Mittwoch, 23. Dezember 2009
yumm.
er: "ist das etwa schwarzer schimmel?"
sie: "was?"
er: "da! das ist ein lebengefährlicher schimmelpilz, wenn man ihn einatmet!!"
sie: "dann lass es doch sein!"


er: "was tust du da?"
sie: "ich setze mich auf dich."
er: "immer willst du oben sein!"
sie: "das macht mir spaß!"
er: "bin ich etwa ein menschlicher dildo?!"

(2 tage in paris. film für hypochonder)

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Sonntag, 29. November 2009
11-88-s.o.s. - mach mich an!
das nachtleben hat mich wieder, als wäre es nie anders gewesen. meine schlafphasen reduzieren sich am wochenende auf vier bis sechs stunden, und so sehe ich dann auch aus. kellerbleich, aber strahlend. wer auf morbiden charme steht, fährt voll drauf ab.

gestern im club fragte mich mein zukünftiger wichtiger geschäftspartner, was sich frauen eigentlich so wünschen, als anmachespruch - also, wenn es gewissermaßen um die kaltakquise geht.
"meine netteste anmache ever ist eigentlich immer noch die, die vor 11 jahren zu meiner ersten langjährigen beziehung führte. der mensch kam plötzlich auf mich zu und sagte, er wolle mich nicht doof anmachen, er wünsche sich einfach nur, sich ein bisschen mit mir zu unterhalten."
"aha."
"was ich gut daran fand, ist, dass sich da jemand sehr wohl dessen bewusst war, dass man(n) furchtbare fehler beim ansprechen machen kann. und er hatte schiss, dass er bei mir einen machen würde. dafür bekam er bei mir sofort 100 respektpunkte. keine halbwegs kluge frau der welt hätte ihn für einen hirnamputierten aufschneider gehalten."
mein brandneuer geschäftspartner nickte, noch nicht ganz überzeugt. um ihm zum demonstieren, wie man es vielleicht besser nicht machen sollte, gab ich eine anekdote aus der jüngsten vergangenheit zum besten.

vor einigen stunden, als ich noch alleine rumstand, kam eine fürchterliche krücke auf mich zu. er sah aus wie beavis von beavis and butthead und war mir schon unangenehm aufgefallen, weil er sich ständig auf tuchfühlung bewegte und sein gesicht dabei immer in unmittelbarer nähe meines busens hatte.
"hey, du standest doch vorhin noch da drüben", grinste er mich zur begrüßung schief an.
"ähm, ja, korrekt", stammelte ich und wandte mich ab. er hierher, mit dem gesicht wieder schön meinen busen anpeilend.
"was machst du denn hier?"
spitzenfrage. was macht frau in der disco? ich suchte die beiden, mit denen ich verabredet war. diese realität gab mir eine gute vorlage für eine kleine lüge.
"ich suche meinen freund."
beavis sah kurzfristig aus, als hätte ich ihm in die eier getreten. dann grinste er wieder unverschämt sein hässliches grinsen.
"soll vorkommen. dann wünsch ich dir viel erfolg, hähähä!"
und weg war er. allerdings nicht für lange. ich hatte mich gerade in nähe der tanzfläche postiert, als er wieder angedackelt kam.
"na, haste deinen freund schon gefunden, hähähähä!"
was für eine spacke.
"der kommt später", sagte ich kurzangebunden.
"dann bin ich ja mal gespannt, hähähähähä!"
was bildete der sich eigentlich ein? ich drehte eine runde und stellte mich woanders hin, wo ich hoffte, dass mich beavis nicht finden würde. sonst würde er mich vielleicht wie die katze in die waschmaschine stecken? frau weiß ja nie.
dennoch gab auch dieses versteck - hinter zwei großen typen in einer dunklen ecke, wo nur noch zwei leere bierkästen standen - keine sicherheit her. beavis hatte mich schon wieder entdeckt.
"na, wo isser denn nun, dein freund! isser verschollen, hähähähähä!"
so, und nun reichte es mir, mein freundchen. ich trat ganz nah an beavis heran, senkte mein haupt auf höhe seiner visage, sodass er seine nase aus meinen brüsten nehmen musste, und zischte:
"sag mal, hast du IRGENDEIN PROBLEM?!" eigentlich wollte ich noch hinzufügen, ob er von meinem imaginären freund was in die fresse wolle, aber da war beavis schon verschwunden. zum glück tippte mir in diesem moment auch meine verabredung auf die schulter und führte mich zur bar, um mir meinen künftigen geschäftspartner vorzustellen.

