Donnerstag, 16. Februar 2012
immer nie am meer
meine zimmerpalme ist der spiegel meiner seele. in letzter zeit wirkt sie schlaff und kriegt braune blätter. ist eben keine herbstzeitlose. vermutlich vermisst sie das meer, auch wenn sie sicher kein ballermann-typ ist.

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mit charles baudelaire verhält es ähnlich wie mit miranda july: man will immer mehr davon. man will am liebsten auch so sein. und weiß sich gottfroh, dass man es nicht ist - hieße es doch, so viel weniger zu staunen zu haben.

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als kind haben mich feuerwehrsirenen immer zum weinen gebracht. nicht wegen des geräuschs, sondern wegen der rührung ob der tatsache, dass da etwas so unbedingte und durchsetzungsfähige dringlichkeit besitzt. noch heute bewundere ich menschen, die sich so wichtig tun können - je mehr, desto weniger sie es tatsächlich sind.

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der selbstekel, mit dem man sich beim älterwerden zusieht. die schludrigkeiten: der einzig rote faden. der ego-taurus im labyrinth, den man gerne als häschen hätte. so aber: besser nicht zu nahe kommen. besser nicht streicheln.

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Dienstag, 14. Februar 2012
morning-low
alles weit weg: das fundament, das firmament. die erdanziehung funktioniert in mehrere richtungen.

schwindel, taumel. das kleinhirn ist noch ganz kalt.

was wohl die schwarze katze im schnee von neulich macht? und das falkenpärchen?

fragen, die man sich besser stellt, wenn man am ende einer woche wieder auftaucht.

jetzt erstmal die luft anhalten.

fucking happy fleurop-tag, to whom it may concern.

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Montag, 13. Februar 2012
i´ve always loved you in my way
"du bist ein unglaublich großzügiger mensch", findet die k.-ex am telefon.
"ich bin mir nicht sicher, ob ich manchmal nicht einfach nur ein unglaublich blödes schaf bin", erwidere ich.

ich habe wieder kontakt zum objekt aufgenommen. nachdem mir mehrfach aufgefallen war, dass mir die situation im club - gegenseitiges angestrengtes ignorieren und heimliches hinterherstarren - im grunde meines herzens schrecklich schwerfällt und konsequenter hass einfach nicht meinem naturell entspricht, habe ich eine nicht allzu freundliche, sehr deutliche und bestimmte sms verfasst. ich sei die situation leid, es gehe mir längst nicht mehr um die geschichte gewordene freundschaft, aber um einen normalen umgang im falle von ortsüberschneidungen. in diesem kontext wäre ich ihm für eine zeitnahe lösung sehr verbunden. mit freundlichen grüßen, imaginärer stempel, imaginäre krakelige unterschrift. rosenkrieg light, sozusagen.

"er hat mir davon erzählt", berichtet die k.-ex.
"er SPRICHT über mich?" ich bin ganz perplex.
"doch doch. und das war auch nicht das erste mal. das ist nicht irgendwie abgefrühstückt für ihn, ganz im gegenteil."
"mann, dann kann er doch wohl mal das maul aufmachen."
"ich versteh das auch nicht. ich hab ihm mehr als einmal gesagt, geh hin und rede mit ihr, erklär ihr das, was es zu erklären gibt."
"er sagt keinen ton zu mir."
die k.-ex ist erstaunt.
"aber er hat dir doch geschrieben."
"wiebitte? nein."
die k.-ex stutzt:
"aber er hat mir doch gestern gesagt, er habe dir auf diese sms geantwortet."

wir schweigen beide für einige sekunden.
"dann hat er dich angelogen", sage ich.
die k.-ex schnaubt entrüstet in den hörer:
"mann, warum musste das wieder sein! was hat er denn davon, dass er mir so einen mist erzählt? es kann mir doch echt egal sein, dass er seinen arsch nicht hochkriegt! das ist doch für mich total uninteressant."
"tja."

wieder schweigen wir beide.
"eigentlich weiß ich jetzt doch nicht mehr, warum ich die situation eigentlich verändern wollen sollte", überlege ich. "dieser mensch würde doch sogar lügen, wenn man ihn nach seiner lieblingsfarbe fragt!"
"aber du magst ihn", sagt die k.-ex. "weil du seine guten seiten kennengelernt hast. die kenne ich ja auch, und ich sage dir, die findet man so an sich selten bei einem mann. und ich weiß, er hat dich auch wirklich gern, auf seine art." die k.-ex holt tief luft. "was natürlich nichts daran ändert, dass er verlogen und berechnend ist. das kreide ich ihm auch an."

ich überlege:
"ich akzeptiere das nicht mehr."
"wart doch mal ab."
"ich fahr hin und hau ihm aufs maul."
"ach komm."
"doch, doch. ich mach das am valentinstag. das wird mein valentinstagsgeschenk. so ein veilchen statt rote rosen, ganz kostenlos und seeeehr lange haltbar."
die k.-ex lacht und ich muss ebenfalls ein bisschen grinsen.
"du riskierst ja echt was für den mann", meinte die k.-ex.
"du weißt doch, ich mag ihn - auf meine weise eben", antworte ich.

