gestern mit der affaire häuser in der exheimat angeschaut. und überlegt, ob mir ein haufen proleten und assis nicht doch lieber ist als diese ansammlung oberflächlicher, reicher dummbatze. entscheidung steht noch aus.

referrer search request des tages: "was erhoff ich mir? bewerbung" schätzchen, nicht hoffen. hinnehmen, was du kriegst.

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