Freitag, 10. Juni 2011
firefox 4
... und nichts geht mehr.

mir spackt der ganze pc ab.

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Donnerstag, 9. Juni 2011
k.ein abend
nach einigen drinks schlendern k. und ich schon etwas gehunsicher durch die schanze. und nein, ich kann nicht klagen. hab mich beim inflationären lächeln ertappt und dabei, wie der flügellahme schmetterling in meiner magengrube neugierig die eingestaubten fühler gen sonne streckte. hab mir die lippen wundgeküsst und im unterärmeln zweisamkeit geübt. hab mich vierfüßig für zwei schritte sicher gefühlt, und das als einzel-gängerin.

später, in der amethyst-schwarzen wohnung mit dem silbernen himmelbett, sitze ich auf der couch und zittere vor anspannung. auch, als wir schließlich zusammen im bett liegen und k. mich in den armen hält, ohne die hände wandern zu lassen. ich bin angetan von so viel achtung und zugleich zutiefst bestürzt. als k. einschläft, liege ich endlos wach und lausche stunden später dem zaghaften vogelgezwitscher, während das licht aus der nacht steigt und sich morgenmatt durch die lamellen der jalousien zwängt.

als der wecker ungehört klingelt, muss ich an das ebenso komatös schlafende objekt denken und innerlich schmunzeln, bevor ich k. erst anstupse und dann zu schütteln beginne.

während k. im bad steht, schlendere ich in die küche. kaffee gibt es nicht, genau wie beim objekt, obwohl das objekt immer cappucchino für mich kaufte. im kühlschrank steht in etwa das getränkeangebot, das auch das objekt aufzubieten hat: cola, wodka, red bull, wenn auch nur EINE flasche wodka statt zwei oder drei. k. trinkt gerne, aber nicht unmäßig, was mich beruhigt. er stammt aus einer alkoholikerfamilie, zu der er gesuden abstand wahrt. er ist auch kein kiffer, wie ich inzwischen weiß, lässt es aber gerne desöfteren mal schneien.

kurz nach acht uhr muss k. los und küsst mich zum abschied.
"du weißt, wie du zur s-bahn kommst?"
ich nicke, denn k. wohnt nur zwei straßen vom objekt entfernt.
"was frag ich eigentlich, du kennst ja den weg", sagt er dann zu meiner überraschung.
ich starre ihn an, weiß nicht, wie viel er weiß.
"warst du eigentlich in das objekt verliebt?" fragt er dann.
"nein", antworte ich ud k. umarmt mich noch einmal.

das war keine lüge, sage ich mir später auf dem weg zur s-bahn. denn in der vergangenheit sprechen darf ich noch längst nicht, dem positiven anfang mit k. zum trotz.

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Sonntag, 5. Juni 2011
k.ause and effect
gestern abend habe ich nun endlich das mysterium k. geknackt.

es waren nur wenige menschen im club. k. und ich waren gewissermaßen ganz alleine, bis irgendwann sehr spät das objekt, das den dritten für eine nacht bei sich hatte, ankam. das objekt und k. begannen, wieder über mich zu reden. zwischendurch grinste das objekt zu mir herüber, die ich am anderen ende des raumes stand, sodass ich bemerken musste, dass ich gesprächsthema war.

dann begann die offensive des lächelns. so viel mimik hatte ich bei k. noch nie erlebt. aber er sagte zunächst wieder nichts.
irgendwann stand ich mit dem objekt in einer dunklen ecke.
"du siehst sagenhaft aus", sagte es zu mir und meinte damit mein neues langes kleid, das ich an diesem abend zum ersten mal trug. "und das dekolleté ist ja wohl der volle porno."
um das kleid auch in kombination mit hohen schuhen wirklich boden- und nicht nur knöchellang zu kriegen, hatte ich die träger verstellt, wodurch sich natürlich auch der ausschnitt nach unten verlagerte. der nachteil war, dass ich mit meiner beinahe-schleppe nicht mehr wirklich tanzen konnte.

mitten im gespräch tauchte k. wieder auf. noch ehe ich mir eine nette kennenlernfrage überlegen und mich dazu durchringen konnte, sie auch zu stellen, packte mich k. und küsste mich. olala, dachte ich, dann hatte ich schon eine hand am hintern und die zweite auf meiner linken brust - wohlgemerkt meiner nackten linken brust, denn k. hatte quasi einfach begonnen, mich auszuziehen. was mir, die ich überraschungsmomente ja durchaus liebte, dann doch ein bisschen zu viel war.
"moment mal", rief ich und zog mir den träger meines kleides wieder über die schulter, "ich kenn dich doch gar nicht!"
k. guckte betreten und schaltete zwei gänge in den teenager-knutsch-modus zurück. schon besser.

