Dienstag, 31. Januar 2012
sick and more feelings
into the great wide void, könnte das motto derzeit lauten.

die lederjacken-geschichte langweilt. es formt sich nichts.

die k.-geschichte langweilt. leute, die nicht wissen, was sie wollen, zwischen begeisterung und ignore-modus schwanken, nein danke. so eine bin ich schon selber bisweilen, das brauche ich nicht.

neuerdings dann doch lieber frau. spannend, weil in dieser form neuland. mal sehen wie lange noch.

heute wieder kopfschmerzen. der sturz hat nachwehen. die volontärin versucht zeitgleich, mich mit ihrer erkältung zu infizieren. ich fürchte, sie wird erfolg haben.

hätte ich eine badewanne, ginge es mir besser. aber das wird wohl alles noch ein weilchen so bleiben.


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Sonntag, 29. Januar 2012
eiskalt erwischt
der plötzliche, heftige wintereinbruch (mittelstrenger frost und zwei zentimeter schnee) macht körper, seele und dem öffentlichen nahverkehr schwer zu schaffen.

am freitag wäre ich gerne um neun im büro gewesen. doch der bus hatte 18 minuten verspätung. die verspätung gab mir, die ich nur noch 2,15 € kleingeld mit mir führte, die gelegenheit, zur sparkasse zu watscheln. doch selbst breitbeiniger schlittergang war hochgefährlich, da die haspa sich offenbar kein streugut leisten kann. während sich draußen die kunden an tür und mauer entlanghangelten, saßen die mitarbeiter drinnen hinter der scheibe im warmen und glotzten borniert bis belustigt. am liebsten hätte ich einen auf 1. mai gemacht und einen pflasterstein geworfen, aber ich brauchte ja noch geld. stattdessen beschloss ich, ein deftiges beschwerdeschreiben abzuschicken. denn selbst der kleine verhutzelte zigarettenladen-besitzer hatte sich mit schaufel und besen bewaffnet und es geschafft, eine schneise in die enorme gletscherlandschaft vor seiner tür zu fräsen.

im büro angekommen stellte ich fest, dass das räum- und streupflichtbewusstsein meiner untergebenen ebenfalls nicht besonders ausgeprägt war.
"aber wir haben doch nen winterdienst", meinte der azubi verschlafen.
"der ist aber offenbar nicht da gewesen", analysierte ich messerscharf.
"aber ich weiß nicht, wo die schaufel ist", sagte die volontärin.
"dann denkt man mal logisch nach, wo normalerweise dinge gelagert werden, die man nur einmal im jahr braucht. da wir keine schuppen oder garage haben, ist das ja nicht allzu schwierig."
"im keller?" fragte die volontärin hellwach und ich nickte wild.
"aber wir könnten auch auf den winterdienst warten", warf der azubi ein.
"bis dahin haben sich hier aber fünf leute das bein gebrochen", erwiderte ich. "weißt du, was uns das kosten kann? soviel verdienst du nicht mal pro jahr!"
die volontärin, die auch sonst ganz quietsch war, hatte inzwischen schaufel, besen und streugut geholt. dann machten wir uns mit vereinten kräften an die arbeit.
"und der winterdienst?" fragte der azubi noch einmal vorsichtig, als wir uns später rotwangig und verschwitzt aus den jacken schälten.
"den ruf ich gleich an und mach den zur sau", versprach ich.

später am abend hatte ich ein date in einer bar. ich war spät dran und beschloss spontan, das fahrrad zu nehmen. inzwischen war die verkehrslage teilweise unter kontrolle, und gegen mittag war sogar mal ein winterdienst durch die große straße neben unserer kleinen straße gefahren. ich machte mich auf den weg.
es ging ganz gut, bis ich dann durch den stadtpark musste.
der stadtpark mutiert im winter zu ort des vergessens. nicht nur, dass selbstverständlich nichts geräumt oder gestreut war. auch die laternen waren zu einem nicht unbeträchtlichen teil kaputt. so blieb nur alle 30 bis 50 meter ein müde funzelndes grünes licht. nachdem ich zweimal ins trudeln gekommen war, stieg ich ab und schob den rest des weges. ich kam zum zweiten mal an diesem tag gnadenlos zu spät. mein date war durchgefroren und etwas sauer, aber der abend wurde dann trotzdem ganz nett.

