Dienstag, 14. Februar 2012
morning-low
alles weit weg: das fundament, das firmament. die erdanziehung funktioniert in mehrere richtungen.

schwindel, taumel. das kleinhirn ist noch ganz kalt.

was wohl die schwarze katze im schnee von neulich macht? und das falkenpärchen?

fragen, die man sich besser stellt, wenn man am ende einer woche wieder auftaucht.

jetzt erstmal die luft anhalten.

fucking happy fleurop-tag, to whom it may concern.

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Montag, 13. Februar 2012
i´ve always loved you in my way
"du bist ein unglaublich großzügiger mensch", findet die k.-ex am telefon.
"ich bin mir nicht sicher, ob ich manchmal nicht einfach nur ein unglaublich blödes schaf bin", erwidere ich.

ich habe wieder kontakt zum objekt aufgenommen. nachdem mir mehrfach aufgefallen war, dass mir die situation im club - gegenseitiges angestrengtes ignorieren und heimliches hinterherstarren - im grunde meines herzens schrecklich schwerfällt und konsequenter hass einfach nicht meinem naturell entspricht, habe ich eine nicht allzu freundliche, sehr deutliche und bestimmte sms verfasst. ich sei die situation leid, es gehe mir längst nicht mehr um die geschichte gewordene freundschaft, aber um einen normalen umgang im falle von ortsüberschneidungen. in diesem kontext wäre ich ihm für eine zeitnahe lösung sehr verbunden. mit freundlichen grüßen, imaginärer stempel, imaginäre krakelige unterschrift. rosenkrieg light, sozusagen.

"er hat mir davon erzählt", berichtet die k.-ex.
"er SPRICHT über mich?" ich bin ganz perplex.
"doch doch. und das war auch nicht das erste mal. das ist nicht irgendwie abgefrühstückt für ihn, ganz im gegenteil."
"mann, dann kann er doch wohl mal das maul aufmachen."
"ich versteh das auch nicht. ich hab ihm mehr als einmal gesagt, geh hin und rede mit ihr, erklär ihr das, was es zu erklären gibt."
"er sagt keinen ton zu mir."
die k.-ex ist erstaunt.
"aber er hat dir doch geschrieben."
"wiebitte? nein."
die k.-ex stutzt:
"aber er hat mir doch gestern gesagt, er habe dir auf diese sms geantwortet."

wir schweigen beide für einige sekunden.
"dann hat er dich angelogen", sage ich.
die k.-ex schnaubt entrüstet in den hörer:
"mann, warum musste das wieder sein! was hat er denn davon, dass er mir so einen mist erzählt? es kann mir doch echt egal sein, dass er seinen arsch nicht hochkriegt! das ist doch für mich total uninteressant."
"tja."

wieder schweigen wir beide.
"eigentlich weiß ich jetzt doch nicht mehr, warum ich die situation eigentlich verändern wollen sollte", überlege ich. "dieser mensch würde doch sogar lügen, wenn man ihn nach seiner lieblingsfarbe fragt!"
"aber du magst ihn", sagt die k.-ex. "weil du seine guten seiten kennengelernt hast. die kenne ich ja auch, und ich sage dir, die findet man so an sich selten bei einem mann. und ich weiß, er hat dich auch wirklich gern, auf seine art." die k.-ex holt tief luft. "was natürlich nichts daran ändert, dass er verlogen und berechnend ist. das kreide ich ihm auch an."

ich überlege:
"ich akzeptiere das nicht mehr."
"wart doch mal ab."
"ich fahr hin und hau ihm aufs maul."
"ach komm."
"doch, doch. ich mach das am valentinstag. das wird mein valentinstagsgeschenk. so ein veilchen statt rote rosen, ganz kostenlos und seeeehr lange haltbar."
die k.-ex lacht und ich muss ebenfalls ein bisschen grinsen.
"du riskierst ja echt was für den mann", meinte die k.-ex.
"du weißt doch, ich mag ihn - auf meine weise eben", antworte ich.

