Sonntag, 3. Juli 2011
the lion´s speech
als ich die objektwohnung betrete, ist alles aufgeräumt und sauber. das objekt selbst stolz wie bolle, den inneren schweinehund überwunden zu haben. es steht noch in jeans und t-shirt da, ist gerade von der spätschicht nach hause gekommen.
"morphine", sagt es zur begrüßung und nimmt mich in die arme. dann greift es hinter sich in die große tasche und zieht eine flasche weißwein heraus.
"hell, so wie du es magst."
ich setze mich an den küchentisch, den rosen und kerzen zieren. das objekt entkorkt die flasche und reicht sie mir.
"ich hab mir gedanken gemacht", setzt es an.
"warum?" frage ich zurück.
das objekt beginnt leicht zu stottern, sammelt sich dann aber und sagt:
"ich habe festgestellt, dass es mir wichtig ist, wie es dir geht und dass ich ein schlechtes gewissen habe, wenn ich mich mal nicht melde oder ich den eindruck habe, dass ich mich wie ein arschloch verhalte, weil es gerade das ist, was ich will... und gleichzeitig weiß ich, dass du alles weißt und mich verstehst, auch wenn ich es nicht erklärt habe. und ich weiß nie... wie ist das für dich, wie nimmst du mich wahr?"
"naja, arschloch sein ist ja definitionssache. arschlochsein ist vielleicht einfach nur ichsein. also im grunde das beste, was du mir antun kannst, weil es bedeutet, dass du mir vertraust."
"fühlst du dich dann nicht verlassen oder nicht gewertschätzt?"
"in den phasen, in denen du wochenlang abwesend bist, mach ich natürlich schon sorgen."
"inwiefern sorgen?"
"zunächst mal darum, wie es dir geht. ich weiß ja, dass du genau wie ich diese einbrüche hast. nur, dass du verschwindest und dich ausschweigst, während ich schreie und blute, im übertragenen sinne gesprochen. aber ich weiß, der schmerz ist derselbe und ich weiß, wie weh du dir da tust, da in deiner ego-isohaft."
"und auf uns bezogen?"
"naja, das natürlich auch. ich habe viele menschen verloren, indem die einfach plötzlich was anderes gemacht haben, woanders neu angefangen haben oder wen kennengelernt haben. ich habe mal eine beste freundin an einen mann verloren, das hat mich monatelang beschäftigt, das war schlimmer als jedes beziehungsende."
"du befürchtest, dass es uns in diesen phasen dann nicht trägt? dass es schwankt und brechen könnte?"
ich zucke die achseln.
"ich fände es halt schade. du bist der mensch in dieser stadt, der mich am besten kennt und der am meisten von mir weiß."
ein stolzes und glückseliges lächeln erhellt die ernste objektmine.
"meinst du, weil du es mir erzählen kannst oder eher, weil du es mir nicht erzählen musst und dich trotzdem verstanden weißt?"
ich muss nicht lange überlegen.
"beides."
das objekt strahlt.
"dito, madame. genauso geht es mir mit dir. du bist... mutter erde für mich. da kann ich kraft draus ziehen und an müden tagen wieder wachsen. gleichzeitig..."
"was?"
"gleichzeitig hab ich den eindruck, dass du das intensivieren möchtest. und merkwürdigerweise will ich das auch... und ich muss mich so unheimlich zurückhalten, es nicht zu wollen."
"weil du dir nicht traust?"
"ja. ich habe in festen beziehungen so viel vermisst... und ich habe diese beiden jobs und meinen sohn und so entsetzlich wenig zeit... und ich merke, ich brauche auch zeit für mich... und ich genieße es so, dass ich auch mal was mit meinen jungs machen kann..."

noch bevor ich zu einer antwort ansetzen kann, klingelt es an der haustür. draußen steht ein fernseher auf zwei beinen.
"hey, wir wollen doch fußball gucken!"
es ist der objektnachbar, der seine flimmerkiste anschleppt, weil das objekt ja so fernsehlos ist wie ich. der nachbar hingegen hat gerade keine drogen mehr und deshalb beim objekt auf den busch geklopft.

