Mittwoch, 13. Februar 2013
die story vom pferd
pferdefleisch im hack - was ein aufreger.

hat sich eigentlich schon mal wer gefragt, wie discounter-preise bei fleischprodukten zustande kommen? nein?

das geht nur, wenn möglichst große margen verkauft werden. das geht nur, wenn die logistik übelst trickst. marge heißt das zauberwort. die nachvollziehbarkeit der wertschöpfungskette tritt zugunsten der preispolitik in den hintergrund.

möchte jemand gerne 10 euro für 100 gramm rindfleisch bezahlen und zugucken, wie das fleisch aus dem tier geschnitten wird?

nein?

dann heißt es hübsch weiterfressen, was uns die industrie vorsetzt. immerhin: gestorben ist offenbar noch keiner daran. kein wunder - selbst das gammeldönerfleisch wurde einst ausgezeichnet vertragen.

übrigens treibt der skandal interessante blüten: die nachfrage der verbraucher nach pferdefleisch ist angeblich drastisch gestiegen. schmeckt lecker und ist gesund, sagen kenner.

wohl bekomm´s.

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Donnerstag, 7. Februar 2013
prinzipiell
während der papa in der küche steht und nachtessen macht, sitze ich mit dem objektsohnemann auf papas bett und diskutiere über spiele, die wir beide kennen.

"kannst du schach spielen?" fragt mich der lütte.
"prinzipiell schon, aber ich habe es nur sehr selten gespielt und es ist so lange her, dass man wohl sagen kann, ich bin im schach kein ernstzunehmender gegner."
"kannst du´s denn dann oder nicht", mault der kleine und zieht eine flappe.
"ich kenne so die regeln im groben, aber ich habe nie irgendwelche tricks gelernt."
"also kannst du´s NICHT", trompetet der lütte.
"im prinzip schon, wir könnten es durchaus spielen und für jemanden, der es gar nicht kann, sähe es sicherlich so aus, als könnte ich es, während ein schach-profi wie dein papa sich über meine züge garantiert kaputtlachen würde."

der sohnemann guckt, als hätte ich komplexe algebra-formeln von mir gegeben. dann wird es ihm offenbar zu dumm und er holt ein kartenspiel aus dem regal.
"kannst du das?" fragt er mich total genervt wie ein lehrer, der seinem zurückgebliebenen, faulen schüler eine letzte chance gibt.
ich muss schmunzeln und gucke auf die karten, uno, das habe ich auch schon sicherlich 18 jahre nicht mehr gespielt, doch ich glaube mich erinnern zu können, dass es im vergleich zu schach pipieinfach ist. ich nicke also und der sohnemann seufzt erleichtert, weil die abendgestaltung nun gerettet ist.

beim mischen fallen ihm die karten aus der hand und - angespannt vor hunger und müdigkeit nach einem langen tag - flippt er kurz aus und hat auch gleich tränen in den augen. ich ziehe das sich sträubende kind, das vom toben draußen noch nach frischer luft duftet, an mich heran und knuddle es, bis es sich beruhigt und mir die karten zum mischen gibt. ich kenne einen mischtrick, mit dem sich die karten in wenigen sekunden mischen lassen, und der sohnemann guckt fasziniert. dann gebe ich die karten aus.
"wie viele", frage ich.
"10", sagt der kleine, und als wir dann jeder zehn haben, "15!".
ich seufze und gebe noch jeweils fünf karten drauf.
dann geht es los. ich erinnere mich sofort: farbe auf farbe, oder zahl auf zahl und bei der letzten karte muss man "uno" sagen, sonst muss man neue vom stapel aufnehmen.

dann halte ich eine karte mit pfeilen in der hand und bin unsicher, was sie bedeutet.
"was bedeuten die pfeile?" frage ich.
"richtungswechsel", sagt der kleine, schon wieder genervt.
"also bin ich, wenn wir zu zweit spielen, noch mal dran, richtig?"
"jaaaaaaaaaa...."
ich spiele weiter und sage dann:
"ich hatte jetzt gedacht, das wäre die karte, mit der man die farbe ändern kann."
"nein!" der sohnemann lässt die karten sinken und sagt dann enttäuscht:
"du kannst das auch nicht richtig spielen!"
"doch, kann ich."
"nein, kannst du nicht! höchstens so... prinzipiell! aber nicht richtig!"
ich muss grinsen, weil ich es immer extrem süß finde, wenn der kleine meinen wortschatz adaptiert und ihn dann halbrichtig einsetzt.
"lass uns das zu ende machen und dann spielen wir revanche und dann verspreche ich dir, habe ich mich an alles erinnert und mach dich ratzfatz platt", schlage ich vor, aber plattgemacht werden will der objektsohnemann erst recht nicht, also verzieht er sich in die ecke des bettes, zieht die bettdecke bis zu den ohren hinauf und ist gnatschig, bis ich mein iphone aus der tasche ziehe und wir mein handy-spiel spielen, das der kleine so liebt.

