Sonntag, 23. November 2008
mosaike
search request: "kein unterhalt für drogenabhängiges kind"
tut mir leid, kann in dieser frage nicht weiterhelfen. aber sie können ja mal meine eltern befragen, wie man kinder um kindergelderhöhungen bescheißt und sechs jahre lang denselben minimalunterhalt zahlt, der 110 euro unter der vom bafögamt vorgeschlagenen summe liegt.

über schmetterlinge heißt es in einem buch von 1949, sie seien die "kavaliere der blumen". die entomologie wendet den blick vom romantischen ins praktische: schmetterlinge sind leichenbesiedler. wie bei so vielem im leben gibt es immer zwei seiten einer sache oder eines wesen. man muss nur wissen, was letzten ende die größere durchschlagskraft hat: die romantik oder die praktik. alles andere hieße, der einäugige im land der sehenden zu sein. das geht zwar auch, aber eben nur, bis man etwa 19 jahre alt ist.

die scheißdrecks-bahn hat ihre horrenten preise schon wieder in die höhe getrieben. und das in zeiten der rezession und bei gleichbeleibend miserablem service. der geldgier der börsen-tiere lässt den speichel gleich flussbettbreit laufen. im falle der bahn fehlen mir wieder einmal die worte. aber bei einem wirtschaftsmonopol gibt es irgendwie keinen image-schaden mit praktischen folgen.


der dank für den heutigen tag geht an den, der mir 20 euro und ein stück leichtigkeit mit auf den weg gab. es war eine sehr entlastende begegnung. auch in sachen hoffnung, dass bestimmte menschliche attribute anscheinend verschüttet, nicht aber zerstört werden können. es lohnt sich, immer wieder auf die suche zu gehen in sich selbst. ich wünsche ihm von herzen das beste.


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Samstag, 22. November 2008
zuhause
schon zum dritten mal geträumt, dass ich in meinem bett im jugendzimmer bei meinen eltern aufwache. zum dritten mal schon im traum identifiziert, dass es sich nur um einen traum handeln kann.
von kinderstimme geweckt worden, die immerzu "papa!" ruft. als ich in unterwäsche den flur betrete, stehen zwei fremde männer dort und schrauben die küche meiner mitbewohnerin zusammen. auch das kind ist real. ein blonder fünfjähriger grinst mich frech an. peinlich berührt drücke ich mich die wand entlang vorbei ins bad. dort finde ich in einer großen wasserlache all das vor, was ehemals über die einzelteile der küche gestapelt war.

noch zwei wochen. dann darf ich hoffentlich endlich dieses ständige zu-gast-wahlweise-unerwünscht-sein beenden. dafür gab ich mein letztes geld. noch 25 euro für diesen monat.
auch weihnachten wird sehr karg. dafür aber friedlich. wünsche mir einen himmel genau wie heute.

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Mittwoch, 19. November 2008
blaue stunde

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Dienstag, 18. November 2008
against luftschlösser
extreme seifenblasen-platzen-lassing. da steht eine neben sich und staunt, wie die, die ja ich ist, wacker realitäten zurechtschaufelt. mit soviel mut und zuversicht, dass ihr ganz schwindelig wird dabei. die aufgaben der kommenden wochen werden nicht einfach werden.

1. irgendwoher schnell 500 euro kriegen
2. zum dezember umziehen -> umzughelfer finden
3. gas-, wasser- und stromanbieter in hamburg ausfindig machen -> ideas für hh, anyone?
4. kühlschrank und wama kaufen


ich bin ganz aufgeregt. schlafen muss ich gar nicht mehr.

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Sonntag, 16. November 2008
*
und schließlich kapituliert man doch. es scheint eine innere kraft zu geben, die einen in den entscheidenden momenten mobilisiert, eine art selbstschutz. man rennt und rennt und kommt dann dort an, eine merkwürdige entschlossenheit redet dir den mund, lässt deine hände dinge zusammentragen. nicht aufzuhalten. nicht durch tränen, die strömen, sobald du orte voller erinnerung passierst, nicht durch eine vertraute umarmung, die dich sonst hätte versöhnen können. etwas tief im körper weiß wohl, wann die seele detoniert.

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seemannsknoten
wie seemannsknoten schlingen sich die gedanken, halten vergangenheit, ist- und soll-zustand nur noch vage auseinander. ich wünschte, ich hätte den mut, alle magie und schicksal zu leugnen und glück ausschließlich auf das zu reduzieren, was man selbst mit beiden händen bewirkt. augen und ohren zu verschließen vor einem größeren sinn, vor der tiefe der dinge und einfach ackerbau betreiben an der kargen oberfläche, die man sich schön redet.
weiß ich´s doch längst besser und habe achtung und demut empfinden gelernt. fakt ist, ich kann wollen, was ich will und mich verausgaben, wenn der boden schlecht ist, wird es nur mickrige pflanzen geben oder gar keine. und kein zauber dieser welt, keine vielversprechenden samen werden die naturgesetze zerbrechen.
doch will ich nicht glauben, dass wieder alles nur ein testlauf war, ein höhnischer himmlischer mittelfinger. es hieße, alles aufgeben. mich dazu.

nirgends, geliebte, wird welt sein, als innen. unser leben geht hin mit verwandlung. und immer geringer
schwindet das außen.


aus: rilke - siebente elegie

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