das objekt guckt betreten, denn es hat seinen nachbarn und den gemeinsamen fussballabend ganz vergessen.
"wäre das irgendwie okay für dich, mit fußball zu gucken?" fragt es mich schuldbewusst.
"da hab ich überhaupt kein problem damit."
dem objekt fallen sichtbar zwei tonnen steine vom herzen.
der nachbar baut erst den fernseher auf, dann einen joint. ich lehne dankend ab, wohl eingedenk des partiellen kontrollverlustes vom vergangenen freitag, und halte mich an den wein.

nach ende der übertragung springt das objekt dann unter die dusche und macht sich ausgehfertig. mit einer halben flasche rum, zwei bieren, ein paar schlucken wein und drei, vier gemeinschaftsjoints im blut lässt es sich dann die autoschlüssel seines nachbarn aushändigen.
"es regnet, wir fahren."
"sicher, dass du noch fahren kannst?" wage ich einzuwenden.
"du meinst, ob ich schon fahren kann?" grinste das objekt zurück. dann küsst es mich. es schmeckt nach rum, sex und mehr.
"vertrau mich. ich bringe uns da sicher hin."

das objekt hält sein versprechen. es manövriert uns sogar in eine mikro-parklücke, ohne die anderen autos zu streifen. dann greift es sich den schirm zwischen meinen füßen, steigt aus, eilt zur beifahrertür und hält sie mir auf. erst, als wir den club betreten, verpufft die magie und alles ist wie immer: die objektgespielin ist da, die musik mittelprächtig und komische alte geier seibern in mein dekolleté.
ich gehe früh nach hause, mit dem gefühl, ein sehr wertvolles geschenk erhalten zu haben, das ich dennoch nicht behalten kann.

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Montag, 27. Juni 2011
facebook-konversationspartikel
"stalk nich du jude!"

ohne worte.

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Sonntag, 26. Juni 2011
den stecker ziehen
seelen-schnupfen. alles blut fließt vom kopf und vom herzen in richtung zirbeldrüse und füllt diese bis zum platzen mit kochendem pulsen.

gestern im club bei der ankunft noch jubiliert, denn k. war da. große freude. zunächst. weniger gut war, dass auch k.s ex, das objekt und die objektgespielin anwesend waren. die k.-ex und das objekt standen mit k. herum, ich mit der objektgespielin. nicht, dass ich die nicht mögen würde. aber die kreise erschienen mir merkwürdig abgezirkelt. dort drüben die eingeschworenen, hier die fickoptionen.

ich bekam das große alleinesein-bedürfnis. heute niemandem mehr vertrauen müssen. zuhause schlafen. ich verkroch mich beim dj. der merkte, dass ich nicht fröhlich war.
"wasn los mit dir?"
"ich steh so neben mir. also dort, wo eigentlich jemand anders stehen sollte. der, der sowas wie mein freund ist."
"liebeskummer? was passiert?"
"hattest du schon mal das gefühl, dass die menschen, die du eigentlich am besten kennst und denen du teilweise echt vertraust, im grunde ein ganz mieses spiel mit dir treiben? also nur ein gefühl, keinen konkreten verdacht."
der dj sah mich kritisch an und legte die stirn in denkerfalten:
"hast du was genommen?"
"nee. ich bin stocknüchtern. ich trinke gerade mein allererstes bier."
"hm", sagte der dj. da fiel ihm wohl nichts mehr drauf ein. er drückte mich:
"hast du einen wunsch? soll ich dir was spielen?"
ich schüttelte den kopf.
"aber danke", sagte ich und verkrümelte mich.

im nebenzimmer traf ich auf k. er saß alleine da. ich nutzte die gunst der stunde und pflanzte mich dazu.
"ich krieg mich heute nicht", jammerte ich. sätze, die ich ihrer kryptik sonst nur dem objekt zumutete, weil ich davon ausgehen konnte, dass ich verstanden wurde.
doch auch k. war offenbar hellsichtig genug und stellte keine rückfragen wie 'was meinste denn nun, versteh ich nicht'. er nickte nur und sagte:
"schade."
während ich noch überlegte, ob ich kuscheln wollte, tauschte k.s ex auf und ließ sich zwei sofas entfernt nieder. es dauerte keine zwei minuten und k. stand auf:
"ich bin mal tanzen."
was mein gefühl, dass etwas nicht stimmte, nicht unbedingt verkleinerte.

