Sonntag, 7. Juni 2009
pieselwettersamstag
sehr lange geschlafen. so lange, dass ich kaum mehr aufstehen wollte. gleich beim aus-dem-bett-wühlen atemberaubende schmerzen zwischen linkem fuß und linker schulter. das geht jetzt schon seit wochen so. in mir knackt und kracht es bei jeder bewegung.

der kater schlummert noch. ich schleiche noch einmal ins schlafzimmer zurück, während die kaffeemaschine blubbert. da liegt er, eingerollt wie ein kind, einen arm von sich gestreckt, den anderem um ein kissen geschlungen. es ist immer die gleiche haltung und diese tatsache erfüllt mich mit grandios viel zärtlichen gefühlen. alltags-liebe, das ist wohl die beständigste von allen.

gegen mittag dann ein wenig action. wir besuchen das straßenfest an der eppendorfer landstraße. der verkehr ist zum kotzen, kein parkplatz in sicht. wir kurven dreimal um den block. neben uns an der ampel steht ein porsche carrera. drin sitzt auf braunem leder ein braungebrannter schnöselkopp, der sich ganz offensichtlich sehr geil findet.
"guck mal", sage ich zum kater, "der ist so lange ins solarium gerannt, bis er exakt die farbe seiner innenausstattung hatte."

das straßenfest ist todlangweilig. lauter bornierte menschen, die kuchen und würste in sich reinstopfen. allethalben das geräusch sich öffnender und schließender feuchter mäuler, kau-, schlürf- und schmatzgeräusche. in herden treiben sie dahin. "die saufen und fressen und kaufen dann so naive schnitzereien", beschwert sich der kater. bekloppt. wir gehen.

am abend dann die erfüllung eines lang gehegten vorhabens: wir gehen mal wieder schwimmen, und zwar in unsere stammtherme. beim packen der handtücher und schwimmsachen freuen wir uns schon tierisch vor auf die massagebrausen und die dampfbäder.
am eingang der therme dann die große enttäuschung: "im sommer schließen wir schon um 20 uhr. nur im winter geht der betrieb bis 22 uhr." hm. "gehen sie doch ins holthusenbad", rät der angestellte.
auja, denke ich, das wollte ich mir schon lange mal ansehen, das soll ja auch ganz toll sein. "die haben sogar ein außenbecken", schwärme ich dem kater vor, "das sieht man, wenn man hochbahn fährt!"
als wir dann im holthusenbad ankommen, kostet der spaß dort für 1,5 stunden fast soviel wie in unserer therme für den ganzen tag. allerdings scheint das angebot dafür auch breiter: zwar kein dampfbad, aber neben dem thermenbad noch ein wellenbad und das außenbecken. wir gehen erstmal ins wellenbead. dort sind lauter türkische kinder, die schreien. "hm", sagt der kater. "hm", sage ich, "das nervt ja." in unserer therme herrscht nämlich kinderverbot, daher sind wir ein wenig verwöhnt. wir gehen in die therme rüber. "wir wollten doch eh erstmal eine massage", sagt der kater.
die therme besteht aus zwei winzigen becken. wir suchen die massagedüsen. "da vorne sprudelt was", sagt der kater. doch als wir hinschwimmen, stellt sich das ganze mehr oder minder als atrappe heraus. wir sitzen wenig begeistert im wasser, das auch nicht besonders warm ist. "hm", sage ich. "hm, sagt der kater, "da gehen wir nicht nochmal hin."
ich versuche zu schwimmen. weil das thermenbecken aber nur 10 meter lang ist, fühle ich mich schnell wie ein eisbär im käfig. "ich geh ins außenbecken", sage ich zum kater. dort dann der schock: es ist unbeheizt. ich habe normalerweise kein problem mit kaltem wasser, aber da mich mein schmerzen zermürben, möchte ich eigentlich kein weiteren verspannungen riskieren. erst als die langeweile siegt, tauche ich ins eiskalte wasser. draußen fühle ich mich dann wie befreit. ich ziehe 10, 12 bahnen, der kater ist auch dabei, dann sind wir ausgefroren und müssen auch schon zu den umkleiden, weil unsere 90 minuten gleich um sind. "also hier stinkt es total", sagt der kater. "stimmt", sage ich. "was ist das bloß, kommt das vom klo? hat da wer ins becken gekackt?" ich schnuppere nochmal. "das riecht wie kinderkacke." "stimmt", sagt der kater und dann geht uns ein licht auf: es sind die windeln der vielen kleinkinder hier. lecker.