als der papa ins zimmer kommt, sitzen wir einträchtig und aneinandergekuschelt im bett. das objekt lächelt und holt uns in die küche. es gibt einmal fleisch und einmal vegetarisch für mich.
"das hättest du nicht extra machen müssen", sage ich zum objekt.
"aber du magst doch kein fleisch, du bist doch vegetarierin."
"aber das ist hühnchen, das ess ich."
das objekt lässt verblüfft die gabel sinken und fragt dann:
"aber hühnchen ist doch fleisch?"
"naja, für mich eher nicht."
da mischt sich der objektsohnemann ein und meint:
"also isst sie kein fleisch, nur prinzipiell!
"hühnchen ess ich", verbessere ich. "ich weiß auch nicht, das ist für mich wie... wie eine pflanze."
"aber nur im prinzip!" schiebt der objektsohnemann noch mal nach. "weil eigentlich ist es keine pflanze."

das objekt guckt groß und verständnislos zwischen mir und dem sohnemann hin und her, bis ich mit den lippen lautlos "neues wort" forme und das objekt damit erleuchte.
dann essen wir zu ende. als ich die teller in die spüle stelle, huscht das objekt zum kühlschrank und verkündet:
"ich hab euch eine überraschung mitgebracht!"
der objektsohnemann kriegt glänzende augen und fragt:
"was denn?"
"ich hab nachtisch gekauft", sagt das objekt geheimnisvoll und hält die kühlschranktür zu.
"was denn, was denn", springt der kleine an seinem papa hoch.
"es gibt pudding mit sahne", verkündet das objekt da.
"oohhhh", sagt der sohnemann und setzt sich gleich wieder an den tisch.

"welche sorte willst du, vanille oder erdbeere?" fragt das objekt den kleinen.
da zieht der kleine wieder flappe und nuschelt enttäuscht:
"schoko, aber im prinzip vanille."
das objekt zieht die augenbrauen hoch. da es keinen schokopudding hat, stellt es den vanillepudding vor dem lütten auf den tisch und erdbeere an meinen platz.
"nein!" ruft der kleine da, "ich will keinen doofen vanillepudding!"
"du kannst auch erdbeere haben", sage ich, "ich brauche keinen pudding, ich bin sowieso satt."
"nein! ich will gar keinen pudding."
das objekt ist genervt, beherrscht sich aber und fragt dann ruhig nach:
"pass mal auf, aber du hast doch vorhin gesagt, du möchtest vanille?"
"ja!" weint der kleine jetzt lauthals, "aber doch nur im prinzip."

das objekt schaut etwas ratlos zu mir. ich versuche zu dolmetschen:
"ich denke, er meint, er mag am liebsten schoko, aber grundsätzlich auch vanille, nur heute nicht. stimmt das so?" stupse ich den kleinen an.
der nickt wild und schnieft.
"meine güte", seufzt das objekt. "und deshalb musst du jetzt heulen."
"jawohl!" braust der kleine wieder auf, "weil du verstehst gar nix!"

ich gucke zum objekt. an seiner stelle wäre ich spätestens jetzt ausgerastet. doch das objekt bleibt noch immer ruhig, denkt nach und fragt dann den kleinen, der noch immer schluchzt:
"kann das sein, dass du einfach nur müde bist?"
"nein!" schreit der sohnemann. "ich bin gar nicht müde!"
"doch", erwidert der papa fest. "im prinzip bist du sogar furchtbar müde und machst hier deswegen so ein theater. das finde ich scheiße, weil ich hab nämlich lieben besuch."
endlich, endlich beruhigt sich der kleine und gibt zu, dass er im prinzip doch ein kleines bisschen sehr müde sei, ganz prinzipiell zwar nur, aber prinzipiell genug, um sich vom papa über dessen breite schulter werfen und hinüber ins bett tragen zu lassen.

