Mittwoch, 10. August 2011
zuhause ist dort, wo meine milch steht
beim öffnen des elterlichen kühlschranks fällt mir die sojamilch auf. meine mama kauft sojamilch für mich? wow.
bei genauerer betrachtung entdecke ich allerdings: die ist schon auf.
"mama, trinkst du soja?"
"neinnein, das ist deine noch, vom letzten mal!"
"aber mama, das ist zwei monate her!"
"die ist noch gut."
"bitte?!"
"jaja, ich hab die neulich mal probiert. schmeckt ja ganz gut, etwas süß und ziemlich wässrig."
"trink doch nicht so ein altes zeug! schütt das weg, das ist doch unhygienisch."
und dann kommt es.
"aber das ist so schön, wenn die da steht, und wenn ich die sehe, weiß ich, die hattest du in der hand."
und mir schießen die tränen in die augen, als ich meine mutter umarme.
"du blöde kuh, meinst du, ich will, dass du dir mal aus lauter nostalgie ne lebenmittelvergiftung holst?!"

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Sonntag, 7. August 2011
schweigen im walde
die zweite ignore-night. und die war hart.

je kleiner der club, desto schwieriger das sich-verlaufen. ein gutes hat es ja: jetzt kann das objekt nicht mehr so tun, als schnalle es nicht, dass ich nicht mehr mit ihm spreche. heute war es dafür auch nüchtern genug.

die reaktion auf mein striktes schweigen und wegsehen war wie am vergangenen freitag schon konsequentes aus-dem-weg-gehen. so ein klärendes gespräch wäre ja auch feierlaune-beeinträchtigend. das will man(n) sich keinesfalls zumuten. nicht, wenn es nachher darum geht, bei der objektgespielin noch einen hochzukriegen.

ich geh jetzt noch ein bisschen weinen, dann kann ich vielleicht auch schlafen.

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Samstag, 6. August 2011
referrer-freuden
"welche frau findet das paris hilton eine stinkende fotze ist"

sein oder haben (ist oder hat), das ist hier die frage, scheint mir. dennoch: es tut mir aufrichtig leid, ich hatte noch nicht das vergnügen, an der dame zu schnuppern - ungeachtet der körperstelle. daher fürchte ich, in dieser angelegenheit nicht weiterhelfen zu können.
aber vielleicht mit komma und "dass" suchen? möglicherweise bringt das die erfreulicheren resultate.

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Donnerstag, 4. August 2011
tag 12 ohne dich
es geht ganz gut.

danke, dass du nicht nachgefragt hast, dass du nicht anrufst. es fällt mir so leichter, nicht die ganze zeit in gedanken zu dir zu sprechen. denn es geht nicht gut ohne dich. es geht ohne dich genauso überhaupt nicht wie mit dir.

manchmal will dich einfach nur ficken. dann rieche ich deinen schönen, großen körper und dein wildes haar und die weichen, vollen lippen. sehe deinen diabolischen, grasgrünen blick mit dem drogenschleier, spüre deinen schwanz in mir und lausche deinem rauen, schweren keuchen, das dir die lust aus deiner kehle presst. es gibt vermutlich keinen zweiten menschen, den ich so ohne jegliche scham entkleide, berühre, lecke, beiße, küsse und liebkose wie dich. es gibt auch keinen zweiten menschen, der mich so küsst, berührt, liebkost und jede meiner körperöffnungen in besitz zu nehmen weiß wie du. du bist ein tier, ein krieger, ein kind, ein mann, eine frau. du bist wild, du bist sanft, du bist voller liebe und voller hass, ein dionysos, ein tyrann, ein gaukler und falscher prophet.

und dann will ich dich vernichten. will dir sagen, dass du zur hölle fahren kannst, mit deinen lügen, mit deinen realitätsverlust, deiner egomanie. du manipulierst, du beutest aus, du raubst meine energie, strapazierst meine geduld, reduzierst mich wahlweise auf einen körper oder eine seele, auf eine mutter, eine schwester, eine hure, eine psychologin oder ein kreditinstitut. ich warte auf dich, ich verzeihe dir, ich erkläre dich mir, weil du dich nicht erklärst, ich vergebe dir, ich laufe zu dir. du bist weit weg, gleich hinter der tür, ich kann deinen atem spüren, an meiner wange, in meinem nacken, du bist überall in mir und um mich, du bist nirgendwo, bist unauffindbar und verschwindest, verschwindest in dir, in einer substanz oder einer anderen person.

und letztlich ist mein zwiespalt mit dir nichts anderes als mein zwiespalt mit mir, denn ich bin du und du bist ich, wir werden uns nie finden, doch wir werden einander auch nie zur gänze entkommen.

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Dienstag, 2. August 2011
fokus
während ich hier noch immer mit dem objekt hadere, gibt es 600 km entfernt eine person, die mich in den letzten wochen tagtäglich gefragt hat, wie es mir es geht. die versucht, mich zu verstehen. der das teilweise sogar gelingt.

das ist etwas, was sonst kein zweiter für mich getan hat. was ich von zwei oder drei anderen allerdings durchaus erwartet hätte (also nicht täglich, aber sie wissen schon). von besagter person allerdings am wenigsten.

wie falsch man den fokus also manchmal setzt. obwohl das mit liebe oder so nichts zu tun hat. nur mit freundschaft und menschenfreundlichkeit. oder im speziellen mit morphine-freundlichkeit. was mich, die man mich auch schon hämisch fragte, ob ich mich eigentlich für liebeswert hielte, zutiefst berührt hat.

wie immer hoffe ich, dass diese freundlichkeit keine luftblase ist. von menschen mit leeren versprechungen, die mir nur ihr eigeninteresse und ihre lebensvorstellungen aufzwingen wollen, habe ich nämlich genug. für immer. hardcore-für-immer.

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