Sonntag, 23. März 2008
hallo reiche großzügige geschäftsmänner!
da hat sich was in meinem postfach verirrt, das nicht für mich bestimmt sein kann, da ich zu wenig lesbisch für eine homoehe bin und zu wenig männlich in anbetracht meiner körperkurven:

Hi dear!! My letter will surprise you!! My name - Elena. My age-26 years. I live in Russia!! Private life didn\'t turn out well. I decided to find a foreign man. I dream to meet a decent, kind and clever man!! It is difficult to tell about myself. If this is of any interest to you, write to me.My address -

bist du männlich, reich und heiratswillig? ich reiche gerne elenas kontaktdaten weiter...

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auferstanden
auferstanden mit den ruinen meines körpers habe ich das ostereiersuchen auch schon hinter mich gebracht. zwei hübsche eier waren da versteckt, unter der bettdecke in einem sack. so gab es denn ein nichtvegetarisches frühstück und nun sitze ich so nüchtern wie entzückt hier, mich sehenend nach einem becher heißer dunkler duftender flüssigkeit, die in mich hineinläuft, während andere andernorts heraustropft.

ich pfeif auf ein kindgerechtes ostern und ich wünsche allen nicht-kindern, dass das ihrige ebenso freudig und/oder flutschig-freudig begonnen habe möge!

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Freitag, 21. März 2008
für weicheier
bitte wenden sie sich dahin:


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jaja, und jetzt will´s wieder keiner gewesen sein!

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glaube/n
nichts weiter.
genau das bleibt, wenn man auf keinerlei äußere umstände und konstellationen mehr vertraut.
die innere sicherheit.
(war auch ein guter film, vor vielen jahren.)

ihr kriegt mich nicht.
niemand, nicht einer.
ich bleibe mir. mir ganz alleine.

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Mittwoch, 19. März 2008
jetzt ist genug
"verpiss dich, du stinkende drecksfotze!"
ich brülle wie am spieß. vor wut. ich brülle, bis meine stimme wegbleibt.
dann bin ich wach, vom eigenen geschrei aufgewacht. emotionslos. kann mich grad nicht erinnern, wie sich traurig angefühlt hat oder glücklich oder liebe.

ein neuer tag, ein neuer schlag.
ein kaputter rücken, ein kaputtes knie und chronische kopfschmerzen reichen nicht. also heute in die augenklinik gefahren, weil wieder bunte sternchen gesehen, schwindelig, umgekippt.
ja, gib´s mir. beschädigter sehnerv aufgrund von zu hohem augeninnendruck. 10% chance auf komplette blindheit in ein paar jahren, sagt die unsympathische augenärztin-tussi.
ja, schön.

in die arbeit gefahren und nichts mit mir anzufangen gewusst. kollegin bringt mir cappucchino. nichts schmeckt nach etwas. meine kollegin denkt praktisch. ihr vater stirbt gerade vor sich hin, hirntumoren, mehr tumoren als hirn inzwischen und mehr wasser unter der haut als fleisch oder knochen, er ist ein koloss, eine gigantische wasserblase von mensch.
"aber man stirbt nicht dran", sagt sie, und ich, "wenn ich blind werde, bringe ich mich um, da kannst du gift drauf nehmen", dann müssen wir beide ganz laut lachen, "nee, ich bestimmt nicht", gluckst sie.
die praktikantin hat alles mitgekriegt und drückt sich scheu an meine seite. "was kann ich jetzt tun?" wartet sie auf eine neue anweisung. dein leben genießen, auskosten, bewahren, will ich sagen und schicke sie stattdessen mit einer neuen rechnung ins lager.

dann zuhause. in trance die wäsche abgenommen, wieder schwindelig, taumelig, auf der treppe pause gemacht wie die alte kurzatmige frau w. aus dem erdgeschoss. beim setzen schmerz aus dem rücken wie eine feuerfackel in den kopf strömen lassen.
ins blog gestarrt. wortlos. "sehkrank" bekommt eine neue bedeutung, flutscht mir wie ein joke durch das hirn. was soll ich sagen, und wem? blubber-leiden-scheiße. ich kotz mich an. andere kotzen mich an. und kotzen wär jetzt auch nicht schlecht, so wie ganz früher, lange nudeln mit roter sauce, wo man nicht sieht, ob schon blut mit hochgekommen ist.

schlechte gene, mama. flaute, komplettausfall, und der rest schafft´s auch in guten zeiten nur halbe kraft voraus. null qualität, wie ausm ramschladen vom türken. abtreibung hätte dir eine menge kohle erspart, mama. ich hab nur deine billigen drecksgene gekriegt, dafür hass ich dich, euch beide.

dann sitz ich am fenster und starre in den blauen himmel. und will warten, bis mich der blitz trifft oder ein wunder.