kaum, dass der kleine die matratze berührt, schläft er auch schon. das objekt macht ein kleines licht an, das den raum sanft und heimelig erleuchtet, weil der sohnemann nicht im dunkeln schlafen mag. dann schleichen wir zurück in die küche und rauchen und reden, bis ich sage, dass ich im prinzip ebenfalls müde sei und daher nach hause fahren würde. das objekt bietet mir an, dass ich doch im prinzip bleiben könne, aber ich weiß aus erfahrung, dass ein 1,60-m-bett für drei personen prinzipiell verdammt klein ist. außerdem strampelt und redet der kleine - ganz der vater - im schlaf, weshalb ich mich ständig erschrecke und aufwache. daher beschließe ich, nicht nur prinzipiell, sondern ganz praktisch und mit sofortiger wirkung nach hause zu radeln.

an der tür hält mich das objekt noch lange fest und sagt nachdenklich:
"manchmal macht mir der kleine angst, weil er genauso ist, wie ich als kind war: so wahnsinnig schnell verletzt und beleidigt, und immer hat er gleich den eindruck, dass er nicht verstanden wird."
"aber du machst das doch sehr gut", finde ich. "du bist so unheimlich geduldig und liebevoll. ich wäre da längst ausgeflippt."
"naja, ich will ja nicht die mittel meines vaters anwenden."
so viel andeutung liegt in diesem satz, dass ich innehalten und nachdenken muss, ob ich fragen kann oder darf, bis das objekt dann von selber sagt:
"die faust, meine ich, das war das mittel meines vaters."
da nehme ich das objekt noch mal fester in arme und küsse seine wange und schweige, weil es nichts zu sagen gibt.

schließlich fahre ich nach hause, satt, zufrieden, aber innerlich so bewegt, dass ich lange nicht einschlafen kann.

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Montag, 4. Februar 2013
search request
"was ist der tatsächliche grund für die absetzung der hinterseer-shows?"

ich war´s natürlich. das war ganz einfach. ich habe dem sender den entscheidenden hinweis gegeben, wie das mit hansis vorliebe für winter, schnee und schneemann bauen in wirklichkeit aussieht. das war hansi aber ganz recht. denn eigentlich wollte der schon lange nicht mehr doof rumträllern vor der letzten generation von rentern, die noch rente kriegen. er hat sich nun auf mein anraten als gärtner für die neverland-ranch von michael jackson beworben, wo er zu dessen lebzeiten schon immer gerne abhing, um interessante experimente mit pilzen, propofol und poppers zu veranstalten. gesellschaft leisten ihm dabei drei bumsfidele ommas aus einem katholischen altenheim. rainer brüderle hat sich bereits als besuch angekündigt, sobald er mit seiner privaten spanking-session mit berlusconi fertig ist. hansi freut sich schon auf das von rainer vorgeschlagene lustige spiel "rohrreiniger".

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Samstag, 2. Februar 2013
immer auf die fresse
anruf von der lederjacke.
"gehst du heute weg?"
"hmhmhm. mal gucken, ich bin eigentlich krank."
"ach komm, nur ein stündchen."
"na gut. aber keine besäufnisse, ja?"
"klar. ich war sowieso gestern schon saufen. ich war in vier kneipen und wollte eigentlich nur ein bisschen in ruhe musik hören. aber die leute waren so aggro!"
"haste dich wieder geprügelt? muss ich dir wieder mit nem strafbefehl helfen?"
"nee, nee. aber weißt du, war so ein typ... ich sitz da ganz friedlich mit meinem bier, er rempelt mich an und meint dann zu mir, ey, wenn ich gleich von der toilette wieder komme, bist du aber weg."
"hä?! spinnt der?"
"die waren da alle total auf krawall gebürstet! langsam hab ich echt keinen bock mehr auf kiez."
"war dann noch was mit dem typ?"
"ich hab dann gesagt, ob er ein problem hat und ob wir das draußen klären sollen. da hat er den schwanz eingezogen."

ich stelle mir die lederjacke vor, wie sie tief einatmet und die brust und schultern breit macht, wie immer, wenn ihr jemand dumm kommt. obwohl sie eher die kategorie leichtgewichtboxer ist, kann sie ziemlich fest zuschlagen und ist zugleich sehr wendig und schnell.
"na gut, dann trage ich heute dafür sorge, dass dir nix passiert. also dass dir keiner krumm kommt und du niemanden die fresse einschlagen wirst."
"ich will mich einfach mit freundlichen menschen umgeben, dann passiert das ja auch nicht."
"ich bin ein super katalysator."
"prima. ich empfehle dich dann bei der un, als friedensbotschafterin."
"dazu ist mein englisch zu schlecht. aber sonst kannste mir gern nen job besorgen."
"ich guck mal. ich bin ja jetzt erstmal in trockenen tüchern. behörden sind schon sehr okay."
"ja, bitte, ich will auch gleitzeit und 13. monatsgehalt!"
die lederjacke lacht.
"holst du mich ab? und bringst du was zu trinken mit?"
"ich hab keinen hard stuff mehr hier."
"bier ist okay."
"ich schau mal, was ich machen kann.
"dann bis nachher!"