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Freitag, 10. Februar 2012
2222
das war gestern schon.

trotzdem wollte ich das mal nicht unerwähnt lassen.

und danke ihnen allen sagen: den stillen lesern, den sporadischen und den eifrigen kommentatoren, den e-mail-kontakten und nicht zuletzt denen, die ich persönlich kenne.

ich habe ein leben, ich habe ein blog. beides zusammen ist wunderbar.

und falls ich demnächst sterben sollte, gibt es wenigstens diese spur im netz, die ich hinterlassen habe.

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Montag, 6. Februar 2012
technik vs. murmel-murphy
2:31 uhr. der wecker wird planmäßig auf 9:00 uhr gestellt, da ab dem genannten zeitpunkt theoretisch kunden anrufen können und ich dann zumindest so tun muss, als sei ich wach. darüber hinaus sollten zwischen 10:00 und 12:00 uhr die handwerker kommen, um meine kaputte klingel zu richten.

in sachen kaputte klingel hatte ich mir ohnehin schon massiv sorgen gemacht.
"sie wissen aber schon, dass ich das nicht höre, wenn ihre techniker klingeln", hatte ich die sekretärin des elektrikerservices scherzend gewarnt.
"wir haben schon ein bisschen erfahren mit sowas", sagte die dame und ich war beruhigt. vielleicht konnten sie die klingel ja auch direkt von außen reparieren und mussten gar nicht an meiner gegensprechanlage in der wohnung rumfummeln.

8:30 uhr: ich bin wach. aber es ist so kalt und ungemütlich, dass ich spontan beschließe, noch ein halbes stündchen zu mullern.

xx:xx uhr: ich werde wieder wach. ich fühle mich, als hätte ich noch einmal richtig lange geschlafen. mir kommt ein schlimmer verdacht und ich angle nach dem wecker, der noch nicht geklingelt hatte. er zeigt mir still und stumm 11:14 uhr an.

und auch wenn der hahn schon dreimal gekräht hat, so hast du mir doch nicht verraten, dass ich längst aufgestanden sein muss!

11:15 uhr: ich habe sehr flüchtig zähne geputzt, haare gekämmt und bin angezogen, damit ich, falls es noch nicht zu spät sein sollte, sofort zur tür springen und öffnen konnte. dann warte ich angespannt.

12:00 uhr: die techniker sind entweder nicht gekommen, oder sie waren da, als ich noch schlief. was sag ich nur meiner genossenschaft? dass ich den technikerservice durchaus gewarnt hatte, dass ich sie nicht hören würde und sie diese warnung offenbar nicht ernst genommen hatten? was, wenn sie mir nicht glauben und ich den termin nun selber bezahlen musste? was kostet wohl eine verpasste klingelreparatur?

13:00 uhr: surprise, surprise, es klingelt! vor meiner tür steht der techniker.
"oh, sie haben die klingel doch schon repariert!" sage ich erfreut.
der techniker ist verwirrt.
"na, sie haben doch eben geklingelt und ich habe geöffnet", erkläre ich. "ergo funktioniert die klingel, sonst hätte ich sie doch gar nicht bemerkt."
der techniker guckt noch ein bisschen verwirrter und fragt dann:
"und wo liegt das problem?"
"meine klingel ist defekt. und meine gegensprechanlage. jetzt eben hat die klingel aber funktioniert", stifte ich weiter verwirrung.
"vorführeffekt!", erkennt der techniker da endlich und grinst. ich lächle erleichtert mit. offensichtlich ging er - anders als befürchtet - nicht davon aus, dass ich ihn verarschen will.

der techniker verpasst mir dennoch eine niegelnagelneue gegensprechanlage und checkt vorsichtshalber noch mal die klingel. alles funktioniert. dann testen wir den summer.
"der geht ein bisschen schwer, da mach ich noch was", sagt der techniker.

14:00 uhr. murphy offenbar überwältigt. note to myself: doch immer auch den handy-wecker stellen und sich NICHT auf den aldi-funkwecker verlassen. und: im zweifelfall den technikern noch ein stündchen mehr zeit geben und sich dann erst sorgen machen.