"psycho", fand meiner neuer geschäftspartner. "das ist ja zum weglaufen."
"es gibt aber auch angenehme, ungewöhnliche anmachen, die zu nix führen", erwiderte ich und erinnerte mich an den dorf-hoschi vom vorabend.
der hatte mich angesprochen, als ich mich auf der treppe nach oben gerade über den zigarettenautomaten streckte, um einen flyer aus den kartenständer zu angeln. als ich spürte, dass jemand neben mir stand, drehte ich mich um. da war dorf-hoschi, 21 jahre, halblange blonde haare, blaues t-shirt, turnschuhe und verdammt unschuldig.
"kannst du mir mal erklären, was nu metal ist", hielt er mir unvermittelt einen flyer direkt unter die nase. ich nahm ihm den zettel aus der hand, kramte in meinem hirn nach meinem wissen aus der musikredaktion und versuchte mich in musikalischer zeitgeschichte. dorf-hoschi hing sichtlich an meinen lippen, steuerte den ein oder anderen netten und sogar klugen kommentar bei und platzte dennoch fast vor bewunderung. mich allerdings beschlichen beinahe mütterliche gefühle, vor allem, als ich hörte, wo er herkam, und ich bestand darauf, ihn zu seinem auto zu bringen, weil es kalt und finster war und sicherlich schreckliche schurken auf den straßen des kiez auf naive kleine dorf-hoschis lauerten. außerdem hatte ich ja auch noch den heavy-metal-jüngling im schlepptau, den ich bei seiner mama abgeben musste.

"aber ihr habt euch doch nett unterhalten", sagte mein zukünftiger wichtiger geschäftspartner.
"trotzdem, wenn du einer nicht musikalisch bewanderten frau eine solche frage stellst, stellst du in der regel nur ihre unkenntnis bloß. kaum eine wird dir auf anhieb sagen können, was nu metal oder postpunk oder french wave ist. und dann haut sie ab, weil sie dich für einen schrägen vogel hält, der sie verarschen will."
"dann weiß ich ja nun bescheid", sagte mein künftiger partner. "fehlt nur noch eins..."
"was denn?"
"man müsste eben auch die eier haben und mal eine ansprechen!"
"ich denke mal, die meisten frauen wissen schon, wie schwierig das ist. ich zolle jedem respekt, der mich anspricht, wenigstens ein kleines bisschen."
"auch beavis?!"
"ich habe ihm knapp, aber höflich geantwortet. ich hätte ihm auch meinen wein ins gesicht schütten, wild um mich schlagen und hysterisch zum türsteher rennen können."
"ich wäre wahrscheinlich an so eine tante geraten..."
"have a little faith. das sage ich jedem."
"du kannst das aber auch."
"was?"
"jemanden an der hand nehmen."
ich lächelte.
"ich bin auch bloß die mutti der nationen."

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Freitag, 13. November 2009
die zivilisierte welt, in der wir leben
wo richter zu rächern und verbrechern werden. wo die grausame realität das schöne reden von gerechtigkeit schwärzt.

fest steht: die ss lebt. sie heißt jetzt nur anders.

lesen sie den bericht über cia-folter.

das kleine problem: diese hundsfotte stellt keiner vor ein gericht.