als ich mich auf den heimweg machte, hatten die temperaturen noch einmal angezogen. nach fünf minuten durch-den-park-schieben waren meine hände taub. außerdem war es schon spät und ich wollte noch tanzen gehen. also schwang ich mich todesmutig in den sattel. ich überlebte die tortour durch den park tatsächlich und erreichte irgendwann die große straße, die gesalzen war. kurz darauf war ich dann auch schon an der abzweigung, die zu meinem häuserblock führt. ich nahm die kurve, sah die große eisscholle nicht - und fand mich nanosekunden später halb unter meinem rad begraben auf der straße liegend wieder.

ich konnte zum glück gleich wieder aufstehen. der schnee war - anders als bei meinem fahrradunfall im letzten winter - nicht mit meinem blut getränkt. daraus schloss ich, dass ich nur marginale verwundungen davongetragen hatte. nichtsdestoweniger taten linker fuß, bein und allerwertester ziemlich weh. meine tanzwut war mir spontan vergangen und so endete ich verhältnismäßig frühzeitig im bett.

am samstag dann begab ich mich auf große tour in einen stadtteil, in dem ich mich sonst nie aufhalte. es handelt sich um die nachbarregion zu einem sozialen brennpunkt hamburgs, was man sofort spürt, wenn die u-bahn die station hauptbahnhof verlässt und sich dann haltestelle für haltestelle dem assi-zielbahnhof nähert.

die hinfahrt war noch ganz okay. dank der idiotensicheren wegbeschreibung meines gastgebers (den ich hier nicht outen werde, da outing ohnehin immer so ein merkwürdiges phänomen ist, wie wir gestern feststellten) fand ich auch gleich die adresse. dort gab es exquisiten plausch, leckeres essen und rotwein (mann, ich hatte einen schädel!!) sowie famosen film.
gegen mitternacht jedoch klingelte mein handy und k. war dran. er fragte, wo ich denn bliebe, da man auf dem weg in den club war.

obwohl ich satt-schläfrig war und mich theoretisch auf der gastgeber-couch hätte einkringeln und schlafen können, machte ich mich also wieder auf den weg. inzwischen hatte es wieder geschneit, die temperaturen fühlten sich arktisch an. ich war froh, als die u-bahn kam. dann saß ich mit leuten, deren iq ich nicht mehr in den menschlichen bereich zählen möchte, im abteil und fuhr einmal quer durch die stadt. zwei zwielichtige gestalten, die ich pauschal als stricher und zuhälter einordnete, glotzten mich an. ich fühlte mich unwohl.

in der s-bahn wurde mir schwindelig und übel, der kopf dröhnte. ich fühlte mich wie auf einem schlechten trip. ich schleppte mich in den club, wo die anderen schon auf mich warteten.
dann stand ich am tresen und trank cola. der rest der crew hatte bier, wodka und whiskey. ich wollte keinen alkohol.
tanzen ging gar nicht. und irgendwann ging auch stehen nicht mehr. ich kroch auf einen barhocker und klammerte mich am tresen fest. der raum routierte, mein magen passte sich an.
"was ist los?", fragte meine freundin h.
"ich glaub, ich werd krank", sagte ich.
"willst du nachhause?"
"hmhmhm."
"dann ruf ich dir ein taxi, ja?" h. war besorgt.
"lass mal, ich hab nur noch 10 euro, das reicht nicht."
"du kannst doch so nicht bus fahren."
h. holte k.
"kann sie nicht bei dir schlafen? sie braucht ein bett, es geht ihr nicht gut."
k. zögerte.
"meine ex schläft heute da."
too much information. mir wurde gleich noch schlechter.
h. übernahm das ruder.
"pass auf, ich will auch mit dem taxi fahren... dann nehme ich dich ein stück mit und leihe dir das geld, das du noch brauchst. ist das okay für dich?"
ich nickte dankbar.
"das ist wahnsinnig lieb von dir."

h. regelte alles weitere und schleppte mich hinaus in die eiseskälte. dann winkte sie ein taxi. ich kroch auf die rückbank und döste ein. ich bekam noch mit, dass mich h. umarmte und verabschiedete und dem taxifahrer sagte, wo er hinfahren sollte. doch ich wachte erst richtig auf, als wir vor meinem haus hielten und mich der taxifahrer antippte.
gottseidank dachte ich noch daran, mir eine quittung ausstellen zu lassen. dann fiel ich ins bett und beschloss, nie wieder aufzustehen. höchstens zum bloggen.

