Donnerstag, 10. April 2008
literaturwissenschaftlerin goes marketing
die preisfrage heute: was ist der genaue unterschied zwischen ertrag und gewinn? bitte ohne wikipedia und in eigenen worten beispielreich erklären.

danke.

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Dienstag, 8. April 2008
state: nächtlich verbeschränkt
ein wenig geweidet, das, was größtenteils längst ausgeweidet.

nicht entweiht. nicht doch.

krüppelige kryptik.
der paule hat schon gewusst, wie er die ingeborg kriegt. darum müssen ihn noch einige beneiden.

vorhang, bitte.

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des irrsinns zweiter teil
da ich früh aufgewacht und gleich in entsprechender laune (rumpelstilzchen mit einem hauch todesdramatik) war, rief ich beim "normalen" arbeitsamt an und wollte sehen, ob mir eine fünfte person eine vierte variante zum thema bewerbungskostenerstattung darstellen konnte. und siehe da - heute war ein junger herr an der leitung, der mir erklärte, es laufe zwar so wie mir die frau am vortag erklärt hatte, allerdings sei ich akademikerin und müsse nach dem persönlichen anmelden und vor dem versenden der entsprechenden unterlagen noch zu einem privaten gespräch mit einer anderen agentur in die nächste stadt fahren. ich sagte, soso, und dachte, mal sehen, was davon nun wieder stimmt. jetzt erstmal step one: anmelden.

meinem chef, der mich wie jeden dienstag um neun uhr im büro erwartete, hatte ich gesagt, ich käme eventuell eine viertelstunde später. man weiß ja nie, was den arbeitsämtlern alles einfällt.
ausweis, lebenslauf und sozialdingensbumens eingepackt und los ging es. da der bus nicht kam - wie immer, wenn irgendetwas wichtiges und uhrzeittechnisch prekäres bei mir ansteht - nahm ich die beine in die hand und joggte dahin. zum glück ist das arbeitsamt nur vier bushaltestellen von meinem kargen heim entfernt und ich hätte mir schon den fuß brechen müssen, um das nicht irgendwie zu schaffen.
ich stürmte die agentur für arbeit um kurz nach acht, das heißt, mir blieben etwas über 30 minuten, bis ich weiter musste.
an der voranmeldung standen schon zwei tussis, von denen jede fünf minuten verbrauchte, dann war ich an der reihe und sagte mein sprüchlein auf und zeigte meinen ausweis. gottseidank war die tante diesmal jung und nett und gratulierte mir sogar zum geburtstag, mit der anmerkung, sie habe am wochenende selber den ihren gehabt. just als ich zu einem fröhlichen lachen ansetzen wollte, gefroren die gesichtszüge der tante und sie begann zu murmeln, "gibts doch nicht, was ist das denn nun?" - dann, zu mir gewandt: "das programm ist abgestürzt!" ich hielt das nicht für weiter schlimm, prophezeite sie mir doch, es ginge in ein paar minuten weiter. ich solle mich solange setzen.
auch nach ein paar minuten erkannte ich an ihrem hektischen fummeln, dass es durchaus nicht so einfach weitergehen würde. "notfalls müssen sie morgen nochmal wiederkommen", sagte sie schulterzuckend. "das geht nicht, ich habe da keine zeit und ich bin die ganze woche dann nicht da. und nächste woche ist es wahrscheinlich schon zu spät..." zu spät würde ich auch gleich ins büro kommen, jedoch nahm ich mir vor, nicht von diesem ort zu weichen, bis ich mein anliegen hinter mich gebracht haben würde. <emo-mode>ich würde mich in ketten werfen, ich würde schreien und weinen, mit meinen tränen den rauhen teppich fluten, und mit meinem herzblut, das mir aus den ob meines bitteren schicksals aufbrechenden pulsadern dringen würde, einen tödlichen kurzschluss auslösen, der alle daten des heutigen tages ins off zu befördern vermochte.</emo-mode>

exakt zur minute null meiner verbleibenden zeit winkte mir dann die kollegin der voranmeldungstante. "kommen sie mal her", sagte die, die sehr tolle blaue augen hatte und überhaupt sehr hübsch und vollkommen gelassen in dem ganzen trubel blieb, "wir machen das jetzt anders." sie bat mich um meine unterlagen, die sie kopieren ging. "also, ich bestätige ihnen, dass sie persönlich hier waren. ich habe jetzt ihre unterlagen, und sobald es heute nachmittag weiter geht, hören sie telefonisch von mir." "und was ist mit dem anderen gespräch, das ich da mit der akademiker-agentur führen soll?" "hm, das sagt mir nichts. wir nehmen sie jetzt hiermit auf, und sobald sie ein bewerbungsgespräch haben, sagen sie uns rechtzeitig bescheid, telefonisch oder persönlich, dann geben wir ihnen die papiere mit, die der arbeitgeber unterzeichnen muss." ich hatte es ja schon fast geahnt, dass die merkwürdige zusatzinformation von der akademiker-agentur wieder ein irrenwitz war. ich nickte zufrieden, dann begab ich mich zum ausgang. dort wartete schon eine art bodyguard, um zuspätkommer abzuwimmeln. ich schlüpfte unter seinen massiven oberarmen ins freie und rannte zur u-bahn. vor der rolltreppe fiel ich dann auf die nase - der verspätete versuch des schicksals, mir doch noch den fuß zu brechen - jedoch ich triumpfierte und hob mein schmerzendes kinn von den stufen.
obwohl mir die u-bahn - es muss ja so sein - genau vor der nase wegfuhr, kam ich nur zehn minuten später als angegeben ins büro, rechtzeitig, um meinen chef noch vor einem fatalen fehler in sachen länderkunde zu bewahren, der uns 30 euro überflüssige versandspesen gekostet hätte.
so weit, so gut. die nächsten bewerbungsgespräche dürfen also nun kommen.