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Sonntag, 16. März 2008
alte schrullen, neue ängste
letzte nacht nach einem schauerlichen tanz-event als strohwitwe nahm ich den kürzeren weg und schaute bei meinen eltern vorbei. nachts um drei kam ich an, durchnässt, ausgefroren und ziemlich genervt sperrte ich die haustür auf. sehr weit kam ich aber nicht. ich musste erst einmal das ganze haus zusammenschreien, damit mir jemand die von innen verschlossenen flurtüren aufschließen möge.
"was willst du denn hier?"
die allzeit freundlichen begrüßungen, die mir in diesem liebevollen haus entgegenschallen, ließen mein herz vor freude überschäumen.
"hallo papa. schlafen."
"wie lange bleibst du?"
"wenigstens bis morgen früh. wir könnten uns da auch theoretisch mal wieder unterhalten, es sind ein paar schöne dinge passiert."
"hmpf. aber mach nicht soviel lärm. lass nicht so lange das wasser rauschen. geh gleich ins bett."
ich mache nie lärm. alle jubeljahre kommt es vor, dass mit die badezimmerschranktür aus der hand gleitet. seufzend schminkte ich mich schnell an und kuschelte mich in mein altes kinderbett.

am nächsten morgen stehe ich in der küche und versuche vorsichtig und in elterngerechten worten zu erzählen, was ich letztes wochenende gemacht habe und inwiefern es jetzt ein bis zwei neue chancen in sachen berufliche zukunft für mich gibt. schließlich will ich, dass sie sich nicht immer so viele sorgen machen wegen mir schlimmen problemkind.
abschließende bemerkung zu den hoffnungsvollen schilderungen von seiten meiner mutter:
"naja, wenn das mal was wird. garantie haste ja wohl keine."
sie zieht die mundwinkel nach unten und macht ihr verächtliches gesicht. ich überlege kurz, ob ich darauf noch irgendetwas sagen sollte. ich entschließe mich zu einem nein und will mich abwenden, um den raum zu verlassen, als mir eine frage hinterhergeworfen wird:
"und was ist mit deinem geburtstag?"
"weiß ich noch nicht."
"naja, hast du einen wunsch?"
"ich werde mich nichts zu wünschen brauchen. die nächsten monate werden auch so hart in sachen überleben."
meine mutter grinst voller genugtuung.
"da wirst du wohl recht haben."
ich mache einen zweiten fluchtversuch, doch wieder wird mir der weg mit einer frage abgeschnitten:
"und dein führerschein?"
"ich muss halt warten, bis der antrag beim bürgeramt durch ist."
"was für ein bürgeramt?"
"hab ich dir doch schon am telefon erklärt. man macht das heutzutage nicht einfach mit der fahrschule aus, sondern das ist eine ecke offizieller."
"hast du nicht."
"hab ich wohl."
"hast du nicht."
"mama! du hast mir selber noch lang und breit geschildert, wie das bei dir damals alles anders war!"
schweigen, welches ich als zustimmung werte. sie würde nie zugeben, dass ich recht habe.
"jedenfalls", sagt sie dann, "darfst du nicht so viele stunden auf einmal nehmen in deinem ferienkurs da."
"das ist aber sinn der sache."
"du hast ja keine ahnung, wie anstrengend sowas ist. das hälst du nicht durch. und dann haben wir wieder umsonst gezahlt."
als hätte ich mal irgendetwas nicht durchgehalten. als hätte ich bislang einmal etwas nicht zu ende gebracht.
"ich saß schon mal hinterm steuer, und ja, es ist anstrengend, aber ich muss mich da dran gewöhnen. es soll leute geben, die fahren sogar ein paar stunden am stück, zum beispiel in urlaub."
"aber du doch nicht, du bist doch wie ich. du tust dir bestimmt schwer."
"dass ich anfängliche schwierigkeiten beim lenken hatte, heißt noch lange nicht, dass ich total behindert bin."
"kind, du unterschätzt das. du hälst das nicht durch. du schaffst das nicht."

ich sehe ein, dass es keinen sinn hat, weiter zu diskutieren. wieder will ich gehen, aber meine mutter redet weier:
"und mit deiner note da, da hast du ja auch nichts unternommen."
"hab ich wohl. ich habe alles genau dokumentiert und eingereicht, warum ich die korrekturen meiner arbeit ablehne."
"aber du bist nicht vor gericht gegangen. kein wunder, dass du nichts bewirkt hast."
"mama! ich habe keinen rechtsschutz! ich kann doch keine note einklagen, die sitzen beim kultusministerium sowieso am längeren hebel! und was glaubst du, was dir da für schuldenberge draus erwachsen, wenn du die prozesskosten tragen musst!"
"das glaub ich nicht."
"meine professorin hat mir auch dringend davon abgeraten, vor gericht zu gehen."
"die kann das doch gar nicht wissen. der trau ich sowieso nicht weit."
aber sie weiß es sicher besser als meine professorin, klar.
ich rolle die augen. meine mutter fügt beleidigt hinzu:
"da hätte man sich halt engagieren müssen. aber du machst ja nichts."
ich habe keine lust mehr, ihr aufzuzählen, wieviele stunden ich allein zugebracht hatte, um alle dokumente für den widerspruch zusammenzustellen. ich sage:
"klar bin ich schuld. ich bin auch schuld, dass ich keinen job gekriegt habe, weil ich ja meine bewerbungen nicht richtig schreibe. du weißt das ja."
verächtliches schnauben, türeknallen.

na, ich geh dann mal. macht´s gut, meine lieben. und immer dran denken: ich suche euer altersheim aus. und ich entscheide dann auch mal, wann sie die geräte abschalten oder nicht.

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Samstag, 15. März 2008
j´aime
... trentemöller:

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