Dienstag, 12. Februar 2008
und nun: werbung
übermorgen verlasse ich wieder einmal den süden, um im norden das glück, den kater und robert s. zu suchen.
wer am 15.2. auch da sein wird (oder nicht) und uns in irgendeiner weise (tanzend, plaudernd, trinkend) begleiten mag, sollte das bitte dringend tun. denn morgen (also am samstag) könnte man ja bereits tot sein.

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Montag, 11. Februar 2008
oberflächenglück
die späte wintersonne, feierabendsonne, die im vorüberfahren wie ein nervöser falter über die gesichter der passanten flattert, was denen ein blinzeln abringt, welches, wie verkniffen auch immer, kollektiv in schiefes lächeln mündet.

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Sonntag, 10. Februar 2008
wie man sich bettet
"wie kann man nur ein 90 zentimeter breites bett haben?"
"wieso nicht? mir reicht das. und ich bin überzeugte einzelschläferin."
"was machst du denn, wenn du einmal einen übernachtungsgast hast?"
"das kommt drauf an."
"wie jetzt?"
"naja, ich habe dieses bett schon mal geteilt. mit freundinnen zum beipiel. einmal sogar für drei nächte, das war warm und eng, aber es ging."
"mit freundinnen, soso. habt ihr euch dann auch gegenseitig die spalten geleckt und euch eure kleinen mädchenfinger reingesteckt?"
"du wirst es vielleicht nicht glauben, aber nein."
"und männer?"
"die schicke ich nach hause."
"hast du angst vor dicken schwänzen?"
"nee, aber ich habe angst vor dicken schnarchern."
"und was machst du, wenn ein mann explizit die nacht mit dir verbringen will?"
"das heißt ja nicht, dass wir dann nachts schlafen. also schlafen vielleicht schon, aber miteinander, damit folglich eher über- und nicht nebeneinander."
"das funktioniert aber nicht, wenn man eine beziehung hat."
"wer sagt denn, dass ich eine beziehung habe?"
"nicht??"
"ich bin überzeugte einzelgängerin."
"..."
"ja, mein freund, wie man sich bettet, so liebt man."

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leideslied
das große leiden haust in den tausend nichtssagenden leidern. botho strauß, in "paare, passanten"

der strauß macht mich schon wieder wahnsinnig mit seiner selbstverliebten emoscheiße. das erinnert mich so an mich, wie ich bin und wie ich mich mit mir selbst so furchtbar langweile. dieser satz relativiert die passage aber etwas in die richtung, die erträglicher ist, etwas weniger rosamunde pilcher für intellektuelle: das einzige, was wehtut, ist die tatsache, dass sich soviele einbilden, ihre unbedeutenden kleinen drecksgefühle seien irgendwelcher worte wert.

botho strauß sollte man aber dann vielleicht doch lesen. nur um sich so ein wenig vor sich selbst und den handgemachten platitüden zu ekeln.

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Donnerstag, 7. Februar 2008
schau mich an
sie steht vor dem spiegel im aufzug und zupft an den haaren. "gott, ich sehe aus..." ich schaue jetzt auch in den spiegel, sehe mein verlaufenes make-up und die prämenstruellen wasseransammlungen an den oberschenkeln. "na ich erst", murmle ich und mich schaudert.
"du, wieso du?!" sagt sie da, "du siehst doch gut aus."
"ich sehe aus wie eine leiche. und seit dem sommer werde ich fett. aber du, was hast du denn? wunderhübsch!"
"quatsch, du siehst aus wie immer. aber ich..."
"na dann sei mal froh, dass du mich nicht nackt kennst. ich bin sicher, ich wirke total antisexuell. ich weiß gar nicht mehr, was ich anziehen soll."
"du kannst anziehen, was du willst, und es ist auch egal, ob du make-up trägst, du bist immer so elegant! verstehst du, also ich meine nicht spießig, sondern wie du dich auch bewegst und so."
mir wird warm ums herz. "danke. dabei fühle ich mich immer so furchtbar teenager-plump und farblos. ich wäre auch gerne mal schrill und cool, so wie du."
"seh ich cool aus?!"
"klar. allein die schuhe heute mal wieder."
sie kichert geschmeichelt. "trotzdem möchte manchmal... zurückhaltender wirken."
"das kannst du gar nicht. dafür hast du zuviel geschmack."
sie grinst selig und fragt dann keck: "gehen wir noch zu mc doof? mir ist so nach fettig und salzig..."
"ich hoffe, nicht wegen mir."
"du doof sein." sie schubst mich und lacht.
wir machen uns auf den weg. sie sagt: "weißt du, was der m. mal über die s. gesagt hat? sie sei wie ne suppe ohne salz."
"tolles kompliment."
"was der wohl über mich sagen würde?"
"du bist das salz ohne suppe."
wir müssen schrecklich laut lachen.
"weißt du, was der für unterhosen trägt?" fragt sie da.
"nee. woher denn? ich nehme ja nicht alles mit aufs klo, was da besoffen rumläuft, so wie gewisse andere junge damen..." ich kichere anzüglich.
"feinripp-retro-unterhosen. ganz aus baumwolle. in babyblau. aber die müssen schon älter sein, die sitzen auch nicht richtig."
"na du musst es ja wissen. was sagt dein freund dazu?"
"gar nix. der trägt so komische glänzende unterhosen, in so einem grün, das... so einen senfgelben ton hat, weißt du, so siebzigerjahremäßig..." sie verzieht das gesicht.
"ocker?"
"nee, weniger braun."
"schlammgrün."
"ja, genau! schlammgrün, das trifft es. und deiner?"
"mein mann trägt kermit-grün. wahlweise knallrot. farben, die den blick fixieren."
"und wirkt das?"
"ich gucke gern. das ist wie mit der reichstagsverhüllung von christo. man starrt automatisch drauf. obwohl ich seinen reichstag so ganz in natura ja noch viel reizender finde."
endlich tauchen die magischen schriftzüge der kulinarischen glückseligkeit vor uns auf. wir decken uns bei einem indisch aussehenden menschen mit mehreren millionen kalorien ein und denken noch genüsslich kauend ein wenig an die allerwertesten unserer allerliebsten.

