Donnerstag, 6. März 2008
deutsche metropolen
manchmal ist deutschland auch in england, rußland oder am nordpol. und das sommerloch gibt es tatsächlich. unanständig geht es mancherortens ebenfalls zu. adolfshausen vielleicht einmal ausgenommen.

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Montag, 3. März 2008
hirnschatten, wirr
ich habe eben den kater hinausbugsiert, der übliche abschiedstrara. es dämmert, meine fenster sind gekippt. das handy klingelt. es ist der kater, der sich von on the road meldet. ich gehe mit der katerstimme am ohr durch meine kleine, kleine wohnung und schließe die fenster. im schlafzimmer sind sie dann.
wer sie sind, weiß ich nicht, aber sie sind gefährlich. zwei junge männer, denen die bosheit ins gesicht geschrieben steht. der eine schlägt mir das handy aus der hand, der andere hält mir den mund zu, weil ich sofort zu schreien beginne.
ich werde in eine kammer geschleift und eingeschlossen. einer der beiden schert mir die haare. der andere zeigt mir das feuer, auf dem sie mich verbrennen wollen.
man lässt mich zu meiner mutter. sie liegt schwach in ihrem bett und ich bin so erschrocken über ihre kränklichkeit, dass ich mein eigenes todesurteil vergesse. meine mutter sagt mir, dass sie noch genau vier jahre leben werde. in ihren händen hält sie eine flasche apfelsaft, weiß der teufel, warum.
dann ist meine mutter verschwunden, ich kann mich frei durch den raum bewegen, aber ich weiß, meine mörder beobachten mich, werden zuschlagen, wenn das feuer groß genug brennt. dann sehe ich das messer, reiße es an mich, überlege kurz mich zu wehren, weiß aber, ich werde nicht gegen die übermacht ankommen, es ist mir bestimmt.
ich stoße das messer in meine arme und handgelenke, schaue mir beim verbluten zu.
schweißgebadet aufgewacht.

"hab ich geschnarcht?" fragt der kater, als heute morgen um fünf das handy kuhmuhendes vibrationswecken veranstaltet. "nee, gar nicht", sage ich, deutlich gerädert. "aber du turnst immer nachts rum, was treibst du eigentlich?!" ich erzähle den traum. der kater hält sich die ohren zu: "hör auf, ich will sowas nicht hören! das ist ja krank."
dann muss der kater gehen. ich bleibe wach. aus angst vorm einschlafen.

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Sonntag, 2. März 2008
lenny und die finanzbuchhalterin
ein konzert von lenny kravitz auf spiegel online. die prä-konzertäre atmosphäre wird eingefangen, indem konzertbesucher über ihre erwartungen befragt werden. treffend die stimmung wiedergeben soll nach ansicht des interviewers die meinung einer mitteljungen, dauergewellten tussi zu lenny: "der sieht scharf aus und singt einfach nur geil."
der kater erkannte die repräsentativität dieser aussage ad hoc: "und das sagt so eine verklemmte ische, die das wort penis nicht in den mund nimmt, vom körperteil mal ganz zu schweigen. das ist auch bestimmt so eine finanzbuchhalterin oder sowas."

nunja, den lenny kann man ja finden, wie mann oder frau will. ich fände das lied "circus" ganz nett, wenn man im video nicht lennys visage sehen müsste. und wenn er nicht singen würde. wenn man das lied dann instrumental ganz leise als hintergrundmusik auf einer autobahn-baustelle abspielen würde. ja, dann vielleicht.
und ob die ische bläst oder nicht, das will ich so nicht mit hundertprozentiger sicherheit beurteilen. aber einen deep throat traue ich ihr jetzt auch spontan nicht zu.


und ihr? was könnt ihr für lenny oder alternativ die rettung des guten geschmacks tun?
ich find den lenny knackig und würde ihm auch einen einwandfreien deep throat machen
man sollte dem lenny die stimmbänder amputieren und auftrittsverbot über sein gesocks verhängen
ist mir völlig wurscht, aber deep throat finde ich gut
ich bin verklemmt und beim lesen dieses eintrags rot geworden. meinungen trau ich mir auch nicht zu haben, das finde ich obszön.

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Erstellt von c17h19no3 am 2008.03.02, 16:16.

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Samstag, 1. März 2008
gefühlt wortkarg
zum wie immer unpassendsten moment keine lust, orale sätze zu produzieren. kopfschmerzen. müdigkeit. ich jaule ein wenig, in der verzweifelten hoffnung auf ein paar nackenkrauler.
"zick nicht rum", sagt der warmherzige kater voller mitgefühl. er ist auf nikotinentzug. der kassiererin im supermarkt erzählt er, ich sei schuld an seinen rückenschmerzen.
zuhause hat er alle schränke, tischchen und stühle seiner wohnung beauftragt, nach meinen zehen und knien zu schnappen und zu treten. gleich wird er mich in den norddeutschen sturm schubsen, ungeachtet der tatsache, dass ich freundliches südklima gewohnt bin.
überhaupt, der kater ist an allem schuld, habe ich heute mal eben so pauschal für mich beschlossen. an solchen tagen wie heute ist ungerecht sein meine einzigste und allergrößte freude.