ich war angefixt, ich war neugierig. ich wartete, worauf die sache hinauslaufen würde. ich schloss eine innere wette mit mir selbst ab, dass k. irgendwo eine freundin oder ehefrau sitzen hatte, aktuell gelangweilt war und mich heute für einen schnellen fick abschleppen wollte.
als der rausschmeißer gespielt wurde, holte ich meine jacke. k. wartete auf mich. war ja klar, der gute wollte heute schließlich noch einen gelandet kriegen.
als ich ankam, lächelte k. verlegen und sprach erstmals:
"und nun?"
ich zuckte die achseln.
"erstmal nach draußen, oder?"

als wir im hof standen, warteten dort das objekt und der dritte mann. das objekt umarmte k. sehr herzlich und meinte:
"alles richtig gemacht. ich wünsch dir viel glück."
das klang ein wenig, als hätte mich k. soeben geheiratet.
als ich das objekt verabschieden wollte, sah es weg und drehte sich zum dritten, um dann sehr schnell zu verschwinden.
hallo, dachte ich mir, erst verkuppeln und dann arschig werden?!
"was für ein arschloch", meinte k., der die abschiedsszene aufmerksam verfolgt hatte.
oha, schon der zweite satz! und was für eine krasse aussage.
"aber ich liebe ihn", fügte k. hinzu.
"äh, wie meinst du das denn nun konkret?" hakte ich nach.
"ich kenne das objekt jetzt schon seit sieben jahren und es ist der tollste mensch, der mir je begegnet ist."
aha. da hatten wir ja schon mal eine schlagende gemeinsamkeit, auch, wenn ich erst auf ein gutes jahr mit dem objekt kam.

dann gingen k. und ich nebeneinander her.
"wohin gehen wir denn jetzt?" fragte ich.
k. zuckte die schultern.
"wow", meinte er dann.
"was?"
"du bist so sexy, du bist echt der wahnsinn."
obwohl das sicherlich als kompliment zu werten war, kam ich mir langsam billig vor.
"pass mal auf!" sagte ich original in objekt-belehrungs-tonlage, "ich habe in den letzten monaten reichlich typen kennengelernt und hatte überreichlich das vergnügen körperlicher begegnungen. deshalb, ganz ehrlich: sex interessiert mich nicht die bohne. das ist eh immer das gleiche. ich würde aber ganz gern mal wieder einen menschen kennenlernen, nicht nur schwänze."
da nahm k. meinte hand und meinte:
"geht mir genauso. ist vielleicht ein doofer spruch für einen kerl, aber mir geht es auch nicht um sex."
nicht??? wollte ich nachfragen. hatte ich mir die begegnung in der dunklen nische eben nur eingebildet?
"du sendest nur so signale, weißt du..." meinte k. dann.
"signale, soso", konstatierte ich.
"ja, sexy signale eben. aber das objekt meinte mal, im grunde seist du ein unheimlich zerbrechlicher mensch."
"ich bin nicht direkt zerbrechlich, ich halte mich aber für verletzbar und ziemlich eigen."
"du bist süß", lächelte k.

inzwischen standen wir am bahnhof.
"was machen wir denn nun?" fragte mich k.
"schlafen", sagte ich. mittlerweile war es nämlich sieben uhr morgens.
k. küsste mich wieder und fasste mich dann an der hand:
"kommst du mit zu mir?"
"was versprichst du dir davon?"
rammeln bis zu umfallen?
die antwort überraschte mich:
"ich würde gern mit dir im arm einschlafen."
meinte er das ernst?
"das meine ich auch so. nichts weiter, nur zusammen einschlafen", schien k. meine gedanken zu lesen.
ich zögerte. sollte ich? war mir danach?
"komm", sagte k.
nein, mir war nicht danach. etwas hielt mich zurück, sagte mir, warte noch, mach es nicht, um ihm jetzt einen gefallen zu tun. das sagte ich dann auch:
"ich könnte jetzt mitkommen, aber dann würde ich dir nur einen gefallen tun, um dir zu gefallen, und das möchte ich eigentlich nicht. mir ist es lieber, wenn du mich gleich so kennenlernst, wie ich bin: misstrauisch und zurückhaltend."
k. lachte.
"nein, du sollst nur mitkommen, wenn du es wirklich willst. obwohl ich es mir sehr wünschen würde."
"ich trau mir nicht", erwiderte ich.
"du sagst bewusst 'mir' und nicht 'mich', stimmts?" hakte k. nach.
"ja."
k. nickte. "ist schon okay."

dann brachte mich k. zum bus. ich fühlte mich plötzlich sehr müde, richtiggehend am ende und sehr unzulänglich. gleichzeitig war ich gespannt. was ist k. bloß für ein mensch? wohin würde es mit uns gehen? würde es überhaupt irgendwohin gehen oder wird meine vorsicht alles weitere zu verhindern wissen? und überhaupt, was wird aus meinem objektverhältnis?

fragen über fragen. aber nun erstmal ein bett... mein bett.

