Sonntag, 17. August 2008
schnuffimaus und hase vorm ins-bett-hoppeln
"du hast vorhin alkoholische getränke zu dir genommen! und du hast mich nicht gefragt, ob ich auch was will."
der schlummerhase sitzt schlaftrunken auf der bettkante meines asyls im arbeitszimmer, wo er bis eben geschnarcht hat. er schaut mich sehr streng an. schuldbewusst schiebe ich das whiskey-glas zur seite:
"hase, du hast geschlafen! wie hätte ich dich denn da fragen sollen?"
"du hast alkoholische getränke konsumiert und mich nicht gefragt. ich bin dir wohl egal, was?!"
"aber hase, du hast doch geschlafen! soll ich denn dich jetzt auch immer wecken, wenn ich nachts mal auf toilette muss?"

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Samstag, 16. August 2008
musique

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Donnerstag, 14. August 2008
auf beiden beinen
fette zufriedenheit ist es nicht. fett fühlte sich anders an. so mit 1000 tacken monatlich auf dem konto.
aber es rollt. ich stehe auf der rolltreppe, vor mir, hinter mir und zu den seiten menschen, menschen, die ich gerade nicht überholen kann. ich lasse mich langsam mitschaukeln und habe keine angst. ich weiß ja: bald schon kann es tageslicht sein. vom keller ins erdgeschoss. das kann ein schritt sein, der den im fünften stock lachen macht. lacht nur. irgendwann kaufe ich vielleicht dein haus, du arroganter fünftstöckler. mit tiefgarage. und dann kommst du und musst fragen, wo du deine penisverlängerung parken darfst.

meine beine zittern nicht mehr so sehr. der rücken fühlt nicht mehr nur schmerzen. vielleicht zum ersten mal in meinem leben sage ich von mir mit wahrer überzeugung: ich bin gut. ich bin wirklich richtig richtig gut. nicht fehlerlos. aber ein wertvolles mitglied dieser gesellschaft. und ich bin nicht die einzige, die das sagt. hände auf meinen schultern sind da, andere, fremde hände, die mich nicht vorwärtsschubsen, die mir aber sanften druckes bedeuten: weitergehen. richtige richtung.
ich habe organisationstalent. ich verkaufe meine begabung wahrscheinlich bald im alleingang. ein versuchsballon, der fliegen will. vielleicht platzt er, aber dann hat er wenigstens kurz einmal die welt von oben gesehen.
ich kann die klappe halten. denn wenn du weißt, was du willst, musst du leise sein.
alles andere schert mich nicht. ich habe aufgehört, mich in mein früheres leben zurückzuwünschen. klar, die freiheit, die ich hatte, diese ganz besondere freiheit mir selbst gegenüber, dieses laisser-faire. die unbeschwertheit sonntag nachmittags auf der wiese. die hatte ich und es war schön, sie gekannt haben zu dürfen. verantwortungsloses, unverbindliches glück. das fehlt mir, aber immer weniger.
überhaupt: immer weniger emotionen. immer mehr taten, die ich ausführe, ohne darüber nachzudenken, ob sie mir angst machen könnten. immer weniger etwas, das ich als herausforderung wahrnehme. ich will mir schon den hals brechen können dabei.
die einzige furcht, die mich begleitet, ist, eines tages auch die liebe zu verlieren. zu mir selbst und zu anderen. dass mir die sinnlichkeit abhanden kommt. die fähigkeit, das leben zu zelebrieren. und die sensitivität, die mich früher ständig beinahe umgebracht hätte.
im moment arbeite ich mit beiden händen. sie haben keine zeit für viel anderes. dabei waren sie lange zeit die einzigen, die diesen meinen kopf mit seinen schweren gedanken hin und wieder getätschelt haben. kein selbstmitleid heute.

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Montag, 11. August 2008
internationale konferenzen
heute gelernt:
deutsche verkaufen dir ein produkt.
griechen verkaufen dir die welt.

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Samstag, 9. August 2008
hilfe!
meine eltern wollen mich besuchen kommen. und der gedanke ist mir überraschenderweise nicht mal angenehm. ganz im gegenteil: es sind menschen,an die ich kaum denke.
"ja, es geht mir gut", sage ich dem telefonhörer, der 600km weit die stimme meiner mutter überträgt. der kater huscht herbei und sagt mit den lippen an meinem nacken "und du wirst du geliebt!!"
manchmal trifft der kater mit seinen aussagen genau den richtigen zeitpunkt. das ist so einer. die sekunde, in der man sich fragt, was diese menschen da weit weg im süden bewegt haben mag, dich zu produzieren und auf diese welt zu setzen. diese aussage, die dir die antwort gibt, die sie dir jahrzehntelang nicht zu geben vermochten: du bist liebenswert. ganz egal, wie du bist, solange du du bist.
ich verliere hin und wieder ein wort über das verhältnis zu meinen eltern. dass ich sie nicht vermisse. dass mir nichts fehlt. dass ich lediglich die ruhe genieße. den abstand.
meine chefin telefoniert jeden tag mit ihrer mama. "meine eltern zahlen bis heute einen teil meiner miete", sagt sie, "sie wissen ja, dass jeder pfennig in diese agentur fließt." ich bin einen moment neidisch. so viel verständnis, soviel rückhalt. und dann wieder nicht mehr. ich bin allein. alleine zu zweit. ich schaffe mir meine eigene familie. und ob ich je ein kind möchte, von dem ich mich dann enttäuscht fühle und das ich mit meinen unerfüllten wünschen und vorstellungen in den wahnsinn treibe, das darf ich später entscheiden. das nenne ich freiheit. eine freiheit, die ich mit 27 habe und die sich andere noch nicht einmal mit 40 erarbeiten konnten.
ich bin gespannt, ob es mich berühren wird, wenn ich sie sehe. ob ich wenigstens mitleid empfinden werde für all die rückständigkeit und lethargie. oder ob ich einfach nur feststellen werde, dass mich das alles nichts mehr angeht.

sagen sie mal. egal was.

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