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Sonntag, 11. Oktober 2009
heimat in der fremde
heimat und fremde sind gegensätze, die sich schwer vereinbaren lassen. wer ihre vermischung ertragen muss, übt sich im spagat.

dieses wochenende sind meine eltern zu besuch.
"was wollt ihr denn so machen? ich kann mir ja mal was ausdenken. ein schönwetterprogramm und ein schlechtwetterprogramm", bot ich vor einer woche am telefon an. hm, ja, mal sehen. sich schön in ein café setzen, schön kaffeetrinken und was schönes zu abend essen, lauteten die exotischen wünsche.
ich plante also bei schönwetter einen besuch des botanischen gartens, einen spaziergang durch die schanze und einen ausflug in die hafencity. bei schlechtem wetter dachte ich an einen museumsbesuch, eine runde durch hagenbecks aquarium sowie ein relax-programm in meiner lieblingstherme oder den besuch einer klassischen veranstaltung, bei der meine nachbarin frau stella mitwirkte.

gestern mittag stand die liebe verwandtschaft dann vor meiner tür. meine wohnung fanden sie entgegen aller erwartungen sogar "putzig" (ich hatte etwas in richtung "furchtbar klein", "alt", "sehr einfach" und "schäbig" erwartet).
dann ging es los. da es in regnen strömte, präsentierte ich mein schlechtwetterprogramm.
"wir wollen aber in die stadt", sagte mein vater. "ein bisschen in der mönchsbergstraße rumlaufen".
"in der mönkebergstraße und der fußgängerzone ist es jetzt vermutlich total überlaufen. wenn euch das nichts ausmacht..."
"nein, nein, und da gibt es dann sicher auch irgendwo ein schönes café", unterstützte meine mutter den vorschlag meines vaters.
"gut, dann machen wir uns auf den weg. wir können ja die übernächste u-bahn-station nehmen, dann seht ihr sogar noch ein bisschen was von den viertel, in dem ich hier wohne."
"aber es regnet doch!" so mein vater. "nein, nein, wir nehmen gleich die u-bahn um die ecke."

ein bisschen kultur wollte ich meinen eltern trotz allem zumuten. als wir am schlump ankamen, zwang ich meine eltern zum aussteigen und zeigte ihnen gegen ihren willen das schanzenviertel.
"was gibt es denn da besonderes?", fragte meine mutter.
"das so ein kunst-und-kulturviertel, da leben lauter junge hippe menschen und künstler und ökos und so. alle sind ganz individuell und kreativ bis zur hysterie."
ich lotse die beiden durch drei straßen.
"wann kommt denn da die nächste u-bahn? wie kommen wir denn hier wieder raus?", war mein vater besorgt.
"ach guck mal, da ist ein jever-schild!" entzückte sich meine mutter zwischen tausenden von kunstvollen graffiti über den aushang vor einer kneipe. "da kann man bestimmt später schön was essen."
"das ist doch nur lauter alter scheiß hier", meinte mein vater.
ich sah zu, dass wir zur u-bahn kamen.
als wir auf den grauen polstern saßen, schüttelte meine mutter den kopf: "dass du dich auch noch so gut auskennst in so einem wilden viertel!"