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Mittwoch, 6. Februar 2008
super-tuesday me!
mccain 1-2-3-fritten sind die pommes meiner kindheit. meine eltern ernährten sich schon immer gesundheits- und kalorienbewusst, deshalb gab es zu schweineschwarte und literweise gorgonzolasoße stets die fettarmen backofen-fritten, niemals aber friteusenfritten, denn friteusenfritten hätten auch erfordert, sich erstmal eine friteuse zuzulegen, was in unserem bayrisch-konservativen haushalt undenkbar gewesen wäre. die mccain-fritten kamen blass aus dem ofen wie sie gefroren hineingewandert waren, blieben in ihrer konsistenz steinhart und schmeckten so, wie es in den wohnungen alter leute mit chronischer blasenschwäche riecht. der geschmack setzte sich im backofen fest und die darauffolgenden backofen-mahlzeiten sogen das bettnässer-aroma auf.

an die blassen fritten und ihren widerlichen geschmack denke ich immer noch, wenn ich die amerikanischen wahlen verfolge und den republikaner mc cain sehe, der schon rein äußerlich viel von einer backofenfritte mit mayohäubchen hat. aber so wie mc donalds seit ein paar jahren auch salat im programm hat, geht es in amerika tendenziell wieder etwas demokratischer zu und cowboy-georgy darf demnächst den rauch von der flinte blasen und auf seiner ranch siesta machen gehen.
dennoch: erstaunlich, wie die amerikaner aus ihrer vergangenheit zu lernen scheinen. einst weltmeister unter den hexenverbrennern und sklavenhaltern, wählen sie jetzt eine frau und einen schwarzen, wo sie noch vor ein paar jahren einen größenwahnsinnigen ex-alkoholiker an die macht gebracht haben.
auch von prüderie keine spur - dass die frau von ihrem schlimmen schürzenjäger-ehemann unterstützt wird, gereicht man ihr nicht zum nachteil. keine schlagzeilen wie "übernimmt hillary jetzt die wilden zigarrenspiele?" oder "flotter dreier mit der neuen praktikantin?" geistern durch die presse. die frau, die mich ein wenig an eine gutangezogene, weniger peinlich-jugendliche madonna erinnert, scheint eine unbefleckte weste zu tragen.
bei obama hingegen fällt auf, dass er bei weißen wie schwarzen wählern etwa gleich beliebt ist. der "spiegel" hat es schon mit zwischen den zeilen unüberlesbarer verwunderung gefeiert. was ist nur mit unseren amerikanern los? dürfen wir uns bald nicht mehr an die liebgewonnenen klischees klammern? kommt etwa auch für den rest der "westlichen" welt die umwendung umwertung aller hälse werte?

ich persönlich wünsche mir hillary in die regierung, allein schon, weil auch wir eine frau an der macht haben. bei obama hätte ich angst, dass cdu-crew ihren intelligenzquotienten durch blöde bimbo-sprüche verrät und die usa deutschland auf ihre terrorliste nehmen. hilly und angie dagegen könnten einander besuchen, verschwörerische frauenkaffeekränzchen machen und hillary könnte mit angie shoppen gehen und sie bei der kostüm-auswahl und dem friseur ihres vertrauens beraten. freundschaft ist ist immer noch der beste außenminister, finde ich.

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