gegen mitternacht trudle ich bei der lederjacke in der neuen altonaer wg ein. ich habe zwei bier im gepäck und werde freudig begrüßt. dann inspiziere ich die wohnung.
"sag mal... was ist das denn für ein fußboden?"
"ja, eigentlich gar keiner. wir haben den einfach mit farbe lackiert."
"das sieht gewöhnungsbedürftig aus."
"ist es auch. um ehrlich zu sein, will ich hier wieder ausziehen. deshalb fragte ich ja wegen dem zusammenziehen."
"du wohnst gerade mal vier wochen hier, willst du der sache nicht noch eine chance geben? wenn man da ein bisschen was macht... boden, türen... dann wird das doch ganz gemütlich."
"nee, ich glaube, das ist bei mir was grundsätzliches... ich komme auch mit dem schnitt der wohnung und der enge nicht klar. außerdem hätte ich gerne eine badewanne."
"der herr hat aber ansprüche. jetzt brauchst du erstmal ein paar tausend euro für deinen studienkredit, mein freund, bevor du von badewannen träumen kannst. wenn du erstmal aufgestiegen bist in deiner behörde da, lass ich dir gerne auch ein jacuzzi in unseren zukünftigen palast einbauen!"

die lederjacke lacht, guckt aber dann zerknirscht.
"ich weiß auch gar nicht, ob ich den job so ewig machen will."
"mensch, jetzt freu dich doch mal! du hast ein ordentliches gehalt und super perspektiven da!"
"es ist aber anstrengend."
dann erzählt die lederjacke von den sozialfällen. von hartz-IV-empfängern mit schicken wohnungen, benz vor der tür und iphone 5 auf dem tisch. und von vielen misshandelten und missbrauchten kindern.
"bei denen geht es echt ums nackte überleben, teilweise. und du kannst so wenig machen mit der ganzen scheißbürokratie. und wenn ein kind stirbt, ist wieder die behörde schuld."
"dir geht das nah, hm?"
"klar! ich bin ja nicht aus stein."
"ich fürchte, das musst du dir abgewöhnen. ich darf auch nicht drüber nachdenken, was wir mit unseren pr-aktionen so auslösen."
"da stirbt aber keiner."
"sag das nicht. neulich sollte ich eine übergewichtige frau mit blutdruckproblemen für eine schönheitsop im fernsehen verwursten. die leute machen ja fast alles, wenn sie irgendwie kohle sparen können und die tante wäre auch echt ideal gewesen. ich hab sie aber dann sehr deutlich auf die risiken hingewiesen, so deutlich, bis sie einen rückzieher gemacht hat. andere hätten die in den op geschickt und, wenn sie abgenippelt wäre, noch ordentlich mit der kamera draufgehalten."
"siehst du, du hast auch ein gewissen!"
"na klar."
die lederjacke grinst schadenfroh:
"das musst du dir dringend abgewöhnen!"
"jawoll, herr behördenaufseher, das nächste mal drehen wir sexy cora reloaded!"

die haustür geht auf und herein kommt die mitbewohnerin, eine hübsche blonde frau.
"na, arbeit aus?" fragt die lederjacke.
die junge frau nickt erschöpft.
"war aber gut heute."
sie lächelt mir freundlich zu und verschwindet dann im schlafzimmer.
"was arbeitet sie denn so spät?"
"die ist schauspielerin. die macht theater."
"oh, cool. und davon kann sie leben?"
"die ist ganz gut."
"das heißt ja nix."

wir trinken das bier aus, und die lederjacke schlüpft in ein schickes schwarzes jacket und stoffhosen.
"du bist aber elegant."
"du vergisst, ich repräsentiere die gewalt der stempel!"
"ich erinnere dich daran, wenn wir später den weg zurücktorkeln."
die lederjacke grinst, ärmelt mich unter und schubst mich in den hausflur.