wir peilten den jungfernstieg an. als wir aus dem untergrund kamen, schüttete petrus volle kübel über uns aus.
"sollen wir ein bisschen durch die fußgängerzone gehen", brüllte ich gegen das geprassel an.
"gibt´s da denn ein schönes café", rief meine mutter, während mein vater schon die tische und stühle an den alster-arkaden anpeilte.
ich nahm einfach das nächstbeste café, denn inzwischen sehnte auch ich mich nach etwas wärme und trockenheit. als ich mich umsah, bemerkte ich, dass wir uns in einem scheißfeinen alte-damen-schuppen mit kitischig-güldener wanddeko befanden. am tisch neben uns saß eine uralte klunkerbehangene tussi mit sehr viel lippenstift, der in den runzeln ihrer mundöffnung gerann. sie las in einem buch über fabeltiere.
des lieben friedens willen bestellte ich wie meine eltern nicht nur kaffee, sondern auch ein stück torte. schokolademousse-tarte, das klang gut, fand ich.
nach etwa einer halben stunde des wartens knallte uns die stark umsatzorientierte türkische kellnerin die kunstvollen torten auf den tisch.
nun bewährte sich eine erfahrung aus meinen kindertagen: was gut klingt und umwerfend aussieht, ist meist von minderer qualität und schmeckt absolut scheußlich. diese these, die man leicht modifiziert übrigens auch auf potenzielle partner anwenden kann, wurde durch das konditorische erlebnisprodukt auf meinem teller zu 150 prozent verifiziert. zum glück hatten meine eltern ihre torte schon verputzt und nahmen sich meines stückes an.
"bestell dir doch noch was anderes", nötigte mich meine mutter. ich versuchte es also noch mit einer weiteren cremetorte, doch auch in diesem fall sorgte der würgereiz für das ausbleiben des kulinarischen orgasmus. meine eltern, hartgesotten, teilten sich auch dieses stück torte.
"ich glaube, heute abend brauche ich dann nur was kleines", stöhnte meine mutter im zucker- und buttercremeschock.
"ihr hättet das doch jetzt nicht aufessen müssen", sagte ich.
"ach naja, so schlecht war das auch wieder nicht."

im café war es arschkalt und zugig. nach zwei stunden schlotterte ich am ganzen körper.
mein vater zahlte, dann verließen wir diesen ort und wanderten wieder durch den regen. noch mal über den kiez? okay. nochmal nass werden. vielleicht eine kleine erkältung als souvenir.

erst am späteren nachmittag trennten wir uns. ich war inzwischen völlig ausgefroren.
"wir sehen uns dann später zum abendessen."
"wo gehen wir denn da hin?" fragte meine mutter.
"ich denk mir was aus."
"aber nicht wieder in so ein selbstbedienungsrestaurant!" warf mein vater ein. das letzte mal waren wir nämlich bei vapiano gewesen. das dortige autonome bezahl- und bedienprogramm hatte meine eltern stark verwirrt.
"nein, nein. ich denke, wir sollte ins raven gehen."
"was gibt´s da so?"
"alles. auch fleisch und nudeln und so. all die handfesten dinge."
meine eltern waren sichtbar erleichert.

20 uhr. ich traf im raven ein und organisierte einen tisch. meine eltern waren beeindruckt und plapperten ausnahmsweise mal nicht gleich drauflos wie sonst.
der kellner brachte die speisekarte. oha. das restaurant machte offenbar gerade orientalische wochen. während ich mich recht schnell für sushi entschied, brauchten meine eltern lange und erwogen das für und wider der einzelnen gerichte und ihrer zutaten. mein vater entschied sich schließlich für einen soliden fleischspieß, meine mutter, die zwischenzeitlich noch mehrmals betonte, nur etwas kleines essen zu wollen, bestellte einen vorspeisenteller mit auberginenmus und als hauptgericht kalbsklößchen und nudeln.

der kellner brachte uns kleine tellerchen mit einem appetizer.
"ein kleiner aperitif: poulardenbrust an fenchelkartoffel."
als der kellner sich umdrehte, flüsterte meine mutter mir zu: "aperitif ist doch was zum trinken! dass der das nicht weiß!"
"ich denke, man kann das sowohl für getränke als auch speisen sagen."
"das glaub ich nicht! das ist doch französisch!"
"möglich."
"na, sicher! so wie après-ski!"
"prost", sagte ich zur ablenkung und klirrte mit den gläsern.

