Donnerstag, 27. August 2015
soziale masturbation
ganz viele möchtegern-gutmenschen ereifern sich gerade wegen der flüchtlinge und posten nonstop rührige scheiße. aber nur, weils so en vogue ist, weils überall in der verfickten zeitung steht.

all die jahre und jahrzehnte lang waren euch die doch kackegal. und eine regierung habt ihr eigenhändig gewählt, die für abschiebungen und waffenexporte und die totale erosion des sozialstaats steht.

euren medial gebrainwashten fokus möchte ich mal haben.

so, und jetzt könnt ihr wieder auf mich eindreschen oder mir erklären, wie toll es doch ist, ein zeichen zu setzen, indem man einen facebook-beitrag zum 5001 mal liked und wie viel da die armen flüchtlinge von haben, die wahrscheinlich alle kein internetz haben oder kein deusch können.

wenn ihr helfen wollt, machts still. machts uneitel. und machts nicht virtuell. und versuchts mal nicht bloß mit symptombekämpfung. sorgt lieber dafür, dass sich teflon-angie und der fette gabriel demnächst bei der müllabfuhr bewerben müssen, auf einen ein-euro-job oder so.
danke.

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Montag, 24. August 2015
wahrheiten
samstagabend - zwischen zwei messetagen - bin ich kurz auf party. ich treffe t. und die objektgespielin, außerdem mr. shyguy und seine freundin.

ich frage t. scheinheilig nach dem verbleib des objekts. das sei bei seinen eltern, erfahre ich. also hat es seinen dreiwöchigen urlaub ohne die gespielin verbracht. ich erfahre weiterhin, dass die objekteltern nun ihren hof verkauft haben und umgezogen sind. also aus der traum für das objekt und seinen alterswohnsitz fernab der großstadt.

die gespielin feiert das brandenburg-aus ganz ungeniert. "wir ziehen dann einfach in ein haus am stadtrand von hamburg", posaunt sie durch die gegend. "so ganz in ruhe, zu zweit, und endlich ohne den objektsohnemann!"

ich muss an die aufbruchspläne des objekts denken "noch fünf jahre, dann breche ich meine zelte hier ab", und denke, so hat jeder seine wahrheit. welche letztlich tragfähig ist, wird sich noch erweisen.

ich habe ein bisschen angst um das objekt. die gespielin ist mental wie körperlich wie eine dampfwalze. alles wird unter ihrem willen geplättet. "die gespielin und diese gemeinsame wohnung sind mir passiert wie mein sohn", hat das objekt gesagt. so, wie ich diese person heute erlebe, glaube ich ihm das. die gespielin ist so unausblendbar wie eine ungewollte schwangerschaft. für eine abtreibung braucht man(n) mut und mittel. die jemand wie das objekt nicht hat, nicht mit seiner abhängigkeit von der wohnsituation.

fast bin ich froh, dass ich wenige stunden später schon wieder arbeiten muss. zu schwer wiegt die erkenntnis, dass die trampelige gespielin das objekt viel zu gut im griff hat. ich werfe mir tramal ein und bewege mich wie im nebel. dann schlafe ich 14 stunden.

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Freitag, 21. August 2015
baldrian mit liebe
sie schickt mir ein carepaket. schlaf- und nerventee. dieselbe marke, die mir das objekt mal geschenkt hat.

beiliegend eine karte. sie freut sich auf weitere spannende begegnungen.

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Montag, 17. August 2015
ego


spiegeln
beleuchten
ins rechte-linke licht
rücken

brustarmebeine
gehirn
herz

bewaffnet
biss
an die zähne

grauzonen ausspähen
rotblaugrünschwarzweiß

scharf
stellen
weich
zeichnenmalen

einen punkt machen
ein zeichen setzen

unklar bleiben
uneins sein
und viele werden

polylux
polynom
polyamour.

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Samstag, 15. August 2015
it´s been a long hot summer
die luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass man beim transpirieren im eigenen schweiß ersaufen muss.

ich will mich nie wieder bewegen, außer um zu tanzen.

der sommer war dennoch fruchtbar. die geklärte objektsituation, und dann die neue frau - meine seele schwingt ruhiger, auf einem level, das nicht mehr so sehr vom bedrohlichen dunkel beherrscht wird.

wie abhängig man doch vom außen ist - ist das nicht charakterschwach?

auf arbeit bietet mir mein chef eine fortbildung an. er will sich um fördergelder dafür bemühen, weil unsere finanzierungsform so etwas nicht vorsieht. ich bin perplex.
"ich weiß doch, wie schwierig die situation für sie ist, und ich möchte nicht, dass sie uns verlassen."

auch wenn mich meine armut ankotzt, hat mein job einen entscheidenden vorteil. wie viele menschen kenne ich, die morgens nicht gerne zur arbeit gehen, weil ihre kollegen konkurrenzbewusst, bossy und falsch sind? oder weil sie sich vor ihren vorgesetzten fürchten oder sich zumindest dauernd über sie ärgern, so wie ich früher in den agenturen? meine situation ist in dieser hinsicht mehr als glücklich. ich fühle mich, was die zusammenarbeit betrifft, rundherum wohl.

vielleicht bekomme ich gerade deshalb keine neue stelle. weil mein schicksal das nicht will. weil ich erkennen muss, dass ich meiner seelischen gesundheit zuliebe vielleicht auf finanzielle sicherheit verzichten muss. möglicherweise sollte ich die zeit nutzen und einfach schreiben.

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