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Samstag, 4. Juni 2011
unfreiwillige wirklichkeiten
am gestrigen abend platzten ein paar illusionen.

die objektexfreundin war überraschend auf dem gestrigen großevent aufgetaucht und hatte das objekt mit der objektgespielin gesichtet. daraufhin musste das objekt farbe bekennen. in einem mehrminütigen gespräch, von dem ich nur überreichliches gestikulieren mitbekam, setzten sich die beiden mit den tatsachen auseinander. dass die objektexfreundin anschließend umgehend die lokation verließ, signalisierte mir, dass das objekt diesmal offenbar nicht gelogen hatte. zugleich war mein verdacht bestätigt, dass die erneute kontaktaufnahme der objektexfreundin nach dem beziehungsaus tatsächlich nur einen grund gehabt hatte, der mit postamouröser freundschaft nichts zu tun hatte.

anschließend diskutierte das objekt längere zeit mit der gespielin, da ihm nach dem abgang der objektexfreundin nicht nach einem gemeinsamen kuschelabend war. schließlich war die objektexfreundin so lange der totale burner gewesen. woraufhin die gespielin trotz altersunentsprechend großer souveränität etwas angefressen war.

eine stunde später nahm das objekt auch mich, die ich mich bis dato aus angst vor weiteren spontanen verwicklungen abseits gehalten hatte, wahr. es kroch betrunken neben mich auf einen barhocker und lallte:
"ich bin so viel und so viele, aber für alle immer zu wenig."
das spielte an auf etwas, was ich dem objekt mal geschrieben hatte: dass ich zu viel sei, zu viel emotion für eine einzelne person, und zugleich eine unheimliche leere, die auch viele gleichzeitig nicht zu füllen vermochten.
dem objekt ging es im grunde ähnlich, nur nahm es sich dabei aus einer anderen perspektive wahr und begriff den mangel nicht als überborderndes bedürfnis und überfluss, sondern als manko.
da ich wusste, wie schrecklich diese momente der persönlichen unzulänglichkeit sind, nahm ich das objekt spontan in den arm. es lehnte sich alkoholschlaff mit vollem gewicht an mich und meinte:
"ach morphine, jetzt fühle ich mich zum ersten mal an diesem abend sicher."

nachdem wir eine weile so da saßen, kamen der dritte und die drittefreundin.
"wir nehmen ihn mit, der ist ja völlig betrunken."
"ich bin aber mit dem rad da", wehrte sich das objekt, "ich muss fahren."
"neenee", sagte der dritte streng. "wir haben doch so was wie verantwortung."
"oooch, ihr seid so ne schatzis", nuschelte das objekt in meine schulter.
dann ärmelten wir das objekt unter.
"mutti links, vaddi rechts", kicherte ich und objekt und dritter lachten, während die drittefreundin schon wieder etwas verständnislos den kopf schüttelte. mit vereinten kräften verfrachteten wir das objekt an die frische luft.
draußen verabschiedete ich die drei.
"ich bleib noch", sagte ich.
"übertreib es nicht", meinte der dritte liebevoll.
"schließlich wollen wir morgen auch noch was machen", fügte die drittefreundin hinzu.

ich blieb nicht mehr lange, sondern beschloss, wachheit und nüchternheit zu nutzen für eine unbeschwerte radtour nach hause.

an der hudtwalckerstraße passierte ich wie immer den kleinen park. dort schläft jede nacht derselbe penner. tagsüber sitzt er immer vor der haspa. er scheint der einzige penner in winterhude zu sein. und irgendwie sieht er gar nicht aus wie ein penner. die haare ordentlich, der bart gestutzt, brille, teuere herrenlederschuhe. wenn er nicht immer da sitzen würde und diese schmutzige reisetasche bei sich hätte, man könnte ihn für einen etwas verwahrlosten lehrer oder abteilungsleiter oder so halten.
er läuft schwerfällig, scheint ein problem mit den knien zu haben. das gesicht ist rot und sonnenverbrannt und trägt einen intelligenten, feinen ausdruck, tagsüber wie auch nachts.

auch heute morgen war der penner wieder da, die mütze trotz der sommerlichen temperaturen tief ins gesicht gezogen. er war wie immer allein.
und ich fragte mich wie so oft, was machen solche menschen in verzweifelten momenten? mit wem sprechen sie über ihre sorgen?
wie immer hielt ich kurz an und sah ihn an, wünschte ihm in gedanken ein gutes aufwachen und versuchte, ihm positive energien rüber auf die parkbank zu schicken. wenn es einen gott gibt, dann möge er bitte gut auf diesen menschen aufpassen. und auf das objekt. und auf den dritten und seine freundin. und auf die objektexfreundin, die gestern sehr traurig gewesen sein muss... ja, und auf mich, wenn denn dann dafür noch zeit bleibt.

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Samstag, 4. Juni 2011
herz-wg
wenn das herz eine wohnung ist
in der die liebe wohnen kann
dann ist meins eine wg
im ständigen kleinkrieg um den küchenplan
und im streit mit dem vermieter.

your hope becomes your second skin
to envelop and protect you
the joys were never undeserved
the greatness hid no doubt


nu abba wieder schluss mit romantisch.

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