auch der weitere verlauf des abendessens sorgte für große heiterkeit und einige momente des fremdschämens auf meiner seite.
als der kellner wiederkam, brachte er brot, eine käsecreme und oliven. für die oliven lag ein kleiner löffel, für die creme ein winziges buttermesser bei. ich strich etwas creme auf eine scheibe und wollte das messerchen an meinen vater weitergeben. der hatte jedoch schon den löffel genommen und in die creme gemanscht. nun lag der verschmierte löffel in den oliven.
dann wurde das essen serviert. ich nahm die stoffserviette und breitete sie über den schoß. meine mutter hatte es gesehen und tat es mir gleich. mein vater hingegen knüllte die serviette neben den teller.
"die serviette ist dafür gedacht, dass du dich nicht vollkleckerst", wagte ich einzuwerfen.
mein vater erwies sich jedoch als beratungsresistent. mit dem ergebnis, dass die ersten fettspritzer schon sein hemd verunzierten. meine mutter bemerkte es mit augenrollen. ich musste leise kichern.

trotz aller schwierigkeiten wurde es ein gelungenes mahl. mein sushi war köstlich, auch meine eltern konnten es genießen.
"das hat du toll ausgesucht", strahlte meine mutter und vertilgte die letzte nudel. "und was essen wir morgen?"

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in eigener sache
gute aktion:

http://www.youtube.com/watch?v=Ug0tdt0kdAg

nur eines wäre wichtig: es heißt immer noch PRAKTIKA und nicht PRAKTIKAS. wer PRAKTIKAS in einem spiegel-interview sagt, sollte mindestens ein jahr unbezahlt arbeiten müssen.

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Mittwoch, 7. Oktober 2009
die krankheit sitzt in den hirnen
die krankenkassenbeiträge werden wieder steigen - natürlich nur für arbeitnehmer, haben sich die gelben kapitalistenschweine, die neuerdings ihren geistigen durchfall in unser land spülen dürfen, ausgedacht.
liebe mitbürgerinnen und mitbürger, das sind die erste früchte euerer teuren fehlentscheidung am wahlsonntag. jetzt haben wir die pest am hals. die reichen werden reicher, aber menschen wie ich und du werden eines tages im pappkarton auf der straße leben müssen.

600 euro haben sie mir geboten für einen halbtagsjobs als freie. das heißt, es bleiben nach abzug der versicherung etwa 300 euro übrig. das reicht nicht einmal für die miete. krank werden darf ich nicht, urlaub machen darf ich nicht.
ich weiß nicht mehr weiter an diesen tagen.

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Mittwoch, 30. September 2009
aus-zug
[...]

er: weißt du, was mich heute abend wahnsinnig gemacht hat? wie sie alle so auf zusammen getan haben. so lauter kleine unzerstörbare einheiten.

sie: son quatsch.

er: wir hatten das auch alles. dieses sonntagmorgengefühl. zusammen im bett gelegen, die zeitung gelesen. die sendung mit der maus geguckt. n bisschen gevögelt und später ne pizza kommen lassen. das war der himmel auf erden für mich. heute wach ich sonntags auf und möchte am liebsten sterben. möchte mir am liebsten ne schlaftablette einwerfen und den ganzen verfickten tag verschlafen. also steh ich auf uns red mir ein, dass ich eigentlich total gut drauf bin. mach mir kaffee, geh zurück ins bett und schalte den fernseher an. und eigentlich achte ich die ganze bloß darauf, nicht die sendung mit der maus zu erwischen, weil dann würde ich wahrscheinlich heulen. also steh ich auf und red mir weiter ein, dass ich eigentlich total gut drauf bin. und das wetter ist so gut, deshalb ist natürlich keine sau in der stadt. weil sie alle ausflüge mit kind und kegel machen. ich fahr ins cafe einstein und bestell mir nen bagel. und n cappucchino. und ich guck mich um und da sitzen lauter sone typen wie ich. mutterseelenallein. und alle tun s glattrasiert und unabhängig und cool. und sehn beschissen aus. mir dreht sich der magen um, aber hey, uns gehts prima. keine braut hängt uns am arm und labert uns voll. kein blag sabbert uns übers hemd. alles in ordnung, mir gehts total gut.