vorm club entdecke ich als erstes das objekt-fahrrad. gut, dass ich heute die hübsche lederjacke an meiner seite habe, denke ich.
drinnen stoße ich auch gleich mit dem objekt zusammen. es umarmt mich, benebelt mich mit seinem frisch-gebadet-kindershampoo-duft und sagt dann nur:
"komm erst mal an."
das klingt nach gesprächsbereitschaft, finde ich, beschließe dann jedoch, heute mal das objekt mit objektwaffen zu schlagen und meine priorität ausnahmslos auf die lederjacke zu richten.

ich war seit wochen nicht mehr im club und fühle mich fremd und depressionsunsicher. tanzen klappt nicht. ich klebe an der seite der lederjacke und lasse mich sanft alkoholisieren. gegen sechs uhr morgens sind wir hell- und mittelblau und beschließen aufzubrechen.
ich sehe mich nach dem objekt um, wenigstens tschüß sagen will ich ihm, aber es ist bereits nach hause gefahren.

die lederjacke zieht mich ganz selbstverständlich zu sich mit nach hause.
"ich bin aber erkältet", wage ich einzuwenden.
"na und?" lallt die lederjacke. "wennich krank werde, kann ich zuhause bleibn."
"na dann sollten wir knutschen", schlage ich vor.
da küsst mich die lederjacke sehr sanft.

als wir vor der haustür der lederjacke stehen, sind wir dort nicht alleine. ein langhaariger metalfreak versucht sich bereits schwankend und fluchend am haustürschloss.
"sollch dir ma helfn", bietet die lederjacke bereitwillig an und winkt mit dem schlüssel.
"oooooooch... daswä sssssso nett voneuch!" der typ sinkt gegen die wand und geht in die knie.
die lederjacke versucht sich derweil als türöffner, scheitert aber ebenso.
"scheißßßßßßße, dasis voll finsta hier!"
irgendwann, kurz bevor uns allen der kältetod droht, schnappe ich der lederjacke den schlüssel aus der hand, manöriere ihn sicher ins schloss und schließe auf.
"oooooccch... danke! dassssis toll!" beim klacken der tür ist auch der metalfreak wieder zum leben erwacht.

gemeinsam stolpern wir die treppen hinauf.
"ichab euch noch nie... geseenn", sagt der metalfreak und hält sich am treppengeländer fest. "wohhtihr auch hier?"
"ja", sagt die lederjacke und vergisst, dass ich aber nicht hier wohne.
"ich nicht", wende ich ein.
"ichwohnnnn... im vieatn stock", lallt der metaltyp.
"wirau", nickt die lederjacke.
"echtez? krass..."
dann stehen wir im dritten stock und ich kann das lederjacken-mitbewohnerinnen-klingelschild lesen.
"achneee... wirwohn jadoch im drittn", erinnert sich die lederjacke.
"jaaaaa... dannn...", der metalfreak will die hand zum gruß erheben, lässt sie dann aber doch lieber am geländer.
"dnnn... schlaf ma gut, ihr süßn."
"ciaociao", winkt die lederjacke nonchalant.

als wir in der lederjacken-wg stehen, hören wir den typ über uns poltern.
"achdu scheißßßße", nuschelt die lederjacke und grinst.
"mann, war der voll", stimme ich zu.
"warer gestern auch schon. und vorgestern. der sagt auimmer, ichab dich noch nnie... hier gesehn, wenn wir zusamm heimkommn", kichert die lederjacke.
"ist nicht wahr!"
"dohoch."
"krass. wie alt der wohl ist?"
"studnnt."
"was?"
"student! deris... student!"
"na, das hab ich mir gedacht. das kann er ja nicht bringen, würde er arbeiten."

dann liegen wir aneinandergekuschelt im bett der lederjacke. die lederjacke streichelt meinen rücken und schiebt dann eine warme hand unter mein t-shirt.
zwei minuten später sind allerdings schon die ersten alkoholisierten schnarcher zu vernehmen. das war ja klar. also rolle ich mich ein, küsse die schlummernde lederjacke sachte auf die stirn und schließe selbst die augen. ich atme den lieblichen lederjacken-duft und bin in nullkommanix im land der träume.

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Donnerstag, 31. Januar 2013
verdammt schlau
Gute Noten, niveauvolle Freunde: Bei diesem Nachwuchs kann man sich entspannt zurücklehnen? Britische Forscher werden viele Eltern nun desillusionieren: Intelligente Kinder nehmen später häufiger Drogen als solche mit Durchschnitts-IQ.

the whole true story hier

mein onkel hat immer behauptet: "die dummheit frisst und die intelligenz säuft!"

scheint doch irgendwie was dran zu sein.

frage mich, ob ich den umkehrschluss ziehen und glauben jetzt darf, dass ich intelligent bin.

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