Dienstag, 16. September 2008
tom - jamm - bumm!
manchmal überschätze ich mich leicht. zum beispiel, wenn lecker scharf ist.
heute brachte man mir zum mittag eine tom-yam-gung-suppe mit. angesichts der zahlreichen darin schwimmenden chili-schoten-scheibchen wurde mir schon leicht schwummrig. aber das feuerrote, klare süppchen war einfach köstlich. begeistert schlabberte ich es in mich rein.
bis ich mich dann leicht verschluckte. es fühlte sich an, als hätte ich eine brandbombe inhaliert. innerhalb einer nanosekunde schien mein linker lungenflügel feuer zu fangen. eigentlich wollte ich vor dem kollegen nicht unprofessionell rumhusten, konnte es aber dann unmöglich unterdrücken. jeder huster schien den brand in meiner lunge noch anzufachen, sodass ich schließlich in die küche rennen und wasser trinken musste. das half ein wenig. dennoch lachte man über mich, weil mir noch minutenlang das wasser aus augen und nase schoss.
mein übermut ist für heute etwas gebremst. angesichts des schwelbrands in meinem rachen werde ich heute wohl keine zippe mehr rauchen.

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Sonntag, 14. September 2008
mein haustier...
... soll ne ente sein! gucken sie mal, diese knopfäugleins! und erst die füße. super-latschen. und alles so flaumig und flauschig und doch aristokratisch.


und so eine ente ist sicher total unkompliziert. sie könnte in der badewanne leben. und morgens lustig durch die küche watscheln und die krümel vom frühstücksbrötchen aufsammeln.
der cabkater muss natürlich wieder alles mies machen: "die kackt überall auf den teppich!" dabei haben wir gar keinen teppich, keiner von uns. denn teppich, vor allem gemusterter, ist nur was für muttis über 50, die den ganzen tag in hausanzug vorm fernseher sitzen.
dabei kann es der kater bloß nicht ab, wenn man in sein revier platzt. typisch. wenn ich im lotto gewinne, leiste ich mir trotzdem eine ente. und eine wohnung mit spezial-entenzimmer. der kater darf dann im wohnzimmer bleiben. auf dem nicht einzukackenden musterteppich, wenn er unbedingt meint.

und sie, liebe blogger? haben sie auch einen skurrilen haustier-wunsch? ein stachelschwein? einen blaufußtölpel? eine grünlich schimmernde drosophila-zucht? oder einfach nur samtig-kuscheligen blauschimmel auf dem roquefort-käse?

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stottern mit rollendem r
gestern ein email erhalten. von einem typ, bei dessen namen es nicht "klick" machte, sondern der mir im ersten moment völlig fremd war. beinahe wäre es im spam gelandet. aber da im betreff nicht "your personal penis enlargement!" stand, wagte ich, es zu öffnen. und siehe da, keine amerikanische reklame, sondern feine französische töne flirrten mir entgegen.
es war monsieur seghir höchstpersönlich und der grund seines schreibens war unter anderem die ankündigung des neuen albums von martin dupont. der link zu schönsten aller musik geht da lang.
meine antwortmail zeigte mir dann ganz klar, was zehn jahre blanken vergessens bedeuten. nämlich nicht nur bei komplexen französischen schachtelsätzen zu scheitern, die mir früher einmal eine herausforderung waren. nein, ich stieg schon sehr viel früher aus. da, wo es um korrekte endungen ging und standart-vokabeln wie "vielleicht". nachdem ich fast eine stunde an fünf sätzen gefeilt hatte, schickte ich meine antwortmail voll herzlicher dankesworte trotzdem ab. und hoffe, der typ kann so schlecht deutsch wie ich französisch.

Da du schön langsam geschrieben hast, wird er es auch verstehen und ich hätte dir mit Schwedisch aushelfen können. Übrigens ist die Häßlichkeit der Hose Ausdruck meiner Individualität!

du willst mir doch nicht etwa sagen, deine individualität sei kackebraun?!

Keine Ahnung zur welcher Farbgestalt deine Losung neigt, aber meine sieht nicht so aus. Bestimmt nicht!

ich brauche keine farbgestalt. ich bin eine lichtgestalt.

