Freitag, 13. Februar 2015
freitag der 13.
auf den inneren kompass ist verlass. meine zweifel waren nicht unberechtigt.

manchmal verliebt man sich. und der andere nicht.

keiner kann da was für. weh tut es trotzdem.

er hat sich anständig verabschiedet. das muss man ihm lassen.

die guten werden nicht mein. das nächste arschloch wartet sicherlich schon.

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Donnerstag, 12. Februar 2015
shadows
nachdem mich am dienstag plötzlich und unerwartet die schwarze welle erwischt, ist mein selbstwertgefühl mal wieder auf staubkorngröße geschrumpft. das alleine ist schon schwer zu ertragen. was mich nun aber komplett um den verstand bringt, sind meine frisch erblühten zweifel in bezug auf den k.-ex-ex.

da ich diesen mann so mir nichts dir nichts ziemlich fest ins herz geschlossen habe, quälen mich massive ängste, dass er mich doch nicht wollen könnte. ich habe das dauerbedürfnis, ihn anzurufen und mich zu erklären und ihn für dies und jenes um verständnis oder gleich auch schon mal prophylaktisch um verzeihung zu bitten. bevor ich in versuchung komme, solchen quatsch zu verzapfen, habe ich eine strenge kontaktsperre verhängt.

bis er heute anruft, da wir für morgen verabredet sind. zunächst sind wir sachlich und zurren das date fest, an das ich schon fast nicht mehr geglaubt hätte, einfach, weil ich mir verboten habe, daran zu glauben. die erleichterung bleibt dennoch aus. was, wenn er das bloß aus höflichkeit macht, weil die verabredung schon letztes wochenende im raum stand? so kann keinerlei vorfreude aufkommen.

am telefon bin ich einsilbig, zum einen, weil ich ungeheuer erschöpft bin, zum anderen, damit ich ihn nicht dämlich fragen muss, ob er so viel an mich denkt wie ich an ihn. wir schweigen uns eine weile an. der k.-ex-ex lässt sich nicht anmerken, ob er genervt ist. er ist so ruhig und entspannt wie immer. undurchschaubar. das erinnert mich ein bisschen an das objekt. es war eine seite, die ich am objekt sehr gemocht hatte, weil es wahnsinnig angenehm ist, wenn jemand deinem wabernden termitenhaufen von kopf eine solche ruhige sicherheit entgegensetzt. gleichzeitig bietet diese relaxtheit wieder nährboden für neuen zweifel. was ist echt, was ist maske? reagiere ich über und meine eine maske zu sehen, wo keine ist? oder bin ich gerade wieder so plump-vertrauselig dabei, mich volles rohr in den fettnapf deluxe zu setzen?

ich analysiere so angestrengt vor mich hin, dass ich gar nicht höre, was der k.-ex-ex zu sagen hat. ich beschränke mich auf hoffentlich freundliches lachen und ein paar allgemeinplätze, während ich vor lauter scham am liebsten im boden versinken möchte.

als wir aufgelegt haben, bin ich in tränen aufgelöst. weil er mir so am herzen liegt, und weil die angst einfach so verdammt stark ist.

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Sonntag, 8. Februar 2015
springen
nach dem letzten messetag steht ein date mit dem k.-ex-ex an. wir wollen essen gehen. wie immer eine schwierige angelegenheit für mich, denn ich selbst praktiziere "essen gehen" nur als "was vom asiamann bestellen". zugleich sind die wenigen restaurants, die ich kenne und für gut befinde, wahnsinnig teuer, da mich hierhin nur geschäftspartner ausführen, um mir zu imponieren und mich hinterher im preis zu drücken (probate technik übrigens, funktioniert bestimmt bei vielen weiblichen dienstleistern).

schließlich wähle ich ein restaurant, das zum einen in laufweite liegt (der k.-ex-ex ist autofahrer und möchte ja vielleicht was trinken), gediegen und gemütlich gleichermaßen ist (da ich den k.-ex-ex noch nicht einschätzen kann und ich ihn nicht mit einem abend in einer veganen punkerkneipe verschrecken will) und darüber hinaus gerichte auf der speisekarte hat, mit denen ich mich als heikle esserin gut anfreunden kann. ein weiterer pluspunkt des restaurants ist eine umfangreiche weinkarte mit einer gewissen anzahl an roséweinen, die ich mag und auch trocken trinken kann, falls der k.-ex-ex nicht auf halbtrocken steht.