beim türkischen imbiss an der u-bahn holen wir uns trost und bier, der kater noch ein türkische pizza. weil meine haare nass sind, stülpt der kater mir seine wintermütze über. ich sehe aus wie schlumpf. die jugendlichen an der u-bahn grinsen.
und dann fahren wir nach hause - und nun ist der tag irgendwie auch schon wieder um.

und, was haben sie so getrieben?

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Mittwoch, 3. Juni 2009
und ach
schmerzen unter der achsel machen mich ganz wuschig. erkältung im anflug, eingeklemmter nerv oder doch schon brustkrebs? knoten kann ich keine tasten. die schmerzen halten nicht an, kehren aber immer wieder. hm.

seitdem ich kassenpatientin bin, ist der tod gefühlt ja schon viel näher. so eine vorsorgeuntersuchung beim gynäkologen dauert da nicht mehr einfühlsame 20 minuten, sondern 30 sekunden, in denen der arzt seine kalten hände unwirsch kurz auf bauch und busen klatscht und dann sagt, sie haben nix, tschüss.

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Sonntag, 31. Mai 2009
pfingstpredigt: fickerei
gerne und gut ficken bedeutet nicht, dass ich es so oft wie möglich will. ich will nur den, der gut riecht. ich will nur den, der auch gut aussieht. ich will nur den, der vor und nach dem sex eine astreine grammatik sein eigen nennt, und während des akts mehr als zwei techniken und mehr als zwei zentimeter. ich will - vorzugsweise - den, der mich liebt, oder aber den, der mich wenigstens achtet und das auch beim sex zum ausdruck bringt.

ich will niemanden ficken, weil es sich gerade anbietet. ich ficke keine gelegenheiten. das habe ich mit 16 getan, als mir das ficken noch wichtiger war als derjenige, mit dem ich fickte und ficken eine schöne art der selbstinszenierung war: wie geil/versaut/verrucht/tabulos/sinnlich bin ich? um sich hinterher dann auf die eigene flanke zu klopfen, um zu sagen: gott, war ich geil.

erschreckend, dass es aber viele leute gibt, die genau das machen. ficken um zu ficken. ficken für die niedere selbstachtung und die unfähigkeit, den anderen zu achten.
diese menschen machen es mit der freundschaft nicht anders: sie suchen menschen, um sich in szene zu setzen. sie suchen menschen, die sie mitschleifen können, damit sie das, was sie gerne tun, nicht allein tun müssen. sie suchen sich menschen als mittel und zugang für ihre egozentrischen zwecke. es geht ihnen nicht um andere. es geht ihnen immer nur und vollkommen ausschließlich um sich selbst.
(das schreibt übrigens auch der schlaue prof in der "neon".)

für selbstachtung setze ich mir daher zwei neue maximen:
1. man sollte mit solchen leuten keinen sex haben.
2. man sollte sie aber vor allem nicht zum freund wollen.

if i had a hammer. (anstatt amen)

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Samstag, 30. Mai 2009
für alle, die warten
auf dich, mich, sich selbst oder jemand ganz anderes.


man trifft sich ja doch immer wieder, wenn man es nur will. man trifft sich wieder vielleicht ein leben lang.

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Freitag, 29. Mai 2009
little steps
gehaltserhöhung, klappe die zweite.

ich freu mich wie ein könig.

in meiner position kommt man jetzt vermutlich nicht mehr höher.

andere bangen jetzt um ihre jobs. irgendwie scheine ich ab und zu im leben doch das richtige zu tun. durchhalten, die scheiße aushalten. kleine steine für den weg, den man sich selber legen muss.

gunna. erfolg macht müde. der rücken schmerzt. ich bin halt nur ein scheißkrüppel.

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