Samstag, 16. April 2011
pas fois bien
eine stille wucht. ein film über verzweiflung und die kleinstadthölle:

"better things" von duane hopkins (gb 2006)

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Mittwoch, 13. April 2011
teeth in table
ich bin so hungrig und er ist so satt.

mit dem ignore-modus kann man mich schwer treffen. aber ich vergesse menschen auch schnell.

***

schlafen. nicht schlafen. schlafen.

im traum letzte nacht sehr lange mit einem blonden mark793 auf einem fremden bahnsteig geredet. es war ungeheuer nett. ich bin sogar fröhlich aufgewacht, bis ich dann merkte, dass es nur ein traum war.

***

knut-feeling. im hirn stimmt was nicht. etwas hat sich entzündet.
die zukunft droht in flammen aufzugehen.

der physiotherapeut meint, es sei nur die haut meiner halswirbelsäulen-nerven.
was man da macht, fragte ich und dachte an morphium und kortison.
tragen sie mal das kinn nicht soweit vorn, meinte er dann.
hätt ich das früher gewusst, wär ich vor ein paar wochen vielleicht nicht so übel auf die fresse gefallen.

***

so müde. so wach. so tödlich erschöpft.

heute eine schulter, eine armbeuge, eine menschliche kuhle.

oder flunitrazepam.

(aber morgen dann bitte nicht.)

***

experiment selbsthypnose: sich etwas flüstern.
ich sage mir, keine angst, keine angst, keine angst.

bis mir wieder einfällt, dass sich das hirn immer nur den letzten satzteil richtig merkt.

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Samstag, 9. April 2011
elektrofucking
nein, nicht, was sie jetzt denken, nix elektroparties und o.n.s., denn nach dieser mörderwoche bin ich gestern ganz brav zuhause geblieben. vielmehr geht es noch mal um meine waschmaschine, das unbekannte wesen.
nachdem sich die gute per kurzschluss aus meinem haushaltsleben verabschiedet und dabei gleich die heiztherme mit ins off genommen hatte (kalt duschen im april geht übrigens GAR nicht), wollte ich nicht glauben, dass ich jetzt, nach überstandenem umzug, mir solch einen koloss von haushaltsgerät neu anschaffen musste. also überlegte ich, ob das teil noch zu retten war. reparieren konnte ich elektroidiotin es nicht, der blick auf den kabelwust im inneren verursachte sofort panische angst vor tödlichen stromschlägen. also beschloss ich, einfach so zu tun, als wäre nichts gewesen, das ding wieder ans stromnetz zu nehmen und einzuschalten.

der testlauf war von unerwartetem erfolg gekrönt: die maschine schaltete sich an, pumpte wasser und begann, die trommel zu drehen. juhu, dachte ich, drehte das rädchen vor bis auf "abpumpen", ließ das wasser wieder raus und freute mich. es galt also doch, was ich gemeinhin immer befürchtet hatte und was auch meine chefs immer wieder so tapfer am eigenen beispiel verifizieren: den dummen gehört die welt. ich drückte den off-schalter und alles war gut.

der triumpf währte etwa zehn minuten. während ich mich der technik obsiegend wähnte, machte es plötzlich klack und die lichter gingen aus - genau wie damals, als die waschmaschine zu ihrem letzten schleudergang ansetzte. allerdings war die maschine zum augenblicklichen zeitpunkt ja gar nicht in betrieb. was ein ärger. da dachte ich, ich hätte die technik überlistet, jetzt aber verarschte sie mich so richtig, indem sie den kurzschluss waschmaschinenbetriebsunabhängig auslöste.

ich tappte im doppelten sinne des wortes im dunkeln, bis ich ein feuerzeug ertasten und die sicherung wieder reinmachen konnte. fiat lux, sprach ich, und es wurde licht.