als der k.-ex-ex in meiner wohnung steht, sind wir beide verlegen und müssen uns zu einer umarmung durchringen, da wir beide uns nicht in alkoholisierter und/oder übermütiger partylaune befinden. außerdem schäme ich mich ein wenig, als der k.-ex-ex durch meine kleine butze spaziert und meint, ich hätte es ja recht spartanisch. ich befürchte sofort, dass es sich um einen euphemismus für "schäbig" handelt, winde mich und entschuldige mich schließlich, dass erst nächste woche die lederjacke zum streichen vorbeikommt und ich nunmal grundsätzlich nicht so auf überladene wohnungen stehe. der k.-ex-ex bemerkt meine verlegenheit, versucht die lage durch beschwichtigende bemerkungen zu entspannen und nimmt mich dann doch noch mal spontan und herzlich in den arm. ich merke, dass ich vor angst ganz verspannt bin - angst, nicht zu genügen, angst, wie eine sozialversagerin oder hartzerin rüberzukommen, obwohl ich doch arbeite wie ein tier.

erst als wir im restaurant sitzen, taut die panik weg wie eine eisscholle bei krassen plusgraden. ich werde mutig und strecke meine hand aus, und der k.-ex-ex lächelt erleichtert und nimmt sie. so sitzen wir, bis der kellner mit dem wein kommt.
"ich muss mich erst an die situation gewöhnen", sagt der k.-ex-ex verlegen, strahlt mich aber an.
"die situation?"
"naja, an dich. ich kenn dich ja nicht."
der k.-ex-ex ist vorsichtig, vor allem nach seinen letzten erfahrungen mit der k.-ex. dass ich mal mit der k.-ex befreundet war, ist immer noch schwierig für ihn. trotzdem lässt er meine hand nicht los, bis das essen kommt und wir zu gabel und messer greifen müssen.

nach zwei glas wein und mit vollem bauch werde ich ganz ruhig. ich merke, dass ich strahle. außerdem sieht der k.-ex-ex noch mal viel besser aus als ich ihn in erinnerung hatte. ich mag sogar die kleinmädchen-geste, mit der er sich die schulterlangen haare hinter die ohren schiebt, wenn sie ihm ins gesicht fallen.
"soll ich dir ein haargummi leihen?" frage ich irgendwann.
"nee, ich muss die einfach mal wieder ein stück kürzen lassen."
"bloß nicht", sage ich, "ich stehe doch so auf lange haare."
"ich bin aber nicht so der zopf-typ", entgegnet der k.-ex-ex. "wenn sie anfangen, offen scheiße auszusehen, kommen sie ab."
"die sehen aber gut aus."
"na, meinetwegen, dann schneide ich sie nicht ab."
beinahe wäre mir herausgerutscht, dass ich froh bin, dass der k.-ex-ex keinen pferdeschwanz trägt, weil dies eine zu große ähnlichkeit mit dem objekt bedeutet hätte. das objekt möchte ich unerwähnt lassen, soweit es nur irgendwie geht.

nach dem essen spazieren wir an der alster entlang, bevor wir dann wieder vor meinem haus stehen. der k.-ex-ex kommt ganz selbstverständlich mit hoch.
"ich hab aber nur ein kleines bett", sage ich. "ich bin überzeugte einzelschläferin."
"wenn man sich im arm hält, braucht man nicht so viel platz", entscheidet der k.-ex-ex ganz pragmatisch.
dann beginnt er, mich aus den klamotten zu pellen.

ich merke, dass der k.-ex-ex mich körperlich anmacht. er riecht gut, er fühlt sich gut an und sieht auch nackt sehr gut aus, obwohl er nicht das leistungssportler-objektformat hat. der schwanz allerdings geht ungelogen als imposant und respekteinflößend durch. ich spüre, wie mein unterleib zu kochen beginnt. als mir der k.-ex-ex den finger in die muschi schiebt, bin ich schon tropfnass.

der k.-ex-ex fickt mich bestimmt und dominant - genau so, wie ich es mag. da er dabei merklich darauf achtet, mir nicht wehzutun, fällt der sex weniger animalisch-selbstvergessen-objektiv aus, wofür ich aber dankbar bin. alles, was mich an das objekt erinnern würde, ist schlecht für mich. außerdem entgehe ich so der gefahr wochenlang haltbarer blauer flecken und quetschungen.

erst als der k.-ex-ex kommt, fällt mir auf, dass wir das kondom vergessen haben. zum glück kann ich den k.-ex-ex noch so dirigieren, dass er nicht in mir abspritzt.
"nimmst du denn keine pille", fragt er verdutzt, als wir verschwitzt nebeneinander liegen.
"das würde dir auch nichts nutzen, wenn ich aids hätte", sage ich brutal.
"davon gehe ich mal nicht aus."
"weißt dus? ich weiß es nicht. ich habe viereinhalb jahre lang das objekt gefickt, jahrelang ohne verhütung, allein das wäre für mich an deiner stelle schon ein grund, mich nur im strahlenschutzanzug zu vögeln."
der k.-ex-ex schweigt betroffen.

