Mittwoch, 27. August 2008
der künstliche mensch
katja riemann hat sich offenbar liften lassen, musste ich neulich feststellen. paris hilton dementiert eine brustvergrößerung, aber vielleicht weiß sie auch einfach nicht, dass es eine war, für die sie da ihre unterschrift (mündigkeit?) unter dem op-schein setzte.
immer wieder frage ich mich: hätte ich das geld, würde ich es auch tun?
jeder mensch empfindet ja irgendwas an sich als makel. und das gedöns von den inneren werten war echt 80er jahre, also aus einer zeit, in der es noch umweltschutz gab und die udssr noch als ganzes bestand und nicht zur eg gehörte.
ich glaube ja, dass schönheit, genau wie bildung, bald zum standart der oberschicht gehören wird. der rest? dumm und hässlich wie die nacht.
achja, die gesundheitspolitik war nur der anfang.

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Montag, 25. August 2008
lektionen in demut, heute: sackgesichter ertragen
heute telefonierte ich zum ersten mal mit unserem kunden herrn n. herr n. ist gerade ziemlich pissed, weil er nicht die veröffentlichungen bekommt, die er sich so wünscht. so einmal im monat einen artikel in der brigitte oder so, lauten seine vorstellungen. wir haben alle ein wenig zuviel respekt vor herrn n.
er sei wirklich unangenehm, hatte ich immer wieder gehört. heute war eben ich dran, mangels anderem schikanierwilligen personal. nagut, dachte ich, packen wir den stier bei den hörnern. ich wählte seine nummer.
"guten tag!" ich sagte mein sprüchlein auf und fuhr dann fort: "wir möchten gerne ihren segen für unsere aktuelle pressemitteilung. wir haben uns da ein paar gedanken gemacht zum thema herbst und..."
ich wurde unterbrochen:
"schicken!"
"per mail?"
"ja."
"naja, der schnellste weg", kicherte ich verlegen. eisiges schweigen am anderen ende der leitung. ich musste kurz die fassung wiedererlangen. nächstes thema.
"wir haben für sie den mitschnitt der ndr-reportage besorgt."
"so."
"den bekommen sie natürlich zugesendet. und dann haben wir noch..."
schnauben am anderen ende der leitung: "wissen sie, es interessiert mich wirklich nicht, was sie alles für mich machen. es zählt nur, was unterm strich dabei unten rauskommt."
"sicher", schluckte ich die liste der dinge, die ich eben stolz aufzählen wollte, hinunter. "wir haben da auch ein paar vielverprech..."
"ja. ja, alles gut und schön."
"wir informieren sie natürlich sofort, wenn wir das feed-back der redaktionen haben."
schweigen.
"na dann", sagte ich, "haben sie noch fragen?"
"ich? ich nicht."
"gut, ich auch nicht. schönen tag dann noch", sagte ich artig.
wusch und klick.
hatter aufgelegt. nicht mal tschüss gesagt. wenn der mit seinen kunden auch so umspringt, wundert es mich nicht, wenn der laden kein burner ist.

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Freitag, 22. August 2008
kinderboom against altersarmut und so
wir sollen gefälligst fleißig ficken und dem staat ein paar arbeitskräfte liefern - auch wenn sie dann im deutschen hamsterrad-system bloß neue hartz-IV-empfänger werden.
aber egal. jedenfalls sollten kinderlose, allen voran kinderlose paare, kein recht auf leben haben und am besten vergast hoch besteuert werden.
hier wird sehr intelligent vorgerechnet, wie der staat kalkuliert. und warum wir doch noch verhüten dürfen, solange wir das kommunenleben neu kultivieren lernen:

abbau der kinderlosen

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Donnerstag, 21. August 2008
als ich knapp dem tod entrann
(vorsicht, dramatik!)