so schnell gebe ich allerdings nicht klein bei. ich fragte meinen vater um rat.
"kind, lass bloß die finger davon, das kann einen gefährlichen kabelbrand geben!" rief mein vater beunruhigt ins telefon. "kauf dir was neues, und nicht so ein billiges ding, sondern was gutes, was mit garantie und so."
"aber papa, das ist auch eine siemens-maschine und trotzdem ist sie anscheinend hin."
"naja, mach, wie du meinst, aber sei da vorsichtig."
die kabelbrandgeschichte machte mir angst. in meiner ehemaligen heimat in der straße bei mir um die ecke gab es mal einen, da musste ein ganzes haus evakuiert werden.

nachdem ich nun einige tage überlegt hatte, beschloss ich heute, alle warnungen in den wind schlagend, das experiment zu wagen. wäsche rein, waschpulver und spüler rein, angesteckt, eingeschaltet und los ging es. nach fünf minuten der erste kurzschluss. ich drückte die sicherung wieder rein. nach etwa 20 der zweite. noch einmal das ganze. danach passierte nichts mehr.

im moment befindet sich die waschladung wenige minuten vor der härteprüfung: dem finalen schleudergang. es macht mir ein wenig angst. vorsichtshalber habe ich die heiztherme ausgeschaltet, nicht, dass ich dann wieder kein warmwasser mehr habe.

drücken sie mir die daumen.

achja, und gute ratschläge sind natürlich immer willkommen.

nachtrag: wir sind bis schleudern und abpumpen gekommen. erst in den moment, als sich die maschine abschalten und die verriegelung öffnen sollte, machte es wieder klack.

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Mittwoch, 6. April 2011
die ddr in hh
ich wohne in einer genossenschaftswohnung. diese haben nicht nur den vorteil, dass sie vergleichsweise günstig sind, sondern auch, dass die hausgemeinschaft recht gut ist. das trifft ebenso auf die meine zu. einmal abgesehen von den leuten im erdgeschoss, die ich noch nie gesehen habe (ich mutmaße, dass der eine dicke mann, den ich manchmal im keller antreffe, unten links wohnt), sind alle sehr freundlich und nehmen regelmäßig päckchen für mich an.

auch sonst kümmern sich die genossenschaftler sehr umeinander. im treppenhaus hängen neuerdings zettel für gemeinsame spielenachmittage oder kaffee & klönen. wären die nicht immer um 15 oder 16 uhr und damit nur für hausfrauen, kinder und senioren interessant, ich hätte mal vorbeigeschaut, wenigstens in einer philanthropen phase. für den sommer ist ein großes blockfest geplant. so stelle ich mir ein bisschen das leben in der ddr vor.

heute habe ich die freundlichkeit in diesem haus einfach mal schamlos ausgenutzt und dabei fast ein potentielles objekt II kennen gelernt. nachdem meine waschmaschine kaputt ist (der mordskurzschluss hat übrigens auch die heiztherme gekillt, sodass ich eine weile ohne warmwasser war) und ich aufgrund der allgemeinen überlastung keinen nerv mehr hatte, mein zeug auf einem 20 minütigen fußweg zum waschsalon zu schleifen (fahrrad ist ebenfalls funktionsunfähig, nachdem die luftpumpe kaputt ging und neuerdings nur noch luft aus den reifen saugt anstatt sie reinzupumpen - ergebnis: zwei platte), klingelte ich gegenüber.

gegenüber wohnt ein junger herr, den ich bislang nur durchs treppenhaus rennen sah, wenn ich in die arbeit hetzte. im vorübergehen schien er immer recht schnuffig, wirkte aber sehr jung und etwas kleiner als ich.
nun gut. ich klingelte und es öffnete mir mein retter in der not. großgewachsen, blauäugig (nicht grün, verdammt, aber blau ist auch noch akzeptabel), in sportkleidung. ich musste einige nanosekunden starren, vor allem, als ich bemerkte, dass das haupthaar kupferfarben schimmerte, wenn auch etwas heller als das des objekts, dessen schopf ein besonders tiefes und schönes rot hat.
"hi", stammelte ich, während er nur erstmal sehr überrascht dreinschaute.
dann fasste ich mir ein herz.
"entschuldige, aber hast du eine waschmaschine?"
er zog die augenbrauen nach oben und ich erwartete schon ein "nein, wozu, ich hab doch meine mama", aber dann grinste er amüsiert und meinte:
"na klar hab ich ne waschmaschine."
"dürfte ich die vielleicht ausnahmsweise mal benutzen?"
ich erklärte hastig und etwas durcheinander die gesamtmisere waschmaschine-heizung-kaltwasser-fahrrad-fahrradluftpumpe, bis er wieder vollends verwirrt dreinschaute und dann einfach nickte.
"super", rief ich, rannte in meine wohnung zurück, holte meinen schmutzwäschekorb, waschpulver, hygienespüler und enterte die fremde küche.