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Donnerstag, 26. Januar 2012
schlecker verkauft seine marketingleute
es gibt untrügliche anzeichen dafür, dass pleite-schl*ecker seine marketingabteilung mit dem untrüglichen blick für grammatikalisch inkorrekte bildungsferne-schichten-slogans an einen großen energiekonzern verkauft hat.



liebe studenten der kommunikationswissenschaften, hier sehen sie ein beispiel für unterirdisch schlechte werbung. und was lernen wir daraus? viele der ganz großen können uns kleinen intellektuellen-furzern nicht mal dann ans bein pissen, wenn sie direkt daneben stehen.

wollen wir doch mal im duden nachsehen! unser verdacht wird sofort bestätigt: dieses wort "vorweggehen" existiert gar nicht.

wir überlegen mal logisch, was es uns sagen will.
vor-weg-gehen:
vor: im vorherein, im voraus
weg: weg! (schnell weg!!)
gehen: rennen, hetzen, sprinten, sich schleunigst vor den hirnzellenfresser-zombies in sicherheit bringen!!

fazit:

lieber energieriese, genau das tun wir: wir rennen weg. wir verlassen dieses www. wir verlassen dieses land, diese welt und fliehen zum mond. nur um dem moment zu entgehen, in dem deine werbung in unseren briefkästen landet.
ich weiß, wir leben im zeitalter von christian wulff, guttenzwerg, der blonden uschi an der leine und dschungelcamp. aber das entschuldigt nicht, dass ihr das niveau eine ganze verwinkelte wendeltreppe lang in eine marianengrabentiefe schlucht stürzt. da hat ja micaela schäfers linkes silikonimplantat mehr brain.

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Dienstag, 24. Januar 2012
echoes in my mind
positiv. schön. friedvoll und doch spannungsreich. das fasst mein leben und auch den letzten abend zusammen. (den rest muss ich leider zensieren.)

die nacht allerdings war voller merkwürdiger träume. zuerst befand ich in der agentur, wo die decke einsturzgefährdet war und ich erfuhr, bereits sehr lange zeit unter lebensbedrohlichen bedingungen gearbeitet zu haben. es wurde gerade dilettantisch saniert und ich hatte meine zweifel, dass das halten würde.

dann rannte ich über eine brücke. schwarze wolken folgten mir. ich wusste aber, dass ich mich vor dem unwetter retten können würde. ich erreichte mein zuhause, eine sehr große halle mit immensen fenstern. im grunde bestand die hälfte des hauses aus fenstern. man konnte direkt in den himmel blicken, wo das gewitter nunmehr apokalyptische formationen erreicht hatte. ich wusste aber, ich war in sicherheit, und falls nicht, konnte ich ja aus dem haus rennen und mich so retten (letzterer gedanke scheint frei von logik, aber im traum war ich überzeugt, dass es funktioniert).

erneuter szenenwechsel. ich saß mit freunden an einem tisch. das objekt und der objektsohnemann waren auch da. wir verstanden uns wieder gut. das objekt scherzte über die eiszeit, die wir hinter uns hatten. dann servierte es eine suppe mit hähnchen und sojasprossen und hieß mich essen. der geschmack war über die maßen köstlich. im traum merkte ich, wie mau die zeit ohne das objekt war und wie sehr ich es vermisst hatte.

ich wachte auf, hatte noch die erinnerung an den geschmack der suppe auf der zunge und war einen moment lang glücklich, weil ich glaubte, wieder mit dem objekt versöhnt zu sein. die ernüchterung erwischte mich hart und ließ mich den heutigen tag über ziemlich am rad drehen.

was mach ich bloß?