es war einmal... ein wunderschöner donnerstag abend, als ich beschloss, noch rasch meinen arsch ein wenig in den flussauen der alster zu bewegen. der himmel war etwas bewölkt und irgendwo an einem rand ein wenig dunkel, aber ich schlüpfte in meine schuhe und dachte mir nichts böses. die sonne schien durch die weiden, der wind spielte sanft mit den blättern, alles war gut.
als ich beinahe den punkt, an dem ich am weitesten von zuhause entfernt war, erreicht hatte, fiel mir auf, dass das merkwürdige hintergrundgeräusch, dass ich ständig durch den walkman hörte, durchaus nicht die autos waren, die über brücken fuhren, sondern dass es sich um donnergrollen handelte. ich schaute himmelswärts und musste feststellen, dass dieser eine unheilschwangere rötlich-gelbgraue farbe trug. das licht war gedämpft, die luft schwül. es ging kein lüftchen mehr und die vögel hatten aufgehört zu singen. 'bestimmt regnet es gleich', dachte ich. und da fiel auch schon der erste tropfen. er war schwer und dick und ich ahnte: das würde kein leichter nieselregenschauer wie sonst werden.
wie richtig ich lag, erfuhr ich etwa 20 sekunden später, als die erste sturmböe durch aufgestaute luft durchwirbelte und die gewitterwolken nun direkt über mich trieb. ich schaute mich um, wo sollte ich mich nur unterstellen? hier waren nichts als gras, bäume und ein paar schrebergärten hinter hohen zäunen und büschen. ich hatte kein zeit mehr zu überlegen, denn da ging es auch schon los, als hätte man eine dusche aufgedreht. ich machte zwei schritte, dann stand ich unter einem baum. das dümmste, was man wohl machen konnte: bei gewitter am fluss unter einem baum stehen. 'bitte lass in diesen meinen baum jetzt keinen blitz einschlagen', flehte ich.
der sturm trieb den regen mitsamt steinchen und laub mittlerweile waagrecht durch die luft, es krachte und flackerte regelmäßig am himmel dazu. ich kroch hinter den baumstamm und dachte, ha, die krone hält dem regen sogar stand! was für eine gute wahl.
etwa eine halbe minute später wurde genau dieser gedanke lügen gestraft und ich wurde nassgeduscht bis auf die haut. durch den sturm war alles in einen graugelben nebel gehüllt, man konnte die augen nicht offenhalten. ich kam nicht mehr weg. ich klammerte mich an den baumstamm und hoffte irgendwas. dass es bald vorbei sein möge, dass kein blitz einschlagen würde, oder dass der cabman sich sorgen machend vielleicht irgendwie vorbeikommen würde.
plötzlich knirschte es über mir, dann krachte etwas dunkles an meiner schläfe vorbei direkt vor meine füße. ein ast, so dick wie mein bein. zwei zentimeter, und es hätte mir den schädel zertrümmert. vor schreck ging ich in die knie und legte die arme über den kopf. so kauerte ich, bis mir jemand die hand auf die schulter legte. es war ein fremder mann. seine jacke trug er über den kopf gezogen. er schaute mich sehr besorgt an: "sind sie okay? geht´s ihnen gut? ist ihnen was passiert? ich hab das eben gesehen und konnte aber nicht erkennen, ob sie getroffen wurden." ich schüttelte den kopf: "nee, das war ganz knapp. aber mir geht es gut. nur ein bisschen nass." "sie haben aber einen ganz besonderen schutzengel", sagte der mann.
das war wohl wahr. den habe ich manchmal.
nach etwa fünf minuten war der ganze spuk vorbei. es regnete nun gleichmäßig, aber nicht mehr stark. ich rappelte mich auf. "jetzt aber schnell nach hause", nickte der mann. ich grinste.
dann nahm ich die beine in die hand. die kleidung klebte schwer an mir, in den haaren hatte ich einen halben wald. jetzt eine heiße dusche dachte ich. und dem cabkater erzählen gehen, dass er eben beinahe wieder single geworden wäre...

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Dienstag, 19. August 2008
mach es laut
cabkater-musik auf volle pulle. ich werde erst nervös, dann ärgerlich. ich will auch musik hören. meine musik.
"hase?"
"hmmmmmm..."
"hase??"
"hm."
"machst du ma leiser?"
"..."
"machst du ma son bisschen leiser, bitte?"
"hmhm."
warten.
keine reaktion.
"HASE!!"
"ja?"
"kannst du bitte ma n bisschen leiser machen?"
"..."
ich mach kopfhörer rein und dreh meine musik so laut, bis das trommelfell weh tut. plötzlich ruft der kater:
"ich hab das übersetzt!" (sein schwedisches lied)
ich gucke. zwei sekunden zu langsam.
"WILLST DU GAR NICHT LESEN?! NEIN?!"
"JA DOCH."
irgendwie komme ich in diesem haushalt nicht dazu, meine musik zu hören.

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