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Montag, 7. April 2008
agentur für arbeit irrsinn
ich war ja letzte woche mal bei der agentur für arbeit, beziehungsweise der ARGE, wie das bei uns heißt, weil ich meine bewerbungs- und fahrtkosten gerne erstattet hätte. die ARGE ist für meinen postleitzahlenbereich auf der homepage der agentur für arbeit kenntlich gemacht, also schlug ich da auf und stellte mich an die information. dort saß eine frau, der ich mein anliegen vortrug, und die meinte dann, ich müsse mich jetzt erstmal arbeitssuchend melden und arbeitslosengeld II beantragen und auch bewilligt kriegen, sonst gibt es auch keine bewerbungskosten erstattet. ich war verwundert, war mir diese prozedur nicht geläufig, dachte mir aber, naja, angemeldet sein kann nicht schaden. und am ende holen wir auch noch 2,50€ hartzIV dabei raus.
dann musste ich im wartezimmer sitzen, zwischen einem jungen fetten skinhead und einem russen, der immer wieder auf den flur rannte und über den pass lamentierte, den er nicht besaß.
es ging relativ schnell, dann wurde ich ins zimmer einer jungen blonden dame gerufen. ich erklärte ein zweites mal, was ich wolle, nämlich eigentlich gar kein hartzIV, sondern nur bewerbungskosten erstattet. sie war genauso hart wie die frau an der information, füllte einen langen antrag für mich aus und beauftragte mich, einen ganzen stapel nachweise für meine hartzIV-berechtigung zu bringen. etwas entmutigt fragte ich dann, ob sie meine, der aufwand würde sich überhaupt lohnen. ich solle mich in die bestimmungen einlesen, sagte sie, das würde ich dann schon sehen.
zuhause also die regeln gewälzt und als es um vermögen ging, wusste ich, dass ich scheitern würde. meine eltern hatten eine erbschaftssumme auf meinen namen fest angelegt, um steuern zu sparen. etwas mehr als die von hartzIV erlaubten 150€/lebensjahr. umschreiben geht nicht, weil das geld immer für ein jahr festhängt.

letztes wochenende traf ich dann einen freund, der beim arbeitsamt arbeitet. ich schilderte ihm mein leid, da meinte er:
"du warst bei der ARGE, stimmt´s?"
"ja."
"na dann ist ja alles klar. du meldest dich besser beim arbeitsamt bei uns. denn neun von zehn fälle, die von der ARGE bei uns landen, sind völlig falsch bearbeitet. die sind da an inkompetenz kaum zu übertreffen."
er erklärte mir, wie ich vorgehen solle: per telefon meine daten durchgeben, dann würde man mir antragspapiere zuschicken. die müsse halt der jeweilige arbeitgeber unterzeichnen, und fertig.

frohen mutes rief ich heute morgen dann beim arbeitsamt an. die frau erklärte sich durchaus bereit, meine bewerbungskosten zu übernehmen, allerdings nicht am telefon.
"sie müssen persönlich vorbeikommen. und bringen sie ihren personalausweis, ihre sozialversicherungsnummer und... [blablubber] mit."
"mein bekannter hat aber gesagt, ich könne einfach anrufen."
"sie sind aber doch in keinem beschäftigungsverhältnis!"
"na wäre ich in einem, würde ich mich ja jetzt kaum an sie wenden!"
"sie müssen auf jeden fall vorbeikommen."
"na gut. wann sind sie denn da?"
"montag bis freitag, neun bis zwölf uhr 30."
was für herrliche arbeitszeiten. ich glaube, ich weiß, was ich werden möchte: telefontante beim arbeitsamt.
und: kann mir mal bitte jemand erklären, wann man da hin soll, wenn man vielleicht wenigstens vormittags beschäftigt ist?
nach all der verwirrung bin ich jedenfalls zu einem ergebnis gekommen: hier weiß die linke hand offenbar nicht, was die rechte tut. bevor ich da am mittwoch hingehe, werde ich nochmal anrufen. vielleicht nennt mir dann ja ein fünfter eine vierte variante.
und den arbeitslosenzahlen vertraue ich ab sofort auch nicht mehr. bei soviel bürokratischem durcheinander fallen da sicher gleich tausende unter den tisch oder werden doppelt verrechnet. und der arbeitssuchende bäcker bekommt ein stellungsangebot als it-fachmann. und wenn er dann ablehnt, muss er ein-euro-jobber bei der müllabfuhr werden.
ganz sicher, so wird das sein. und man verlässt das gebäude der agentur mit dem gefühl, man sei ab sofort so vogelfrei wie herr k. in kafkas "prozeß".

