Mittwoch, 2. Juni 2010
blondie goes president?
wenn die ursel präsident wird, verliere ich meinen letzten glauben an dieses land.

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Dienstag, 1. Juni 2010
nichts geht mehr
montagmorgen. ich stehe im bad und beobachte den morgenauswurf, wie er richtung ausguss wandert. am liebsten wäre ich gar nicht aufgestanden. das fieber ist auch wieder zurückgekommen. aber den berg arbeit kann mir schließlich keiner abnehmen.

im büro habe ich ein großprojekt abgeschlossen. keine rückmeldung. das muss bedeuten, es war gut. sonst hätte man mich sicherlich schon wieder mehrere köpfe kürzer gemacht. zum glück leide ich inzwischen unter rückgraterweichung.

an den u-bahn später geht gar nichts mehr. betriebsstörung, bitte beachten sie die lautsprecherdurchsagen. nach geschlagenen zehn minuten erfahren wir von einem feuerwehreinsatz. taxis und busse stünden als ersatzverkehr bereit. das freut mich für die taxifahrer, wann machen die denn schon mal so ein massengeschäft?
neben mir am völlig überlaufenen taxistand wartet eine alte schrulle mit blauem lidschatten und rosa lippenstift. "komm mama, lass uns doch zu fuß gehen", sagt ihre - vermutlich - tocher. "es ist doch nur eine einzige station." doch die alte klunkerbehangene pissnelke, die wahrscheinlich bloß shopping gehen oder rechtzeitig zum champagnerfrühstück kommen will, erwidert: "kommt überhaupt nicht infrage! jetzt habe ich schon einen euro dreißig für die fahrkarte ausgegeben!" das lehrte mich wieder einmal, warum reiche immer reich bleiben: sie bleiben so lange und so rücksichtslos auf ihrem geld sitzen, bis sie alles elend um sie herum überdauert haben. ich selbst stehe da, habe einen dringenden termin und von meinen paar groschen eine fahrkarte für zwei euro fünfundsiebzig gekauft. ich drehe mich um und nehme das fahrrad, obwohl es regnet und ich todkrank bin. 'wenn ich morgen tot bin, ist die drecksschlampe schuld', denke ich bei mir und wünsche ihr ein qualvolles dahinsiechen in einem altersheim.

nach dem wochenende habe ich akute entzugserscheinungen. sex ist so eine idealdosis nähe & zärtlichkeit. habe gelesen, dass der mensch pro tag vier umarmungen braucht, um sich glücklich zu fühlen. ich hoffe, ich habe am samstag genug davon getankt, um über die runden zu kommen. ich fürchte, ich habe den narren an dieser bizarren situation gefressen.

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Sonntag, 30. Mai 2010
weiße nächte
es scheint sich so einzuschleichen, dass samstagnächte ab sofort durchwacht werden und erst gegen zehn uhr morgens in einem 30 bis 45-minütigem dämmerschlaf enden. dann erwacht man in der zwischenzeitlich recht vertrauten roten wohnung mit dem bizarren interieur neben ein bis zwei vertretern männlichen geschlechts und möchte merkwürdigerweise nirgendwo anders sein. kein fluchtreflex, nur warme atemzüge.

die letzte nacht war man zu zweit und kam tatsächlich dazu, einige persönliche worte zu wechseln. und plötzlich, wie durch den lieferanteneingang hereingeschlichen, steht etwas im raum, das man nicht so recht definieren möchte und auch gar nicht in das unverbindliche arrangement hineinpassen will. seine geschichte berührt auf undramatische art und weise. die verantwortung, die er trägt, ist viel größer als die für millionen euro. ich erfahre bruchstücke und verstehe das, was dahinter steht. dann schläft er kurz ein, die wange in meiner handfläche.

draußen fällt regen. es riecht nach ozon. meine muskeln brennen, meine haut ist voll kleiner schürfwunden und neuer blauer flecke. souvenirs für die kommende woche.

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Donnerstag, 27. Mai 2010
interieur, frühlingsfarben
meine neue wanddeko ist grüngelb und blutrot in abstrakten mustern. die reinste naturfarbe. alles aus meinen stirnhöhlen entwichen. ja, ich bin schon wieder krank, oder vielleicht auch immer noch.

um die woche durchzustehen habe ich exzessiv alkohol und painkiller missbraucht. aber die meisten schreiberlinge waren ja irgendwie drauf. sogar im büro sagte man mir heute, ich sähe fertig aus und ein bisschen grün um die nase. leider zu müde gewesen für den müden witz: "nee, höchstens hinter den ohren!"

überlegt, zu ikea zu fahren und mir endlich diesen kronleuchter zuzulegen. überlegt, dass man den dann ja auch aufhängen können müsste. überlegt, dass solche überlegungen eigentlich viel zu kompliziert sind. man kann auch gut halbdunkel wohnen. dann sieht man auch die auseinanderfallende kommode nicht so. und die fleckige, immer noch ungestrichene badezimmertür.

und überhaupt: diese schmerzen, dieser muskelkater und die zahlreichen blauen flecke. dieser köstliche nachgeschmack des sexuellen exzesses. er macht zeit danach mindestens so genussvoll wie den akt an sich.

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Sonntag, 23. Mai 2010
three is family
seit gestern nacht bin ich also nun irgendwie zu dritt.

und das ganz ohne schwangerschaft.

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