Freitag, 25. Juli 2008
tagestipp für echte männer
heute auf spiegel-online gelesen: der arme john cleese von monty python war mit der psychologin faye-eichelberger verheiratet, die ihm jetzt 900.000 euro/jahr unterhalt aus der nase zieht. dank ihr, so hieß es einmal, habe er ein besseres verhältnis zu seiner mutter entwickelt. frisch geschieden kann er jetzt endlich zugeben, dass die therapeutischen qualitäten seiner ex eher mau waren: über seine 101jährig verstorbene mutter sagt er heute, sie sei eine fürchterliche frau gewesen. aufgrund ihres späten todes habe er das gefühl gehabt, er würde sie nie los.
jetzt hat er aufgrund seiner unterhaltsverpflichtungen wohl eher das gefühl, die ex habe die stelle der beinahe unsterblichen, gräßlichen mutter eingenommen. und gute alte freud hätte gejubelt: ein lebender ödipus-komplex!
drum, liebe männer, prüft, bevor ihr euch an die ewige verdammnis bindet, wenigstens den ehevertrag!

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Donnerstag, 24. Juli 2008
sommer-spinner
ein bisschen sonne und sie drehen durch, diese menschen.
ich radelte die alsterdorfer straße hinunter, oder besser gesagt hinauf, denn da ist ja ein langer langer berg - als von rechts ein auto kommt. ich bin ja nicht von vorgestern und weiß: rechts hat vorfahrt. ich kann aber auch schon rautenförmige spiegeleier auf stengeln deuten und weiß: ich hab trotzdem vorfahrt. da kann der dreimal von rechts kommen. da geht nix. und wenn ich mich dafür mit meinen drahtesel in seine kühlerhaube verkeilen muss.
was tut der mensch? er beugt sich aus seinem fenster (offen, klar, ist ja heiß hier ab 23 grad) und hält mir im vorüber-unrechtmäßig-einbiegen einen vortrag. aber die rote ampel und meine beinmuskulatur sind meine freunde. oben am berg hole ich ihn ein und sage: "dies ist eine vorfahrtsstraße" und deute auf das steckerl-blechspiegelei in rautenform. das ist natürlich ein frechheit von mir, findet der herr und muss sich gleich noch einmal aus dem fenster beugen. ein sabberfaden spannt in seinem mundwinkel. ich mache den mp3-player an und stelle die musik lauter. man muss sich ja nichts allem aussetzen.

abends am flussufer kann ich aber dann nicht mehr wegschauen. da auf der bank neben der wiese sitzen für alsterdorfer verhältnisse ganz ungewohnt asso-ischen und zwei macker und verstrahlen ihren bildungsferne-schichten-charme. und der typ, ja, ich sehe richtig, hat keine hose an. auch keine unterhose. er steht auf dem weg und lässt vor den augen von miss tussen-alarm-stiefel-in-hose den schniedel baumeln. weil es sich aber um ein unspektakuläres exemplar handelt, muss ich nicht mal für eine schrecksekunde irritiert stehen bleiben. ich grinse ein wenig und halte mich geistig an dem fest, was gleich zuhause auf mich wartet...

edit von tagsdrauf: und heute eine omma mit langen weißen haaren mit knallroten strähnen drin über die straße gehen sehen. sie lächelte mich bekifft an und schlurfte ihres weges.
nicht schlecht. inspiriert auf jeden fall.

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Montag, 21. Juli 2008
abgefüllt und angeblasen
jetzt muss ich ins schlafzimmer.