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Samstag, 4. Februar 2012
freiheit, baby
"die leute brechen reihenweise zusammen, weil sie total fremdbestimmt sein. ich will nie wieder festangestellt wo arbeiten müssen, das ist wie gefängnis!" der geschäftspartner, der mich eben mal freundlich nach berlin eingeladen hat, ist morgens um 11 uhr am telefon schon philosophisch. er hatte auch schon kaffee, im gegensatz zu mir, die ich eine stunde zuvor von der lederjacke aus dem bett geklingelt wurde.

während der geschäftspartner sich um das arbeitsbedingte gesellschaftliche unwohlergehen sorgt und dabei mit mir auf einer linie fährt (besser frei als reich), hatte die lederjacke ganz andere probleme:
"du musst mir helfen, ich hab einen strafbefehl erhalten!"

in einem ersten reflex musste ich kurz lachen, weil ich sofort an den haftbefehl dachte, der vor ziemlich genau einem jahr gegen das objekt lief. die lederjacke war irritiert, also wurde ich gleich wieder ernst:
"warum denn das?!"

es stellte sich heraus, dass sich die lederjacke mittelschwer angeheitert mit der bullerei an der davidswache angelegt hatte. neben ein paar unfreundlichen worten aus dem bereich der fäkalsprache war es demnach wohl auch zu leichten handgreiflichkeiten gekommen, als die lederjacke nach der ausweiskontrolle einen falschen ausweis zurückbekam und das beanstanden wollte.
"jetzt wollen die fast tausend euro von mir! stell dir das mal vor!"
die lederjacke war ganz außer sich.
"und die hast du nicht, oder?"
"naja, es wird schon gehen, man kann das in raten abbezahlen. aber es ist trotzdem voll viel geld! nur, weil ich meinen richtigen ausweis zurückhaben wollte! das ist doch ungerecht!"
"hast du mal einen anwalt gefragt?"
"ja, ein freund von mir ist anwalt, der sagte, ich hätte da gleich am nächsten tag ankriechen und mich entschuldigen sollen."
"dafür ist es jetzt zu spät, hm."
"außerdem entschuldige ich mich doch nicht, nur weil die zu blöd sind, um ihre ausweiskontrollen ordentlich durchzuführen!"

"nunja, es gibt noch eine alternative", sagte ich dann und gedachte dem objekt-fall.
"was denn?"
"lass das zahlungsziel vorübergehen."
"und dann? soll ich hoffen, dass die das vergessen?"
"nee, dann wird der strafbefehl in einen haftbefehl umgewandelt und du kannst die strafe absitzen."
"bist du komplett irre?!"
"naja, ich dachte ja nur. wenn es dir nicht drauf ankommt und du das geld sparen willst... und so lange würden die dich wegen so ner pillepalle-geschichte ja nicht einbuchten."

die lederjacke war von meinem vorschlag nicht begeistert, wollte sich dann aber doch erkundigen, wie lange die haftstrafe in seinem fall dauern würde.
"aber ich will nicht im knast vergewaltigt werden oder so!" gab sie zu bedenken.
"ein freund von mir saß mal in u-haft, der hat das auch überlebt."
"du hast mir vielleicht freunde! was hatte der denn gemacht?"
"überschuldung und drogen."
"drogenhandel?"
"wollten sie ihm anhängen, hat aber nicht funktioniert."
"klingt hart."
"war es auch."

"würdest du mich besuchen, im knast?" fragte die lederjacke dann.
"na klar. ich back dir sogar nen kuchen, ganz klassisch mit feile drin. und dann versuchst du dich in der legendären flucht aus alcatraz. ich schreib anschließend die reportage darüber und verkaufe das groß an die blöd."
"du denkst ja nur an dich!"
"klar. normal."
"irgendwie finde ich das ja befreiend. ich glaube, du bist so eine frau, die kommt besser klar, wenn nicht ständig jemand den großen beschützer spielt, oder?"
"sagen wir mal so: es gab noch nie jemanden, der meinen beschützerischen fähigkeiten das wasser reichen konnte. und inzwischen bin ich zu alt, als dass ich noch darauf warten würde."
"große worte gelassen ausgesprochen, nenn ich das", meinte die lederjacke. "das ist wirklich sehr befreiend. sowohl für dich als auch für andere."
"dann überleg dir das mit dem knast besser doch noch mal, wenn du so auf freiheit stehst."
"okay."
"auf bald."
"auf ganz bald."

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