Sonntag, 12. Oktober 2014
axiom
archive zählt zu den bands, die mich schon seit jahren begleiten. der film "axiom", der begleitend zum neuen album "axiom" erschien, ist ein monochrom-extravagentes kunstwerk geworden.

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Samstag, 11. Oktober 2014
having fun and dying
heute eine biografie über anna nicole smith geguckt. sie wissen schon, dieses marilyn-monroe-double mit den dicken titten, das 2007 den abgang gemacht hat.

mich schaudernd drin wiederentdeckt, obwohl mir der porno-ruhm, doppel-d und ein kind, das noch vor mir an einer mischung aus meinem methadon und psychopillen abkratzt, sicherlich fehlen.

aber sonst so. die zentralen borderliner-fragen.
warum machen die dinge, die einem so sehr schaden, am meisten spaß?
warum ist man so fucking intensiv, dass einen keiner lieben kann?
und wie schafft man es, jede, aber auch jede chance so gründlich zu vergeigen, obwohl man derart von eifer getrieben ist?

ein heilloses chaos, innen und außen. bis einen keiner mehr ernst nehmen kann. und man selbst sich erst recht nicht.

vermutlich hält man so nicht länger als bis 39 durch. bis dahin sind alle synapsen einfach durchgeglüht.

derzeit bin ich ja vernünftig. nehme regelmäßig meine medikamente, versuche selbstschädigendes verhalten einzuschränken, meide partys und das objekt, halte lose kontakt zu anderen (normaleren) menschen, und verschleudere mein liebeskontingent an eine katze. es ist allerdings ein bisschen so, wie wenn man rumgeizt und das ersparte in ein sparschwein steckt. irgendwann kommt der große rappel. und während der ottonormalo dann in den apple-store rennt und sich ein neues apfel-fon holt, lasse ich es schneien, gehe mit einem arschloch ficken und hinterher heulen. und alles immer schön bis zur bewusstlosigkeit.

irgendein schlauer psychofritze hat mal analysiert wie das ist mit dem bravsein, dem belohnungsdenken und den schuldgefühlen im nachgang. wie die schuldgefühle anschließend das belohnungsdenken antreiben und umgekehrt. bis der teufelkreis perfekt ist.

aber das zu wissen nützt einen scheiß. es müsste mich schon jemand anbinden und zwingen.

schau dir in die augen, kleines. bis zum grund der zirbeldrüse, bis in den schlund des schweinehunds.

und dann.
und dann musst du die zauberformel kennen.

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Donnerstag, 9. Oktober 2014
karlchen vom dach
mein gast für eine woche:



sein lieblingsplatz: mein bett. wenn ich drin schlafe, wohlgemerkt. heute morgen beim aufwachen zu tode erschrocken, weil karlchen direkt neben mir auf dem kopfkissen saß. und mich ansah aus seinen großen honigfarbenen augen.
schock durch entzücken, sozusagen.

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Montag, 6. Oktober 2014
rausgeputzt
heute habe ich die objektsachen in die post geworfen. eigentlich wollte ich dies vollkommen kommentarlos tun, konnte mir dann aber einen kleinen zettel nicht verkneifen anzufügen, auf den ich wütend gekrakelt hatte: "du verarschst mich nie wieder."

als die gelbe klappe hinter dem paket zufällt, muss ich an die gute k. denken, die gerade im ösiland sitzt, kiffend, vögelnd und wein trinkend und die mir so liebe und kluge sachen geschrieben hat. solche menschen brauche ich an meiner seite. solche menschen machen mich von innen warm. (du liest das bestimmt und ich meine das so, danke, dass es dich gibt!)

so wie meine exkollegin e., die ich am sonntag nach langer zeit wiedertraf. ich erzählte ihr die sommer-objekt-katastrophe, meine exkursion in die klapse und die ganze aussichtslose jobsituation, und sie fragte:
"morphine, wann warst du das letzte mal glücklich?"
ich musste überlegen, weil es schon so ewig her ist, ich meine, hey, glücklich, länger als für zwei stunden nach einem objektfick, das war ich schon jahrelang nicht mehr.
"so mit 25 vielleicht", sagte ich.
"oh morphine, das sind so viele jahre, das ist nicht gut", fand e. und nahm meine hand, weil mir die tränen in die augen schossen.
"ich finde, du musst weg hier."

kapitulieren, aber mit würde. gehen, aber nicht ohne perspektive.
das bin ich mir schuldig.

und überhaupt schuldig, das bin ich noch eine ganze menge. eine klinikrechnung und ein halbes jahr gez.

es ist mir gerade egal. heute kaufe ich mir trotzdem eine flasche wodka. und trinke darauf, dass dieses gefühl des ständigen wartens und hoffens in sämtlichen objektbelangen immer leiser wird. ich trinke darauf, dass mir vielleicht eines tages endlich jemand begegnet, der meine andersartigkeit teilt. der den mut hat, sich auf mein spezielles freisein einzulassen. und dass, wenn das alles nicht funktioniert, ich alleine glücklich werden kann, als seltsame alte katzenlady oder whoever.

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Sonntag, 5. Oktober 2014
the final curtain
das objekt taucht im club auf und macht party, als wäre nichts gewesen. es begrüßt mich kurz, ignoriert mich dann und bequatscht den rest des abends eine neue ische, mit der es - die körpersprache schreit es laut heraus - garantiert noch abstürzen wird.

ich schaue dem treiben eine weile zu, werde früh müde und nehme den mantel.

das objekt sieht mich gehen, kommt auf mich zu, um mich zu verabschieden. ich bleibe stehen, sage nur:
"ich schick dir die tage dein zeug."
das objekt guckt verdattert und nickt verwirrt.

wären wir in einem film, zerfiele nun unser kosmos theatralisch in tausend scherben, während meine kleine welt sich wacker schlägt, zusammengehalten von einer extra hohen dosis medikamente.

dann drehe ich mich um und gehe.

keine träne, nicht eine.

vorhang, bitte.

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ich erzähle meiner mutter davon am telefon und sie weint in den hörer und sagt mir, wie leid ihr das für mich tut und dass sie mein leben ganz, ganz schrecklich findet.
hachja.

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