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Sonntag, 20. Juli 2008
disco (neid-content)
früher ging ich gerne in clubs, um menschen zu treffen und vielleicht den menschen, mit dem ich dann zusammenkommen würde - für eine nacht, für drei monate, zwei jahre oder den rest meines lebens. ich hatte fast immer jemanden im visier. ich liebte es, mich für diesen zweck zu stylen, für den, den ich wollte, ein spezielles beute-outfit anzulegen. jeden montagmorgen freute ich mich auf dienstag-, freitag- und samstagabende.
heute gehe ich noch immer schrecklich gerne aus. als ich mich in den kater verliebte, dachte ich zunächst, och wie öde, irgendwie gibt es jetzt gar keinen grund mehr auszugehen. der kater liebt mich auch in jeans und lümmel-pulli. diese phase der tanzmüdigkeit dauerte jedoch nur ein paar monate an. heute genieße ich es immer noch, meine ausgehkleider aus dem schrank zu holen, zu duschen, make up und parfum aufzulegen - weil ich für den kater gut aussehen möchte. zusammen ausgehen, das birgt das potenzial, sich noch einmal ein wenig mehr ineinander zu verlieben. nach dem motto: und wenn ich dich nicht schon hätte, würde ich dich genau heute abend rumkriegen.
auch der kater macht sich schön. das finde ich gut, denn ich will natürlich mit ihm angeben gehen. ich beobachte dann anderer frauen schmachtende blicke und habe ein glückliches kribbeln im bauch. stolze besitzerin, die sonst nicht viel ihr eigen nennt.
tanzen hat außerdem etwas anmierendes. tanzes ist vorspiel zum sex. es macht an, sich zu bewegen und auch dem anderen beim tanzen zuzusehen, mit und gegen ihn zu tanzen, die tanzfläche als paar zu sprengen. zusammen gegen den rest den welt. und wenn man dann geht, um ins bett zu kommen, dann bestimmt nicht, um zu schlafen...

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Samstag, 19. Juli 2008
nicht mehr geil auf geiz
es heißt ja, dass hungern fressattacken bewirkt. jetzt wird wird klar, wo die nettolohn-entwicklung hinführt: konsumflaute und ihre merkwürdigen auswüchse.

heute schon bei mediamarkt gewesen und sabbernde, stieräugige hartzIV-ler, unterschichtler und praktikanten wie mich beobachtet?

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die döner-schnecke - ein hamburger psychothriller
gestern abend guckten katerhase und ich einen film. hier eignet sich mein schnarchasyl-bett wunderbar als zweite couch, da es im günstigen winkel zum bildschirm steht und mit ein paar kissen zur ultimativ gemütlichen cineasten-lümmelstätte wird. bei unten-ohne-dress und langatmigen szenen lädt es außerdem zu gewissen anderweitigen beschäftigungen ein.

irgendwann stieß mein fuß im halbdunkel gegen etwas dunkles, schleimiges, raupenartiges am fußende des bettes. mir entkam ein kleiner schreckensschrei, der den kater aufrecht sitzen ließ.
"was ist denn?!"
"da!! da ist ein vieh im bett!!"
"oh, was ist das denn?"
"keine ahnung. eine nacktschnecke oder raupe oder sowas. ein glibbervieh eben."
mein finger, vorsichtig ausgestreckt, stupste das ding an. es war kalt und weich.
"wo kommt die denn jetzt her?"
"keine ahnung. bestimmt warst du vorhin am fenster rauchen und hast die an deiner hose mit hier herein geschleppt."
"meinst du?"
ich begutachtete die raupe näher. sie war definitiv schon tot. der kater, der beim filmgucken immer ein wenig strampelt, hatte das weichtier schon bisschen im laken verteilt.
"guck mal, du hast das ganze bett verschmiert!"
der kater guckte nun auch. dann ging ihm ein licht auf:
"das ist gar keine schnecke! das ist dönerfleisch!"
"iiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhhhhhhhh..."
und es fiel mir wie schuppen von den augen: der kater hatte ja heute die pizza-diät unterbrochen und zwei döner zu abend vertilgt. auch der schreibtisch, der neben meinem schnarchasyl steht, war vorhin mit dönerschnipseln, kohlraspeln und knoblauchsaucenspritzern übersät, weil el kater das krümelmonstergen in sich trägt.

der kater erbarmte sich, holte als tapferer kammerjäger die rolle mit dem küchenkrepp und entfernte die döner-schnecke. die müffelnden flecken blieben natürlich.
zum glück hatte das sägewerk in dieser nacht einen ruhetag. wozu ernährungsumstellung nicht alles gut ist. so musste ich nicht in mein verpestetes bett auswandern, sondern konnte neben dem kater in den sauberen laken schlummern...

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