ganz ähnlich wie schon am abend zuvor wurde nun mein alter ego laut: das muss ich mir nicht geben. überhaupt. dieses ganze gruppengeficke. k. zwischen seiner ex und mir. das objekt zwischen der objektgespielin, mir und diversen anderen one-night-schlampen. ist ja alles ganz nett und spannend. but not tonight.

ich holte meine jacke. dann suchte ich k. der stand mit objekt, der ex und der objektgespielin an der bar. das objekt sah zu mir, dann steckte es mit k. die köpfe zusammen.
ich fuhr ihnen in die parade, indem ich mich einfach dazustellte. das objekt sah mich irritiert an und meinte dann grinsend:
"hey, wir sind hier gerade am was vorbereiten!"
den leeren schnapsgläsern nach zu urteilen ein kollektivbesäufnis.
"ich gehe", sagte ich kurz angebunden.
k. klappten die mundwinkel nach unten.
"warum das denn?"
"nicht mein abend."
"ja, aber schade."
ich bekam eine zurückhaltende umarmung einen kuss. das objekt knuddelte mich.
ich flüchtete.

draußen auf dem fahrrad versuchte ich, den beiden männern nachzufühlen. ich konnte keine präferenzen feststellen. alles, wonach mir war, war zurück zu mir. wo auch immer das sein mag.

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Samstag, 25. Juni 2011
klappe zu/auf, die -xte
den ganzen freitag nur darauf gewartet, dass der freitag vergeht. arbeiten, einkaufen, saubermachen.

dann endlich klingelte das telefon und das objekt war dran, wo ich doch eigentlich k. erwartet hätte.
das objekt war noch auf arbeit, müde, aber in the mood für einen gemeinsamen abend. wir verabredeten uns für in einer stunde beim objekt in a. eventuell sollte noch ein freund kommen.
"gehst du dann heute später noch weg?" fragte ich das objekt.
"kommt drauf an, wie viel kraft ich noch habe."
kommt drauf an, wie viele drogen noch in haus waren, übersetzte ich.
"und du?"
"ich weiß auch noch nicht", sagte ich und fühlte meiner stimmung nach, die wie ein zartes spinnennetz in einer ständig auf- und zuschwingenden tür unter einer art flexibler spannung stand. "auf jeden fall brauche ich eine kleine realitätsflucht."
"darf´s auch ein bisschen mehr sein? dann fahr ich noch zur tanke, nachhher."

gegen elf uhr abends kreuzte ich beim objekt auf. es stand noch in jeans und pulli im flur.
"ich bin gerade aus der klinik gekommen", seufzte es.
"überstunden?"
"notfall. einer unserer alkis hatte einen diabetischen schock und ich war ganz alleine mit dem und hatte keine ahnung von der ganzen krankenvorgeschichte. ich hab ihn dann zum glück stabil gekriegt, aber das war echt knapp."
"oh wow. ich glaube, ich wäre durchgedreht."
das objekt schüttelte nur den kopf und schob mich in die küche. feierlich hielt es mir die augen zu und holte etwas aus der tasche.
"und jetzt bitte schnuppern!"
zwischen küchendämpfen roch es zart nach frisch gemähtem heu.
"das ist das beste, was man kriegen kann. eine ganz leichte sorte, die auf unheimlich schöne art und weise die pforten zum unbewussten öffnet."
"also genau das, was ich heute brauchen werde, willst du mir damit sagen."
"genau. und jetzt würde ich zur tanke fahren und uns einen wein holen. was magst du haben?"
"keinen rotwein jedenfalls."
"mir wäre heute nach rose."
"in ordnung. bloß nichts rotes, das würde mir jetzt alles kaputtmachen."
als wir unser kleingeld zusammengeworfen und das objekt sämtliche hosen auf verstreckte groschen ausgeschüttelt hatte, kamen wir zusammen auf sage und schreibe mehr als 25 euro. der abend war gerettet.