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Sonntag, 22. Januar 2012
k.einen bock geschossen
k. war schlichtweg nicht zu überreden, mit in den club zu kommen. ältere herren brauchen auch mal einen ruhigen abend - ich verstand das.

also männerfreier abend, beschloss ich. einfach nur tanzen und mit dem dj quatschen, um ein paar neue songs im ohr mitzunehmen.

denkste. schon an der tür traf ich den ersten bekannten, der mich jedesmal zu einem date zu überreden versucht. ich kam eine viertelstunde lang nicht dazu, die jacke auszuziehen. irgendwann gab ich mich geschlagen und rückte meine telefonnummer heraus, damit er glaubte, den monolog ein andermal fortsetzen zu können. natürlich würde das nie geschehen.

kaum betrat ich den nebenraum, stand der drogenberaterbulle vor mir. er knutschte mich gleich und hatte ratzfatz die finger unter meinem oberteil.
"alter, du hast ne frau zuhause sitzen!" rief ich und hielt seine hände fest.
er guckte und guckte und meinte dann betreten:
"aber die liebe ich doch nicht mehr."
"das klang neulich aber anders."
achtung, jetzt kam es:
"aber das war, bevor ich dich getroffen habe."
mir fehlten kurzzeitig die worte. der drogenberaterbulle hatte sich ernsthaft in mich verliebt. von einmal knutschen.
"aber du kennst mich doch gar nicht!" rief ich verzweifelt.
"doch, du bist super", beharrte der drogenberaterbulle.
"ich bin nicht super, ich bin ein wrack", erwiderte ich.
der drogenberaterbulle guckte bedröppelt.
"ich dachte, wir machen uns heute nacht auf und davon."
"was meinst du damit konkret? eher so in richtung vögeln oder in richtung heiraten?"
"naja, auf und davon eben. wir fangen ein neues leben an. zu zweit."
der typ hatte definitiv eine meise und einen schweren realitätsknick, obwohl ich die idee sehr süß und romantisch fand. hört frau ja nicht alle tage. die meisten sagen nur, geile titten, baby, lass uns ficken.
"tut mir leid, ich bin in meinem kosmos ganz glücklich", nahm ich ihm den letzten wind aus den segeln.
der drogenberaterbulle seufzte und fragte dann:
"aber einen kuss krieg ich noch?"
naja, wollen wir ja mal nicht so sein, dachte ich.

und schwupp, hatte ich des drogenberaterbullen zunge am zäpfchen und seine hände schon wieder an meinen brüsten.
exakt in dieser sekunde kam das objekt vorbei. es blieb stehen und guckte. dann schüttelte es den kopf, als müsse es eine halluzination verscheuchen und glotzte dann noch einmal. auf seinem gesicht stand ein großes fragezeichen und deutliches entsetzen. nunja, es kannte mich ja sonst auch nicht mit mittelalten biederen herren in bluejeans, sportschuhen und funktionsjacke.

dann endlich ließ der drogenberaterbulle von mir ab.
"war das dein exfreund?"
ich guckte verwirrt.
"der typ mit den langen roten haaren."
"äh, wieso das denn?"
"der guckte eben, als hätte er mir gern auf die fresse gehauen."
"nein, nein, der ist ganz harmlos und auch nicht mein ex", sagte ich schnell und dachte dabei an die szene damals vor dem supermarkt, wie das objekt den penner vermöbelt hatte.
"na gottseidank, denn der scheint ja ein ganz schweres drogenproblem zu haben."
"äh, kann sein."
"doch, das ist so, der nimmt barbiturate oder opiate oder sowas, das seh ich sofort."
"ich muss mal zur toilette", sagte ich, weil ich das ganz dringende bedürfnis zu verschwinden hatte.