während ich eilig höschen, strümpfe, bhs, t-shirts und einen rock in die hightech-maschine stopfte, stand mein nachbar immer noch sichtlich überrumpelt im hintergrund.
"ähm, du, aber ich muss jetzt gleich zum sport", meinte er, als ich an der einstellung schraubte.
"kein thema. wenn die maschine durch ist, klingelst du einfach kurz, dann hol ich die sachen."
"aber das kann schon zwei stunden dauern. nicht, dass du die sachen dann nicht mehr bis morgen früh trocken kriegst."
die blauen augen unter dem roten schopf schauten mich sehr freundlich und ein bisschen besorgt an. beim zweiten hinsehen bemerkte ich, dass der nachbar auch noch die gleichen lachfältchen und grübchen hatte wie das objekt.
"kann das sein, dass du ein bisschen sehr gestresst bist?"
ich spürte fürsorge und bekam ein klammes herz. wenn du jetzt noch anfängst zu kochen und hinterher mein stirnchakra zu massieren, taufe ich dich wirklich objekt II, dachte ich bei mir. nun aber wollen wir mal nicht zu viel bedürftigkeit signalisieren, das wirkt sonst abschreckend.
"ja, klar, immer, aber so bin ich halt", entgegnete ich also cool. dann richtete ich mich auf, nahm den leeren korb und den restlichen kram und stolzierte nach nebenan in meine eigene wohnung. unter der tür stand mein nachbar und guckte immer noch mit dieser mischung aus verwunderung und nettigkeit, die mich ganz wuschig machte.
"tschüß und danke und bis später dann", rief ich ihm noch zu.
"ja, äh, ich klingel dann also einfach, wenn das okay ist."
"ja natürlich!"

vor einigen minuten bekam ich dann meine sauber duftende wäsche zurück. auch mein nachbar roch gut und hatte noch rote wangen vom sport.
"dann schlaf mal schön", sagte ich, als kannten wir uns schon 100 jahre.
"äh, ja, dann tschüß dann", stammelte der nachbar.
danach fielen die türen ins schloss.

morgen früh im bad wird er mich dann wieder mit radio hamburg beschallen. obwohl ich dann jedesmal kotzen könnte, hat es etwas vertrautes. ein stück geborgenheit. vielleicht eben ein bisschen ddr. und überhaupt ist ja auch das objekt ein ossi, wen wunderts.

nächste woche geh ich mir dann eine luftpumpe beim nachbarn borgen.

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welt erklären und so
endlich mal wieder eine motivation für die mundwinkel, sich schläfenwärts zu bewegen.



via rick.blogger.de

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Montag, 4. April 2011
beware from my love
zu viel. ich bin viel zu viel.

du willst den schnellen snack und kriegst das ganze buffet.

du bekommst einfach den mund nicht voll, aber ich stopf dir gleich so richtig die fresse.

und dann? kannst du die rechnung nicht bezahlen.

zu dumm aber auch.

liebe ist wie die russenmafia. du lebst mit meiner pistole auf deiner brust.

ich notiere: ich bin nichts für hosenscheißer.



sometimes it has to be a schnulze.

und in gedanken bin ich immer noch bei smaragdgrün + kupferfarben.
seit fucking 11 monaten.
gott verdamm mich.

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