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würzkunst am arsch
wir haben es gewagt und schreiten seit heute mittag gegen allgemeine und spezielle verspannungen mit wärmesalbe ein. am vormittag wagte ich mich in den sturm hinaus und kaufte eine packung hansaplast für acht euronen und ein paar zerquetschte.
das erste probecremen fand bei mir an der lendenwirbelsäule, beim kater im nacken statt. frisch aufgetragen begann es, in meinem oberen po-bereich sanft zu kribbeln. der kater bekam einen cholerisch-roten nacken wie ein pavianarsch. "aber irgendwie macht das gar nicht richtig warm", sagte ich. "naja, es brennt halt", meinte der kater. "das brennen ist nach einer viertelstunde wieder vorbei." "hm." "ist mein arsch auch rot?" fragte ich den kater und lüftete das t-shirt. "nee, gar nicht."
so ganz das gelbe vom ei ist das zeug also nicht. ich schaute auf die tube nach dem wirkstoff und entzifferte "capsaicin". capsicum ist ja nichts anderes als ein paprikagewächs. das erklärte einiges, denn dass paprika oder pfeffer gegen verspannungen wirkt, klingt eher unwahrscheinlich.
ich trug noch eine lage salbe auf, nach dem motto, viel hilft viel.
ansonsten schluppen wir jetzt mal zu rewe rüber. da können wir ja noch ein glas von diesen kleinen grünen pepperoni mitnehmen und die therapie dann endotherm fortsetzen...

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Donnerstag, 28. Februar 2008
dorf- und baustellengeschichten
heute morgen, als um 6:20 uhr die handy-weckmelodie mit kuhartigen volles-euter-muh-schnurren (vibration auf pressspantischchen) erklang, fand ich mich zunächst gar nicht zurecht in diesem fremden bett. draußen dämmerte es, jemand hatte die vorhänge nicht zugezogen. dann wälzte sich jemand neben mir herum. achja, der kater.
gestern nacht war ich spontan wie ich so bin in den regionalexpress richtung würzburg gesprungen, um den kater zu sehen, der in einem kaff namens dettelbach bei würzburg weilte.
schnurr- und streichelalarm. yummi. extatisches klammern, chanel-duft contra prada-duft, dann ein wenig nackte haut unter unseren händen. für einen kleinen morgenfick leider keine zeit, der kater musste ins bad, kurz darauf drangen die kratzgeräusche des nassrasieres ins zimmer. zehn minuten später hockte ein businesskater auf der bettkante. "vergiss nicht, um elf musst du hier raus sein." ich nickte. ich würde den zug um 9.51 uhr gen heimat nehmen, weil ich ja auch noch arbeiten musste.
pünktlich um neun uhr stand ich dann an der hotelrezeption. mist, nun brauchte ich ein taxi oder einen bus, denn der bahnhof war sechs kilometer entfernt. das würde ja wieder ein teurer spaß für mich kirchenmaus werden. doch der hotelchef holte seine kranke mutter aus der guten stube und unterwies sie, mich zum bahnhof zu fahren. wie nett, dachte ich, was für ein service. ich bekam noch kaffee und ein verspätetes extrafrühstück, dann schlurfte die hoteloma herbei. es war halb zehn, ich wollte zu diesem zeitpunkt auch schon los sein.
die oma war jedoch schon ein wenig gehbehindert, sodass wir geschlagene fünf minuten brauchten, um das hotel zu verlassen. dann noch einmal fünf minuten, um auszuparken. es war 9:40 uhr. zum bahnhof würden wir etwa zehn minuten brauchen, rechnete ich. blieb noch eine minute, um eine fahrkarte zu kaufen und aufs richtige gleis zu stürmen. na wenn das mal gut ging.
die oma gab hinterm dorf aber erstaunlich gas, sodass wir 9:46 uhr am bahnhof ankamen. wir parkten direkt am fahrkartenautomaten.
"sie müssen dann da rüber", sagte die oma und deutete aufs gegenüber liegende gleis. "sie müssen da den berg hoch, über die brücke und auf der anderen seite wieder runter." ich starrte entsetzt ihrem zeigefinger hinterher. es lag nach der fahrkartengeschichte also noch eine berg- und tal-sprintstrecke von schätzungsweise 500 metern vor mir.
ich hackte die nummer des zielorts in den dorf-fahrkartenautomaten und gab die bahncardermäßigung ein, dann schob ich meinen zwanzig-euro-schein in den schilz. ohne erfolg. zweimal kam er wieder heraus, dann bemerkte ich, dass ich maximal mit einem zehn-euro-schein zahlen konnte. ich versuchte es mit der ec-karte, aber der kartenschilz war mit dreck verstopft.
ich fragte einen mann, der die ansonsten menschenleere straße entlang kam, ob er kleingeld habe. der hatte jedoch nichts für mich zum wechseln. gegenüber war ein gasthaus. ich stürmte zur tür, doch es war noch geschlossen. überhaupt schien sich in diesem ort kein mensch tagsüber aufzuhalten.
ich schaute zum bahnsteig gegenüber, von den ich abfahren sollte. da standen zwei frauen. ich hatte noch eine einzige minute. na gut. ich nahm die beine unter die arme und rannte den langen, verwinkelten weg bergauf, über die brücke, und auf der anderen straße endlose treppen wieder hinunter. und hach, ich hatte glück. eine der frauen konnte mir wechseln. ich schaute die gleise hinauf, der zug war noch nicht in sicht. ich hetzte den weg zurück zum fahrkartenautomaten, tippe kurzatmig und mit zitternden fingern die gewünschte strecke ein und stecke die scheine in den schlitz. wieder spuckte der automat alles aus. aus der ferne kündigte sich der zug an.
ich überlegte kurz. hierbleiben im menschenleeren dorf und warten, ob mir jemand beim fahrkartenkauf helfen konnte? eine stunde auf die nächste bahn warten? oder reinspringen und den schaffner verärgern? eventuell 40 euro schwarzfahrergebühr in kauf nehmen?
okay, lieber letzteres. ich stürmte den weg zur brücke hinauf, wieder hinunter und sprang in den zug. jetzt musste ich überzeugungsarbeit leisten. zum glück war der schaffner der netteste mensch in diesem universum (vom kater mal abgesehen ;)). er erklärte mir, er würde mir erst an der nächsten heltestelle eine fahrkarte ausstellen, denn dieser bahnhof sei noch provinzieller und hätte überhaupt keinen automaten, sodass man mir auf keinen fall mehr einen strick draus drehen könne. ich bezahlte nochmal sechzig cent weniger als geplant, freute mich tierisch und kam ganz entspannt zuhause an.