sie: jep, mir auch.

er: ich vermiss dich.

sie: du vermisst deinen stinkenden, gemütlichen fuchsbau.

er: ich vermiss dich, du blöde ziege.

sie: ich vermiss dich vielleicht auch manchmal. aber du vergisst, wie das jahrelang gewesen ist. so ist es gewesen ja. wir liegen zusammen im bett rum und sehen die sendung mit der maus, trinken kaffee und lesen zeitung. und gleichzeitig nagt so ein schrecklicher wurm an unserem hübschen schneckenhäuschen. weil alles nur die hundertste wiederholung ist von dem, was vielleicht mal schön war und wild und romantisch und... was jetzt ist einfach nicht mehr ist. und keiner von uns will es sagen. denn eigentlich wollen wir schon langelange raus aus diesem fuchsbau. aber wir wissen nicht wie. wir wissen gar nicht wohin. weil wir gar nicht mehr wissen, wer wir eigentlich alleine sind. wir öden uns an! und stattdessen versuchen wir zu vögeln. du schließt deine augen und drehst dich zu mir. immer das gleiche zeichen. und da soll ich dann deinen schwanz in die hand nehmen, was ich auch meistens getan habe. um des lieben friedens willen und weil mir auch nichts besseres eingefallen ist. und dann wälzt du dich auf mich, das ganze geht vier minuten lang und dann haben wir das auch hinter uns gebracht.

er: so hast du das empfunden?!

sie: in den letzten jahren schon. wir haben uns einfach nie getraut, unseren bau zu verlassen... um unsere eigenen wege zu gehen... und uns mal wieder fremd zu werden!

er: das wär auch das ende gewesen.

sie: nein, das glaube ich nicht. wer sich nicht mal fremd wird, der kann sich auch nicht nahe sein.

er: aber das ist doch gerade das schöne, dass man sich so nah ist, dass einem nichts mehr fremd ist am anderen.

sie: ach bullshit. das ist alles nur angst. dieses kleinkindverhalten, in das man verfällt. putzilein, mein daffidaffi, büddebüdde, mein dickerchen, mein mausilein! das ist der untergang. wie soll man da noch vögeln? schubidubidubidu? das hat uns umgebracht. die sendung mit der maus hat uns umgebracht.

er: ich war bei dir zuhause.

sie: ja, zuhause wars so gemütlich, dass du deine affairen gehabt hast.

er: du doch auch! das hat uns doch umgebracht, nicht die sendung mit der maus.

sie: ja! weil wir nicht den mut hatten, uns wieder fremd zu werden. dafür haben wir uns fremde gesucht.

er: klar, fremdes fleisch ist sexy.

sie: fremdes fleisch ist einfach. weil es fremd ist.

[...]

[aus: nackt. von doris dörrie]

(die wenigsten mögen diesen film, weil soviel gelabert wird. aber die wahrheit ist immer anstrengend. weil man dafür zuhören müsste.)

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Montag, 28. September 2009
entschuldigung
die momente, in denen man sich für sein eigenes land zutiefst schämt. wer war da gestern an den wahlurnen? das war ja wie einst bei den wahlen in den usa, die uns weitere jahre mit george the-drunken-bush bescherten.

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Sonntag, 27. September 2009
auf wunsch einer einzelnen dame
... und zwar von frau walkingthedeadline habe ich mangels filzstifte und scanner oder funktionsfähiger handykamera ein kinderkrakelbild in paint produzieren müssen:

10 dinge, die ich hasse


weitermachen sollen bitte frau mala fide, frau herzbruch, frau stella, herr mark und herr gorillaschnitzel.

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Mittwoch, 16. September 2009
filmfest hamburg
1000 filme, die ich sehen wollen würde.

any volunteers?

alleine macht das auch keinen spaß.

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