während das objekt unterwegs war, schaute ich mich in der küche um, die mal wieder echten objektstyle hatte: unaufgeräumt mit bergen von dreckigem geschirr, das sich über herd und spüle stapelte. weingläser waren auch aus. ich durchwühlte die geschirrstapel nach zweien und wurde fündig. dann sah ich mich nach spüli um. keines da.
ich rief das objekt an.
"lass mal nen euro übrig und kauf noch spüli. du hast keines mehr."
"du spülst doch jetzt nicht etwa bei mir ab!"
"wir brauchen aber gläser."
"wir können auch aus der flasche trinken."
"faulpelz. los, bring spüli mit und nachher machen wir gemeinsam die küche klar schiff."
"aber es ist freitag nacht!"
"eben drum. morgen ist wochenende, dein lütter kommt und dann wollt ihr spielen und du wirst wieder nicht aufräumen und putzen."

zehn minuten später stand das objekt auf der matte mit einer flasche wein, einer flasche wodka und spüli. es reichte mir das spüli und drückte wein und wodka an seine breite brust.
"das ist deins, und das ist meins", grinste es frech.
ich zuckte cool mit den achseln und ließ wasser ins becken.
"hör sofort auf damit", sagte das objekt, "das ist mir jetzt wirklich peinlich. du bist mein gast und nicht meine putzfrau."
"jetzt hab ich schon angefangen."
das objekt schaute mir einige sekunden zu.
"allein, wie du das glas nimmst..."
"was ist damit?"
"du bist so... achtsam, so gründlich... so fein."
dann schob es mich von der spüle weg und nahm mir den lappen aus der hand.
"du machst da drüben weiter", befehligte es mich augenzwinkernd und deutete auf tabak und kräutersammlung. "ich erwarte einen schönen, kerzengeraden joint, der konisch zuläuft und der nicht krümelt."

eine halbe stunde später sah die küche halbwegs ordentlich aus. das objekt hatte sogar den herd geschrubbt, ohne dass ich motivierende worte gesprochen hatte.
"mission erfüllt", bilanzierte ich.
"ja, ich bin fertig", sagte das objekt stolz.
"nee", sagte ich, "ich habe meine mission erfüllt. ich hab den anfang gemacht, weißt du? der anfang, das ist das, was du nicht kannst. aber dann... sieh dir den blitzblanken herd an. du bist genauso gründlich und achtsam wie ich."
das objekt nickte bedächtlich.
"du bist ganz schön clever."
"ich kenn mich halt. und da du in vielerlei hinsicht genau so bist wie ich, muss ich nicht mal groß nachdenken."

dann saßen wir zusammen und rauchten und tranken.
"was ist nun mit party?" fragte mich das objekt.
"ich weiß nicht", sagte ich. "ich bin eigentlich eher für nicht-party." das dope hatte mir die socken ausgezogen, ich schwebte unter einer ich-käseglocke von erinnerungen und emotionen und fühlte mich unkommunikativ und unfeierlich.
"hm", sagte das objekt. "eigentlich spräche nichts dagegen, hier zu bleiben, sich die köpfe wegzuvögeln und nachher zusammen einzuschlafen."
"aber?"
"anderseits habe ich mich die ganze woche auf diese party gefreut."
"dann geh doch. wenn ich gleich keinen bock habe, kann ich doch auch einfach nach hause fahren."
so, und jetzt kam es.
das objekt sah mich fragend an:
"was ist das bloß für eine liebe, deine liebe?!"
ich guckte groß.
"du lässt mich einfach", fuhr das objekt fort. "und du lässt mich so, dass ich das annehmen kann, dass ich mich frei fühle. obwohl dir nach etwas ganz anderem ist, oder?"
es schaute mich durchdringend an. ich zuckte die achseln und guckte an die tapete:
"liebe ist nunmal so. liebe ist, wenn der andere einem mindestens so wichtig ist wie man sich selbst. entsagen, nennt man das, glaub ich."
"ich habe noch nie jemanden erlebt, der so liebt wie du."