als ich dann ins büro fuhr, war es vorbei mit der entspannung. vom büro war nämlich nicht mehr viel übrig. es sah aus, als hätte eine bombe eingeschlagen. überall wasserpfützen und mauerputz. wasserschaden.
"weißt du schon, wie das passiert ist?" fragte meine kollegin. ich schüttelte entgeistert den kopf. "der typ über uns, der hatte einen handwerker da, wegen der elektrik. der musste an die badezimmerdecke, deshalb hat er eine platte über die badewanne gelegt, um darauf stehen zu können. dabei hat er die badewannen-amaturen so verbogen, dass das rohr darunter gerissen ist. und die ganze nacht ist das wasser in die wand gelaufen. die ganze decke ist durchgeweicht, gestern hatten wir echt die niagarafälle hier."
die notfall-handwerker waren da, um den estrich herauszuklopfen. als sie zu bohren begannen, bröckelte die decke erneut. mauerklumpen landeten im drucker. der drucker ging kaputt. entsetzt sprangen wir nach draußen, mein chef rannte in die wohnung über uns und brüllte "sofort aufhören!". dann telefonierte er wieder mit dem anwalt. die versicherung schickte einen gutachter.
ich und meine kollegin wuselten unter der durchnässten decke und mussten die teuren waren aus dem lager retten, weil die sehr druck- und staubempfindlich sind. zwischen uns stakste der gutachter in anzug und krawatte und glotzte pikiert auf seine feinen, hochglanzpolierten edel-leder-schlupper, die gehörig dreckwasser und staub abbekamen. "meinste, wir kommen hier lebend raus?" frotzelte meine kollegin. ich beäugte misstrauisch die wasserflecken. "wenn ich hier irgendwo risse entdecke, bin ich weg. dann soll er mich feuern."
gegen fünf uhr nachmittag waren wir dann fertig mit der evakuierung. der handwerker-oberguru erschien mit plastikplanen und begann, im lager die decke abzukleben. "wir nehmen noch heute die platten raus, wir müssen sehen, wie weit das wasser durchgedrungen ist." mein chef nickte abwesend und sah aus, als ob er gleich einen herzinfarkt bekäme. klar, denn wenn die decke nun doch noch einbrechen sollte, war er ruiniert. im lager ruhten alle seine schätze - wir hatten nur einen teil noch retten dürfen. der rest musste bleiben und verschwand unter plastik.
"geht nach hause", sagte der chef irgendwann. "jetzt hilft nur noch beten", grinste meine kollegin.
und gespannt harren wir der dinge, die da in den nächsten tagen auf uns zukommen werden...

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