Donnerstag, 26. Juni 2008
schbässle gmachd
mein süddeutscher kollege und ich köpften eine flasche sekt. "leichtsinn" stand auf der flasche.
"sach ma", sagte der kollege schon reichlich gelockert, "du bist doch aus franken."
"hmhmja", sagte ich, auch schon mit unförmiger zunge. da ich ja jetzt nicht mehr ärmlich, sondern bitterarm bin, habe ich nur noch sehr sehr selten alkohol.
"wie heißen denn die orte da, die auf dieser bierstraße oder wie das heißt liegen?"
hä, dachte ich, ich kenne nur die tucher-braustätte in meiner exheimat in fränkisch istanbul.
"weißnich", schielte ich, "ich bewege mich eher so auf der wodkastraße, wenn dann."
obwohl ich das ziemlich ernsthaft meinte, wurde dieser satz zum lacher des frühabends. irgendwie. die hörten gar nicht mehr auf zu kichern. wer, fragte ich mich, hat sich denn hier auf die mädchen-brause-straße gestellt?

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Donnerstag, 26. Juni 2008
call me baaad 666
nein, 666 macken will ich gar nicht aufzählen, auch wenn ich sie - mit hilfe meiner feinde - sicherlich zusammekriege.

1. man kann mich mit etwas zu tode nerven, mit dem man mich vor fünf minuten noch begeistern konnte. man könnte sagen, ich bin launisch und langweile mich blitzschnell. auch eine form von ungeduld, klar, ich bin fast schmerzfrei innerhalb von 15 minuten geboren worden.

2. ich bin nicht multi-tasking-fähig. wird multi-tasking von mir verlangt, neige ich zu nachlässigkeiten, obwohl ich sonst furchtbar gründlich sein kann.

3. ich bin kritikfähig, man muss aber den richtigen ton bei mir treffen. ich bin süchtig nach anerkennung, weil ich die 16 jahre meines lebens nicht bekommen habe bzw. nur für dinge, die mir nicht wichtig waren. kritisiert man mich für dinge, die eigentlich kleinigkeiten sind und übergeht man das, was ich im großen und ganzen wirklich gut mache, kann man mich tödlich frustrieren und provoziert die totale passivität meinerseits.

4. ich bin neidisch, auch wenn ich leuten, die ich mag oder die einfach gut sind, den erfolg von herzen gönne. werde ich bei gleicher leistung übergangen, bin ich stocksauer und wünsche den bejubelten und den jublern einen langsamen und qualvollen untergang.

5. ich denke zu selten in der wir-form. ich bin einzelkind, eigenbrötlerin und alleinkämpferin. an leute, die mir gutes wollen, muss ich mich erst gewöhnen. kann passieren, dass ich die erstmal wegbeiße. kann passieren, dass mich das über phasen meines leben ziemlich einsam macht. kann passieren, dass ich mal allein und verbittert im altersheim sitzen werde, falls ich mir sowas jemals leisten kann.

6. ich ziehe das unglück an. auch menschen, die um mich herum leben, werden in der fast gleichen menge mit scheiße begossen wie ich. krankheiten, zipperlein, unfälle, familiäre und berufliche schicksalsschläge, ganz gleich was. ob das am charakter oder einer falschen magnetischen polung liegt, konnte ich noch nicht rausfinden.

(6,5. ich lege bei passender gelegenheit patriotisches verhalten an den tag und kralle mich dabei gern bei wohlriechenden und gut gebauten männern in den gürtel.)

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Dienstag, 24. Juni 2008
geht doch heulen
ich bin glücklich, die sonne scheint mir aus dem arsch.

in anderen kreisen wird die problematik der negativmeldungen in den medien angeprangert. das generiere depressionen. das finden wir natürlich schlimm und selbige meinungen deshalb schick. (wir drucken sie auch extra fett.)
das tolle an der geschichte: das negative generiert vor allem umsatz. einschaltquoten hurrah! auch in blogs generiert die große kackeflut vor allem eins: klicks. anprangern, beschimpfen, denunzieren. wer oder was ist eigentlich egal. ziel es ist, die gefolgschaft hinter sich zu versammeln und ja-sager-kommentare einzuheimsen. sorry, leute, so viele menschen sind arschkriecher, mitheuler und nulldenker. und damit - ja, wären in italien, könnte man sagen: kleine faschisten. aber deutschland hatte gar keinen faschismus, das muss man erstmal in den dummen denunzianten-kopp kriegen.

ich bin in beschimpfer-laune. das kommt daher, dass ich vermutlich irgendwo ein mussolini-gen in mir versteckt habe. dass ich gerade so unheimlich stark bin und mir hier so vieles scheißegal ist. oder dass ich einfach auch nicht anders bin. das muss man ja auch erstmal zugeben können. kann sich heute kaum einer mehr leisten, oder? alles individualisten-schickeria?
wer ohne schuld ist, der schreibe den ersten kommentar.

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Sonntag, 22. Juni 2008
z-/f-ickenterror
die ungefickten ischen lassen ihren frust meistens an mir aus. penisneid also auch unter frauen. und man kann euch noch nicht mal raten, fickt euch ins knie.

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und darauf einen vodka
ich habe viele russen gekannt. ohne großgrundbesitz auf dem taufschein bin ich in einer mehrfamilien-mietswohnungs-asselgegend aufgewachsen, die fest in russischer hand ist - bis wir dann in die vorstadt zogen und spießig wurden.
ich habe die russen geliebt. warum, kann ich nicht sagen. vielleicht, weil sie meistens so wunderbar melancholisch-brutal dreinschauen.

der kater sitzt heute mal wieder wie festgebacken auf dem sofa. "meine jungs", seufzt er und meint die russen, dann kommt der anpfiff und 120 minuten lang spiegelt sich das spiel auf seinem gesicht. nicht einmal die bierflasche hat eine chance, seine lippen zu berühren, wenn der ball in tornähe kommt. ich, die ich lapidar meinte, "nach 20 minuten haben die holländer mindestens zwei zu null im kasten", bin erstaunt über das, was mir da von russischer seite geboten wird. und weil ich immer für die besseren bin, bin ich nach einer knappen halben stunde ebenfalls für die russen.
"ich mag auch den trainer so", strampelt und juchzt der kater, nachdem das eins zu null gefallen ist. beim anblick des trainers fällt mir ein satz ein, den mir ein ungar einst sagte, "bei uns im osten muss ein mann wie ein bär sein". bären haben als einzige raubtiere keine mimik, und so verzieht auch der gute guus nach dem sieg nicht einen mundwinkel, während seine hände nach den jungen gesichter der spieler greifen, sein mund küsse auf die glatten wangen verteilt.

ich verteile meine küsse auf die katerwangen. katzen haben ja zum glück mimik.

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Donnerstag, 19. Juni 2008
schlaglicht
gerade rechtzeitig nach hause zu kommen, um einen blick auf joachim löw beim popeln zu erhaschen.

und jetzt hätte ich gerne den kater da. siege sind doof, wenn man nachher niemandem in die arme fallen kann.

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