das tut dem verlangen allerdings keinen abbruch. wir vögeln noch viermal in dieser nacht, und als wir morgens gegen halb acht endlich soweit sind, dass wir theoretisch schlafen könnten, ist der k.-ex-ex hellwach und möchte gerne frühstücken.
"so wie ich dich einschätze, hast du bestimmt nix vernünftiges zu essen im haus", zieht er mich auf.
"nein. außerdem muss ich jetzt echt mal ein stündchen mullern. ich hatte zwei tage messe, es ist ein wunder, dass wir überhaupt noch sex hatten."
"okay."
"möchtest du solange einen kaffee? oder duschen? oder was lesen?"
"also...", der k.-ex-ex räuspert sich, "also am liebsten würde ich ja jetzt ein bisschen daddeln."
ich gucke groß.
der k.-ex-ex gesteht mir, dass er derzeit ein computerspiel zockt, und das sogar ziemlich leidenschaftlich.
"willst du an meinen laptop?", frage ich nur.
"äh... nee, muss ich gar nicht, das kann ich auch aufm ipad spielen. aber das mach ich nicht, wenn du schlafen willst."
"warum denn nicht? wenn dir danach ist, tu es einfach."
"ich würde aber schon gerne noch ein bisschen hier neben dir liegen, wenn du nicht aufstehst."
ich reiche dem k.-ex-ex kurzerhand kopfhörer.
"so, jetzt spiel du mal schön und ich penne noch ein bisschen. und falls du dich langweilst, weckst du mich, und falls du mich störst, hau ich dich. deal?"
der k.-ex-ex grinst glücklich.

als ich gegen halb elf wieder aufwache, liege ich im k.-ex-ex-arm und spüre seine morgenlatte am bein. ich bin schon wieder angesext und beschließe kurzerhand, zum blowjob überzugehen. dafür legt er sogar sein ipad aus der hand. sex ist dann also doch wichtiger als gamen, stelle ich beruhigt fest. in diesem fall darf mann dann auch bei mir daddeln.

danach ziehen wir uns an und gehen frühstücken. während wir in einem kleinen café sitzen und ich meinen milchkaffee schlürfe, betrachtet mich der k.-ex-ex sehr nachdenklich.
"gehts dir gut?" will ich wissen.
"jaja", sagt der k.-ex-ex. "ist bloß alles so ungewohnt. und unerwartet."
"bin ich so schlimm", frage ich.
"neeeinn. aber weißt du... ich muss dich erst kennen lernen. du bist ja auch psychisch krank, sagst du. das ist alles... verwirrend für mich. und manchmal bin ich halt auch ein bisschen naiv... dann rutsche ich in so geschichten wie mit der k.-ex rein."
"hör mal... ich verspreche dir, ich werde dich da nicht reinziehen. ich kann dir nicht garantieren, dass du nicht mitbekommst, wenn es mir mal schlecht geht, aber ich merke, wenn es für die anderen anstrengend wird und ich werde versuchen, dich zu schützen, falls du es nicht selbst tust."
der k.-ex-ex nickt.
"das ist gut."

später gehen wir noch ein wenig in der sonne spazieren. meine hand steckt in der hand in der jackentasche des k.-ex-ex, und mein glück ist so groß wie meine angst. mindestens. also beschließe ich für mich, die sache zu genießen, auf die gefahr hin, dass der k.-ex-ex mich vielleicht doch nicht ertragen kann. im augenblick ist es allerdings eine große chance. und diese werde ich mir nicht entgehen lassen.

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Freitag, 6. Februar 2015
auf dem zahnfleisch
diese woche zweimal mehr als 12 und einmal etwa 10 stunden gearbeitet. jetzt am wochenende kein wochenende, sondern messe. und das mit leichten halsschmerzen, rücken und knie. und grenzenloser müdigkeit.

tage, an denen ich hartzer ein bisschen beneide. nicht viel geld, aber auch nicht diesen stress und den dauernden schlafentzug.

vorhin noch auf dem eis ausgerutscht. (hat mal wieder keiner dran gedacht, die kuh vom eis zu bringen.) wenn krüppel fallen, ist alles gleich dreimal so dolle im arsch.

liebe nachrichten vom k.-ex-ex halten mich hoch. morgen abend sehen wir uns. hoffen wir, dass nicht so viele leute auf messe gehen, dann komme ich schneller weg. und hoffen wir, dass ich nicht vorher irgendwo einschlafe.

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Montag, 2. Februar 2015
sich reinstürzen
montag. arbeiten von 9 bis 20 uhr.
dann zwei stunden telefonieren mit dem k.-ex-ex.

it made my day.

er ist übrigens ein ossi. wie das objekt. ein glückliches zonenkind. was alle meine ossis gemeinsam hatten, war der gute sex. das macht ja hoffnung.

und er will eine feste beziehung. keine seitensprünge. also sobald sich beide dafür entschieden haben. das wiederum macht mir angst. weil ich nicht weiß, ob ich das will.

wir wollen uns jetzt aber erst mal in ruhe kennen lernen. was das betrifft, ist er unheimlich ruhig und entspannt und auch bestimmt.

ich stürz mich mal wieder rein, was? wenigstens gibts den club nicht mehr und damit auch keine objektiven begegnungen.

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