Amen!
(wir sollten ein bild machen.)


Bitte:

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Donnerstag, 11. September 2008
von besseren zeiten träumen
im schutt der gegenwart die zukunft nicht aus dem kopf kriegen.

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Dienstag, 9. September 2008
überwachen kinderleicht
"du möchtest wissen, wo dein schatz ist? dann sende *** und seine handynummer an die ****** und schon zeigt dir die software an, wo er gerade ist."

klingeltonwerbung im vorabendprogramm auf einem der privaten kommerz-schwachsinnssender.
da fallen einem die ohren ab. eigentlich dachte ich, überwachungssoftware wie handyortung sei nur institutionen wie der polizei vorbehalten. aber nein. heute darf die kleine jenny mit ihren 13 jahren schon dem kalle aus der parallelklasse nachspionieren.
da gewöhnt man sich schon gleich mal dran, so aufzuwachsen. in der totalen überwachung. und da wehrt man sich dann auch nicht so sehr, wenn eines tages die stasi2.0 den hausmüll analysiert. man weiß es ja zu schätzen, wenn man bescheid weiß.
prima. die fernsehwerbung war bestimmt vom schäuble persönlich gesponsort.

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Freitag, 5. September 2008
pommernland ist abgebrannt
ich suche meine socken.
das ging alles so schnell. regina. regina mit dauerwelle. und der typ. so fremd.
und der gang durch die verwinkelte altstadt meiner heimat. die jetzt ein bisschen anders aussieht als ich sie in erinnerung habe, aber ich habe alles noch irgendwie erkannt.
ich befinde mich im dachgeschoss eines alten hauses in einer wohnung, die niemandem gehört. neben mir sitzt einer, den ich kenne, von dem ich aber nicht weiß, wie er heißt und was er von mir will. er ist halb nackt, so wie ich.
"da guck mal, da hat´s neulich gebrannt." er zeigt auf das haus gegenüber. unten, wo einmal weiße jalousien waren, sind die schwarzen spuren der flammen erkennbar.
"da hat´s im erdgeschoss gebrannt?" frage ich.
"das ganze haus ist ausgebrannt."
"nee, wirklich? das will ich sehen."
"du kannst da nicht rübergehen, es brennt ja noch."
und tatsächlich. ein fenster weht trotz der windstille auf und zu. feuerwind. auf der außenfläche züngeln, wenn man genau hinsieht, ätherische irrlichter, als hätte einer alkohol ausgegossen und angezündet.
"da stehen nur noch die mauern. innen ist alles hohl", sagt der typ.
ich kann nicht erkennen, wo das haus aufhört. es könnte auch hufeisenförmig gebaut sein und wir im gegenüberliegenden teil sitzen. und weil die dielen so knacken und zischen, frage ich: " wir sind aber nicht in diesem haus?"
"nein. glaubst du denn, ich würde dich dieser gefahr aussetzen? denkst du das von mir?"
ich bin angenehm berührt, obwohl mir der typ suspekt ist. "entschuldige."
ich blicke wieder hinüber zu dem schwingenden fenster, das in der sonne geisterhaft brennt. rauch steigt von der dachrinne auf.
"ich will das jetzt sehen. ich kann das nicht glauben."
ich ziehe mich an und gehe auf die straße. wie schön es ist, denke ich mir, als ich vor dem haus stehe, die reich verzierte fassade trägt sogar blattgold, an den fresken schweben engel. von außen sieht alles unversehrt aus. auch die schwere holztür mit dem goldenen knauf. der typ macht sie auf und hält sie für mich: "komm."
ich gehe zwei schritte und bleibe dann wie angewurzelt stehen. ich kann es nicht fassen, welch schaden das feuer angerichtet hat. drinnen ist nichts mehr. keine wand, kein boden, keine decke. nicht einmal asche hat das feuer übrig gelassen. nur die außenmauern stehen, als wäre nichts passiert. es ist so still, als wäre ich ertaubt. die lippen des typen bewegen sich, doch kein ton verlässt seinen mund. oben schwingt das brennende fenster in der sonne.
mich schaudert.

aufgewacht.

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