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Freitag, 10. Februar 2012
2222
das war gestern schon.

trotzdem wollte ich das mal nicht unerwähnt lassen.

und danke ihnen allen sagen: den stillen lesern, den sporadischen und den eifrigen kommentatoren, den e-mail-kontakten und nicht zuletzt denen, die ich persönlich kenne.

ich habe ein leben, ich habe ein blog. beides zusammen ist wunderbar.

und falls ich demnächst sterben sollte, gibt es wenigstens diese spur im netz, die ich hinterlassen habe.

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Montag, 6. Februar 2012
technik vs. murmel-murphy
2:31 uhr. der wecker wird planmäßig auf 9:00 uhr gestellt, da ab dem genannten zeitpunkt theoretisch kunden anrufen können und ich dann zumindest so tun muss, als sei ich wach. darüber hinaus sollten zwischen 10:00 und 12:00 uhr die handwerker kommen, um meine kaputte klingel zu richten.

in sachen kaputte klingel hatte ich mir ohnehin schon massiv sorgen gemacht.
"sie wissen aber schon, dass ich das nicht höre, wenn ihre techniker klingeln", hatte ich die sekretärin des elektrikerservices scherzend gewarnt.
"wir haben schon ein bisschen erfahren mit sowas", sagte die dame und ich war beruhigt. vielleicht konnten sie die klingel ja auch direkt von außen reparieren und mussten gar nicht an meiner gegensprechanlage in der wohnung rumfummeln.

8:30 uhr: ich bin wach. aber es ist so kalt und ungemütlich, dass ich spontan beschließe, noch ein halbes stündchen zu mullern.

xx:xx uhr: ich werde wieder wach. ich fühle mich, als hätte ich noch einmal richtig lange geschlafen. mir kommt ein schlimmer verdacht und ich angle nach dem wecker, der noch nicht geklingelt hatte. er zeigt mir still und stumm 11:14 uhr an.

und auch wenn der hahn schon dreimal gekräht hat, so hast du mir doch nicht verraten, dass ich längst aufgestanden sein muss!

11:15 uhr: ich habe sehr flüchtig zähne geputzt, haare gekämmt und bin angezogen, damit ich, falls es noch nicht zu spät sein sollte, sofort zur tür springen und öffnen konnte. dann warte ich angespannt.

12:00 uhr: die techniker sind entweder nicht gekommen, oder sie waren da, als ich noch schlief. was sag ich nur meiner genossenschaft? dass ich den technikerservice durchaus gewarnt hatte, dass ich sie nicht hören würde und sie diese warnung offenbar nicht ernst genommen hatten? was, wenn sie mir nicht glauben und ich den termin nun selber bezahlen musste? was kostet wohl eine verpasste klingelreparatur?

13:00 uhr: surprise, surprise, es klingelt! vor meiner tür steht der techniker.
"oh, sie haben die klingel doch schon repariert!" sage ich erfreut.
der techniker ist verwirrt.
"na, sie haben doch eben geklingelt und ich habe geöffnet", erkläre ich. "ergo funktioniert die klingel, sonst hätte ich sie doch gar nicht bemerkt."
der techniker guckt noch ein bisschen verwirrter und fragt dann:
"und wo liegt das problem?"
"meine klingel ist defekt. und meine gegensprechanlage. jetzt eben hat die klingel aber funktioniert", stifte ich weiter verwirrung.
"vorführeffekt!", erkennt der techniker da endlich und grinst. ich lächle erleichtert mit. offensichtlich ging er - anders als befürchtet - nicht davon aus, dass ich ihn verarschen will.

der techniker verpasst mir dennoch eine niegelnagelneue gegensprechanlage und checkt vorsichtshalber noch mal die klingel. alles funktioniert. dann testen wir den summer.
"der geht ein bisschen schwer, da mach ich noch was", sagt der techniker.

14:00 uhr. murphy offenbar überwältigt. note to myself: doch immer auch den handy-wecker stellen und sich NICHT auf den aldi-funkwecker verlassen. und: im zweifelfall den technikern noch ein stündchen mehr zeit geben und sich dann erst sorgen machen.

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