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Sonntag, 6. April 2008
in auerbachs keller
"siehst du den? den langen spargel da in der raummitte? rotes t-shirt, ziemlich bleich, rötliches schütteres haar und bart? was der wohl so beruflich macht?"
"das ist bestimmt ein ganz später lehramt-typ, fünfzehntes semester, weil durchs staatsexamen gefallen. er wohnt mit seiner dicken blonden freundin und deren baby in einer achter-wg und fährt diesen mädchen-schlitten, nen grünen opel corsa."
"oder sozialpädagogik. und rosa fiat panda."
"ja, das passt natürlich auch gut. sogar noch besser, finde ich."
"und daneben, der schwammige typ mit der brille und gelben ringel-poloshirt?"
"der kater würde jetzt sicher wieder fragen, warum männer immer so ne kinderpullover tragen. das t-shirt ist bestimmt von k&l ruppert aus dem wühltisch. er muss billig kaufen, weil sonst gibt´s von seiner frau was auf die finger. das ist so ein typ, der muss zuhause die quittungen vorlegen. ich würde sagen, er ist mathelehrer, und seine frau ist auch mathe- oder physiklehrerin, so eine burschikos-dominante mit kleiner runder brille und energischer stimme, wie ich sie in der neunten klasse hatte."
"ja, ich glaube auch, der ist eher devot."
"und träumt heimlich von der vierzehnjährigen susi aus der letzten reihe, die immer die fünfen schreibt."
"nein, dazu ist er zu keusch. dazu besitzt er gar nicht das vorstellungsvermögen!"
"meinst du? na gut. nehmen wir einen anderen. siehst du den anzug-fuzzi? der so ein bisschen glatze schon hat?"
"nerd."
"nein, so ein quatsch. er trägt doch gar keinen braunen pullunder! und wenn er nicht pullunder trägt, müsste er wenigstens so einen fleece-pulli mit zipper tragen, in einer unvorteilhaften farbe wie azurblau und ocker."
"aber it-branche, würde ich tippen."
"ja, vielleicht arbeitet er bei der datev. vermutlich führende position, guck dir mal die schuhe an, gerantiert ledersohlen, so wie der rumrutscht."
"wahnsinn, guck mal, beim trinken spreizt er gleich ZWEI finger ab. was soll man als frau denn bitte da denken?"
"einen für vorn, einen für hinten."
"hä?"
"na, double penetration. wir können ja mal nachgucken gehen, ob er ränder unter den fingernägeln hat."
"bist du schweinisch."
"tut mir leid, du hast gefragt."
"oh gott, jetzt guckt der schon rüber. halt mal deine rechte hand hoch, damit ihn dein vorehelicher ehering blendet."
"schau dir lieber mal die blonde tussi da an. was würdest du tippen?"
"hm, corsage mit überlauf-dekolltee, nuttenfrisur, kurzer rock, und hohe schuhe - bestimmt ein büro-mäuschen, das sich freut, wenn es mal rauskommt. kaffeekochen und kopieren für die nächsten 40 jahre. die glaubt bestimmt, dass so jeder auf sie abfährt."
"wer eben auf einen gesichtsausdruck à la paris hilton steht."
"wenn du dich so anziehst, spekulierst du nicht drauf, dass dir noch einer ins gesicht schaut. geschweige denn, sich in dein gesicht verliebt."
"dann hätte die auch verloren."
"gott, sind wir gemein."
"der kater würde sagen, das ist schlecht fürs karma."
"dann konzentrieren wir uns lieber auf den dicken da drüben."
"der ist nicht ganz unintelligent, sicher ein computercrack bei siemens. er mag hot dogs, weil sein leben sonst ganz ohne würze und würstchen in spalten wäre. er fährt am wochenende zu mutti und hat irgendwo einen kontaktanzeige geschaltet, in der er sich als teddy-typ bezeichnet."
"ich mach gleich in die hose."
"du darfst jetzt nicht aufs klo gehen, der fingerspreizer fixiert mich."
"igitt!"
"ich muss hier weg. ich wink mal der bedienung."
"ist gut, ich finde hier sowieso keinen attraktiven mann."
"ich schlage vor, das nächste mal gehen wir in den tiergarten. ins affenhaus."

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Samstag, 5. April 2008
pupille erweitern
heute abend, 23.55-1.25 uhr auf arte: tuvalu von veit helmer.

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