in meiner verzweiflung rannte ich tatsächlich erstmal auf klo. in einer kabine setzte ich mich und seufzte laut. da hatte ich wem das herz gebrochen. und die chancen, dass ich je wieder mit dem objekt sprechen würde, hatten sich dadurch auch nicht unbedingt vergrößert. das objekt teilte genau in freund und feind ein, und zugeknöpfte drogenberaterbullen gehörten sicherlich zu den erzfeinden.
ich seufzte nochmal.
"hallo." jemand klopfte an meiner tür.
ich öffnete.

draußen stand eine frau, ungefähr mitte oder ende 30, rockerbraut, mit riesigen möpsen. sie lächelte freundlich.
"dachte ich es mir doch, dass du das bist."
ich guckte verwirrt.
"sie müssen mich mit jemandem verwechseln."
"nein, nein, sicherlich nicht", sagte die frau. "wir haben uns vor drei jahren in einem anderen club kennengelernt... du warst damals sehr traurig, weil dich gerade dein freund verlassen hatte, und ich hab dir einen tequila ausgegeben."
ich überlegte. die zeit und die umstände waren plausibel. aber ich konnte mich beim besten willen nicht an diese frau erinnern. das sagte ich ihr auch.
"naja, das ist doch aber nicht schlimm", fand die frau. "gehst du auch heute noch einen tequila mit mir trinken?"
sie zwinkerte mir lustig zu und ich schnallte: lesbenalarm.
trotzdem war die gute ja sehr nett und ich dachte, warum sollte ich nicht einen kurzen mit ihr trinken? besser als mit dem drogenberaterbullen rumstehen und dessen grabschhände im auge zu behalten.

aus dem einen tequila wurden dann allerdings rasch zwei und dann drei. ich fühlte mich angetüddert und saß auf dem barhocker, während die frau neben mir stand und den arm um mich gelegt hatte. meine nase befand sich direkt vor ihrem enormen dekollete.
und halleluja, wie sollte es anders sein, kam das objekt mit einer leeren bierflasche, die es an der bar abzugeben gedachte, auf uns zu. es guckte wieder verdutzt, starrte mit offenem mund und schüttelte erneut den kopf. vermutlich dachte es, ich hätte mir die olle zur abschreckung des drogenberaterbullen zugelegt.

"ich muss dann mal wieder", stotterte ich irgendwann.
"wohin denn?" fragte die frau und ließ mich nicht los.
"zu meinem freund."
"ach scheiß doch auf die männer."
den satz hätte ich zu einem anderen zeitpunkt ausgesprochen gerne unterschrieben, eine million mal vervielfältigt und flugblattartig in den straßen hamburgs verteilt. aber heute eher nicht.
"war nett, dich kennengelernt zu haben", sagte ich artig und verdrückte mich.

ich versteckte mich beim dj. hinter den turntables tippte ich eine nachricht an k.:
"komm doch noch vorbei. du musst doch bloß einmal um die ecke latschen. und die party ist total spitze und es sind lauter tolle leute hier."
für einen guten zweck durfte man auch ein bisschen schwindeln, fand ich.

k. antwortete jedoch nicht. das war okay, fand ich, da es bereits vier uhr morgens war und k. sicherlich schlief. mein verständnis löste jedoch meine probleme nicht. so verbrachte ich den rest des abends auf der flucht vor dem drogenberaterbullen und der merkwürdigen frau.

das objekt schlich noch mehrmals an mir vorbei und betrachtete mich aus trauriger distanz. früher war ich einfach hingegangen und hatte mich knuddeln und knutschen lassen. und das objekt hatte mit seinen starken armen, ein paar sprüchen und deutlichen reviermarkierungen alle lästigen sabberer vertrieben.
es machte mir also immer noch etwas aus. die erkenntnis war niederschmetternd. ich registrierte die blicke des objekts und wusste, dass es auch ihm noch wehtat. aber ich würde daran nichts ändern. wenn, dann musste es zu mir kommen und sich entschuldigen und dann könnten wir ja vielleicht lustige smalltalk-bekannte werden, wenn auch nie wieder freunde.

irgendwann, es war schon spät, nahm ich meine jacke und ging einfach los. ich lief durch den regen, bis meine füße wehtaten und der kopf müde war. erst dann suchte ich eine bushaltestelle und nahm den nächstbesten bus richtung zuhause.

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