über was sprechen wir hier eigentlich, fragte ich mich an dieser stelle. von der theorie des liebens, von mir als psychologischem sonderfall oder von dieser merkwürdigen freundschaft/beziehung?
das objekt schaute mich wieder ernst an:
"morphine, wonach ist dir wirklich?"
glücklicherweise war ich stoned und zugleich schlau genug, dass ich wusste, dass ich jetzt nur das falsche sagen konnte. also hielt ich die klappe, während mich das objekt abwartend ansah.
"weißt du, manchmal muss man auch mal stellung beziehen", sagte es.
was wollte das objekt bloß von mir? dass ich auf die knie falle und ihm einen heiratsantrag machte? oder meinte es das ganz allgemein und ich zermarterte mir gerade vollkommen sinnlos das gehirn?
also schwieg ich weiter und konzentrierte mich auf die strickmuster im objekt-pulli, während meine gedanken ins weltall flogen. das objekt schien immer noch auf eine antwort zu warten.
nach einigen minuten erhob es sich dann.
"ich geh mal ins bad."

kurz darauf tanzte das objekt halbnackt durch die wohnung und fragte mich, was es anziehen solle.
"und die haare? offen oder zusammen?"
"mir egal", sagte ich.
"hey! bezieh doch mal stellung", scherzte das objekt. "oder ist es dir egal, wie ich rumlaufe?"
"dann lass sie doch mal offen."
"sieht das nicht zu pennermäßig aus?"
das objekt hatte leichte naturlocken, die, ähnlich wie meine, sich bei feuchtem wetter zu einem wirren, welligen haufen ballten.
"dann nimm doch mal gummis mit und ich mach dir nachher gegebenenfalls einen pferdeschwanz."
problem gelöst, objekt glücklich.
endlich steckten wir in unseren jacken und waren abmarschbereit. nach einem kleinen wachmacher ging es los.

draußen merkten wir erst, wie stoned wir waren.
"oh", sagte ich, als ich auf dem fahrrad saß. auch das objekt schwankte heftig und hatte schon nach wenigen metern die erste unsanfte begegnung mit einem zaun. wir lachten, bis wir nicht mehr konnten.
"wie willst du fahren", nuschelte das objekt, als es wieder festen sattel unterm arsch hatte, "die romantische oder die schnelle strecke?"
"in diesem zustand die schnelle." ich merkte, dass ich lallte.
auf der max-brauer-allee fiel dem objekt ein, dass es dringend eine rauchen musste:
"aber ohne absteigen!"
es fuhr neben mich und suchte fahrend in meiner tasche nach zigaretten. die lenker kollidierten, das objekt rauschte nach rechts und fuhr in ein schaufenster. die scheibe blieb glücklicherweise heil, aber die alarmanlage ging an.
"sorry, wir klauen nix", rief das objekt ein paar verdutzt dreinschauenden passanten zu.
"da sind die bullen", sagte ich mit blick auf die kreuzung.
wir machten, dass wir weiterkamen.

als wir den club betraten und die treppe hinuntergingen, legte das objekt den arm um mich. so begegnete uns die aktuelle objektgespielin. an die hatte ich gar nicht mehr gedacht. zumindest war jetzt klar, wo ich heute nacht schlafen würde. jedenfalls nicht beim objekt.
die objektgespielin musterte mich keineswegs unfreundlich, aber mit einem gesichtsausdruck, als bestätige ihr unser gemeisames auftauchen eine lang gehegte befürchtung. kein guter start in den abend.

ich tanzte zwei, drei lieder. es war heiß und extrem laut. ich fühlte mich nicht gut. das objekt unterhielt sich mit verschiedenen freunden und bekannten. zweimal kam es auf mich zu und fragte mich, wie es mir gehe. ich blieb bei der wahrheit:
"ich mach´s heute nicht lange."

nach knapp zwei stunden verabschiedete ich mich von den anwesenden und schwang mich aufs rad, jenseits von bewusstsein, aber mit dem merkwürdigen satz im kopf: das muss ich mir jetzt nicht geben. was meinte mein alter ego bloß damit, fragte ich mich, während ich nordwärts fuhr. das kraut, das die pforten zum unbewussten öffnet, würde ich jedenfalls so rasch nicht wieder konsumieren. zumindest nicht in dieser hardcore-kombi.
und als ich die schlafzimmer tür schloss, die vorhänge zu- ud die bettdecke über den kopf zog, war mir klar: ich hatte die richtige entscheidung getroffen. für mich und mein bett. und zwar jetzt.

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Freitag, 24. Juni 2011
reminiszenzen
erdbeerlimes erinnert mich an den codeinhaltigen hustensaft aus meiner kindheit, den sie irgendwann vom markt nehmen mussten.

der hang zu harten drogen wurde mir also leidergottes irgendwie anerzogen.

gottseidank bin ich kein contergan-kind.

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